psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 2 von 2 ErsteErste 12
Ergebnis 9 bis 16 von 16

Thema: Psychoanalyse nach Sigmund Freud

  1. #9
    Neuling
    Registriert seit
    09.11.2011
    Beiträge
    6
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    @ doodle
    ich weiß ja schon, wass das einzelne ist, wie das Instanzen Modell etc. ich weiß nur nicht, wie ich es auf das Fallbeispiel anwenden soll und auf eine Lösung komme... Eigentlich liegt mir dieses Fach, aber mit der freud'schen theorie hab ich es überhaupt nicht. -.-
    Das Instanzen Modell haben wir durchgenommen...

    ÜBER- ICH
    Moralitätsprinzip
    (Gewissen, Werte und Normen, moralische und sittliche Verbote)

    ICH
    (alle Handlungen, Denken, Sprache, Wahrnehmung)
    Eigene Bedürfnisse befriedigen, vermittelt zwischen Über-Ich und ES, überprüft Realität

    ES
    Lustprinzip
    (Triebe, Wünsche, Bedürfnisse)
    Triebbefriedigung ohne Rücksicht auf Verluste)


    Unteranderem haben wir das topologische Modell
    a) das Bewusstsein
    b) das Vorbewusste
    c) das Unterbewusste

    Angst und Abwehr haben wir auch, mit den Abwehrmechanismen wie Verdrängung, Projektion usw.

    Mir fällt es schwer, das ganze zu begründen, warum ist es das und das, weil....
    Ich blick da nicht so ganz durch, da dies ein sehr umfangreiches Thema ist und wir es ja nur anschneiden, denn schließlich studieren wir ja nicht -.-

    außerdem,was ist mit der Transferaufgabe: was passiert mit Herrn X in der Zukunft beim Verlust seiner Frau? Verdrängt er dies dann auch und zeigt Symptome die keinen "körperlichen" bzw. "organischen" Ursprung haben?

    LG
    Miamausi
    Geändert von Miamausi (09.11.2011 um 19:25 Uhr)

  2. #10
    Schreiberling Avatar von Schatten
    Registriert seit
    10.10.2010
    Ort
    Unweit des Flusses, aber nicht nahe am Wasser.
    Beiträge
    410
    Danke
    16
    140 mal in 87 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Miamausi.

    Die Idee der Psychoanalyse ist allgemein, dass es bei Ereignissen im Leben gewisse emotionale Muster gibt, die sich wiederholen und die auf einen Konflikt in der Kindheit verweisen.

    Wie könnte das Muster aussehen? Herr X hat Angst, die sich im Herzrasen äußert. Organisch ist alles prima, hören wir und glauben es. Also könnte die Angst psychische Auslöser haben.
    Was sich zeigt ist etwas, das man Agoraphobie nennen kann (die Angst vor großen leeren Plätzen, auch Angst vor einer anonymen Masse, der Begriff ist aber nicht so wichtig).

    Was wissen wir noch? Herr X hatte schon mal Angst, in der Kindheit, die Angst, seine Mutter könnte nicht wiederkommen, das heißt Angst verlassen zu werden. Angst kann als Reaktion Wut auslösen, aber als Kind hatte Herr X kaum die Möglichkeit zu kapieren, was los ist. Er brauchte seine Mama, da kann man nicht wütend auf sie sein.
    Ihm war der Konflikt nicht klar, dass er einerseits Angst hatte, von der geliebten Mutter („deren Bedeutung er verleugnet“) verlassen zu werden und gleichzeitig deshalb wütend auf sie war, weil sie weg war. Genauer gesagt, hätte er als Kind diesen Konflikt gar nicht verarbeiten können, die Gleichzeitigkeit der Gefühle nicht verarbeiten können.

    Als die Mutter stirbt erlebt er diesen Konflikt erneut, aber unbewusst. Trauer und Schmerz über den Verlust der Mutter, gleichzeitig aber Wut und Ärger. Worüber? Dass die Mutter sich einfach aus dem Staub macht und ihn im Stich lässt, verlässt. Das sind Gefühle, die man aber einem Toten gegenüber nicht haben darf, sie sind kollektiv nicht akzeptiert. So darf man nicht denken und fühlen, schließlich stirbt ja niemand mit Absicht. Wieder durfte oder konnte er Trauer, Schmerz und Wut und Ärger nicht äußern.

    Jetzt läuft er über den Platz, das Gefühl allein und verlassen in der Menge, in der Welt zu sein, stellt sich ein, Herr X begegnet der alten Angst wieder. Vielleicht ist diese verknüpft mit einer alten Wut, steht vor dieser Wut-Angst-Mischung.

    Wie ist er damit umgegangen, all die Jahre? Die Bedeutung der Mutter, so lesen wir, hat er verleugnet. Seine Mutter ist ihn in seinem (bewussten) Selbstbild vielleicht nicht besonders wichtig gewesen. Klar, es war seine Mutter, er mag sie gerne gehabt haben, wie man eine Mutter eben gerne hat, aber inzwischen ist der erwachsen, berufstätig und hat, wie wir hören, eine eigene Familie.

    Es ist jetzt die Frage, worauf der Lehrer hinauswill. Einerseits könnte man sagen, durch die Verleugnung der Bedeutung der Mutter habe Herr X weder richtig trauern noch wütend sein können, das heißt er hätte zu beiden Gefühlen keine Zugang gehabt. Ich vermute es wird so in die Richtung gehen.
    Verleugnet heißt in der psychoanalytischen Terminologie, dass die emotionale Bedeutung von jemandem (oder einer Situation oder Beziehung) heruntergespielt wird.
    Weils im Leben auch nicht so lief, also kompensatorische (ausgleichende) Möglichkeiten wegfielen – Ärger im Beruf und in der Familie, viel Arbeit – konnte dieser Konflikt an die Oberfläche kommen.

    Er müsste dann den Tod der Mutter verarbeiten, dass heißt über den Tod der Mutter trauern können und vielleicht auch noch die andere Seite der Trauer, die wütende Ohnmacht konfrontieren.
    Dazu müsste er die Bedeutung der Mutter anerkennen und verstehen, warum er vielleicht gezwungen war sie bisher herunterzuspielen. Wenn da, bei einem Kind, immer Angst und Wut ist, man diese aber nicht zeigen und verarbeiten kann, werden diese Gefühle abgeschnitten, verdrängt oder verleugnet.
    Plötzlich ist da weder Trauer noch Wut, die Welt ist (scheint) in Ordnung, der Verdrängungsmodus (eine psychische Abwehrreaktion) funktioniert, nur wenn der Stress groß wird, und ähnliche Situationen auftreten, kann er in sich zusammenbrechen.

    Würde er sich nicht behandeln lassen und den Konflikt nicht erkennen und verarbeiten, würde, wenn ihn seine Frau verlässt, die alten Wunde erneut aufreißen und er würde vermutlich wieder körperlich reagieren (das wären dann die sogenannten Konversionssymptome, wenn ein emotionaler Konflikt im Körper statt in der Psyche erlebt wird) und das Ereignis der Trennung möglicherweise wieder herunterspielen (die Trauer, Agnst und Wut), anstatt sich bewusst zu sein, dass es seine alte Angst vorm Verlassenwerden ist, die ihm dann erneut begegnete.

    Hoffe Du kannst was damit anfangen, oder müsste ihr die ganzen Freudschen Instanzen (Ich, Es, Über-Ich) runterrasseln?

    Gruß,

    Schatten

  3. #11
    Neuling
    Registriert seit
    09.11.2011
    Beiträge
    6
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    @ Schatten

    Die genaue Aufgabenstellung lautet:

    Analysieren Sie den Fall "Herr X." mithilfe der psychoanalytischen Theorie nach Freud.

    Hinweis: Gehen Sie idealer Weise chronologisch vor, d.h. vom aktuellem Krankheitsbild bis zu den möglichen Ursachen.

    Transferaufgabe:

    Überlegen Sie Auswirkungen auf Herrn X., die sich durch den Verlust seiner frau wahrscheinlich ergeben werden (Natürlich in der Zukunft)
    Begründen Sie ihre Vermutungen aus psychoanalytischer Sicht


    Die Freud'schen Instanzen haben wir gelernt, genauso kann ich was mit Agoraphobie anfangen, haben wir auch ein Blatt drüber - Ängste

    Mit fällt es nur schwer, das ganze Anzuwenden und auf eine Lösung zu kommen -.-

  4. #12
    Schreiberling Avatar von Schatten
    Registriert seit
    10.10.2010
    Ort
    Unweit des Flusses, aber nicht nahe am Wasser.
    Beiträge
    410
    Danke
    16
    140 mal in 87 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Miamausi.

    Ich dachte, ich hätte eine mögliche Lösung wenigstens angedeutet.
    Dann versuchen wir es grundsätzlicher: An welchem Punkt hakt es bei Dir, d.h. was vom ollen Freud ist Dir klar, was kapierst Du überhaupt nicht?

    Gruß,

    Schatten

  5. #13
    Neuling
    Registriert seit
    09.11.2011
    Beiträge
    6
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    @ Schatten,

    alles was du dort oben geschrieben hast, klingt für mich logisch und auch nachvollziehbar...
    sag mir wenn ich falsch liege, aber ich hatte jetzt damit gerechnet,dass die Lösung dann irgendein Übergriff ist, wie die Agoraphobie, die dann alles erklärt von wegen: es ist die Agoraphobie, weil "das, das und das" aber in der Lösung spielen mehrere Teile eine Rolle... so spielt die Phobie eine Rolle, aber auch Ängste und Verdrängung...

    Also ist das ein Spiel mit den ganzen Theorien und nur das Zusammenspiel ergibt die Lösung und es fokusiert sich nicht nur auf eine Sache...

    Liebe Grüße
    Miamausi
    Geändert von Miamausi (09.11.2011 um 19:59 Uhr)

  6. #14
    Schreiberling Avatar von Schatten
    Registriert seit
    10.10.2010
    Ort
    Unweit des Flusses, aber nicht nahe am Wasser.
    Beiträge
    410
    Danke
    16
    140 mal in 87 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi Miamausi.

    Ich habe keine Ahnung was Dein Lehrer da im Sinn hat.
    Es gibt ja in der Psychoanalyse in dem Sinne kein richtig und falsch, es gibt zwar eine Theorie, aber man kann im Grunde schwer sagen, dass es genau so ist, nebenbei finde ich die Aufgaben so für den kleinen Hunger zwischendurch etwas überladen, aber wie dem auch sei, vielleicht schaut der Mann auch nur in ein Lösungsbuch oder ist er ein Analysefreak?

    Die Agoraphobie (ich würde mal sagen er hat eine, also Herr X) ist ja nur die Diagnose, die Kurzfassung dessen, warum er die hat, würde lauten, aufgrund von verdrängten Verlassenheitsängsten, die auf ein frühkindliches Trauma zurückgehen, das sagt zwar nichts aus (weil es sehr allgemein gehalten ist), klingt aber gut, wenn Dein Lehrer nur ein paar Begriffe hören will, könntest Du damit punkten.

    Müsstest dann nur ungefähr wissen, was Deine Schlüsselbergriffe bedeuten.

    Kannst Du ja noch mal sacken lassen und schauen, was so hängen bleibt, ist tatsächlich interessant der ganze Kram.

    Gruß,

    Schatten

  7. #15
    Neuling
    Registriert seit
    09.11.2011
    Beiträge
    6
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    @ Schatten

    Es ist auch sehr interessant und spannend... leider schneiden wir dieses Thema in der Altenpflege ja nur am Rande an...

    Ich werd das jetzt bis morgen sacken lassen, mir das ganze anschauen und zurecht schreiben, noch in meine Unterlagen schauen und Eventuell ein paar Begriffserklärungen erstellen und nachforschen, da er es bestimmt hinterlegt bekommen möchte... " warum kommen sie auf dies und das"
    Typisch Lehrer halt -.-
    Das ganze noch was verständlicher für mich durchgehen und dann mal schauen, was bei rum kommt... mir grault es jetzt schon vor der Klausur, die automatisch danach irgendwann kommen wird...

    Schönen Abend noch,

    Gruß
    Miamausi

  8. #16
    Schreiberling Avatar von Schatten
    Registriert seit
    10.10.2010
    Ort
    Unweit des Flusses, aber nicht nahe am Wasser.
    Beiträge
    410
    Danke
    16
    140 mal in 87 Beiträgen bedankt

    Standard

    Es ist auch sehr interessant und spannend... leider schneiden wir dieses Thema in der Altenpflege ja nur am Rande an...
    Ist für die Altenpflege auch ungefähr so wichtig, wie Schneeketten aufziehen... aber man lernt ja auch fürs Leben.

Seite 2 von 2 ErsteErste 12

Ähnliche Themen

  1. Sigmund Freud - Bücher/Irrtümer
    Von Swlabr im Forum Bücherecke
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 02.04.2012, 23:11
  2. Psychosen nach Freud und Jung
    Von Jilliett im Forum Träume
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 07.04.2011, 07:14
  3. Prof. Sigmund Freud - Kriminalhörspiele
    Von stil im Forum Bücherecke
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 02.01.2011, 23:26
  4. Freud und Bettelheim
    Von Pelikan im Forum Universitäten
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 23.08.2010, 09:17
  5. Sigmund Freud Kritik an Psychologie und Psychoanalyse
    Von fredchen im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 08.03.2009, 18:42

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!