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Thema: Psychologie studieren=Depressionsrückfall?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Psychologie studieren=Depressionsrückfall?

    Hallo ihr lieben

    ich habe meine Depression endlich gut überstanden und habe fast keine panikattacken mehr. wenn ich eine habe, bekomme ich sie gut unter kontrolle!

    Nun habe ich mir vorgenommen psychologie zu studieren.
    Aber ist das wirklich eine gute Idee?
    ich möchte unbedingt wissen was mit mir selbst geschieht wenn ich sowas habe und möchte leuten prävention vor dieser schlechten erfahrung geben!

    doch ist das wirklich eine gute idee? kann man dann rückfällig werden wenn man den ganzen tag darüber etwas hört und sich damit intensiv beschäftigt?
    werde ich vielleicht angst bekommen?
    kann jemand aus erfahrung sprechen, der psychologie studiert hat?

    liebe grüße, funLife

  2. #2
    Neuling
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    Hallo! Ich würde Dich hierzu gern ermuntern. Ich arbeite als Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche und habe mich schon einige Jahre mit Psychologie beschäftigt, bevor ich selbst in eine Depression gerutscht bin. Meine Verwunderung darüber kannst Du Dir vorstellen, ich dachte, ich wüsste, wie ich ticke, auf welche Anzeichen man achten muss und so weiter. Naja, also im Endeffekt hat mich mein psychologisches Wissen nicht vor einer psychischen Erkrankung bewahrt, allerdings muss ich sagen, dass es mit in der Auseinandersetzung mit meinen Themen und Problemen sehr geholfen hat. Ich verstehe mich nun selbst besser, manchmal finde ich es sogar ganz spannend, Entstehungstheorien an mir anzuwenden ;-) Wenn man in diesem Job tätig ist, muss man allerdings höllisch aufpassen, sich nicht "selbst zu verlieren", was ja gerade bei Depressionen schwierig ist. Dadurch, dass man sich so sehr auf andere Menschen einstellen muss, verliert man sich selbst schnell aus dem Blick. Ich arbeite gerade daran, besser auf mich zu achten. Liebe Grüße Insa

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Zusammen

    Ich stecke im selben Dilemma,

    leide momentan unter Depressionen.
    Ursprung ist glaube ich, panische Zukunftsangst. Sobald ich eine Arbeit beginne, spüre ich unglaubliche Angst, Leere und Unglück.

    Also wenn ich für mich den richtigen Weg endlich finden könnte, womit ich mich identifizieren könnte und richtig Spaß hätte, würde das denke ich schon klappen.

    Gehen wir mal davon aus, das ich mich für ein Psychologiestudium entscheide.
    Ich freue mich darauf, kann mich damit identifizieren, da ich gerne mit Menschen kommuniziere, Ihnen helfe und gerne Menschen "leite".

    Die Angst ist halt da, wie beim Thread-opener, dass die Depression dann wieder ausbricht, da ich mich jeden Tag mit dem Thema beschäftige.

    (Die Gefahr mich selbst zu "vergessen sehe ich glaube ich nicht, da ich normalerweise über ein schon an fast arroganz grenzendes Selbstbewusstsein verfüge")

    Ist die Gefahr trotzdem höher wieder rückfällig zu werden oder sogar hilfreich?

    Würde mich riesig über Meinungen/Anregungen/Kommentare freuen!!!

    Schon mal Vielen Dank im Voraus!

    Gruß

    stsv

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo,

    vll ist mein Vergleich etwas platt, aber vll könnt ihr es so ähnlich sehen, dass auch ein Arzt seine chronischen Krankheiten nicht los hat, nur weil er Arzt ist. Aber deswegen muss er nicht darauf verzichten Arzt zu sein.

    Bis man wirklich mal therapeutisch tätig wird, ist es ein langer Weg, auf dem man lernt, das Eigene von dem des Gegenübers abzugrenzen, und umgekehrt. Und den Rückfall in die Depressionen kann einem vll noch viel eher passieren, wenn man gegen seine Interessen berufstätig ist, oder in prekären Arbeitsverhältnissen steckt usw.

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:


  6. #5
    Gast9159
    Gast

    Standard

    Ich wollte das Gleiche sagen: Natürlich kann jemand, der sich ein Bein gebrochen hat, danach Medizin studieren.

    Im Ernst: Eine Freundin von mir hatte aufgrund eines traumatischen Ereignisses (Tod des Bruders) eine akute Schizophrenie bekommen, war stationär behandelt und als sie raus kam, hat sie Psychologie studiert, eine Zusatzausbildung gemacht und ist heute psychologische Psychotherapeutin.

    Aber was mir hier immer wieder auffällt: Verwechselt wird hier oft das Studienfach Psychologie mit Psychotherapie. Vielleicht erkundigt ihr euch genau über dieses Studienfach und was man daraus machen kann - es gibt viele Bereiche, eben nicht nur die Psychotherapie (die man ohnehin nur durch zusätzliche Ausbildung und Anerkennung/Prüfung ausführen darf). Und hier ist es sogar wichtig, eine eigene Therapie durchgeführt zu haben, um stabil genug zu sein, ebenso ist regelmässige Supervision wichtig und notwendig.

    Neben der Psychologie als Studium (Vorsicht: Sehr viel Mathematik! Ich lese immer wieder, welche Vorstellungen hier viele haben, wenn sie ihre Motive für das Interesse daran aufzählen) gibt es aber auch viele andere Bereiche, in denen man "Menschen helfen kann", man muss nicht unbedingt Psychologie studieren (vom NC her ohnehin für die meisten sehr schwierig, einen Studienplatz zu bekommen).

    Generell aber ist eine eigene psychische Störung kein Hinderungsgrund, denn wie Gaby sagt, bietet ein Studium auch die Möglichkeit, sich mit der Theorie zu beschäftigen und einiges an sich besser zu verstehen. Wenn man beispielsweise ein Kind eines Alkoholikers ist und im Studium eine Facharbeit dazu schreibt, beschäftigt man sich aus gewisser wissenschaftlicher Distanz mit einem emotional geladenen Thema und kann auf diese Weise Dinge erkennen und verstehen, die nur aus dieser Distanz zu verstehen sind. Man kann so Zusammenhänge erkennen, eine Heilung der selbst erlittenen Schäden als Kind erhält man dadurch aber auch nicht.

    Die Vorstellung, dass man in einem Psychologiestudium nur "kranke" Seelen durchnimmt, nur Psychodrama hat oder "behandelt", oder aber gar Menschen "leitet", ist vielleicht für einige faszinierend, aber falsch.

    Und zuletzt - man muss nicht Psychologie studieren oder studiert haben, um sich auf andere Menschen einzulassen.

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