Hallo an alle...
vorweg möchte ich sagen, dass es mir schwer fällt, mich gegenüber anderen Menschen zu öffnen und ich mich anonym immer noch am Besten verständigen kann, ohne Blickkontakt mit jemandem haben zu müssen, was mich unsicher und nervös macht.
Ich habe ein kleines, schmächtiges Bild von mir, dass genau gesagt und das finde ich immer das erschreckende, mir selbst nichts wert ist.
Vielleicht mal kurz zu mir. Ich bin von Natur aus ein sehr introvertierter Typ, der schüchtern ist, unsicher, nervös und sich in der Welt nicht akzeptiert fühlt. Ich weiß nicht wieso, aber gerade an Weihnachten wird mir immer wieder bewusst, wie sehr ich mich doch unverstanden fühle und es passiert nicht selten, dass ich nachts in meinem Bett liege, tausende Gedanken mir durch den Kopf gehen und ich nicht einschlafen kann, weil ich weinen muss...Hmm.So geschafft.
Mein größtes Problem ist/war die Schule und da besonders die Mittelstufe von der 5-10. Klasse. Ich hatte zwei "Freunde", die ich im Nachhinein nicht mal mehr kennen möchte. Sie waren falsch und haben mich nur ausgenutzt und als ich in der Schule geärgert worden war (besonders wegen meinem Aussehen, ich hatte ziemlich dicke, lockige Haare, eine Brille und war eben nicht unbedingt das Ebenbild einer Schönheit) und unter anderem eine lange Zeit als "Cocker Spaniel" tituliert wurde und auch mit Wasser beschüttet worden war und so Sachen. Lauter kleine Dinge, in denen ich z.B. auch in der Klasse immer die Plätze bekam, die keiner haben wollte und eigentlich nirgends akzeptiert worden war. Ich war immer der Loser, dem irgendwo ein Stuhl fehlte und stehen musste oder ausgegrenzt wurde. Meine Freunde trafen sich hinter meinem Rücken ohne mir etwas zu sagen und hielten auch nicht zu mir, wenn ich geärgert wurde. Noch dazu war ich, weil ich intelligenter war, meistens sowieso nicht in ihren Kursen, sodass ich sowieso immer auf mich alleine gestellt war.
Ich habe viel geweint in dieser Zeit und doch bin ich immer wieder in die Schule gegangen und habe versucht, mit der Situation klar zu kommen. Meine Mutter erzählt mir noch heute, dass sie es nicht verstehen kann, wie ich es überhaupt geschafft habe, jeden Morgen aufzustehen und das Gefühl zu verdrängen, wieder einen Tag lang der Loser zu sein.
Ich habe meinen Abschluss gemacht und dennoch wurde ich immer ausgebremst, denn niemand hält jahrelange Schikane aus und kann trotzdem 100% leisten. Ich hätte viel mehr aus mir machen können.
Ich vermute auch, dass dieses mein Hauptproblem ist, wodurch ich heute solche Probleme habe, mich selbst zu lieben und von mir selbst zu behaupten, dass ich wer bin.
Ich habe immer wieder das Gefühl, dass mich Leute sei es in Bus, Bahn, auf der Straße, auf Turnieren und so weiter mich anstarren oder auf mich zeigen und ich kann dieses Gefühl einfach nicht loswerden. Mir ist es peinlich, irgendwo negativ aufzufallen und ich habe Angst, dass mit dem Finger auf mich gezeigt wird oder die Aufmerksamkeit durch was auch immer auf mich gelenkt wird. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen und ich habe sogar Probleme damit, Leute direkt anzusehen, oder in die Augen zu gucken, wenn ich mit ihnen rede. Ich habe ständig das Gefühl, abgelehnt zu werden.
Das fängt schon dabei an, wenn ich irgendjemandem eine Nachricht schicke z.B. und ich keine Antwort erhalte. Ich fühle mich sofort wieder zurückgesetzt und denke, die Person kann mich nicht leiden und es isst wie immer. Wieso geht es immer nur mir so, denke ich. Warum kann ich nicht einfach so fröhlich und unkompliziert im Umgang mit den Menschen sein, wie die anderen jungen Leute?
Ich habe immer das Gefühl, dass Scheitern mit steht. Wenn ich auf einem Turnier bin, dann habe ich Angst zu versagen und zittere schon, bevor ich überhaupt angefangen habe. Ich denke, ich vergesse die Aufgabe, sehe komisch aus oder benehme mich falsch.
Ich sehe mich im Spiegel an und kann mich nicht leiden. Ich sehe meine Schwester im Spiegel und denke, wie schön sie ist und wie das Leben aus ihr herausstrahlt und wünsche mir, ich könnte so sein wie sie.
natürlich habe ich mit den Jahren mein Äußeres verändert, aber trotz allem macht dies noch immer keinen schöneren Menschen aus mir, wenn mein Selbstwert nicht stimmt.
Mit den Jahren habe ich eine Art Schutzhülle entwickelt, die mich nach außen hin meist ruhig, gelassen und fröhlich, immer lachend gibt, aber sobald ich wieder irgendwo alleine bin, kann ich das nicht mehr aufrecht halten. Meine Freunde kennen mich eigentlich nur mit meiner Schutzhülle, aber ich kann mich so nicht richtig öffnen. Es ist eine Fassade, an der es leicht bröckelt.
Wenn mich jemand auf einen Freund anspricht, dann muss ich immer lachen und fragen, wie sie darauf kommen, dass ich einen haben könnte. Ich schiebe es immer darauf, dass ich keine Zeit für einen hätte, aber das stimmt im Grunde genommen überhaupt nicht. Wie soll man von jemandem geliebt werden, wenn man sich selbst nicht leiden kann? Ich würde mich nur für mich schämen und letzlich hätte er die Nase voll von mir, weil er mich nicht verstehen würde.
Wenn ich das alles so lese, kann ich gar nicht glauben, dass ich über mich selbst schreibe. Ich fühle mich wirklich leer.
Ich erwarte nicht, dass sich jemand durch meine Lebensgeschichte quält, aber vielleicht hoffen tue ich es.
Grüße,
Leevi


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