Das ist richtig. Und trotz der Einnahme von Schmerzmittel bleibt ein Beinbruch ein Beinbruch, solange, bis er operiert wird und keine Schmerzen mehr verursacht. Ich finde, dass man Ursache und Wirkung nicht durcheinander bringen sollte. Und manchmal ist die Einnahme von Psychopharmaka sinnvoll, um einen Zustand zu erreichen, an dem eine therapeutische Intervention überhaupt greifen kann, etwa bei Depressionen, als Beispiel.Ja, kein Ding, wenn du das so siehst.... Aber dann klär mich doch mal auf. Meines Wissens nach bleibt zum Beispiel trotz der einnahme von Anti-Depressiva eine Depression bestehen und wird sozusagen nur ausgeblendet....
Vielleicht schaust du dir mal ernsthafte Lektüre an statt nur youtube, um einfach mehr Wissen darüber zu erlangen. Je mehr du zu einem Thema weisst, desto mehr Vorurteile wirst du abstreifen können, aber vielleicht bestätigen sich auch einige, das kann passieren. Ich finde es aber nicht hilfreich, bei wenig Wissen alles über einen Kamm zu scheren.
Ich gebe sirwiwor recht, wenn er etwa die übermässige Gabe von Ritalin kritisiert. Manchmal denke ich auch, es ist eine "bequeme" Droge, aber vor allem für viele Eltern! Ein befreundeter Kinderarzt hat mir mal gesagt, dass immer mehr Eltern solche Medikamente auch fordern, auch wenn sie eigentlich nicht angezeigt sind. In dem Fall ist es wirklich "bequemer". Viele Eltern sind überfordert heutzutage, das hat verschiedene Gründe und ist deshalb nicht immer 1:1 mit "früher" zu vergleichen. "Früher" waren auch alle Lebensumstände anders und der Stand der Medizin und Forschung war auch anders als heute und wird morgen auch wieder anders sein. Wenn es also morgen andere Mittel gibt, müssen die von heute nicht "schlecht" gewesen sein, sie sind eher die Grundlage dafür, dass es morgen anders ist. Soweit sollte man das auch differenzieren können.
Mir tun aber alle Kinder und Eltern leid, die dies einsetzen müssen, weil es sonst nicht anders geht, und die deshalb schief angeschaut werden, weil die Ritalingabe heutzutage schon sehr schnell und vorurteilsbehaftet mit "völligem Versagen" der Eltern gleichgesetzt wird. Man muss einfach sehen, dass es wirklich betroffenen Kindern dadurch wirklich besser geht und sie, würden sie es nicht nehmen, noch mehr ins Abseits geraten würden und die ganze Familie mit. Und viele Drogen hatten einstmals einen anderen Zweck und es hat sich mit der Zeit eine Wirksamkeit auch in anderen Bereichen gezeigt, was ist daran verkehrt?
Das Gleiche gilt für Antidepressiva. Wieviele Suizide es gibt, die hätten verhindert werden können, wenn rechtzeitig geholfen würde, meist um einen akuten Zustand erstmal zu beseitigen, und danaach eine therapeutische Behandlung zu beginnen, möchte ich nicht wissen!
Aber eines fällt mir immer wieder ins Auge: Je mehr eine psychotherapeutische Behandlung abgelehnt wird, desto mehr Vorurteile stehen auch dahinter. Das ist mein Eindruck. Vielleicht hängt das miteinander zusammen? Oder oft wird eine einzige negative Erfahrung dafür hergenommen zu sagen: Nie wieder! "Psychologen" sind doch alle blöd. Klar gibt es blöde darunter, warum solte es dort anders sein, als in anderen Berufsgruppen? Aber wenn ich einen blöden Zahnarzt erwische, gehe ich doch auch zu einem anderen und sage nicht: Alle Zahnärzte sind blöd. Dieser vereinfachte Umkehrschluß, der hier oft gemacht wird, gefällt mir nicht. Das hängt vielleicht AUCH mit einem Vorurteil zusammen: Dass der Psychotherapeut aktiv die "Arbeit" erledigen soll und nicht der Klient, dessen Probleme es ja eigentlich sind.
Und wenn der Therapeut genau wie eine Pille behandelt wird nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! und das klappt dann nicht, damit wird der Therapeut dann auch auf die Wirkung einer Pille reduziert, die momentan hilft, aber nichts an den Ursachen ändern kann. Die menschliche Seele kann im Gegensatz zu einem Beinbruch nicht operiert werden, die steuert sich von innen, und da sitzt immer noch der Patient am Schalthebel.


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