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Thema: Probleme mit älteren Geschwistern

  1. #1
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    Unglücklich Probleme mit älteren Geschwistern

    Hallo,

    ich bin der Jüngste von drei Geschwistern.
    Meine beiden Schwestern sind 15, 16 Jahre älter.

    Als ich noch kleiner war, war dass Verhältnis zu beiden relativ gut.
    War so eine Art Mutterersatz, bekam oft viel geschenkt und die Jüngere hat mich bei ihrem ersten festen Freund auch oft dabei gehabt.

    Wurde in dieser Zeit aber auch unterdrückt, die Große hat immer an allem rum kritisiert, wie ich am Tisch sitzen muss, dass nicht zappeln darf, ...

    Das Verhältnis ist inzwischen sehr angespannt, ich bin inzwischen 30 und lebe noch bei der Mutter.
    Die Jüngere hat 2 Kinder und wohnt mit ihrem Mann ca. 15 Autominuten von zu Hause weg.
    Die Ältere wohnt ca. 3h von zu Hause weg mit 4 jährigem Sohn.
    Ihr Mann ist 2008 tödlich mit dem Motorrad verünglückt.

    Mein Papa ist 2006 gestorben, auf einer Radtour, Herzinfarkt.

    Denke diese beiden Schicksalsschläge machen es allen nicht gerade einfach.
    Aber ich komme mit beiden Geschwistern nicht mehr klar.
    Wenn ich mit ihnen über Probleme sprechen will, nehmen sie mich grundsätzlich nicht ernst, machen sich oft sogar noch über Dinge wie meine Lebensmittelunverträglichkeiten lustig.
    Das tut mir schon sehr weh und gehe ihnen daher so gut es geht aus dem Weg, wenn sie auf Besuch bei meiner Mutter sind.

    Was meint ihr, ist so etwas normal oder gibt es Auswege aus dieser Lage?
    Bin damit nicht glücklich, aber es macht mir seelisch stark zu schaffen, wenn ich nicht für voll genommen werde. Kann mit solchen Menschen einfach nimmer, dass Vertrauensverhältnis ist für mich einfach zerstört.


    Hoffe ihr gebt mir mal eine Sicht von Außen.
    Geändert von rainerzufall (08.08.2011 um 19:06 Uhr)

  2. #2
    Schreiberling
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    Hallo,

    hast du schonmal mit ihnen darüber gesproche, dass es dich verletzt, wenn sie dich nicht ernst nehemen?

    liebe grüße licht

  3. #3
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    nein, aber ehrlich gesagt erwarte ich mir davon auch nichts, die reden sich dann sicherlich wieder raus.
    Wenn die ihr Fehlverhalten selbst erkennen würden, würden sie es nicht machen

  4. #4
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    Hallo,

    darf ich mal, ohne (!) jede Wertung (!!), ein paar der von Dir genannten Fakten auslisten?

    - Du bist 30 und lebst noch bei Deiner Mutter
    - Deine Geschwister sind 45+, haben ein eigenes (Familien-)Leben mit den entsprechenden Verpflichtungen und Prioritäten
    - Deine Geschwister waren früher eine Art Mutterersatz für Dich
    - mit allen Fragen/Problemen bist Du zu ihnen oder Deiner Mutter gegangen, um Rat/Hilfe (Entscheidungen?) zu erhalten
    - inzwischen kommst Du mit Deinen Geschwistern nicht mehr klar, weil sie sich Dir gegenüber anders verhalten als früher

    Könnte man das nicht vielleicht auch aus einer ganz anderen Perspektive betrachten als der, in der Du noch festhängst?
    Frage: was hat sich in Dir und Deinem Leben im Vergleich zu früher geändert (mal davon abgesehen, dass Du älter geworden bist)?

    Kann es nicht auch sein, dass sie sich zwar weiter entwickelt haben und sich jetzt um ihr eigenens Leben kümmern müssen, Du aber mehr oder weniger noch in der alten "Rolle" stehengeblieben bist?

    Als ich noch kleiner war, war dass Verhältnis zu beiden relativ gut.
    Du bist aber nicht mehr "kleiner" und sie sind nicht mehr in den Rollen und in der Verpflichtung/Verantwortung Dir gegenüber, in denen sie früher einaml waren.
    Stelle Dir mal vor, sie würden sich mit ihrem gezeigten Verhalten Dir gegenüber jetzt nur abgrenzen wollen: abgrenzen gegenüber Deiner weiter bestehenden "Erwartung", dass sie auch weiterhin das für Dich sind, was sie früher einmal waren - Mutterersatz zum Beispiel.

    Was meint ihr, ist so etwas normal ...
    Wenn ich mir das Szenario aus diesem Blickwinkel betrachte: ja, durchaus.
    ... oder gibt es Auswege aus dieser Lage?
    Sicher. Diese "Auswege" (besser: Veränderungen): wo sollen sie denn ansetzen?
    Sollen Deine Geschwister wieder so werden wie früher (was sie weder können, noch, im Interesse ihrer eigenen Familien, dürfen), oder willst Du Dich und Dein Leben so gestalten, dass Du es auch selbst bestimmen kannst (und dadurch dann auch nicht mehr darauf angewiesen wärst, dass sie ihre alten Rollen Dir gegenüber weiter spielen müssen)?


    LG


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

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  6. #5
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    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen

    - Du bist 30 und lebst noch bei Deiner Mutter
    - Deine Geschwister sind 45+, haben ein eigenes (Familien-)Leben mit den entsprechenden Verpflichtungen und Prioritäten
    - Deine Geschwister waren früher eine Art Mutterersatz für Dich
    - mit allen Fragen/Problemen bist Du zu ihnen oder Deiner Mutter gegangen, um Rat/Hilfe (Entscheidungen?) zu erhalten
    - inzwischen kommst Du mit Deinen Geschwistern nicht mehr klar, weil sie sich Dir gegenüber anders verhalten als früher

    Kann es nicht auch sein, dass sie sich zwar weiter entwickelt haben und sich jetzt um ihr eigenens Leben kümmern müssen, Du aber mehr oder weniger noch in der alten "Rolle" stehengeblieben bist?

    Du bist aber nicht mehr "kleiner" und sie sind nicht mehr in den Rollen und in der Verpflichtung/Verantwortung Dir gegenüber, in denen sie früher einaml waren.
    Stelle Dir mal vor, sie würden sich mit ihrem gezeigten Verhalten Dir gegenüber jetzt nur abgrenzen wollen

    Sollen Deine Geschwister wieder so werden wie früher (was sie weder können, noch, im Interesse ihrer eigenen Familien, dürfen), oder willst Du Dich und Dein Leben so gestalten, dass Du es auch selbst bestimmen kannst (und dadurch dann auch nicht mehr darauf angewiesen wärst, dass sie ihre alten Rollen Dir gegenüber weiter spielen müssen)?

    LG
    sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen was du da schreibst,
    klar ich wohne noch daheim, aber ich habe inzwischen studiert,
    von daher würde ich mich nicht mehr als ganz so naiv bezeichnen wie Anfang 20.

    Aber ich würde jetzt mal sagen, dass man von älteren Geschwistern schon eine Art Rat und Hilfestellung erwarten kann, ob se es dann machen sei dahin gestellt.
    Ich bringe ihnen damit auch eine gewisse Wertschätzung, da ich von deren Lebenserfahrung profitieren möchte.
    Aber wie du schon sagst, die haben anscheint gar keinen Bock drauf,
    labbern lieber vom Urlaub oder sonst irgend einem Käse.

    Vielleicht habe ich da eine andere Einstellung, aber nach meinem Verstädnis sollte man in einer Familie zusammen halten, auch wenn sich die Lebensumstände und Erfahrungen einzelner verändern.

    Ich würde meiner verwitweten Schwester gerne helfen, aber wenn sie mir jeded mal an den Karren fährt, verliert man irgendwann die Lust.

  7. #6
    Verleger Avatar von Darkstar
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    ... von daher würde ich mich nicht mehr als ganz so naiv bezeichnen wie Anfang 20.
    Ich habe ja auch nicht von Naivität geredet
    Wie wäre es mit Eigenständigkeit ...

    Aber ich würde jetzt mal sagen, dass man von älteren Geschwistern schon eine Art Rat und Hilfestellung erwarten kann ...
    Sie sich erhoffen: ja, kann man ohne Probleme.
    Sie aber "erwarten"?? Das klingt doch eher nach unbewusstem Einfordern ...
    ... und das ist ein no-go, weil in diesem Alter nicht mehr angebracht.

    ... ob se es dann machen sei dahin gestellt.
    Und warum kannst Du es dann nicht auch einfach dahingestellt sein lassen?
    - Machen sie es: gut, freu Dich
    - Machen sie es nicht: auch gut, da es nicht ihre Aufgabe ist. Wäre zwar schön gewesen, aber mehr auch nicht.

    Kommst Du denn wirklich damit klar, dass sie eben nicht mehr die alten Rollen ausfüllen wollen?
    So ganz kannst Du ein Nein doch nicht akzeptieren ...

    Ich bringe ihnen damit auch eine gewisse Wertschätzung, da ich von deren Lebenserfahrung profitieren möchte.
    Na na na Da winkt doch jetzt Freund Euphemismus hinter den Worten
    Ich könnte das jetzt auch so übersetzen: ich zeige Wertschätzung, indem ich fordere, dass andere das tun, was mir nutzt - und nur so lange, als sie es auch tun ...
    Ich wertschätze Dich, wenn Du mir nutzt ... indem ich Dir zeige, dass Du nützlich bist ...
    Das hast Du vielleicht nicht bewusst so gemeint, aber Du drückst es eben genau so aus - und ich glaube nicht, dass dies so völlig ohne entsprechende eigene Anteile in Dir geschieht

    Wäre es Wertschätzung im eigentlichen Sinne, dann wäre sie auch nicht an Bedingungen geknüpft - und Du könntest mit einem Nein leben, wenn der Gegenüber Dich darauf hinweist, dass Du auch mal eigene Erfahrungen sammeln solltest, ohne sie gleich von ihm (gratis) abgreifen zu wollen
    [Gerade das wäre ein Zeichen der Wertschätzung: es akzeptieren, um seiner Selbst willen, auch wenn es Dir nicht in Dein eigenes Konzept passt!]

    Aber wie du schon sagst, die haben anscheint gar keinen Bock drauf ...
    Sind sie denn wirklich dazu verpflichtet, Dir ihre Erfahrungen auszuhändigen?

    ... labbern lieber vom Urlaub oder sonst irgend einem Käse.
    Warum denn nicht? Auch das ist ein Teil ihres Lebens und ein Teil ihrer Interessen, denen sie nachgehen.
    Stört Dich da jetzt wirklich das Thema an sich - oder stört Dich, dass Du dem vielleicht nichts an eigener "Erfahrung" auf diesen Gebieten entgegensetzen kannst?
    Es sind typische Small Talk Themen, die ebenso berechtigt und wichtig sind wie "tiefgründiges" Problemwälzen.
    Hast Du eigene Themen dieser Art? Hast Du, neben Deinen "Problemthemen", auch andere, unverfängliche?

    Vielleicht habe ich da eine andere Einstellung, aber nach meinem Verstädnis sollte man in einer Familie zusammen halten, auch wenn sich die Lebensumstände und Erfahrungen einzelner verändern.
    Es kommt aber darauf an, was man denn jetzt konkret unter diesem "Zusammenhalten" versteht.
    Auch das, wie sich der Zusammenhalt manifestiert, entwickelt sich im Laufe der Jahre und der Erfahrungen des jeweils eigenen Lebens weiter: der Zusammenhalt, wie er vor 20 Jahren Sinn machte, kann heute eben völlig unangemessen sein - Ihr seid alle eben 20 Jahre älter geworden und Eure sozialen Beziehungen sind nicht mehr die gleichen wie damals.

    Kann es sein, dass Du Dich dennoch immer noch in diesen alten Idealen oder Vorstellungen bewegst?

    Ich würde meiner verwitweten Schwester gerne helfen ...
    In sich ja ein guter Zug von Dir. Nur: braucht sie denn auch wirklich Deine Hilfe? Will sie diese denn?
    Wenn nein: warum Dich dann aufzwingen?
    Wenn ja: hast Du überhaupt die adäquaten eigenen Lebenserfahrungen, um ihr auch wirklich helfen zu können?
    Der Wille allein reicht ja nicht: ich würde mich auch gegen eine Hilfe von jemanden "wehren", wenn ich z.B. genau wüsste (oder spürte), dass dieser Jemand gar nicht über das entsprechende "know how" oder Vorstellungs-/Einfühlungsvermögen verfügt, um auch wirklich neutral auf mich eingehen zu können.

    Wenn sie Deine Hilfe nicht will: was hindert Dich daran, dies einfach zu akzeptieren? Du schadest Dir damit doch nicht!
    Warum daraus eine Grundsatzfrage über das Idealbild eines familiären Zusammenhaltes machen?

    Das alles sind Deine Anteile an dieser gesamten Situation - vielleicht zuerst mal diese ansehen und prüfen, ob von Deiner Seite aus noch alles im grünen Bereich ist?
    Wenn da alles geklärt ist, dann fallen auch die Entscheidungen darüber leichter, wie es weitergehen kann/soll.


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    Tänzerin (09.08.2011)

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    ich sehe schon darkstar
    wir sind nicht dakor.

    Sicherlich macht es Sinn, den eigenen Satus zu überdenken.
    Alte Zöpfe abschneiden, eigene Wohnung etc.
    Ich kämpfe da schon länger gegen mich, man erträgt die Widrigkeiten dann aber doch, weil es halt so bequem ist.
    Aber sicherlich werde ich erst richtig erwachsen, wenn ich mal mein eigenes Ding durch ziehen kann, meine Mutter bremst mehr als dass se nützt.
    Und immer wieder gerne gebracht, was mach ich dann mit dem Haus.

    Ich denke mal ich werde mich vorerst von meinen Geschwister zurück ziehen,
    warum soll ich immer klein beigeben und einen auf Friede Freude Eierkuchen machen, nur dass der Schein gewart oder Muttern ihren Willen hat.

    Wir haben uns alle verändert und die verschiedenen Einstellungen und Lebensauffassungen passen nicht mehr zusammen.

    Werde wohl doch mal einen Psychologen oder ähnliches konsultieren müssen,
    anderen fehlt die nötige Distanz.

  10. #8
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    Zitat Zitat von rainerzufall Beitrag anzeigen
    nein, aber ehrlich gesagt erwarte ich mir davon auch nichts, die reden sich dann sicherlich wieder raus.
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    Hallo,

    mhh du hast noch nicht mir ihnen darüber gesprochen, vielleicht wäre das der nächste schritt?

    liebe grüße licht

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    Darkstar (09.08.2011)

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