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Thema: Phänomen

  1. #1
    Neuling
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    Standard Phänomen

    Ich bin mir nicht sicher ob das wirklich hierhinpasst, aber ich stell die frage einfach mal:
    ich habe mal von 2 psychologischen phänomenen gehört, das eine war, dass wir eigntl. zusammenhangslose dinge in unserem gehirn verknüpfen (Bsp: Ausländer und Kriminalität...also so was ähnliches wie vorurteile, aber nicht nur die!)

    und das 2. ist, dass wir auf dinge mehr achten wenn wir auf sie hingewiesen wurden (also z.B. wenn mir jemand sagt, dass im radio in letzter zeit das lied X besonders häufig läuft...dann kommt es mir so danach wirklich so vor als ob es öfter läuft als vorher, obwohl das nicht so ist)


    kann mir jemand genaueres zu diesen 2 phänomenen sagen? fachnamen, experimente...

    danke für hilfreiche antworten!

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo,

    kann es sein, dass Du in Deinem 1. Beispiel Assoziationen meinst und im 2. Beispiel selektives Wahrnehmen?

  3. #3
    Neuling
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    das 2. ist goldrichtig, danke!

    ich meinte eher, dass dann FALSCHE! zusammenhänge erstellt werden...könnte mit diesen assoziationen zusammenhängen, aber trifft es eben nicht ganz

    trotzdem danke für deine schnelle antwort

  4. #4
    katha
    Gast

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    hi..oh man die frage beschäftigt mich jetzt auch voll (also was das erste sein könnte was du gefragt hast)

    also ich kenn nur 2 dinge die damit vielleicht in verbindung zu bringen sind.

    1. den halo-effekt (oder hofeffekt)...der ist im internet komisch erklärt...meine psychologielehrerin hat des so erklärt das der halo-effekt eine wahrnehmungsverzerrung ist..und die funktioniert so, dass wir wenn wir einen menschen sehen und wir kennen ein merkmal von ihm z.B wir sehen das er ausländer ist...dann basteln wir ihm viele weitere eigenschaften an..z.B auländer sind kriminell, arbeitslos, oder gute liebhaber, oder besonders hilfsbereit...je nachdem was wir für erfahrungen haben/oder was wir bisher von anderen gehört haben.

    oder wir sehen jemanden ein buch lesen und basteln dinge dazu wie..."aha der liest ein buch, der ist bestimmt intelligent, wissbegierig o.ä

    aber etz hab ich im internet gegoogelt und irgendwie ist des da blöd erklärt...hört sich ganz anders an als meine lehrerin u mein psychologiebuch des erzählen

    und 2. fällt mir noch das konditionieren (klassisches) ein...aber da gehts eher um gefühle/verhalten die mit bestimmten dingen verbunden/ausgelöst werden...z.B lehrer= angst, weihnachten=freude, schulglocke= ich hab hunger und muss aufs klo

  5. #5
    Neuling
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    okay, diesen effekt werd ich mir auch mal angucken...mal sehen, was ich da so finde
    danke

  6. #6
    Gast9159
    Gast

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    Ein interessantes Thema, denn ich beschäftige mich gerade damit ;-). Zur ersten Frage fällt mir ein, dass im Gehirn Informationen, Wahrnehmungen, Gehörtes oder Erlerntes an unterschiedlichen Stellen gespeichert werden, denn „das eine Gedächtnis“ gibt es nicht. Denn früher dachte man, alles kommt in „eine Schublade“ und wird bei Bedarf genauso wieder rausgeholt, so ist es aber nicht. Informationen werden vielmehr an verschiedenen Orten im Gehirn kurz-, zwischen oder langzeitig abgespeichert. Werden sie als Erinnerungen wieder abgerufen (Gedächtnis), etwa, wenn sie mit neuen Erfahrungen verändert oder ergänzt werden, arbeitet unser Gehirn dabei interaktiv. Im Hippocampus werden beispielsweise neue Eindrücke sortiert, klassifiziert und mit bereits gemachten Erfahrungen verglichen, danach wird „entschieden“, ob dies erinnerungswürdig, d.h. abzuspeichern ist. In bestimmten Bereichen des Langzeitgedächtnisses werden Erfahrungen in Mustern und Clustern abgespeichert, hier werden sozusagen Oberbegriffe zusammengefasst und bestimmte Gegenstände oder auch Menschen „klassifiziert“, je nach Erfahrung oder der Art der Information, die man irgendwann abgespeichert hat. Abgeglichen werden solche Erinnerungen mit dem sogenannten Faktenwissen – es handelt sich dabei um erlerntes Wissen, also auch um Wissen, was man etwa aus einem Zeitungsbericht (über einen Kriminalfall etwa) gelesen hat oder aus einer Schilderung einer anderen Person. Kommt noch das autobiografische (episodisches) Gedächtnis dazu, etwa Erlebnisse aus einem Urlaub, die erinnert werden, kann so durchaus eine Verknüpfung von „Ausländer“ und „Kriminalität“ entstehen. Das ist aber keine bewusste moralische Bewertung von Ausländern, sondern ein Konglomerat von verschiedenen abgespeicherten Informationen, die - zu einem bestimmten Zeitpunkt abgerufen – bestimmte Cluster, Regeln oder „Schubladen“ aufzeigen. Erinnerungen verändern sich aber dabei ständig und werden mit neuen Erfahrungen korrigiert, dadurch ist es auch möglich, ein „Bild“ zu korrigieren und etwa Vorurteile zu revidieren, da neue Informationen hinzu kommen, die ein älteres Bild korrigieren können. Das lernt man wohl auch „lernen“. Und durch neue Informationen und neue „Gedankengänge“ verändern sich andersherum auch wieder die Synapsen (Verknüpfungen) im Gehirn, wie die neue Forschung festgestellt hat (vgl. Kandel).

    Das zweite Beispiel geht eigentlich in die gleiche Richtung, glaube ich: Bisher Erlerntes kann korrigiert werden, wenn durch außen ein Eindruck verstärkt wird. An einem Beispiel kann man sagen: Wird ein Aspekt besonders hervorgehoben (durch eine Person, die einem vielleicht auch wichtig erscheint), neigt der Mensch dazu, diese (indirekt manipulative und selektive) Verstärkung eines Eindrucks besonders wahrzunehmen. Das tun Lehrer auch sehr gerne ;-)). Wird in einer Grundschulklasse im Fach Biologie das welke Laub behandelt, achtet der Schüler auf dem Heimweg sicher besonders auf das herabgefallene gelbe Laub und sieht überall Laub, weil er gerade neue Informationen dazu erhalten hat. Er vergleicht dann das im Unterricht gehörte mit den eigenen Eindrücken und bestätigt diese (oder auch nicht). Oder umgekehrt können solche „Hinweise“ auch manipulativen Charakter haben: In Zeugenbefragungen oder in Gutachten können Erinnerungen besonders gut manipuliert werden, indem man Suggestivfragen stellt, und zuletzt glaubt der Zeuge tatsächlch, etwas gesehen zu haben, was ihm mehrfach indirekt als „Tatsache“ untergeschoben wurde. Hier spielt einem das normale Gedächtnis einen Streich, denn durch die künstliche Manipulation einer Bedeutung einer Information (das Lied wird öfter gespielt!) wird dies leicht als Tatsache angenommen, der Mensch speichert so etwas erstmal als Info ab und prüft erst danach, ob sich dies mit eigenen Eindrücken abgleichen lässt. Um die These „das Lied wird öfter gespielt“ quasi zu prüfen, ist seine Wahrnehmung auf dieses Thema verstärkt, deshalb nimmt es dieses Lied tatsächlich bewusster wahr und filtert es eher heraus als andere Lieder. Er versucht eigentlich nichts weiter, als ein Faktenwissen (etwas Gehörtes) mit eigenen Eindrücken abzugleichen, um die Richtigkeit zu überprüfen. Tatsächlich hat er durch die Information bedingt zeitweise eine selektive Wahrnehmung.

    Falls sich jemand auch damit beschäftigt, wäre ich dankbar für Hinweise, wo ich bei meiner Argumentation falsch liegen könnte.

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