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Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Psychologie für dummies ô_O

  1. #1
    Gast2406
    Gast

    Standard Psychologie für dummies ô_O

    Moin!

    Wenn man sich mit Psychologie beschäftigt, tauchen ab und zu alberne Fragen auf, deren Antwort man sich nicht erklären kann. Zumindest ist das bei mir so. Ich möchte hier mal ein paar Fragen los werden, die sich mir ab und zu stellen.

    Gibt es eine Art Ursprache? Jeder Mensch versteht das Lachen, Weinen und Stöhnen eines anderen Menschen unabhängig von Alter, Kultur und Kentnissstand. Aber wozu teilt sich der Mensch auf eine solche Weise mit und was meint er damit genau? Wer lacht, freut sich, wer weint, ist traurig und wer stöhnt, ist lüstern - aber nicht immer. Das Verständnis über diese Laute ist nicht gelernt, da es universell gilt und allseits verstanden wird, und ist dringend vonnöten, um sich sozial korrekt zu integrieren. Es gibt noch viele andere Laute, bei denen mir das aufgefallen ist: seufzen, gähnen, brummen, schnalzen, pfeifen, gespieltes husten usw. Seit wann existieren diese Laute und: trugen sie zur Entwicklung der heutigen Sprache bei (ist Sprache also zum Teil auch aus ihnen erwachsen)?

    Die Psychologie postuliert, der Mensch befinde sich Zeit seines Leben stets in einer Entwicklung. Baby -> Kleinkind -> Adoleszenz -> frühes Erwachsenenalter -> Midlife -> gehobenes Alter -> Senior ... wie genau die Entwicklung ist, ob sie in dynamische Phasen eingeteilt werden kann und was sich darin genau entwickelt, ist für mich zunächst egal. Mich interessiert Folgendes: Durch Medizin, Technologie, Wirtschaft und sonstigen Fortschritt erhöht der Mensch seinen Lebensstandard, wodurch schließlich auch das Lebensalter angehoben wird. Der Mensch wird im Durchschnitt also immer älter. Gesetzt dem Fall der Mensch erreicht im Durchschnitt ein Lebensalter von 130. Wie erklärt die Entwicklungspsychologie nun die einzelne Entwicklung des Menschen? Treten neue Entwicklungsphasen hinzu? Werden die bekannten Entwicklungsphasen schlicht länger (was bereits bezweifelt werden kann, da die Wissenschaft die Entwicklung bis zur Adoleszenz weitgehend eingerahmt hat)? Tritt eine weitere Entwicklungsphase zwischen andere, bereits bekannte Entwicklungsphasen?

    Wie wird Angst durch Wissen beeinflusst? Eines ist mir aufgefallen: Bringt man einem kleinen Kind bei, Taranteln seien giftig, entwickelt es bald eine allgemeine Angst vor Spinnen. Angst kann also erstens unnützerweise durch Wissen entstehen und zweitens generalisieren. Dasselbe gilt für Schlangen: die meisten Menschen haben auch vor einer Boa Angst, obwohl es eine Würgeschlange ist. Dennoch überwiegt die tödliche Angst um das Gift der Schlangen. Noch ein weiteres, einfaches Beispiel: Man lernt nicht, dass Feuer heiß ist (Angst), ohne sich zu verbrennen.
    Sind Wissen und Angst unmittelbar aneinander gekoppelt? Entsteht vielleicht Angst nur, wenn das nötige Wissen vorhanden ist? Wie abstrakt darf Wissen sein, um noch Angst auszulösen (Feuer ist wenig abstrakt, zu wissen, dass Taranteln giftig sind, ohne je von einer gebissen worden zu sein (plus dem Umstand, nicht zu wissen, was Gift überhaupt ist), ist schon abstrakter....wie viel Angst löst nun eine politische Idee aus?)? Und wie zeigt sich Angst in Verbindung mit Wissen (zur Anregung: Hypochondrie, das Konversionssyndrom und das psychogene Schmerzsyndrom)?

    Und vorerst die letzte Frage: Was ist der Grund für ständiges Dazwischenreden? Ist permanentes Dazwischenreden ein Symptom einer passiv-aggressiven Persönlichkeit?

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo Sprawl,

    interessante Fragen

    Zur Sprachentwicklung gibt es doch bestimmt ein eigenes Forschungsgebiet, oder? Mir fallen dazu nur spontan die Spiegel-Nervenzellen des Giacomao Rizzolatti ein, bekannt auch unter dem Begriff Spiegelneuronen. Das menschliche Erleben und Lernen braucht persönliche Beziehungen. Und zwar REALE persönliche Beziehungen. Sprache ist ein Mittel der Kommunikation, und das ein sehr vielfältiges, wie wir wissen.

    Die Frage, wie sich die Entwicklungsphasen durch das steigende Lebensalter entwickeln, finde ich auch spannend. Es gibt zwar bestimmt Beobachtungen bei anderen Völkern (in Hochgebirgsregionen gibts doch schon seit jeher Völker mit "biblisch" Alten, aber inwiefern diese die selben Entwicklungsphasen wie wir durchmachen, kA. Sicherlich haben wir durch unsere "zivilisierte" Lebensweise ganz andere Herausforderungen und wir werden vieles erst noch oder wieder entwickeln müssen z.B. dem Alter wieder einen Sinn zu geben.

    Wie wird Angst durch Wissen beeinflusst? Auch interessant. Wir gehen mit der Gegenwart um, indem wir sie aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen bewerten. Nach dieser Bewertung richten sich i.d. R. unsere Entscheidungen. Normalerweise sind wir trotzdem in der Lage uns auch mal ins große unbekannte Wagnis zu stürzen und unsere Ängste haben dadurch lediglich die gesunde Funktion, aufmerksam alles nochmal zu prüfen und uns wach sein zu lassen. Wenn die Ängste jedoch sich verselbständigen und uns beherrschen, stören sie diese Fähigkeit, wenn wir daran erkranken, lähmen sie uns regelrecht.

    Angst entsteht auch durch Nicht-Wissen. Gerade gesichts- und namenlose Angst ist sehr destruktiv . Und Angst durch bewusst falsch gestreutes Wissen ist ein beliebtes politisches Instrument. Damit hält man die Masse in Schach und kann sie nach Belieben lenken, um es mal ganz vereinfacht zu sagen.

    Ständiges Dazwischenreden kann mehrere Gründe haben.
    1. der Dazwischenschwätzer fühlt sich nicht gehört und wird drum penetrant
    2. er monologisiert generell und merkt es nicht mehr
    3. Du holst selber nie Luft und monologisierst selber und man kann bei Dir anders gar nicht zu Wort kommen

    So, das mal fürs erste.

    eine schöne Nacht noch und laß Dir nicht die Ohren abschwätzen

    lg Gaby
    Geändert von Gast784 (01.01.2009 um 11:23 Uhr)

  3. #3
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    @Sprawl:
    1. Was du meinst, klingt weniger nach Ursprache, als nach allgemein verstandenen Emotionen. Nunja, einerseits sind die meisten Emotionen einfach von der Physiologie des Menschen her so, wie sie sind. Wenn man lacht, dann geschieht das durch das Zwerchfell, bei jedem, und lächeln geschieht durch das Nach-Oben-Ziehen der Mundwinkel. Wenn man nun Freude hat, dann lächelt man. Wir Menschen sind uns alle ähnlich, d.h. wir haben eine ähnliche Chemie alle miteinander, sind ähnlich aufgebaut etc. Deshalb sind auch die Emotionen gleich. Natürlich fühlt nicht jeder genau dasselbe bei einer gleichen Emotion, jedoch etwas Ähnliches zumindest.
    Es gibt aber auch Emotionen, die vielleicht uns nicht so sofort einleuchtend sind, in verschiedenen Kulturkreisen etwa, oder aber auch bei einzelnen Personen. Wenn man den Menschen dann näher kennenlernt, lernt man auch seine Emotionen verstehen.
    Also, um es kurz zu machen: Da wir alle ähnlich sind, haben wir auch ähnliche Emotionen.

    2. Ich würde ganz einfach sagen, dass man länger erwachsen ist. Man altert langsamer. Und ich würde aber auch sagen, dass der Reifegrad langsamer zunimmt, einfach aus dem Bewusstsein heraus, dass man ja so und so lange lebt, und man sich daher mehr Zeit lassen kann. Wenn man z.B. nur 60 Jahre zur Verfügung hat, wird man möglicherweise - und das sicherlich vielmehr unbewusst als bewusst - schneller unabhängig werden, als wenn man 120 Jahre zur Verfügung hat.
    Aber mach dir darüber mal keine Sorgen, so sehr ist das Durchschnittsalter im letzten Jahrhundert oder gar in den letzten 2 Jahrhunderten nicht angestiegen. Man stirbt nur gesünder.

    3.Es kommt auf die Naivität des Menschen an, inwiefern Wissen einem Angst bereitet, und auch darauf, ob man etwas dagegen tun kann.
    Als Erwachsener ist man z.B. nicht mehr so naiv, alles hinzunehmen, was einem gesagt wird. Es hängt also nicht allein davon ab, ob wir etwas wissen, sondern ob wir es auch glauben. Andererseits aber auch von dem Grad, wie wir darauf Einfluss nehmen können: Der Krieg in Israel macht mir z.B. Angst, weil ich nichts dagegen tun kann.

    4. Das kann viele Gründe haben und kommt auch auf den Kontext an. Dazwischenreden im Unterricht z.B. ist völlig normal. Da wäre es unnormaler, gar nicht mal dazwischenzureden.

  4. #4
    Gast2406
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von jimjones2007
    Wenn man nun Freude hat, dann lächelt man.
    Eben nicht. Und der Punkt ist, dass man die unterschiedlichen Zeichen versteht, die mit dem Lächeln verbunden sind. Auch eine traurige Person kann über ihr Schicksal lächeln. Aber das Lächeln ist für mich eigentlich weniger interessant. Für mich sind die Laute von Bedeutung. Warum wird das Seufzen derarzt präzise verstanden? Und warum kann man ein vorgetäuschtes Stöhnen von einem echten so gut unterscheiden? Warum versteht man das Jaulen einer Katze? Ich hoffe mein Punkt wird deutlicher, wenn ihr mal bewusst eure Umgebung abhört. Versucht mal, bei einem Gespräch vor allem die Laute des Gesprächspartners herauszuhören (weniger die Worte) (Stöhnen, Seuzfen, Husten, Schnalzen etc.) - neben Gestik, Mimik und den Worten kommen nämlich die Laute hinzu, die uns so derart viel mitteilen. Vor allem scheint es verschiedene Aufgaben zu geben, die jeder Laut verfolgt. Ein Schnalzen zum Beispiel tritt häufig als eine Art Leerzeichen bei Errklärungen auf. Husten (respektive Räuspern) tritt auf, wenn eine Person dazu übergeht, etwas zu erklären. Seufzen tritt auf, wenn jemand, der es eilig hat, warten muss. Brummen tritt häufig bei Wut auf. Die Laute (genau wie Sprache, Mimik und Gestik) sind natürlich mit unserer Emotionalität verbunden, aber mich interessiert einfach, wie sie zu unseren Mittelungen beitragen.
    Aber mach dir darüber mal keine Sorgen, so sehr ist das Durchschnittsalter im letzten Jahrhundert oder gar in den letzten 2 Jahrhunderten nicht angestiegen. Man stirbt nur gesünder.
    Anzweifelbar.
    Als Erwachsener ist man z.B. nicht mehr so naiv, alles hinzunehmen, was einem gesagt wird.
    Das ist ebenfalls anzweifelbar. Jeder ist gegenüber einem neuen Thema naiv. Wer keine Ahnung von Politik hat, wird einem Politologen wohl eher glauben schenken, als dem Stammtischler, der das letzte Wahlergebnis zu erklären versucht. Der Unterschied ist nur, inwieweit dieser jemand sich mit einem bestimmten Thema der Politik bereits selbstständig beschäftigt hat. Der Normalo, der hier und da vom Nationalsozialismus gehört hat, wird sich schwerer von einem nationalsozialistischen Politologen überzeugen lassen, als der Normalo, der keinen Schimmer vom Nationalsozialismus hat. Genauso kann ein Biologe jemanden, der keine Ahnung hat, weiß machen, dass Gene uns vollkommen bestimmen (Determinismus). Es hängt von der Argumentation ab, nicht von der Naivität.

  5. #5
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    @Sprawl:
    Du sagst es doch selbst, die Laute dienen dazu, Gefühle zu vermitteln. Du meinst sicherlich, sind diese Laute schon sehr alt und entspringen einer Ursprache? Das kann durchaus sein, ich weiß es aber nicht. Wieder sage ich: Wir sind uns alle ähnlich, und deshalb haben wir ähnliche Emotionen (=Gefühlsausdrücke). Außerdem darf man die Erfahrung nicht unterschätzen.
    Zu einem Gefühl gehört schließlich weit mehr als nur die Emotion, es gehört auch die chemische Übermittlung dazu. Wenn man neben jemandem steht, der sehr glücklich ist, dann fühlt man das regelrecht mit, weil einfach die Botenstoffe ausgesendet werden. Genauso zieht uns die Trauer einer anderen Person runter, weil eben solche Botenstoffe übermittelt werden, die uns dies ganz klar signalisieren. Wir fühlen quasi das Gefühl des Anderen mit. Wenn wir dann nun uns noch die dazugehörigen Emotionen anschauen, oder eben auch die Laute, dann lernen wir, was nun was signalisiert. Außerdem drücken wir uns ja selbst in einer ähnlichen Art und Weise aus.
    Aber Vorsicht: In anderen Kulturen können solche Emotionen völlig anders sein, auch Laute etc. Das einzige, was bleibt, ist die chemische Übermittlung der Botenstoffe.
    Natürlich kann man lächeln, auch wenn man traurig ist, aber man darf nicht nur das Lächeln betrachten, sondern es hängt eben immer davon ab, wie gut wir die Person kennen, um den Ausdruck interpretieren zu können. So ist das auch mit den Lauten.

    Natürlich ist man hinsichtlich eines neuen Themas naiver, jedoch ist man als Erwachsener allgemein weniger naiv, einmal durch die Erfahrung, und andererseits aber auch eben durch eine bessere Menschenkenntnis (ein Kind kann noch nicht so gut zwischen echten und gespielten Emotionen unterscheiden).

  6. #6
    Gast2406
    Gast

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    Zitat Zitat von jimjones2007
    Zu einem Gefühl gehört schließlich weit mehr als nur die Emotion, es gehört auch die chemische Übermittlung dazu. Wenn man neben jemandem steht, der sehr glücklich ist, dann fühlt man das regelrecht mit, weil einfach die Botenstoffe ausgesendet werden. Genauso zieht uns die Trauer einer anderen Person runter, weil eben solche Botenstoffe übermittelt werden, die uns dies ganz klar signalisieren.
    Diese übertriebene Vorstellungen von der Wirkung der Pheromone ist noch nicht bewiesen. Meist wird sie in Zusammenhang mit Sexualität gebracht (und erwiesenermaßen pendeln sich die Menstruationsphasen von Frauen ein, die über längere Zeit in Gemeinschaften zusammenleben), doch ist das, worauf du es beziehst, meist ein empathisches Mitfühlen, das eher von unserem Sozialwesen herrührt denn unseren Pheromonen.
    Aber Vorsicht: In anderen Kulturen können solche Emotionen völlig anders sein, auch Laute etc.
    Tja, das ist ja der interessante Knackpunkt. Weinen, lachen und stöhnen (als nun schon mehrmals genannte Beispiele) sind in allen Kulturen vertreten und suprakulturell verständlich.
    Natürlich ist man hinsichtlich eines neuen Themas naiver, jedoch ist man als Erwachsener allgemein weniger naiv, einmal durch die Erfahrung, und andererseits aber auch eben durch eine bessere Menschenkenntnis (ein Kind kann noch nicht so gut zwischen echten und gespielten Emotionen unterscheiden).
    Gegen dich sprechen jedoch zum Beispiel jede gute Rhetorik, Suggestion und eine gelungene Manipulation. Und nicht einmal solche harten Geschütze sind dazu nötig. Umfragen, Gerüchte, Mythen und Tradition sind weitere, subtile Hinweisen für angstinduzierendes Wissen. Mir ging es aber weniger um Überzeugung als vielmehr um Wissen, welches schließlich Angst induziert, sowie um den Zusammenhang von Wissen und Angst und um die Wirkungen von einem vermeintlichen Zusammenhang.
    Geändert von Gast2406 (11.01.2009 um 15:07 Uhr)

  7. #7
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    Diese übertriebene Vorstellungen von der Wirkung der Pheromone ist noch nicht bewiesen. Meist wird sie in Zusammenhang mit Sexualität gebracht (und erwiesenermaßen pendeln sich die Menstruationsphasen von Frauen ein, die über längere Zeit in Gemeinschaften zusammenleben), doch ist das, worauf du es beziehst, meist ein empathisches Mitfühlen, das eher von unserem Sozialwesen herrührt denn unseren Pheromonen.
    Es bedarf keiner Wissenschaft, sondern einfach etwas Menschenkenntnis, um zu wissen, dass sich eine Stimmung übertragen kann. Es ist noch nicht (wissenschaftlich) bewiesen, aber erfahren. Zudem habe ich das Wort "Pheromone" überhaupt nicht verwendet. In der Psychologie kann man nicht alles streng wissenschaftlich nachweisen, sondern ist auf die Erfahrungen von Individuen angewiesen.

    Gegen dich sprechen jedoch zum Beispiel jede gute Rhetorik, Suggestion und eine gelungene Manipulation. Und nicht einmal solche harten Geschütze sind dazu nötig. Umfragen, Gerüchte, Mythen und Tradition sind weitere, subtile Hinweisen für angstinduzierendes Wissen. Mir ging es aber weniger um Überzeugung als vielmehr um Wissen, welches schließlich Angst induziert, sowie um den Zusammenhang von Wissen und Angst und um die Wirkungen von einem vermeintlichen Zusammenhang.
    Wie gesagt, um Angst zu erzeugen, muss etwas nicht nur gewusst, sondern auch geglaubt werden bzw. ernst genommen werden. Mythen und Traditionen haben aber nicht viel mit Angst zu tun, sondern führen uns einfach auf unsere Wurzeln zurück. Viele Mythen zielen z.B. darauf ab, wie unsere Psyche die Kindheit erlebt hat. Unsere Psyche spricht schließlich eine Symbolsprache.
    Gerüchte sind eher ein netter Zeitvertreib als angstinduzierend. o_O

    Nochmal: Etwas muss nicht unbedingt stimmen, dass es Angst auslöst. Es kann falsches Wissen sein, es muss nur geglaubt werden. Erzähle einem Kind, das Schwarze böse sind, und es wird das glauben, weil es noch keine ERFAHRUNGEN gemacht hat. Ein Erwachsener wird hoffentlich eine gegenteilige Erfahrung gemacht haben. Außerdem ist man als Erwachsener in der Lage, zu differenzieren, also wenn z.B. einer böse ist, müssen es nicht alle Anderen sein.
    Der Glaube an Gott induziert z.B. Angst. Es ist aber unabhängig davon, ob Gott existiert oder nicht, der Glaube macht es aus. Keiner weiß schließlich wirklich, ob es Gott gibt oder nicht.
    Ich würde sagen, wenn man so Phobien betrachtet, kann das Objekt der Angst beliebig abstrakt sein. Es gibt ja schließlich auch die Angst vor Freitag, dem 13.
    Die Angst vor Gift, wenn man nicht weiß, was Gift ist, ist ähnlich dem Rassismus. Es wird einem "eingepflanzt".

    Tja, das ist ja der interessante Knackpunkt. Weinen, lachen und stöhnen (als nun schon mehrmals genannte Beispiele) sind in allen Kulturen vertreten und suprakulturell verständlich.
    Und nochmal kann ich nur sagen: Wir sind alle ähnlich, haben ähnlichen Körperbau, stammen vom selben Vorfahren ab, haben uns allmählich verbreitet. Daher ist davon auszugehen, dass wir auch ähnliche Emotionen haben etc. Ich meine, im Sinne der Evolution sind 2 Mio. Jahre nicht allzu lang. Und es herrschte Informationsaustausch zwischen den Kulturen. Verschiedene Hunderassen zeigen ja auch identische Emotionen.
    Achja: Und ich bezweifle, dass jeder zwischen echtem und gespieltem Stöhnen unterscheiden kann. Vor allem, wenn es sich um Schauspieler handelt.

  8. #8
    Gast2406
    Gast

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    Zitat Zitat von jimjones2007
    Zudem habe ich das Wort "Pheromone" überhaupt nicht verwendet.
    Was meintest du denn dann mit "Botenstoffen" und "chemischer Übertragung"?
    In der Psychologie kann man nicht alles streng wissenschaftlich nachweisen, sondern ist auf die Erfahrungen von Individuen angewiesen.
    Wenn sie eine Wissenschaft bleiben soll, sollte aber genau das, nämlich der wissenschaftliche Nachweis für jede Hypothese, erbracht werden. Deshalb auch mein beharrliches Nachstochern: Mir geht es um wissenschaftliche Fakten, Theorien oder Thesen (das aber eher weniger) in diesem Thread, nicht um Erfahrungen und Eindrücke. Dass ich das nicht zwangsweise erwarten kann/soll, ist mir natürlich bewusst.
    Erzähle einem Kind, das Schwarze böse sind, und es wird das glauben, weil es noch keine ERFAHRUNGEN gemacht hat.
    Das trifft meinen Gedanken um die Angst im Zusammenhang mit der Abstraktheit des Wissens. Schwarze sind weniger abstrakt als giftige Taranteln, da sie wesentlich häufiger erfahren(!) werden. Die Folge ist, dass weniger angstauslösendes Potenzial im Wissen um Schwarze steckt als um das Wissen von unbekannten giftigen Taranteln. Meine Idee war nun, ob der Abstaktheitsgrad des Wissens die Angst zum Teil reguliert. Menschen, die in einem Zwangsstaat leben (z.B. George Orwells 1984), unterstelle ich eine natürliche Angst vor dem eigenen System, in dem sie leben; im Gegensatz stehen die Menschen, die in einem Rechtsstaat leben (Deutschland) und sich selbstständig aufklären können. Sie fühlen sich wahrscheinlich weniger ängstlich, in diesem System zu leben. Dieses Beispiel lässt sich auch auf die (angesprochene) Tradition anwenden, die ich meinte: George Orwells Staat führt zu einer tradierten Angst, die quasi anerzogen ist. Auf welchen Deutschen trifft das zu? Die Frage nach der angstindizierenden Wirkung einer politischen Idee (siehe Eingangspost) zielt also darauf, wie verworren und undurchsichtig sie sein muss, bevor sie Angst auslöst. Oder um es plastisch zu machen: Wie viel Leute scheuen sich vor Scientology, obwohl sie keine Ahnung davon haben?
    Ich würde sagen, wenn man so Phobien betrachtet, kann das Objekt der Angst beliebig abstrakt sein.
    Gut, Phobien wollte ich nicht in die Frage mit einbeziehen, da ich grundlegend nach dem Zusammenhang von Wissen und Angst frage und nicht nach Störungen.
    Wir sind alle ähnlich, haben ähnlichen Körperbau, stammen vom selben Vorfahren ab, haben uns allmählich verbreitet. Daher ist davon auszugehen, dass wir auch ähnliche Emotionen haben
    Anders: Kennst du noch andere emotionale Ausdrücke in verbaler Form außer die angesprochenen Laute?
    Geändert von Gast2406 (19.01.2009 um 14:58 Uhr)

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