Hallo,
ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin - ich wollte nur mal ein paar Meinungen zu Therapien hören.
Erst einmal zu mir: Meine Eltern sind beide Alkoholiker. Nicht die typischen Alkoholiker, die man sich vorstellt. Sie trinken mehrere Wochen gar nichts und dann wieder mehrere Wochen zu viel. Ich bin bereits seit mehreren Jahren ausgezogen und bekomme diesen ganzen Teil nur noch am Rande mit. Trotzdem belastet es mich noch oft. Besonders wenn es wieder Anrufe von meiner Mutter gibt in volltrunkenem Zustand. Zwar versuche ich mich dagegen abzuschotten und lege auch öfters einfach aus und erkläre, dass ich in diesem Zustand nicht mit ihnen sprechen möchte, aber beschäftigen tut es einen doch.
Mein anderes Problem ist noch heikler. Ich wurde als Kind und bis in die späten Teenagerzeiten sexuell missbraucht. Meine Eltern merkten oder wollten nichts bemerken, auch wegen ihres Alkoholmissbrauchs. Deshalb hatte ich auch vor ein paar Jahren den Kontakt zu meiner Familie gänzlich abgebrochen. Aber keinen Kontakt zu meiner Familie hat mich noch unglücklicher gemacht. Ich besuchte eine Psychologin, aber nach einer Weile ging mir das total auf die Nerven und ich hörte wieder auf.
Trotzdem ist es nun immer noch so, dass es immer wieder hochkommt und mich für Wochen aus der Bahn wirft. Gerade jetzt ist es sehr schlimm. Ich kann nicht schlafen, futtere wie wild in mich hinein und habe ein ständiges Unruhegefühl. Manchmal wünschte ich, ich könnte einfach schreien. Früher hab ich mich geritzt wenn ich mich so gefühlt habe, aber da bin ich wenigstens so, dass ich mir das genau überlege und mich dagegen entscheide. Ich bin immer sehr überlegt und versuche gefühlsmäßig distanziert an alles heranzugehen, dabei hab ich aber oft das Gefühl ich minimiere das Problem in meinem Kopf und verdränge es einfach.
Bei meiner Psychologin hab ich dann solche klugen Fragen gestellt bekommen, wie: Wie schlimm ist ihr Problem in Bezug auf ein anderes? Ich fand das immer etwas doof, weil klar, bestimmt ist mein Problem nicht so schlimm wie z.B. sterben, aber in diesem Moment (heute) ist es eben doch sehr heikel. Dann hat sie mir ein Buch empfohlen: Gefühle verstehen und positiv verändern, was mich zur Weißglut brachte und mit vielen Aussagen, war ich überhaupt nicht einverstanden, sondern haben mich eher wütend gemacht.
Das letzte Mal, dass ich bei ihr war ist nun also ca. ein Jahr her und ich weiß nicht, ob ich wieder entweder zu ihr oder zu jemandem anderen gehen sollte?
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, ob sich wirklich was für mich verändert, denn wenn ich doch so etwas durchgemacht habe, werde ich doch immer Tage haben an denen es mir schlechter gehen wird. Sollte ich mich dann nicht damit abfinden?
LG
Ruckediku


LinkBack URL
About LinkBacks
Zitieren





Lesezeichen