Immer wieder taucht es auf: Das positive Denken!
Immer wieder wird man bewertet, nach einem dualen Schema. Positiv oder negativ, fertig.
Insgeheim untertellt man jedem Opfer, es habe sein Schicksal durch negatives Denken angezogen oder provoziert, oder man habe in einem früheren Leben halt Schuld auf sich geladen.
Positiv denkende Mordopfer schient es nicht geben zu können. Werden nur negative Menschen umgebracht? Das wär ja dann eine sinnvolle Auslese?!?
Ist das alles wirklich so einfach? Wie könnte ein positiv denkender Mensch über die Ausschwitz-Birkenau denken oder etwas "positives" dazu sagen? Vielleicht "wir können daraus lernen"? Wäre es positiv gedacht, dass man 6 Millionen Menschenopfer braucht um zu lernen, dass man Leute nicht vergast?
Der Vorwurf des negativen Denkens als Waffe, gibt es das? Das Totschlagargument "du denkst negativ", wer setzt es wann und warum ein?
Ist positiv Denken manchmal Flucht vor der Realität? Ist die rosarote Brille ein bewusster Schutz vor Dingen, die man als belatend empfindet und die daher von der Firewall geblockt werden (sollen)?
Liegt nicht in der Aufteilung in positive und negative Menschen auch eine Art Rassismus zugrunde? Geht es letztlich um den kleinsten Nenner, der da sagt, alles ist entweder gut oder schlecht, basta? Guter Mensch, schlechter Mensch?
Wenn man mal die Extreme weglässt, also sowohl den Depressiven wie auch den Esoteriker, ist es dannn nicht so, dass fast jede Situation und auch jedes Lebewesen einer Bipolarität unterworfen ist, einer Art Wechselstrom, der beide Pole braucht, positiv und negativ?
Würde mich freuen über eine Diskussion zu diesen und anderen Fragen, die das Thema betreffen!
Grüße
Ste


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren

Psychologieforum.de


Lesezeichen