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Thema: Plötzlich doch keine Analyse?!

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Plötzlich doch keine Analyse?!

    Hi Leute,

    ich muss grad mal wirklich Dampf ablassen und würde euch gerne nach eurer Meinung fragen.
    Seit einem Jahr bin ich aufgrund von mittelgradig bis schweren Depressionen ambulant in Behandlung. Ich mache eine Psychoanalyse und habe zwei Termine die Woche. Eigentlich habe ich zu der Therapeutin auch ein ganz gutes Verhältnis, zur Zeit bin ich aber von ihrem Verhalten mehr als irritiert.
    Ich hatte sie Ende letzten Jahres gebeten eine Einschätzung über den Fortschritt zu geben, weil ich denke, dass ich das manchmal total vernebelt sehe und vielleicht kleine Fortschritte gar nicht so gut erkennen kann, wie eine außenstehende Person. Dies hat sie mir allerdings verwehrt. Während der Weihnachtsferien war ich halbwegs stabil. Bei der ersten Sitzung im neuen Jahr meinte ich, dass ich häufig angespannt sei bei den Sitzungen, weil ich nie weiß, was mich dort erwartet und wie ich emotional darauf reagiere. Daraufhin meinte sie, dass Therapie nichts anstrengendes sein sollte und vielleicht eine Analyse für mich nichts wäre, wenn ich immer so angespannt deswegen sei. Ich war mehr als perplex, als sie aus dem Nichts meinte, dass ich vielleicht in einer Verhaltenstherapie dann besser aufgehoben wäre. Und das nur, weil ich meinte, dass ich angespannt sei. Es hat mich total irritiert, dass sie nach EINEM Jahr Zusammenarbeit bereit ist, das alles wegen so etwas direkt hinzuschmeißen. Es hat mich auch ziemlich verunsichert, was die Therapeuten-Klienten-Beziehung angeht. Wenn ich nicht mal was "negatives" sagen kann, ohne dass sie mich direkt weiter reichen will.
    In der Sitzung darauf haben wir darüber gesprochen. Zudem habe ich gesagt, dass es für mich vielleicht leichter wäre, wenn wir nicht jede Stunde über etwas neues reden, sondern manchmal das Thema der letzten Sitzung aufgreifen. Zur Zeit ist es so, dass wir manchmal mitten im Gespräch sind und dann kommt "so wir sind jetzt am Ende der Sitzung". Und in der nächsten Sitzung geht es dann um etwas ganz anderes. Ich habe das Gefühl, es wird alles berührt und aufgerissen, aber nichts wirklich bearbeitet. Sie meinte daraufhin, dass ich vielleicht einfach nicht für eine Analyse geeignet sei, weil ich so viele existenzielle Probleme zur Zeit habe (weiß nicht wo es beruflich hingeht, Partnerschaft steht auf der Kippe). Diese Probleme bestehen ja aber nicht seit gestern, sondern seit Anfang der Therapie. Wieso will sie denn jetzt plötzlich alles hinwerfen? Das habe ich sie dann auch gefragt und da meinte sie nur, dass ich das ja auch mit nem externen Coach bearbeiten könnte und wir uns eben nur einmal die Woche sehen. Sie würde sich jedenfalls nicht in eine Rolle zwängen lassen, in der das bearbeitet wird. Zum einen habe ich keine Lust mit Therapeut und Coach parallel zu arbeiten, zum anderen kann ich mir ein regelmäßiges Coaching auch gar nicht leisten.
    Ich weiß grad gar nicht, wo oben und unten ist. Ich bin seit einem Jahr bei ihr in Behandlung und plötzlich ohne wirklichen Vorfall oder (wie ich finde) zu starker Kritik von mir an ihr, sagt sie, dass mir das bei ihr nichts bringen wird und sie meine Themen nicht bearbeiten will. Wieso kommt sie da plötzlich drauf, wenn die Themen seit Anfang an bestehen?
    Ich bin wirklich traurig über ihre Reaktion und abweisende Haltung, weil ich echt Schwierigkeit habe, Vertrauen zu Menschen zu fassen und bei ihr mich bewusst bemüht habe, dies zu tun.
    Ich weiß echt nicht so richtig, was ich jetzt machen soll Auf der einen Seite will ich nicht gehen und auch nicht mit einem neuen Therapeuten alles von neuem bearbeiten, auf der anderen Seite kann ich mich bei diesen Voraussetzungen überhaupt nicht richtig bei ihr öffnen

  2. #2
    Neuling
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    Hi grape,
    die geschilderten Verhaltensweisen finde ich aus den von Dir genannten Gründen ebenfalls fragwürdig. Es wirkt auf mich ein bisschen so wie: "Kommen Sie gern weiter regelmäßig (gegen Geld), aber belasten Sie mich bitte nicht mit Ihren Problemen".
    Darüber hinaus wundert mich, dass Du die Sitzungen als Gespräch bezeichnest - Analyse besteht ja v.a. aus freien Assoziationen des Pat. und gelegentlichen "Hm"s sowie seltenen Deutungen des Analytikers. Das würde also ebenfalls gegen ihre fachliche Qualifikation sprechen.
    Da wir Dich nun aber nicht kennen, würde ich Dir empfehlen, eine fundierte Meinung im RL einzuholen, von jemandem der entweder Dich oder das Metier gut kennt - am besten beides.
    LG
    Woody

  3. #3
    Neuling
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    Hi woody,
    vielen Dank für deine Antwort. Mit Gespräch meinte ich eigentlich eher, dass ich gerade an Reden bin und dann irgendwann eine Pause mache und sie da eben reingrätscht. Ich rede schon den Großteil in einer Sitzung, aber sie sagt eben auch immer mal wieder was dazu.
    Vielleicht stehe ich gerade total auf der Leitung, aber was ist denn RL?
    Danke

  4. #4
    Neuling
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    RL=Real Life
    LG
    Woody

  5. #5
    Schreiberling
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    Zitat Zitat von grape Beitrag anzeigen
    Ich weiß grad gar nicht, wo oben und unten ist. Ich bin seit einem Jahr bei ihr in Behandlung und plötzlich ohne wirklichen Vorfall oder (wie ich finde) zu starker Kritik von mir an ihr, sagt sie, dass mir das bei ihr nichts bringen wird und sie meine Themen nicht bearbeiten will.n
    Ich finde die Therapeutin hat versagt, sie arbeitet mit Dir ein JAhr weist dich zurück, sie hat doch keine Bezogenheit zu dir oder? Mag sein dass sie an ihrem Honorar interessiert ist. In der Psychoanalyse spielt meiner Ansicht nach (zumindest sagt das Erich Fromm er war AUtor und bekannter Psychoanalytiker) die positive Bezogenheit von Arzt und Patient spielt eine entscheidende Rolle.

    Wie reagiert sie darauf, was du ihr erzählst?

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