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Thema: Psychologe ja oder nein?

  1. #1
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    Standard Psychologe ja oder nein?

    Hallo,

    ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin - ich wollte nur mal ein paar Meinungen zu Therapien hören.

    Erst einmal zu mir: Meine Eltern sind beide Alkoholiker. Nicht die typischen Alkoholiker, die man sich vorstellt. Sie trinken mehrere Wochen gar nichts und dann wieder mehrere Wochen zu viel. Ich bin bereits seit mehreren Jahren ausgezogen und bekomme diesen ganzen Teil nur noch am Rande mit. Trotzdem belastet es mich noch oft. Besonders wenn es wieder Anrufe von meiner Mutter gibt in volltrunkenem Zustand. Zwar versuche ich mich dagegen abzuschotten und lege auch öfters einfach aus und erkläre, dass ich in diesem Zustand nicht mit ihnen sprechen möchte, aber beschäftigen tut es einen doch.

    Mein anderes Problem ist noch heikler. Ich wurde als Kind und bis in die späten Teenagerzeiten sexuell missbraucht. Meine Eltern merkten oder wollten nichts bemerken, auch wegen ihres Alkoholmissbrauchs. Deshalb hatte ich auch vor ein paar Jahren den Kontakt zu meiner Familie gänzlich abgebrochen. Aber keinen Kontakt zu meiner Familie hat mich noch unglücklicher gemacht. Ich besuchte eine Psychologin, aber nach einer Weile ging mir das total auf die Nerven und ich hörte wieder auf.

    Trotzdem ist es nun immer noch so, dass es immer wieder hochkommt und mich für Wochen aus der Bahn wirft. Gerade jetzt ist es sehr schlimm. Ich kann nicht schlafen, futtere wie wild in mich hinein und habe ein ständiges Unruhegefühl. Manchmal wünschte ich, ich könnte einfach schreien. Früher hab ich mich geritzt wenn ich mich so gefühlt habe, aber da bin ich wenigstens so, dass ich mir das genau überlege und mich dagegen entscheide. Ich bin immer sehr überlegt und versuche gefühlsmäßig distanziert an alles heranzugehen, dabei hab ich aber oft das Gefühl ich minimiere das Problem in meinem Kopf und verdränge es einfach.

    Bei meiner Psychologin hab ich dann solche klugen Fragen gestellt bekommen, wie: Wie schlimm ist ihr Problem in Bezug auf ein anderes? Ich fand das immer etwas doof, weil klar, bestimmt ist mein Problem nicht so schlimm wie z.B. sterben, aber in diesem Moment (heute) ist es eben doch sehr heikel. Dann hat sie mir ein Buch empfohlen: Gefühle verstehen und positiv verändern, was mich zur Weißglut brachte und mit vielen Aussagen, war ich überhaupt nicht einverstanden, sondern haben mich eher wütend gemacht.

    Das letzte Mal, dass ich bei ihr war ist nun also ca. ein Jahr her und ich weiß nicht, ob ich wieder entweder zu ihr oder zu jemandem anderen gehen sollte?

    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, ob sich wirklich was für mich verändert, denn wenn ich doch so etwas durchgemacht habe, werde ich doch immer Tage haben an denen es mir schlechter gehen wird. Sollte ich mich dann nicht damit abfinden?

    LG
    Ruckediku

  2. #2
    Roman Verfasser Avatar von Corelli-Crystal
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    Standard

    Hallo Ruckediku,

    Das letzte Mal, dass ich bei ihr war ist nun also ca. ein Jahr her und ich weiß nicht, ob ich wieder entweder zu ihr oder zu jemandem anderen gehen sollte?
    Warum solltest Du es nicht nochmal versuchen, z.B. bei einem anderen Psychologe/in?

    Ich bin der Meinung Du hast nichts zu verlieren denn wenn Du nichts
    tust, dann bleibt es ehr so als das es sich bessert....

    Abfinden würde ich mich mit der Situation auch nicht denn wer
    aufgibt hat schon verloren...

    Liebe Grüsse und viel Erfolg
    Corelli

    Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
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    Es ist aussichtslos,sagt die Einsicht
    Es ist lächerlich, sagt der Stolz
    Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung

    Es ist was es ist, sagt die Liebe

    Erich Fried

  3. #3
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    Hallo und herzlich willkommen!
    Das ist ja echt alles nicht schön und auch, dass die Psychologin Dir nicht helfen konnte.
    Ich würde aber nochmal einen Versuch wagen, es gibt auch Selbsthilfegruppen für Angehörige von Süchtigen.
    Ich finde es gut und vernünftig, dass Du Dich von Deiner Fanilie distanziert hast aber verarbeitet hast Du dass alles natürlich nicht-klar!
    Da es meistens auf Dauer nicht besser wird, wenn man nicht noch mal an so ein Traumata rangeht ist auch klar.
    Du hast ja die Möglichkeit Dir nochmal andere Therapeuten anzuschauen und vll. auch eher jemand, der sich mit Traumatherapie auskennt.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft und gib nicht auf!

    GLG

    Natz
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  4. #4
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    Ich bin damals hingegangen, weil mein Bruder ein Kind bekommt und das hat alles total aufgewühlt. Ich weiß nicht genau warum, aber ich hatte immer gehofft, dass er niemals Vater wird, da ich nicht die einzigste war, sondern es auch bei Freundinnen von mir passiert ist. Jetzt haben sie ein kleines Mädchen bekommen und ich kann nur hoffen.

    Mit meiner Psychologin habe ich mehr die Alkoholsucht besprochen - auch weil ich noch nicht soweit war über das andere Thema zu besprechen.

    Wie ist das denn jetzt, wenn ich zu jemand anderem gehe. Zahlt das dann noch die Krankenkasse? Ich weiß, dass man 5 mal hingehen kann und dann wird einem eine bestimmte Anzahl genehmigt.

  5. #5
    Verleger Avatar von Natz
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    Wie lange ist die Therapie denn her?
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  6. #6
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    Ungefähr ein dreiviertel Jahr bis ein Jahr

  7. #7
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    Zitat Zitat von Ruckediku Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Hi

    Bei meiner Psychologin hab ich dann solche klugen Fragen gestellt bekommen, wie: Wie schlimm ist ihr Problem in Bezug auf ein anderes? Ich fand das immer etwas doof, weil klar, bestimmt ist mein Problem nicht so schlimm wie z.B. sterben, aber in diesem Moment (heute) ist es eben doch sehr heikel. Dann hat sie mir ein Buch empfohlen: Gefühle verstehen und positiv verändern, was mich zur Weißglut brachte und mit vielen Aussagen, war ich überhaupt nicht einverstanden, sondern haben mich eher wütend gemacht.
    Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht und bin zu folgendem Schluss gekommen; Eine Behandlung biem Psychologen kann eine Hilfe sein, sollte aber nur der Notfallplan sein. Denn wie gesagt meiner Erfahrung nach sind Psychologen meist nur halbherzig bei der Sache. Ich war auch sehr angenervt von den Psychos bei denen ich war, zu forsch, zu großspurig ''zu falsch und verlogen'' sagt mir das Gefühl. (Oder zu weich für die Härte meiner persönlichen Probleme).

    Klar kann man auch aus sowas lernen, aber man kann sich auf gar keinen Fall darauf verlassen.

    Ich habe für mich die bisher beste Option gewählt; ich recherchierte wie ich mir selbst helfen kann, habe entsprechende Literatur in mich aufgesogen usw und mir aus all dem Meer an Info die für mich besten Methoden kombiniert.

    Ich ziehe es auch in Betracht mich auf die Suche nach einem guten Psychologen zu machen aber das ganze ''Psychologentum'' ist für mich nun reine Verarsche nach den Erfahrungen die ich gemacht habe. Zum Glück habe ich bessere und zuverlässigere Methoden gefunden.

    Soviel zu meiner Erfahrung zum Thema ''Psychologe ja oder nein?''
    Wenn du nichts Schlechtes über jemanden sagen kannst, sag lieber garnichts.

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