Hallo miteinander,
Ich wusste nicht ganz wo mein Beitrag hin soll, da ich mehrere Anliegen habe und ich kein direktes Forum dafür gefunden habe.
Meine Anfragen betreffen folgende Personen:
- mein Bruder isoliert sich, stößt andere vor den Kopf, ist einsam, vielleicht sogar depressiv
- mein Vater belügt sich selbst und uns, kommt im Leben nicht voran und ich habe Angst dass er sich selbst aufgibt
- mein Freund ist abhängig vom kiffen und rauchen und hat sicher einiges was er in seinem Leben nicht verarbeitet hat
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Mein Bruder
Also meinem Bruder machen einige Dinge das Leben schwer, er ist jetzt 24 und hat immer noch keine Freundin. Das liegt meiner Meinung nach nicht an seinem Aussehen und er gibt sich auch Mühe. Er geht ab und an aus, er versucht auch andere Menschen anzusprechen und er hat /hatte auch einen kleinen Freundeskreis.
Dieser Freundeskreis hat sich jedoch nach der Schulzeit, also vor Jahren ehr verstreut. Seine "Freunde" in der Umgebung legen wohl offensichtlich keinen Wert auf Kontakt zu ihm. Dadurch hat er fast ausschließlich nur Kontakte über Internet. Diese Freundschaften sind dann meist auch nur durch abendliches Computerspielen gekennzeichnet.
Die ziemlich einzige Ansprechperson bin ich, seine kleine Schwester.
Da wir in einer Wohnung zusammen wohnen ist dies reintheoretisch kein Problem, nur kann und will ich ihm nicht bieten was er vermutlich braucht.
Sein Alltag sieht wie folgt aus:
08:40 aufstehen
09:00 zur Arbeit mit dem Fahrrad da er kein Auto mehr hat
18:00 nach Hause
dann Computerspielen (unser gemeinsames Hobbie World of Warcraft)
gegen 24:00- 01:00 schlafen gehen
Er sitzt Abend für Abend in seinem Zimmer, was immer noch so aussieht wie vor 2 Jahren als wir einzogen, d.h. mit halb aufgebauten Möbeln, nur einem Rollo angebracht und die Deckenlampe hat nur noch eine funktionierende Glühbirne. Er sitzt also lieber die ganze Zeit abends im Dunkeln.
Zudem ist er charakterlich sehr schwierig, er weiß absolut nicht wie er mit anderen Menschen reden muss, vor allem weil ihn andere nicht interessieren nehme ich an.
Das soll heißen selbst wenn er es schaffen würde sich für 2 Minuten mit einer Frau zu unterhalten, so könnte er nichts damit anfangen, weil er sich im Grunde nicht für den Menschen interessiert.
Er kommt in ständigen Konflikt mit seiner Familie und Leuten aus unserem Spiel, da er immer ohne Rücksicht auf Gefühle, sagt was er in dem Moment denkt bzw. seinen Frust auch gerne an den Leuten auslässt.
Zudem zählt für ihn Leistung und nichts anderes. Es kommen Äußerungen wie "Menschen sind Rohstoffe" "wer nicht funktioniert muss ausgetauscht werden". Aber er ist tiefeinsam das weiß ich, ihm kam seid einem Jahr Bedenken wo er mit mir sprach das er sich einsam fühlt und auch darüber nachdachte ob er vielleicht eine Depression hat und das ihm wohl Emphatie fehle.
Immer wieder kommen Sätze wenn er nach Hause kommt das er glaubt das man nur durch bzw. mit einem anderen Menschen glücklich werden kann. Heute kam er nach Hause und meinte das er sich fragt wie Menschen es schaffen so lange zu leben und Andeutungen das er sich nicht vorstellen kann wie er es schaffen soll noch mal so lange zu leben und das er glaubt früher glücklicher gewesen zu sein.
Nun ich habe schon versucht durch kleine Veränderungen in seinem Zimmer seine Stimmung zu heben. Definitiv kaufe ich so bald meine Finanzen mir dies erlauben eine neue Lampe für ihn. Ich habe ihm Poster geholt damit seine Wände nicht so trüb sind, extra mit Palmen und Strand, da ich ihm keinen Urlaub bieten kann. Und selbst wenn, ich dürfte nicht die Person sein die mit ihm in den Urlaub fährt, schon alleine da ich früher oft Angst hatte vor seiner Fixiertheit auf mich und das ich nach und nach von der Rolle "kleine Schwester" zur Rolle "Freundin" in seinem Blickwinkel und davor hätte ich Angst. Dennoch möchte ich ihm helfen!
Ich weiß jedoch nicht was ich tun soll, ich kann nur im Hintergrund agieren. Immerhin muss jeder selbst einen Schritt machen und den eigenen Weg finden und gehen. Daher kann ich ihn auch nicht drängen zu einem Psychologen zu gehen, obwohl das vielleicht gut wäre, da dann eine Außenstehende Person mit ihm reden könnte.
Nun Dinge die er mag, er gönnt sich gerne etwas, zu seinem Abendritual gehört ein Cappuchino, er ist als er noch ein Auto hatte sehr gerne ausgegangen und hat vor allem immer versucht mich dafür zu begeistern, zudem spielt er viel Computer, fährt viel Rad, macht jeden Abend Sportübungen und hat Ziele wie Abenteuerurlaub. Jedoch macht ihm sehr zu schaffen das er kaum Freunde hat, keine Freundin, seine Finanzen nicht so stark sind das er groß etwas ansparen kann, obwohl er sich schon kaum etwas leistet.
Zudem spricht er oft davon das Ideale wie glückliche Familie, Urlaub ect. alles nur Träume sind und niemals Wirklichkeit. Ich vermute die Trennung unserer Eltern, meine charakterliche Entwicklung und mein psychologischer Zusammenbruch als Teenager und noch einige andere Sachen haben zu solchen Ansichten beigetragen.
Meine Frage, was kann ich tun, damit es ihm wenigstens etwas besser geht? Wie kann ich ihm helfen, denn dieser Zustand belastet mich natürlich auch. In weniger als einem Jahr werde ich Auswandern und dann steht er alleine da. Ich möchte ihn nicht so zurück lassen wie es im Moment ist.
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Mein Vater
Nun seid der Trennung unserer Eltern hatte unser Vater 2-3 Beziehungen die jedoch alle schon recht schnell zu Bruch gingen. Zudem muss ich subjektiv sagen dass seine Ansprüche an die Person in die er sich verliebt immer weiter runter gehen, genau wie das Alter.
Er ist nun 50, seine eine Freundin war ca. 33 mit 2 Kindern, dann war er in eine 19 jährige verliebt (zur damaligen Zeit war ich auch gerade 19 – was mir sehr fremd vorkam) und dann eine 24 jährige mit 2 Kindern. Gerade seine letzte Beziehung hat ihm sehr stark zugesetzt und er hat sich auf 50 kg runtergehungert (178cm groß). Dabei hat sie ihr Leben genau so wenig im Griff wie unser Vater.
Nun er ist seid der Trennung vor vielleicht 8 Jahren arbeitslos.
Er hatte genug Angebote von Freunden und auch von seiner früheren Arbeitsstelle, war jedoch zu Stolz oder hatte Angst und hat sich damit nicht nur die Kontakte und Freundschaften kaputt gemacht sondern auch seine Möglichkeiten und unserer Mutter die alleinige Last der Finanzen und Erziehung aufgehalst.
Er vegetiert in einer kleinen Einzimmerwohnung dahin.
Das einzige Mal wo es so aussah das er wieder auf die Beine kommt war als er eine Arbeit als LKW-Fahrer annahm. Zudem muss man sagen ist er eigentlich Diplomchemiker und hatte zuvor bei DOW gearbeitet.
Also etwas ganz anderes, mit einem absolut gutem Einkommen und Zukunftsabsicherung.
Meiner Meinung nach sucht er nicht einmal mehr wirklich nach etwas was seinen Qualifikationen entspricht, sondern möchte sein Leben mit so wenig Verantwortung wie möglich führen. Zudem habe ich das Gefühl sucht er sich mit Absicht solche (Entschuldigung wenn ich dies bösartig schreibe) „kleinen Dummerchen“, die ihr Leben nicht im Griff haben und vermutlich auch niemand besseren abbekommen, damit er wenigstens für diese Personen etwas darstellt.
Nun er flüchtet regelrecht in eigene Welten und kommt in dieser nicht klar. Er vergisst Rechnungen zu bezahlen, er hat im Moment kein Internet mehr und auch andere Dinge nicht mehr, ich weiß nicht einmal ob es stimmt das er nur noch 50 kg wiegt weil er Liebeskummer hat und Einsam ist oder ob er einfach kein Geld hat, weil er nicht zum Arbeitsamt ging.
Auf Grund dessen das wir das Gefühl haben das er uns permanent belügt über das was er tut, vor hat, kann, speziell was berufliche Gelegenheiten betrifft, vertrauen wir ihm eigentlich gar nicht mehr.
Es geht so weit das er mich letztens fragte ob ich ihm meine Kontonummer geben könnte, weil er momentan einen kleinen Betrag nicht bezahlen kann. Er meinte das ich ihm das Bargeld geben kann zum einzahlen, weil ich Angst hatte das er dann rein „zufällig“ das nächste Mal vergisst alles wieder umzumelden und in 6 Monaten wird dann bei mir das Geld abgezogen. Ich weiß nicht was ich glaube soll.
Vom eigenen Vater ausgenutzt werden, ihm eine Finanzstütze sein? Und zudem ist er mit der Grund wieso mein Bruder so Leistungsfixiert ist, er hat teilweise einen regelrechten Hass oder Abscheu vor unserem Vater, andererseits hat er ihn lieb, das merkt man. Jedoch herrscht ein derartiges Ungleichgewicht. Nicht unser Vater sagt uns etwas oder gibt uns Ratschläge und Rückhalt, sondern wir schauen das wir ihm sagen wo es im Leben lang geht. Dabei könnten wir durchaus auch ab und an Hilfe gebrauchen.
Aber was kann ich tun? Mehr als Stellenangebote raussuchen geht nicht denke ich. Und selbst dann habe ich nicht das Vertrauen, das er es ernsthaft versucht, immerhin kann man auch in einem Vorstellungsgespräch noch viel kaputt machen. Und er sieht die Notwendigkeit nicht! Dabei würde sich so viel lösen lassen denke ich, wenn er einen Job hätte.
Er hätte ein stabileres Umfeld, er hätte keine Geldsorgen mehr, sein Sohn würde wieder zu ihm aufschauen, unser Vertrauen würde zurückkehren können, er könnte seine Mutter (unsere Oma) öfter besuchen können, sein Ehrgefühl und Stolz könnte er wieder haben. Immerhin wie arm ist denn das, von der Tochter die noch zur Schule geht (Abi nachmacht) und Geld von der Mutter bekommt, Geld zu leihen? Oder von der eigenen Mutter die nur ihre Rente hat?
Bei einem Weiterbildungskurs wurde wohl damals schon gesagt dass er psychologische Hilfe braucht, angeblich wurden alle aus dem Kurs an Arbeitsplätze vermittelt, bis auf er.
Aber wie kann ich helfen? Immerhin kann ich auch ihn nicht zum Psychologen drängen. Ich bin ratlos, ich will doch einfach nur dass mein Umfeld stabil ist, das ich weiß dass es meiner Familie gut geht.


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