psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Psychologe behandelt eigentlich Privat-Patienten?

  1. #1
    Neuling Avatar von RonJah
    Registriert seit
    26.09.2010
    Ort
    Schlweswig-Holstein
    Beiträge
    48
    Danke
    16
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard Psychologe behandelt eigentlich Privat-Patienten?

    Hallo ihr Lieben!

    Ich habe heute dieses Forum gefunden und dachte, ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen (Bei mir entstehen nämlich leider immer Ellenlange Romane....)


    Also, ich war in einer Tagesklinik, für 8 Wochen, bin jetzt erstmal raus, weil meine Krankenkasse nicht mehr zahlen wollte (Landwirtschaftliche Krankenkasse).

    Ich habe von dem Psychologen und von der Psychiaterin dort versichert bekommen, dass sie mich ende Oktober, im nächsten Quartal, wieder aufnehmen, ich stehe hierzu auch schon auf der Warteliste.

    Ich war übrigens wegen Depression und doofer Kindheit und Problemen im Umgang mit anderen Menschen und Suizid-Gedanken dort und werde deswegen auch wieder hingehen.



    Sooo, jetzt habe ich mich schnell vorgestellt, und komme jetzt zu meiner eigentlichen Frage.



    Mit meinem Psychologen komme ich wunderbar klar, obwohl ich erst eine Frau wollte (Die Frau aus der Klinik sich es aber mit mir nicht zugetraut hat )
    bin ich jetzt doch bei einem jungen Psychologen gelandet, wie gesagt komme aber wunderbar mit ihm zurecht, besser könnte es nicht sein, finde ich, und solche Leute finde ich echt selten.


    Das Problem ist nur, dass er neben der Klinik auch noch eine eigene kleine Praxis hat, so wie sich das alles anhört (Ich bin nicht hundert Prozentig sicher, vermute es aber) behandelt er eigentlich nur Privat-Patienten (Hat die Sekretärin auch so zu mir gesagt).



    Das ist schade, bin ich doch nur bei so einer herkömmlichen 0 8 15 KK, die kaum etwas bezahlen will.... *seufz*


    Jedenfalls hat er das mir nicht gesagt und er meinte, dass ich ihn anrufen kann und wir das schon geklärt kriegen, dass er mich in seine Praxis aufnehmen kann.



    So, er sagt, dazu muss ich vorher mindestens 10 andere Psychologen für Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie oder sonstige Psychologen anrufen,
    diese müssten mir sagen, dass sie keine Zeit haben, weil sie zu lange Wartezeit haben,
    ich müsste dann wieder sagen, dass ich aber dringend einen Termin brauche

    dann soll ich jetzt, wenn ich denn endlich meine Telefon-scheu überwinden kann und die Psychologen angerufen habe,
    einen Brief an meine Krankenkasse schicken
    worin steht:
    dass ich sofort einen Therapieplatz benötige und nicht warten kann

    dann würde "mein" Psychologe auch einen Brief irgendwie an die Krankenkasse schicken,
    in dem er das bestätigen würde und er sich anbieten würde, dass er noch einen freien Platz für mich hätte.

    Und dann, sagt er, soll die das bezahlen...








    Also, ähm, aber, ich mein...
    Alen denen ich das erzähl die gucken mich komisch an, die Sekretärin lacht über das was wir vor haben und andere sagen, das darf er gar nicht machen

    Was soll ich denn davon denken jetzt?

    Irgendwie macht er mir angst.....


    Und geht das so mit rechten Dingen zu???




    Liebe Grüße,
    Ronja

  2. #2
    Verleger Avatar von Darkstar
    Registriert seit
    02.10.2009
    Ort
    in der kulturellen Diaspora
    Beiträge
    2.532
    Danke
    1.768
    1.110 mal in 641 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Ronja,

    auch wenn ich die entsprechenden gesetzlichen oder standesrechtlichen Grundlagen nicht so genau kenne: es riecht irgendwie nicht gut ...

    dann würde "mein" Psychologe auch einen Brief irgendwie an die Krankenkasse schicken,
    in dem er das bestätigen würde und er sich anbieten würde, dass er noch einen freien Platz für mich hätte.
    Und wenn der entsprechende Sachbearbeiter bei Deiner KV nicht gerade kreuzdämlich ist, wird er den Braten riechen

    Ein Therapeut, angestellt bei einer Klinik, der mal so nebenbei auch noch ne eigene Praxis für Privatpatienten führt - mag sein, dass das durch den Arbeitsvertrag gedeckt ist. Nur: entscheidend ist, ob er eine Kassenzulassung hat - und wie sein eigentlicher Arbeitgeber (die Klinik) dazu steht, dass da jemand aus den eigenen Reihen auf Patientenfang geht.
    Interessenkonflikt ... !

    An einem Privatpatienten verdient man eben mehr - warum sollte das Deine Kasse denn übernehmen wollen?

    Überhaupt: das ganze vorgeschlagene Procedere riecht schon nach Mauschelei.
    "Irgendwelche" Therapeuten anzurufen reicht da auch nicht: es müssen schon die für Dein Störungsbild passenden sein.
    Mal davon abgesehen, dass Wartezeiten auf einen Therapieplatz leider "normal" sind - diese Tatsache alleine reicht ner KV also eher nicht. Für die Patienten, die, ausgewiesen (!) nicht so lange warten können, gibt es Akut-, Tages- und sonstige Kliniken sowie diverse weitere Interimslösungen.

    Deine Klinik erstellt ohnehin ein Entlassgutachten - auch gegenüber Deiner KV (braucht diese als "Leistungsnachweis"). Warum also nicht über die Klinik abklären, ob eine besondere Dringlichkeit vorliegt, die dann auch direkt an Deine KV kommuniziert wird?
    Dies hat gleich ein ganz anderes Gewicht: wer könnte es, aus Sicht der KV, besser beurteilen als die Einrichtung, die Dich so lange und intensiv im Auge hatte ...

    Mal ne ganz andere Frage: geht es Dir wirklich nur darum, möglichst schnell in die ambulante Phase übergehen zu können, oder spielt da nicht vielleicht auch, unterbewusst, der Wunsch eine Rolle, genau diesen Therapeuten "behalten" zu können?


    lg

  3. #3
    Neuling Avatar von RonJah
    Registriert seit
    26.09.2010
    Ort
    Schlweswig-Holstein
    Beiträge
    48
    Danke
    16
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Oh oh, das klingt ja alles gar nicht gut , aber danke für deine ausführliche Antwort!!



    Zitat Zitat von Darkstar Beitrag anzeigen
    Mal ne ganz andere Frage: geht es Dir wirklich nur darum, möglichst schnell in die ambulante Phase übergehen zu können, oder spielt da nicht vielleicht auch, unterbewusst, der Wunsch eine Rolle, genau diesen Therapeuten "behalten" zu können?

    oooouuuuhhhhhhh.......... Miten ins Schwarze... Okay, wodurch hab ich mich verraten? Woran hast es gemerkt, dass ich gerade diesen Psychologen behalten will?



    Liebe Grüße,
    Ronja

  4. #4
    Verleger Avatar von Darkstar
    Registriert seit
    02.10.2009
    Ort
    in der kulturellen Diaspora
    Beiträge
    2.532
    Danke
    1.768
    1.110 mal in 641 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Ronja,

    Dein Vorstellungspost als Hintergrund zu Deiner hier gestellten Frage verrät da schon so einiges ...
    Es ist keine so ungewöhnliche Reaktion, wenn man sich zum ersten Mal öffnen kann - gerade in einem Klinikumfeld, das doch auch einen geschützten Bereich über einen längeren Zeitraum darstellt.

    Letztendlich läuft es aber dennoch auf einen Interessenkonflikt hinaus: bekommst Du demnächst wieder einen zweiten Aufenthalt genehmigt, dann wäre Dein ambulanter Therapeut auch gleichzeitig (u.U.) Dein stationärer.
    Und das könnte für alle Beteiligten kontraproduktiv enden ...

    Bei allem Vertrauen, das sich da aufgebaut hat: eine zu starke persönliche Bindung zwischen Therapeuten und Patienten ist auch nicht unbedingt wenig problematisch.
    Er ist Therapeut und bleibt Therapeut - mehr nicht. Und um seinen Job korrekt machen zu können, braucht es dennoch auch eine gewisse professionelle Distanz zwischen den beteiligten Seiten, um die Problemfelder auch objektiv aufarbeiten zu können.

    Dies gilt sowohl für den Therapeuten selbst (da dann auch noch ganz besonders, da er in einer "Machtposition" ist), als auch für den Patienten. Es ist immer gefährlich, wenn sich da die Rollen verwischen und er, wenn auch ungewollt, "Funktionen" zugeordnet bekommt, die er im realen Leben nicht einnehmen kann (und auch nicht darf).
    Um es mal etwas plakativer auszudrücken: er ist weder "Ersatzelter", noch "Ersatzfreund", noch "Ersatzpartner" oder eine sonstige Leitperson des realen Lebens.
    Letztendlich geht es immer nur darum, unter Anleitung eigene Strategien zu erlernen und einzuüben, die dann ins RL transferiert und dort angewandt werden.

    Wäre es da denn hilfreich, wenn Du in Deiner, verständlichen, Suche nach festen Orientierungspunkten u.U. wiederum in eine Art "Abhängigkeit" geraten würdest?
    In eine Abhängigkeit von Halt, der nicht in Dir selbst wurzelt, sondern der Dir "gegeben" wird.
    So einige Anläufe in diese Richtung hast Du ja schon beschrieben ...

    Warte doch erst einmal den Verlauf des zweiten Aufenthaltes dort ab und nutze inzwischen die Zeit, bei verschiedenen Therapeuten auf deren jeweiligen Wartelisten nach oben zu rutschen.


    lg

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Darkstar für den sinnvollen Beitrag:

    RonJah (27.09.2010)

  6. #5
    Neuling Avatar von RonJah
    Registriert seit
    26.09.2010
    Ort
    Schlweswig-Holstein
    Beiträge
    48
    Danke
    16
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Danke für deine ausführliche Antwort, sie hat mir doch sehr geholfen, häte ich nicht gedacht! Aber du hast recht....

    Ich mag ihn zwar wirklich sehr, aber es ist mir nichts neues, dass eine Distanz bleiben muss.
    Natürlich ist das der einzige klare Weg.
    Nur manchmal übermannen mich meine jugendlichen Gefühle noch und stellen mir Weichen, die mich dann wiederum traurig machen, wie jetzt.

    Natürlich kann er mir (leider) kein Ersatz Für Freunde, Eltern oder Partner sein. Mein eigenes Leben muss ich schon selbstständig (irgendwie) bewältigen....

    Danke, dass du mich nochmal darauf hingewiesen hast.....



    Und ja, ich bekomme den Therapieplatz in der Klinik ende Oktober sicher, wurde mir heute nochmal versichert.

    Und ja, mein ambulanter Psychologe ist auch mein Psychologe in der Klinik, aber das finde ich sehr gut so, ich sehe da kein Problem! Mir gefällt es so weitaus besser, dass ich mich auf eine Person konzentrieren kann, als dass ich meinen ganzen Mist nochmal und nochmal erzählen muss....
    Warum sollte das für alle Beteiligten kontraproduktiv sein?



    Liebe Grüße,
    Ronja....

  7. #6
    Neuling Avatar von RonJah
    Registriert seit
    26.09.2010
    Ort
    Schlweswig-Holstein
    Beiträge
    48
    Danke
    16
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Ich habe heute nochmal mit einer Psychologin vom Arbeitsamt gesprochen und mit einer Sozialpädagogin, bezüglich des Themas, ob das alles so mit rechten Vor sich geht.


    Beide haben mir versichert, dass es sich um einen ganz normalen Ablauf handelt, wenn der Psychologe mich bittet vorher 10 Absagen von Verhaltentherapeuten und Tiefenpsychologen zu holen.

    Das ist so, weil er noch keine Kassenzuteilung.... wie heißt das.... ach ich kenn mich immer mit diesen ganzen dummen Fachwörtern nicht aus....

    Naja, jedenfalls muss er erst noch das wegen den Krankenkassen beantragen, das muss jeder Psychologe, und bei ihm dauert das halt noch ein halbes Jahr, bis er die Zustimmung bekommt, weil sich ja immer alle so viel Zeit lassen.
    Den Antrag hat er schon gestellt, es dauert halt noch...

    Er hat seine eigene Praxis eben auch erst vor kurzer Zeit geöffnet und ist noch neu auf dem selbstständigen Markt oder so, vorher war er 16 Jahre lang in einer Psychiatrie angestellt.


    Naja, wie dem auch sei,

    jedenfalls wurde mir versichert, dass alles in bester Ordnung sei, und er auch in Ordnung ist

Ähnliche Themen

  1. Was ist eigentlich los mit mir?
    Von grumeline im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 18.04.2010, 22:37
  2. Total mies behandelt: wie kann man vergessen?
    Von aeris8 im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 04.06.2009, 21:47
  3. Was mache ich eigentlich falsch?
    Von Gast2000 im Forum Selbstbewußtsein
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 25.02.2009, 16:43
  4. Psychologe ja oder nein?
    Von Ruckediku im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 14.08.2008, 20:21
  5. Angst - warum eigentlich?
    Von SirWiwor im Forum Ängste
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 02.06.2008, 18:41

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!