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Thema: Problem in Worte fassen

  1. #1
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    Frage Problem in Worte fassen

    Ich bin jetzt unglücklicherweise doch in Therapie. Noch nicht so lange. Habe mich lange dagegen gewehrt, aber es macht nun doch Sinn, um mein Leben ein bisschen auf die Reihe zu kriegen.

    Problem ist, dass ich ziemlich stabil bin, vor allem, wenn ich zum Therapeuten gehe. Momentan bereiten wir erstmal die Aufnahme der Therapie und Diagnosen vor, aber wenn der mich fragt, was ich mit ihm besprechen möchte oder ob ich Fragen habe, dann fällt mir nichts ein. Ich kann nur von meinem Tag erzählen und das ist alles nicht so dramatisch. Ich komme im Alltag sehr gut zurecht, vielleicht zu gut für eine Therapie. Jedoch sitzt da etwas tief in mir, was mir mein Leben bisher schon mächtig kaputt gemacht hat und ich weiß nicht mal, was es ist und wie ich dahin komme.

    Meine Sorge ist, dass ich zu "problemlos" rüberkomme und er mich dann irgendwann nicht mehr ernst nehmen kann. Ich lache auch sehr viel und erzähle sehr offenherzig, aber so richtig kommt es noch nicht voran. Manchmal erzähle ich einfach, weil er nicht so richtig zu wissen scheint, wo er ansetzen soll. Dann guckt er mich an und will schreiben und dann doch nicht und vielleicht will ich ja noch sprechen usw.

    Was mache ich, wenn wir keinen Gesprächsstoff finden? Ich will eigentlich auch etwas anderes, aber versuche ihm zu vertrauen.

  2. #2
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    Standard

    Hallo,

    nimm dir die Zeit die du brauchst.

    Du kannst nicht von Heute auf Morgen Vertrauen zu ihm aufbauen.

    Wenn du sagst, dass etwas ganz tief in dir drin ist du aber nicht weißt wie du da ran kommen sollst, werdet ihr beide vielleicht einen Weg finden.

    liebe grüße licht

  3. #3
    Sophia-Charlotte
    Gast

    Standard

    Hallo Fernsehturm,

    Problem ist, dass ich ziemlich stabil bin, vor allem, wenn ich zum Therapeuten gehe.
    Ist es denn wirklich so oder nur die Maske, die du aufsetzt, wenn du den Blicken und Reaktionen anderer "ausgeliefert" bist? Ich kenne viele, die im Alltag gut zurecht kommen und trotzdem große Probleme haben, auch wenn diese so gut verpackt und vergraben sind, dass ihr Einfluss vielleicht nicht sofort auffällt.
    Der Alltag kann eben eine Rolle sein. Man spielt sich und dem Leben selbst ein Theaterstück vor, in der Hoffnung, es sich selbst abnehmen zu können.
    Doch all die Probleme und unausgesprochenen Dingen brodeln im Untergrund weiter. Und das bei dir etwas ist, das dich beeinflusst, sagst du doch mit folgendem Satz:
    Jedoch sitzt da etwas tief in mir, was mir mein Leben bisher schon mächtig kaputt gemacht hat
    aus.

    Meine Sorge ist, dass ich zu "problemlos" rüberkomme und er mich dann irgendwann nicht mehr ernst nehmen kann.
    Ich denke, dass ein Therapeut, der seinen Klienten nicht ernst nimmt, seinen Beruf verfehlt hat. Er wird deine Probleme vielleicht in der Gewichtung anders einschätzen, als du es selbst tust. Er wird Wege sehen und vorschlagen, die du bisher nicht erkannt hast, ja, dir unter Umständen sogar Bereiche aufzeigen, denen du bisher keine bzw. zu viel Aufmerksamkeit geschenkt hast, aber dich nicht ernst nehmen... du bist schließlich bei ihm, weil du etwas ändern möchtest. Weil es etwas in deinem Leben gibt, dass dir hinderlich erscheint, da wäre es beinahe übergriffig, dieses zu bewerten und nicht ernst zu nehmen. Schließlich würde er in diesem Moment seine eigenen Wertungsraster über deine Empfindunge legen und dieses wäre, meiner Meinung nach, mehr als unprofessionell. Nach dem Mund reden soll er dir natürlich auch nicht, das sollte es nicht heißen.
    Ganz pragmatisch gesehen (tut mir leid, hört sich jetzt etwas emotionslos an), musst du dir auch mal klar machen, dass es sein Beruf ist. Er verdient damit sein Geld, so würde er sich selbst "ins Fleisch schneiden", dich nicht ernst zu nehmen.

    Und was die Themenfindung angeht. Warum verbalisierst du deine Sorgen und Gedanken diesbezüglich nicht? Kann manchmal helfen und vor allem könnte es dich aus diesem Gedankenkreisel befreien und die "Tür" öffnen. Denn in dem Moment, wo du es ansprichst, macht es Raum für andere Gedankengänge und als zweiter Aspekt nimmt es dir ein wenig des Druckes, ein Thema finden zu müssen, weil er über die Sorge keines zu finden, Bescheid weiß.

    Jedoch sitzt da etwas tief in mir, was mir mein Leben bisher schon mächtig kaputt gemacht hat und ich weiß nicht mal, was es ist und wie ich dahin komme.
    Weil du es nicht weiß, bist du ja bei ihm, dem Therapeuten.

    Alles Gute für dich!

    Liebe Grüße,
    Sophia

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Fernsehturm,

    bist Du vll irgendwie kreativ tätig? Dann könntest Du mal versuchen, das Dings ohne Worte zu malen, plastizieren, musizieren, tanzen, dichten, oder sonst was, um in dieses Etwas einzusteigen.

  5. #5
    Schreiberling
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    Ja, an Zeichnungen habe ich schon gedacht, aber da muss ich erstmal sicher gehen, dass er die Zeichen verstehen und deuten kann.

    Ich setzt eigentlich keine Maske auf. Ich bin so offen und ehrlich, dass er selbst erstaunt war. Ansosnten hätte ich auch schon längst mit Uni aufgehört usw. Ich komme wohl mit dem Stress nicht so gut klar, aber woher das kommt... Vielleicht sind es die Gedanken.

    Ich bin mal gespannt, wie die nächsten Sitzungen werden. Dauert alles so lange.

  6. #6
    Gast784
    Gast

    Standard

    Ja, an Zeichnungen habe ich schon gedacht, aber da muss ich erstmal sicher gehen, dass er die Zeichen verstehen und deuten kann.
    nicht so gut, wie Du da ran gehst. Die werden um so authentischer, je eher Du einfach drauf los zeichnest. Es geht ja auch vielmehr darum, darüber in einen Dialog zu kommen. Und nicht darum, irgendwas reinzudeuten.

  7. #7
    Schreiberling
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    Standard Ist es normal, wenn der Therapeut von anderen Klienten erzählt?

    Mein Therapeut meint, ein Thema gefunden zu haben, über das man länger sprechen kann. (Wobei ich bereits auf ein paar Sachen hingewiesen hatte, aber egal.)

    Da ich wohl öfters dazu neige, mich selbst schlecht zu machen, üben wir jetzt auch positives Zusammenfassen. Was mir allerdings etwas unheimlich war: Er hat plötzlich von anderen Klienten gesprochen und was die alle nicht können. Ist das normal, wenn ein Therapeut Klienten miteinander vergleicht??? So wirklich gut fände ich das nicht, wenn das jetzt öfters passiert.
    aufwachen, träumerle...!


  8. #8
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Fernsehturm,

    dieses "Vergleichen" macht insofern Sinn, da ja doch ganz viele Menschen den Eindruck haben, sie wären mit ihren Problemen und Fragen alleine und nur ihnen würde es so gehen. Tatsächlich sind aber die meisten Themen, die uns beschäftigen, universell. Darum funktionieren Gruppentherapien ja u.a. auch so gut.

    Wenn Du das aber als kontroproduktiv empfindest, dann sag das dem Thera.

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