Ich bin jetzt unglücklicherweise doch in Therapie. Noch nicht so lange. Habe mich lange dagegen gewehrt, aber es macht nun doch Sinn, um mein Leben ein bisschen auf die Reihe zu kriegen.
Problem ist, dass ich ziemlich stabil bin, vor allem, wenn ich zum Therapeuten gehe. Momentan bereiten wir erstmal die Aufnahme der Therapie und Diagnosen vor, aber wenn der mich fragt, was ich mit ihm besprechen möchte oder ob ich Fragen habe, dann fällt mir nichts ein. Ich kann nur von meinem Tag erzählen und das ist alles nicht so dramatisch. Ich komme im Alltag sehr gut zurecht, vielleicht zu gut für eine Therapie. Jedoch sitzt da etwas tief in mir, was mir mein Leben bisher schon mächtig kaputt gemacht hat und ich weiß nicht mal, was es ist und wie ich dahin komme.
Meine Sorge ist, dass ich zu "problemlos" rüberkomme und er mich dann irgendwann nicht mehr ernst nehmen kann. Ich lache auch sehr viel und erzähle sehr offenherzig, aber so richtig kommt es noch nicht voran. Manchmal erzähle ich einfach, weil er nicht so richtig zu wissen scheint, wo er ansetzen soll. Dann guckt er mich an und will schreiben und dann doch nicht und vielleicht will ich ja noch sprechen usw.
Was mache ich, wenn wir keinen Gesprächsstoff finden? Ich will eigentlich auch etwas anderes, aber versuche ihm zu vertrauen.


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