Liebe Leserin, lieber Leser,
ich möchte euch an dieser Stelle eine problematische Situation schildern, wo ich alleine nicht die Kraft habe eine weitreichende Entscheidung zu treffen. Ich schildere die Sachlage folgend aus meiner Sicht. Vielleicht nehme ich die Sache auch falsch wahr.
Ich bin nun seit einiger Zeit in therapeutischer Behandlung, wegen einer generalisierten Angststörung. Das angewendete Therapieverfahren ist die Verhaltenstherapie. Zu Anfangs hatte ich ein super Verhältnis zu meinem Therapeuten. Schnell war das Vertrauen aufgebaut und ich konnte offen über meine Probleme reden. Die Sitzungen bestanden zum Teil aus Fragen, eigener Erzählung und auch ein wenig Humor seitens des Therapeuten.
Der Therapeut versicherte mir, dass die Therapie größtenteils aus praktischen Übungen, als auch aus persönlichen Gesprächen bestehen wird. Mittlerweile sind viele Therapiestunden vergangen. Als ich einmal etwas nicht machen konnte, weil es mir schwer fiel, drohte der Therapeut mit mir einem Therapieabbruch seinerseits, was mich schon verunsichert hat.
Da dachte ich mir aber noch nicht viel dabei, weil es auch zu keinem Abbruch kam. Allerdings folgten keinerlei praktische Übungen mehr. Er geht nur noch mit mir spazieren und unterhält sich mit mir. Teilweise geht er während der Therapiestunde alleine in ein Geschäft und bleibt dort 5-10 Minuten. Zwar fragt er mich unterschwellig um Erlaubnis. Er weiß aber, dass ich niemals ablehnen würde. Teilweise beendet er die Therapiestunde auch eher oder fängt später an, was letztendlich alles von meiner Zeit abgeht und auch nie nachgeholt wird. Soweit, so schlecht. Die Therapie kommt also nicht voran.
Letztens meinte mein Therapeut dann, dass ein anderer Patient mit dem selben Problem bereits nach 12 Therapiestunden „geheilt“ war und er mit mir nicht voran käme. Außerdem sagte er unterschwellig, dass er mich nicht leiden könne, bzw. meine Art nicht leiden kann. Außerdem meinte er ich würde andere Menschen ausnutzen und somit verärgern. Dabei muss ich sagen, dass ich so etwas gewiss nicht tue. Die Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe hat meines Erachtens nach keineswegs etwas mit „Menschen ausnutzen“ zu tun. Oder irre ich mich da etwa?
Er macht mir also immer deutlicher, dass er nicht mit mir arbeiten möchte, mir nicht helfen will und vor allem habe ich das Gefühl, dass er meine Probleme nicht (mehr) ernst nimmt. Den Eindruck gewinne ich auch dadurch, dass er alles damit begründet, dass er ja Geld dafür bekäme und die Sache dadurch erträglicher wäre. Nun wurde in den Raum geworfen, ich soll doch das Gespräch mit dem Therapeuten suchen und ihn auf diese Dinge ansprechen, weil die Aussagen evtl. Teil der Therapie sind.
Das Problem ist nur: Ich bin in einem absoluten Panikzustand deswegen. Ich habe (nach Jahren wieder) Migräne. Ich kann überhaupt nicht mehr richtig schlafen (nur noch wenige Stunden und nur aus reiner Erschöpfung) und habe regelrecht Angst vor dem nächsten Termin. Nun frage ich mich natürlich:
Macht die Therapie bei diesem Therapeuten noch Sinn? Ist das Vertrauensverhältnis nicht unwiederbringlich zerstört, weil immer im Hinterkopf bleiben wird „Der Therapeut kann mich nicht leiden“? Auf der einen Seite habe ich den Wunsch einen Therapeutenwechsel vorzunehmen, auf der anderen Seite habe ich aber auch davor wieder Angst.
Die Therapie ist sozusagen der Punkt in meinem Leben, an dem ich mich festhalte, der mir Kraft und Hoffnung gibt meine Ängste zu überwinden. Nun tritt ausgerechnet da eine Situation auf, mit der ich nicht umgehen kann.
Ich hoffe ihr könnt mir einen Rat geben um mir die Entscheidung eventuell leichter zu machen. Ich sitze zwischen zwei Stühlen, weil ich das Gefühl habe, dass alle Entscheidungen ohnehin falsch sind.
Freundliche Grüße,
Diamond


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).
Das kann doch immer nur die Schwäche der Therapeuten sein, die diese Methode durchführen, oder nicht? Jede Methode kann auch immer auch nur so gut sein, wie die Menschen, die sie anwenden.


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