psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: pornografie oder wie lässt man(n) unerfülltes los

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    25.02.2011
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard pornografie oder wie lässt man(n) unerfülltes los

    Hallo ihr Lieben! Ich dachte ich wag mich mit meinem Problem endlich in die "Öffentlichkeit". Wenn man so will belastet es mich schon mein halbes Leben, bin 27 und männlich Alles fing an, so denke ich, als ich so 11, 12 war und man sich für die Sexualität beginnend immer mehr interessiert. Ich hatte, wie viele denke ich, alle möglichen Fantasien, auch mit dem männlichen Geschlecht. Ich hatte kein Problem damit, fühlte sich alles richtig an, mal war ein Mädel in der Klasse wovon ich am Abend träumte, mal mein Banknachbar. So mit 14 herum bekam ich Probleme mit meinem Vater. Er war unsensibel, manchmal handgreiflich, einfach selbst beruflich und mit der Pubertät seiner Söhne überfordert. Ich hatte die grösseren Differenzen mit ihm da ich mich ihm nicht fügte und auch Dinge nicht einfach schlucken konnte wie mein Bruder. Dieser war dann Bettnässer bis 12, was ihm öfters nächtliche Ohrfeigen bescherte. Ich lehnte meinen Vater ab, lehnte Männlichkeit fortan ab, aus einer Diät wurde Bulimie und eine selbstzerstörerische Jugend mir Drogen und Alkohol begann. Ich hatte viele Mädchen in meinem Bett, die hübschesten, sie mochten mich, ich war anders als die anderen Jungs, konnte zuhören und war nicht nur auf Sex aus, von wegen, ich hatte NIE Sex mit ihnen. Vieles andere schon. Dasselbe mit Jungs, ich war eindeutig bisexuell. Ich küsste manchmal Jungs beim Fortgehn, auf Parties, aber nie mehr. Tja und ich sehnte mich danach. Nach Sex und Nähe. Mit 22 dann am vorläufigen Tiefpunkt meiner psychischen und physischen Kräfte lernte ich die Liebe meines bisherigen Lebens kennen, ein Mädchen. Wir verliebten uns auf anhieb. Ich konnte sie nur total angetrunken sehn. Erst nach 6 Monaten hatten wir Sex miteinander. Es dauerte lange aber war wunderschön, sehr aufregend für mich, doch die Angst verschwand selten ganz. Wir entfernten uns sexuell voneinander immer mehr, was uns aber komischerweise auch total zusammenschweisste. doch wir waren und sind es eben zeitweise total unglücklich, und ich fühle mich daran auch schuldig weil, naja ich suchte dann bzw immer noch im Internet nach sexueller Befriedigung. Meist nach Träumen aus meiner Jugend wo so wie ich finde gar nichts los war. (Obwohls ja auch Leute gibt wo die Jugend deutlich frustrierender war!) Ich schaue mir Videos von 18 jährigen Jungs und Mädels an und schäme mich dann dafür. Was die Nähe mit meiner Freundin dann total verhindert. Und tja das dreht sich nun schon seit 5 Jahren so, ma auf mal ab aber immer wieder dieselbe Situation. Ich ekle mich so vor mir selbst dass ich mich auch vor Sex mit meiner Freundin ekle. Ja es ist so Dann sitz ich abends wieder vorm Pc und schau irgendwelchen Typen beim Masturbieren vor der Webcam zu! Oder eben wie ein Mädchen es mit ihrem Freund treibt. Es ist sehr schlimm für mich in dieser endlosschlaufe zu sitzen. Soll ich Erfahrungen nachholen? Warum sonst holt mich das immer wieder ein? Klaro wollte ich damals mit Jungs onanieren, und mit Mädchen ungezwungen aufregenden Sex haben, zärtlich sein, sich fallen lassen, Mensch sein, Teenie sein. Doch ich kann doch nicht 10 Jahre später noch diesselbe Träume haben. Naja ich kann schon wie man sieht aber es blockiert einfach mein Leben sehr, meine Liebe sehr. Soll ich mich in ein Abenteuer stürzen um das aufzuholen um nicht eingeholt zu werden? Wir lieben uns ich und meine Freundin, für uns ist alles ok was für den andern gut ist! Wir reden ja auch miteinander über diese Dinge. Mittlerweile hab ich sogar auf meinem Penis sogenannte "Hornzipfel" bekommen, wobei ich mir ziemlich sicher bin dass das ein Ausdruck meine Scham, meiner Angst ist und diese noch vielfach verstärkt Wollte schon öfters zum Psychologen deswegen, dachte dann immer wieder das wird schon wieder, aber es kann so definitiv nicht ewig weitergehn!! Kann man denn Sexualität "aufzuholen"?!? ich meine mit anderen intime Erfahrungen sammeln, was ja offenbar ein grosser wunsch von mir ist Menschen sexuell zu begegnen, genauso wenig funktioniert es aber mich für eine Partnerschaft zu entscheiden und altes eben loszulassen! Was kann ich nur machen, weiss von euch jemand wie man unerfülltes loslässt? Liebste grüsse, in der Hoffnung jemand weiss Rat,
    - Sunray
    Geändert von sunray (25.02.2011 um 15:26 Uhr)

  2. #2
    Moderator Avatar von phel
    Registriert seit
    14.02.2011
    Beiträge
    334
    Danke
    8
    181 mal in 99 Beiträgen bedankt

    Standard

    Natürlich kannst du Jugendphasen nachholen, wobei ich das Ganze lieber als "Aufarbeitung" bezeichnen würde. Damit meine ich aber nicht, dass du nun all die sexuellen Erfahrungen sammeln sollst, die du in deiner Jugend, wie du dir selber einredest, versäumt hast. Im Prinzip ist das ein Ventil, für die eigentlichen Probleme, die viel tiefer liegen. Du sprichst von Drogenkonsum, abgelehnter Männlichkeit, Probleme mit dem Vater, eine latente Sexualität, die du dir in deiner Jugend gewünscht, aber dennoch unterdrückt hast. Jetzt klammerst du dich krankhaft an den Gedanken, dass du was verpasst hat, und, für deinen Seelenfrieden, all diese Dinge nachholen musst. Du hast dir gewissen Verhaltensweisen zwang- und krankhaft angeeignet, und siehst das Problem zeitgleich als mögliche Heilung. Ein Therapeut wird da ansetzen, wo die Probleme entstanden sind - und dich keineswegs für deine erotischen Fantasien, etc. verurteilen. Das ist nur der Ausdruck der Dinge, die irgendwo, irgendwie mal falsch gelaufen sind. Wenn es dich so sehr belastet und einschränkt, würde ich dir ein Erstgespräch bei einem Therapeuten deiner Wahl empfehlen. Bevor du dich wirklich dazu entscheidest, auf Abenteuer-Reise zu gehen, und nicht nur dich, sondern auch andere Leute damit verletzt.

  3. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei phel für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (25.02.2011),So Ham (25.02.2011)

  4. #3
    Neuling
    Registriert seit
    25.02.2011
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Erstmal danke an dich phel!
    Natürlich hast du recht, hab meinen post etwas verwirrend abgetippt heute ich hab es in den letzten fünf jahren ein paar mal erlebt dass ich mit "nachholversuchen" mich und andere ziemlich verletzt habe. was ich versucht hab war ein loch zu füllen wie ichs auch mit alkohol, zigaretten, essen, fernsehen, arbeit und was weiss ich machen kann.
    dass ich woanders ansetzen muss ist mir jetzt klar. wenn ich meine verhaltensmuster durchschaut und satt hatte wars relativ leicht... so hab ich den weg zu normalem essen und drogenfreien normalem aber guten alltag gefunden. ich lebe mein leben so als hätte ich die vergangenen probleme in bezug auf bulimie und selbstzerstörung beinah nie gehabt. ich kann mich viel mehr akzepieren, den dingen lauf lassen und einfach leben. was lange zeit nicht der fall war.
    nur kann ich wenn ich mal zuviel trink weils der anlass so bringt und ich mich mies ob des katers fühle oder mir nach 3 burgern übel ist mit etwas humor wieder in lot bringen und einfach nicht so über die stränge schlagen. ich fall nicht mehr so leicht ins extrem eben. NUR bei der S***** (sorry) Pornografie geht das nicht! ich konnte meine anderen süchte durchschauen und echt LOCKERST beisteite lassen, und ich war echt mal ziemlich am boden. wie kann ich diese sucht verstehen und HINTER mir lassen?? ich weiss es geht um nähe zulassen, es muss aber auch um männliche attribute gehen ich such doch in den männern meine männlichkeit oder? hab zumindest das gefühl dass es so sein könnte...
    naja ich glaub auch ich werd um den therapeuten nicht rumkommen... aber ich werds angehen! Liebe Grüsse
    - sunray

  5. #4
    Moderator Avatar von phel
    Registriert seit
    14.02.2011
    Beiträge
    334
    Danke
    8
    181 mal in 99 Beiträgen bedankt

    Standard

    Bitte, keine Ursache ,)

    Ich versuche es mal ganz einfach zu formulieren:

    Jeder kennt das: Uns plagt mal wieder ein grippaler Infekt (falsch, aber umgangssprachlich -> eine Grippe). Zu Beginn haben wir Kopfschmerzen, Fieber, Schnupfen und Halsschmerzen. In den nächsten Tagen verschwinden aber Kopfschmerzen, Fieber und Halsschmerzen komplett, es bleibt nur der Schnupfen. Sämtliche Symptome, bis auf den Schnupfen, waren lediglich Begleiterscheinungen. So verhält es sich auch auf mentaler Ebene. Drogenkonsum, etc. können unter Umständen leicht hinter sich gelassen werden, während ein bestimmtes "Symptom" weiterhin belastet.

    Ich kann dir nicht eindeutig sagen, wie du diese "Sucht" verstehen sollst, sondern nur vermuten - aufgrund deiner Aussagen. Es geht hier wohl primär um Männlichkeit, die du suchst. Dabei vergisst du, dass du als Mann Männlichkeit besitzt, und nicht erst suchen musst. Wenn du denn gesucht hast, dann bei den typischen Rollen - dem Vater. Und der hat dich schließlich enttäuscht. Du verbindest auch Männlichkeit zwingend mit Sexualität. Du selber denkst, dass du, um ein vollständiger Mann zu sein, viel zu wenig probiert und erlebt hast - und das auf sexueller Ebene. Deswegen auch der Drang, diese Dinge aufzuholen. Um schließlich ein ganzer Mann zu sein, bzw. das Gefühl, dass dich denken lässt, dies nicht zu sein, aus der Welt zu schaffen. Das ist aber ein Trugschluss, und das System wird, früher oder später, einstürzen. Es gibt keine allgemeine Lösung, um solche Dinge hinter sich zu lassen. Hier verhält es sich wie bei jedem anderen Problem auch - die Ursachen sind immer individuell. Und so sind es auch die Lösungsansätze.

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei phel für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (26.02.2011)

  7. #5
    Neuling
    Registriert seit
    25.02.2011
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Phel! Ich danke dir
    Ich hatte die letzten tage keine möglichkeit ins netz zu schauen und hab deshalb auch viel über das thema nachgedacht und konnte, vielleicht weil ichs mal alles rausgelassen, aufgewühlt hab, neue sichtweisen entdecken. du hast vollkommen recht. ich danke dir. ich glaub ich muss einfach prioritäten setzen, selbstdisziplin anfangs, was ich eh grad mach die suche auf diesem weg nach vollständigkeit, lässt, liess und wird mich immer hungrig und hungriger zurücklassen. ICH allein kann loslassen, es gut sein lassen, mich für die gegenwart offenhalten. und plötzlich entdeck ich auch viele schöne dinge. und fühl mich wohl. ich hoffe sehr ich gehe diesen weg weiter und sage wirklich nochmal danke für die antwort phel ich glaube es zählt nicht das "was" sondern vielmehr das "wie" bei mir grad, ich mein wenn mir etwas nicht gut tut, was offensichtlich so ist, dann werd ich mich nicht länger von meinem "trieb" ins unglück katapultieren lassen.
    Und diese konsequenz fühlt sich zudem auch noch sehr männlich an

    Alles Liebe

    Sunray

  8. #6
    Moderator Avatar von phel
    Registriert seit
    14.02.2011
    Beiträge
    334
    Danke
    8
    181 mal in 99 Beiträgen bedankt

    Standard

    Gerne (:

    Das, was du jetzt geschrieben hast, hört sich nicht nur gut, sondern auch richtig an. Es ist wie bei einer lösungsorientierten Verhaltenstherapie - man soll sich nicht krampfhaft mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern mit der Gegenwart und der Zukunft. Hol dir das zurück, was dir einige Teile deiner Persönlichkeit genommen haben - deinen erfüllten Seelenfrieden. Und mit einer Sache liegst du ebenfalls richtig: Dieses Vorhaben ist wirklich 'männlich', und strahlt Stärke aus ,-)

    Ich wünsche dir ebenfalls alles Liebe!
    Geändert von phel (01.03.2011 um 16:07 Uhr)

Ähnliche Themen

  1. Stehkraft lässt nach :S
    Von Heelrocker im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 26.10.2010, 18:37
  2. Vergangenes Mobbing lässt mich nicht los
    Von Sanctus im Forum Mobbing
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 30.08.2010, 17:57
  3. Mein Ex lässt mich nicht in Ruhe!
    Von Lichtstern im Forum Scheidung / Trennung
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 13.02.2010, 21:50
  4. Pornografie
    Von Saulus im Forum Sucht
    Antworten: 38
    Letzter Beitrag: 10.01.2010, 13:31
  5. Meine Frau lässt keine berührungen mehr zu
    Von stephan im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 04.08.2009, 20:48

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!