Bevor ich mich mein Leiden endgültig in den Selbstmord treibt möchte ich diese Gelegenheit nutzen anderen Menschen die ähnliches durchgemacht haben wie ich (und ähnlich von ratlosen Psychologen im Stich gelassen werden) zu helfen eine Chance zu bekommen ihr Leiden in den Griff zu bekommen. (Durch mein Leiden habe ich inzwischen Dinge verstanden die ein nicht-Betroffener nur schwer nachvollziehen kann.)
Die wahren Ursachen
Die wahren Ursachen sind fehlerhaft erlernte Verhaltensweisen. (die Hypothese von verdrängten Konflikten als Ursache etc. halte ich für veraltet)
Es beginnt damit, dass man eine bestimmte Körperreaktion mit Sorge betrachtet und ein schweres Problem dahinter vermutet. (bei Hypochondrie kommt die Angst vor Krankheiten verstärkend hinzu)
Bei mir war es ein – eigentlich - harmloser Tubenkatarr über den ich mir vor 11 Jahren Sorgen gemacht hatte. (Später kam ein unregelmäßig eingenommenes Antidepressiva und noch später eine Dopingspritze als verstärkende Faktoren hinzu)
Die Sorge darüber ein gesundheitliches Problem zu haben führt zu einem regelmäßigen Beobachten der jeweiligen Körperreaktion. Irgendwann wird geschieht das Ganze unterbewusst und mit zunehmender Sorge.
Dabei ist es nicht nur der zunehmende Stress der dem Betroffenen als Bestätigung der jeweiligen Befürchtung erscheint sondern ein weiterer – den meisten scheinbar unbekannter – Prozess.
Wie entstehen medizinisch nicht erklärbare Symptome?
Dieser Prozess basiert auf dem erlernen einer routinemäßigen Beobachtung bestimmter Körperstellen. Z.B. beobachtet ein Betroffener der sich Sorgen um sein Bein macht regelmäßig das Bein. Die ständige Beobachtung sucht permanent nach Symptomen die ungefähr in die Richtung der jeweiligen gesundheitlichen Befürchtung gehen. Normale Körperreaktionen bzw. Wahrnehmungen werden dann automatisch als das befürchtete Symptom wahrgenommen. Die Abfrage wird dadurch intensiviert und gaukelt ein Verstärken des Symptoms vor. Bis irgendwann die gesamte Wahrnehmung sich nur noch auf die betreffende Körperstelle konzentriert und ein ständiges unangenehmes Symptom (z.B. Druck, Schmerz, Brennen etc.) simuliert. (das Symptom ist nur eine Illusion die darauf basiert, dass eine ständige Abfrage stattfindet durch die die abnorm häufigen Antworten des Körpers als unangenehmes Symptom wahrgenommen werden).
Dadurch dass es unangenehm ist, wird es häufiger beachtet, was die Selbstbeobachtung weiter intensiviert. Wenn Angst mit ins Spiel kommt kommt es zu einer weiteren Beschleunigung dieses Prozesses.
Wie entstehen psychosomatische Beschwerden?
Die nächste Stufe ist ein beeinträchtigen von Körperfunktionen. (schnellerer Herzschlag, Darmprobleme, verstärkte Sekretion, Rötungen etc.)
Dieses Problem basiert auf einem ähnlichen Mechanismus wie er auch von indischen Fakiren verwendet wird: Eine ständige und intensive Konzentration auf ein bestimmtes Organ, bzw. Körperteil, kann dessen Funktion durch eine Art Biofeedback-Reaktion beeinträchtigen.
Wie kann diesem Problem entgegen gewirkt werden?
Ablenkung
Da die Symptome auf einer ständigen Beobachtung basieren ist es besonders wichtig diese so stark wie möglich zu unterbrechen.
Am besten ist dies durch Ablenkung möglich. (Ablenkung durch Sport, durch Unterhaltung, Lesen, Fernsehen, PC-Spiele, Gespräche etc. alles was irgendwie von der Selbstbeobachtung ablenkt ist hilfreich) Umso intensiver die Ablenkung funktioniert um so stärker sinken die Symptome ab. (im Idealfall sind sie dann für einige Minuten oder Stunden nicht mehr spürbar)
Umso öfter und umso besser es gelingt sich abzulenken um so mehr wird dem Beobachtungsprozess entgegen gewirkt.
Abbau von Ängsten
Eine weitere Möglichkeit spielt vor allem bei Hypochondrie eine wichtige Rolle. Dabei werden die Ängste die hinter den Symptomen stehen abgebaut. Wenn lediglich das Symptom als unangenehm empfunden wird ist es ratsam sich selbst klar zu machen, dass das jeweilige Symptom genau betrachtet gar nicht so unangenehm ist und dass es auch durch Ablenkung jederzeit abgeschwächt werden kann.
Kombiniert lässt sich die Wirksamkeit beider Methoden zusätzlich erhöhen.
Medikamente
Therapieunterstützend können Antidepressiva, aber auch pflanzliche Beruhigungsmittel verwendet werden. Durch die beruhigende Wirkung lassen die Symptome deutlich nach. Was den Abbau der Symptome (+Beschwerden) erleichtert.
Meine Bitte an alle Psychologen, die diese Zeilen lesen:
Bitte setzt Euch mit meinen Erfahrungen auseinander. Darin befindet sich der Schlüssel mit dem sich vielen Betroffenen geholfen werden kann.
Auch mir hätte damit geholfen werden können, wenn ich rechtzeitig informiert worden wäre.
So kann ich nur hoffen, dass ich es doch noch irgendwie in den Griff kriege, auch wenn die Situation schon ziemlich verfahren ist.
Sorgt bitte dafür, dass mein Leiden nicht umsonst war.


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Stelle man sich das mal bildhaft vor: Dann ist das doch nichts anderes als "Gewalt" gegen sich selbst, Ausdruck einer starren Haltung und Unflexibilität. Wie gesagt, das sind meine Erfahrungen und ich möchte sie hier gerne zur Diskussion stellen. 

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