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Thema: Psychoanalyse nach Sigmund Freud

  1. #1
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    Standard Psychoanalyse nach Sigmund Freud

    Hallo Zusammen,

    Ich hab in meiner Schule einen Arbeitsauftrag bekommen, der sich um 1 Fallbeispiel handelt und mithilfe der Psychoanalytischen Theorie nach Freud bearbeitet werden soll...
    Da ich in dem Thema noch nicht so ganz den Durchblick habe und es sehr umfangreich finde, hoffe ich, dass mir jemand helfen und erklären kann " Wieso - Weshalb - Warum"
    Man sollte idealer Weise chronologisch vorgehen, d.h. vom aktuellen Krankheitsbild bis zu den möglichen Ursachen.
    Anschließend die Auswirkungen überlegen, die sich durch den Verlust seiner Frau ergeben werden ( Zukunft) und begründen aus psychoanalytischer Sicht.


    Fallbeispiel:

    Herr X. hat sich vor einigen Wochen bei mir angemeldet. Er leidet unter den verscheidenen Beschwerden. Am meisten beunruhigt ihn eine ihm unerklärliche Angst, häufig mit Herzklopfen und Schweißausbrüchen verbunden. Seit längerer Zeit hat er verschiedene Ärzte und Kliniken aufgesucht. Die Kollegen haben mir freundlicherweise die Befunde geschickt. Ein Internist hat ihm vor kurzem geraten, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, da sich bei der Kontrolle seiner Organfunktionen, insbesondere am Herzen, kein krankhafter Befund gezeigt hatte. Herr X. hat sich aber nicht gleich dazu entschließen können. Der Kollege hatte viel Verständnis für seine Befürchtung, als "eingebildeter Kranker" beurteilt und vielleicht abgewertet zu werden. So versicherte er dem Patienten, dass natürlich auch ein gesundes Herz gelegentlich völlig unerklärliche Sprünge machen könne, wenn die inneren Vorstellungen so stark wirksam werden, dass sich Angst und Erregung damit verbinden. Alle Kollegen waren sehr gewissenhaft und haben auch alle Möglichkeiten gedacht, um nichts Organisches zu übersehen. So konnte ich ihm Gespräch mit Herrn X. und in den ersten Untersuchungen von der Wahrscheinlichkeit ausgehen, dass seelische Ursachen für seine unangenehmen Beschwerden bestehen.
    Aus telefonischen Schilderungen von Herrn X. und aus dem Bericht des Hausarztes habe ich auch schon ein gewisses bild über seine Familie. Er lebt sehr zurückgezogen. Es scheint keine Besonderheiten in dieser alltäglichen Umwelt zu geben. Und nun klagt Herr X über folgendes:
    !Wissen Sie, ich kann es gar nicht richtig beschreiben, manchmal wenn ich über einen Platz gehe, den Parkplatz zum Beispiel, überfällt mich plötzlich eine unerklärliche Angst. Die Knie werden mir weich. Ich muss mich festhalten. Dann bekomme ich rasendes Herzklopfen. Ich fühle meinen Puls und weiß nicht, was ich tun soll. Mir ist das alles so peinlich. Die Leute starren einen an ..."

    "Erinnern Sie sich eigentlich noch daran, wie das angefangen hat?"
    "Eigentlich nicht genau...Ich glaube, ich kam von Hannover zurück. Nein, das war später. Aber mir fällt jetzt eben etwas ganz anderes ein. Als kleiner Hunge gatte ich ein paar Mal Angst als meine mutter nicht nach Hause kam. Ich hatte Angst, sie käme nicht wieder. Aber das hat ja wohl nichts damit zu tun. Komisch, dass mir das jetzt einfällt."
    So begann also diese Geschichte, wie viele andere, ähnliche Schilderungen. Herr X. kannten den wirklichen Zusammenhang überhaupt nicht, und es hätte ihm auch sicher nichts genützt, wenn ich ihm irgendwas erklärt hätte. Im gegenteil, vielleicht wäre das Ganze für ihn viel schwieriger geworden. und er hätte gerade dann das Gefühl gehabt, man verstünde ihn nicht, man nehme seine Krankheit nicht ernst und glaube, er bilde sich alles nur ein.
    Eine Reihe von Enttäuschungen in der Familie und im Betrieb waren im letzten Jahr zusammengekommen, er hatte in dieser Zeit auch angestrengt arbeiten müssen. Aber ein entscheidenes Ereignis erwähnte er nunächst gar nicht und dann nur beiläufig: dass im selben Jahr seine Mutter gestorben war. Er fühlte sich dadurch gleichzeitig verlassen, hatte Wut und Ärger, konnte beides nicht zum Ausdruck bringen, und mit dem Augenblick des Todes der mutter, deren Bedeutung er verleugnete, stiegen in ihm alte Erinnerungen und Kindheitsgefühle auf, die sich nicht ohne weiteres beherrschen ließen.




    Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen!!!
    Danke
    Miamausi

  2. #2
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    Oh man, ich find das in meinem Buch gerade nicht. Schau mal unter dem Stichwort "Verdrängung" nach. Vedrängte Ängste, was sie bewirken und wie sie sich bemerkbar machen. Da hat Freud ja das schöne Beispiel vom "Störensfried" in der Rede.

    Mfg. Irina

  3. #3
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    Ich würde mich an deiner Stelle einmal über so genannte "Konversionsstörungen" informieren, nach meinem Eindruck zielt dein Fallbeispiel darauf ab.

    LG

  4. #4
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    Guten Abend,

    danke schonmal für die Antworten.. Man sollte vielleicht erwähnen, dass ich in der Ausbildung zur Altenpflegerin bin und kein Psychologiestudium absolviere...Die Lösung soll eigentlich recht simpel sein, sodass es bestimmt nicht so schwer ist. Von einer
    Konversionsstörungen
    hab ich noch nie was gehört... Ich werd mich aber trotzdem mal schlau machen... Wir haben Freud nur angeschnitten mit der Personenzentrierten Theorie, ES-Ich-Über Ich, die psychosexuelle Entwicklung, Die Bedeutung der Angst im psychischen Apparat, und ICD 10: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F40), sowie Angststörungen...
    Er meinte,wenn man mit der Theorie ein bisschen spielt, dann müsste man darauf kommen - dafür muss man sie aber verstehen... -.-

    Liebe Grüße
    Miamausi

  5. #5
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    Affektabwehr?
    In die Richtung?
    Bin mir momentan nicht ganz sicher...

    Bin leider gerade auf dem Sprung....
    Schaue nachher nochmal rein und lass mir das solange mal durch den Kopf gehen...

    Liebe Grüsse
    Fee :-)
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    Nur wenige fühlen,
    wer & wie Du wirklich bist!!!
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  6. #6
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    Herr X hat sich in seiner Kindheit von seiner Mutter verlassen gefühlt => Ängste. Diese Verlassensängste hat er verdrängt.
    Durch Verdrängung (ins Es) haben diese Ängst immer noch eine Energie und wirken in der Gegenwart.
    Seine Mutter ist gestorben, er fühlt sich wieder verlassen. Die alte Ängste kamen wieder. In Form von unerklärlicher Angst.
    Also das ist jetzt die einfachste Erklärung die mir einfällt. Aber vielleicht ein bisschen zu einfach?
    Vielleicht wollter Herr X ein "liebes Kind" sein, dass keine Angst hat (Bereich Über-Ich).

  7. #7
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    Lijan, ich dachte genauso wie Du.

    Vielleicht kann man es ein wenig ausführlicher Gestalten und auf die Verdrängung und deren Auswirkung näher eingehen.

    Mfg. Irina

  8. #8
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    Oh man,
    da hast du ja eine schöne Aufgabe gestellt bekommen. Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstanden habe, was du nicht verstanden hast. Also hier mal zusammengefasst:

    - Persönlichkeit setzt sich zusammen aus ES (repräsentiert Triebe, von ihm aus wird jedes Verhalten energetisiert), ÜBER-ICH (moralische Vorstellungen) und dem ICH (Zugang zur Realität, gleicht Bedürfnisse der anderen beiden mit Anforderungen der Umwelt ab) --> diese stehen im dynamischen Gleichgewicht (jede Instanz versucht ihre Interessen bezügl. des Verhaltens durchzubringen, wobei immer nur eine dominiert)
    - daraus folgen Konflikte --> ICH versucht die Lösung zu finden
    - hat ES Bedürfnisse, die ICH nicht unterbringen kann --> Abwehrmechanismen, um ES zu blocken
    - ES führt häufig zu Problemen mit Anforderungen der sozialen Umwelt
    - ÜBER-ICH wirkt eher hemmend auf das Verhalten

    Abwehrmechanismen
    - Verdrängung: - Impulse des ES finden keinen Zugang zum Bewusstsein
    - Verleugnung: - reale Informationen finden keinen Zugang zum Bewusstsein (Bsp.: Der Tod eines geliebten Menschen wird nicht als real angesehen/akzeptiert)
    - Verschiebung: - Emotionen, die sich gegen bestimmte Person richten, werden auf andere Personen od. Objekte "verschoben"
    - Isolierung: - Trennung des sachlichen Gehalts eines Themas von belastender emotionalen Bewertung
    - Reaktionsbildung: - jmd. tut das Gegenteil von dem, was er eigentlich fühlt
    - Rationalisierung: - ein unbewusst motiviertes Verhalten (ES-Impuls entsprungen), wird im Nachhinein durch rationale Erklärung versucht zu rechtfertigen
    - Projektion: - man überträgt eigene Emotionen, die man selbst nicht akzeptiert auf eine andere Person
    - Konversion: - psychischer Konflikt wird in körperliche Symptomatik umgewandelt (wie in deinem Beispiel)
    - Sublimierung: - unerwünschtes Triebverhalten wird in gesellschaftlich akzeptables Verhalten umgelenkt (für Freud = Schlüssel zur kulturellen Weiterentwicklung)

    dein Fallbeispiel zeigte übermäßige Angst
    - unbewusster Konflikt - zurückzuführen auf früh-kindliche Erlebnisse (Weggehen der Mutter)
    - weil Charakter dies nicht akzeptiert wird Inhalt vom ICH verdrängt --> Erfahrung wird ins Unbewusste geschoben
    - dieses Unterdrücken nichtbewältigter psychischer Konflikte führt zu ANGST

    Das Stufenmodell nach Freud würde jetzt glaube ich zu weit führen. Ich hoffe aber, dass ich dir etwas helfen konnte und du nun ein klein wenig mehr davon verstehst.

    LG doodle

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