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Thema: Psychosomatische & hypochondrische Beschwerden – Ursachen, Funktionsweise und Therapi

  1. #1
    Neuling Avatar von Mr.Froussard
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    Standard Psychosomatische & hypochondrische Beschwerden – Ursachen, Funktionsweise und Therapi

    Bevor ich mich mein Leiden endgültig in den Selbstmord treibt möchte ich diese Gelegenheit nutzen anderen Menschen die ähnliches durchgemacht haben wie ich (und ähnlich von ratlosen Psychologen im Stich gelassen werden) zu helfen eine Chance zu bekommen ihr Leiden in den Griff zu bekommen. (Durch mein Leiden habe ich inzwischen Dinge verstanden die ein nicht-Betroffener nur schwer nachvollziehen kann.)


    Die wahren Ursachen
    Die wahren Ursachen sind fehlerhaft erlernte Verhaltensweisen. (die Hypothese von verdrängten Konflikten als Ursache etc. halte ich für veraltet)

    Es beginnt damit, dass man eine bestimmte Körperreaktion mit Sorge betrachtet und ein schweres Problem dahinter vermutet. (bei Hypochondrie kommt die Angst vor Krankheiten verstärkend hinzu)

    Bei mir war es ein – eigentlich - harmloser Tubenkatarr über den ich mir vor 11 Jahren Sorgen gemacht hatte. (Später kam ein unregelmäßig eingenommenes Antidepressiva und noch später eine Dopingspritze als verstärkende Faktoren hinzu)

    Die Sorge darüber ein gesundheitliches Problem zu haben führt zu einem regelmäßigen Beobachten der jeweiligen Körperreaktion. Irgendwann wird geschieht das Ganze unterbewusst und mit zunehmender Sorge.

    Dabei ist es nicht nur der zunehmende Stress der dem Betroffenen als Bestätigung der jeweiligen Befürchtung erscheint sondern ein weiterer – den meisten scheinbar unbekannter – Prozess.


    Wie entstehen medizinisch nicht erklärbare Symptome?
    Dieser Prozess basiert auf dem erlernen einer routinemäßigen Beobachtung bestimmter Körperstellen. Z.B. beobachtet ein Betroffener der sich Sorgen um sein Bein macht regelmäßig das Bein. Die ständige Beobachtung sucht permanent nach Symptomen die ungefähr in die Richtung der jeweiligen gesundheitlichen Befürchtung gehen. Normale Körperreaktionen bzw. Wahrnehmungen werden dann automatisch als das befürchtete Symptom wahrgenommen. Die Abfrage wird dadurch intensiviert und gaukelt ein Verstärken des Symptoms vor. Bis irgendwann die gesamte Wahrnehmung sich nur noch auf die betreffende Körperstelle konzentriert und ein ständiges unangenehmes Symptom (z.B. Druck, Schmerz, Brennen etc.) simuliert. (das Symptom ist nur eine Illusion die darauf basiert, dass eine ständige Abfrage stattfindet durch die die abnorm häufigen Antworten des Körpers als unangenehmes Symptom wahrgenommen werden).
    Dadurch dass es unangenehm ist, wird es häufiger beachtet, was die Selbstbeobachtung weiter intensiviert. Wenn Angst mit ins Spiel kommt kommt es zu einer weiteren Beschleunigung dieses Prozesses.

    Wie entstehen psychosomatische Beschwerden?
    Die nächste Stufe ist ein beeinträchtigen von Körperfunktionen. (schnellerer Herzschlag, Darmprobleme, verstärkte Sekretion, Rötungen etc.)

    Dieses Problem basiert auf einem ähnlichen Mechanismus wie er auch von indischen Fakiren verwendet wird: Eine ständige und intensive Konzentration auf ein bestimmtes Organ, bzw. Körperteil, kann dessen Funktion durch eine Art Biofeedback-Reaktion beeinträchtigen.


    Wie kann diesem Problem entgegen gewirkt werden?

    Ablenkung
    Da die Symptome auf einer ständigen Beobachtung basieren ist es besonders wichtig diese so stark wie möglich zu unterbrechen.

    Am besten ist dies durch Ablenkung möglich. (Ablenkung durch Sport, durch Unterhaltung, Lesen, Fernsehen, PC-Spiele, Gespräche etc. alles was irgendwie von der Selbstbeobachtung ablenkt ist hilfreich) Umso intensiver die Ablenkung funktioniert um so stärker sinken die Symptome ab. (im Idealfall sind sie dann für einige Minuten oder Stunden nicht mehr spürbar)

    Umso öfter und umso besser es gelingt sich abzulenken um so mehr wird dem Beobachtungsprozess entgegen gewirkt.

    Abbau von Ängsten
    Eine weitere Möglichkeit spielt vor allem bei Hypochondrie eine wichtige Rolle. Dabei werden die Ängste die hinter den Symptomen stehen abgebaut. Wenn lediglich das Symptom als unangenehm empfunden wird ist es ratsam sich selbst klar zu machen, dass das jeweilige Symptom genau betrachtet gar nicht so unangenehm ist und dass es auch durch Ablenkung jederzeit abgeschwächt werden kann.


    Kombiniert lässt sich die Wirksamkeit beider Methoden zusätzlich erhöhen.


    Medikamente
    Therapieunterstützend können Antidepressiva, aber auch pflanzliche Beruhigungsmittel verwendet werden. Durch die beruhigende Wirkung lassen die Symptome deutlich nach. Was den Abbau der Symptome (+Beschwerden) erleichtert.





    Meine Bitte an alle Psychologen, die diese Zeilen lesen:

    Bitte setzt Euch mit meinen Erfahrungen auseinander. Darin befindet sich der Schlüssel mit dem sich vielen Betroffenen geholfen werden kann.

    Auch mir hätte damit geholfen werden können, wenn ich rechtzeitig informiert worden wäre.
    So kann ich nur hoffen, dass ich es doch noch irgendwie in den Griff kriege, auch wenn die Situation schon ziemlich verfahren ist.

    Sorgt bitte dafür, dass mein Leiden nicht umsonst war.
    Geändert von Mr.Froussard (25.12.2010 um 22:00 Uhr)

  2. #2
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    Was hindert dich daran, deine eigenen Erfahrungen jetzt für dich zu nutzen?

  3. #3
    Neuling Avatar von Mr.Froussard
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    nichts

    Um genau zu sein versuche ich meine eigenen Erkenntnisse so gut es geht in die Tat umzusetzen.

    (was leider alles andere als leicht ist, da ich die Beschwerden inzwischen dermaßen verschleppt habe, dass ich sie kaum noch ignorieren kann)



    Das Problem das mich belastet ist, dass es für mich besser gewesen wäre früher darüber informiert worden zu sein.

    Stattdessen bin ich als diese Beschwerden losgingen von sämtlichen Ärzten und Psychologen im Regen stehen gelassen worden.



    Als die Beschwerden losgingen war ich bei zwei Nervenärztinen (Fachgebiet: Neurologie/Psychatrie) gegangen.

    Meine Beschwerden waren ein taubes Gefühl im Kopf, Ohrenprobleme (beides ohne erkennbare medizinische Ursache) und Unruhe.


    Statt mir zu sagen, dass das psychosomatisch ist und ich das am besten durch ignorieren in den Griff kriegen kann, hatten mir beide ein hartes Antidepressiva verschrieben.

    Da ich nicht über die Absetzproblematik informiert wurde, habe ich es falsch eingenommen und bekam dadurch noch stärkere psychosomatische Probleme.



    Zeitweise hatte ich es wieder in den Griff kriegen können indem ich - zufällig - über einen längeren Zeitraum dermaßen abgelenkt war, dass die Beschwerden verschwanden.

    Leider habe ich später den Fehler gemacht eine Dopingspritze zu nehmen die ich nicht vertragen hatte, wodurch die Beschwerden verstärkt zurück kamen.

    Da ich dann versucht hatte diese Beschwerden mit aller Gewalt wieder los zu werden, wurden sie massiv verstärkt.




    Deshalb hoffe ich, dass Anderen - durch die von mir gesammelten Erfahrungen - ein ähnliches Schicksal erspart bleibt.

  4. #4
    Neuling Avatar von Mr.Froussard
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    Sehr wichtig bei der Behandlung von psychosomatischen Beschwerden ist es - meiner Einschätzung nach - zudem den Betroffenen klar zu machen, dass sie ihrem Leiden so wenig Aufmerksamkeit wie nur möglich schenken dürfen.

    Wenn man - so wie ich - den Fehler macht der Beseitigung der Beschwerden die oberste Priorität einzuräumen, ist es besonders schwierig die Sache wieder in den Griff zu kriegen.

    Am besten ist es die Beschwerden zu optimal wie nur möglich zu ignorieren und sich andere (wichtigere) Ziele zu setzen.



    Irgendwann wird man dann beiläufig feststellen, dass die Beschwerden gar nicht mehr da sind.

  5. #5
    Schreibkraft Avatar von Magdolna
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    Zitat Zitat von Mr.Froussard Beitrag anzeigen
    ... ...

    Meine Beschwerden waren ein taubes Gefühl im Kopf, Ohrenprobleme (beides ohne erkennbare medizinische Ursache) und Unruhe.

    Statt mir zu sagen, dass das psychosomatisch ist und ich das am besten durch ignorieren in den Griff kriegen kann, hatten mir beide ein hartes Antidepressiva verschrieben.

    Zeitweise hatte ich es wieder in den Griff kriegen können indem ich - zufällig - über einen längeren Zeitraum dermaßen abgelenkt war, dass die Beschwerden verschwanden.

    ... ...
    Zitat Zitat von Mr.Froussard Beitrag anzeigen
    Sehr wichtig bei der Behandlung von psychosomatischen Beschwerden ist es - meiner Einschätzung nach - zudem den Betroffenen klar zu machen, dass sie ihrem Leiden so wenig Aufmerksamkeit wie nur möglich schenken dürfen.

    Am besten ist es die Beschwerden zu optimal wie nur möglich zu ignorieren und sich andere (wichtigere) Ziele zu setzen.
    .
    @ Mr.Froussard

    Das ist eine Möglichkeit.

    Meine Erfahrungen sind andere. Psychosomatisch, (Psyche + Soma) bedeutet doch Verflechtung von psychischen Dingen mit körperlichen Vorgängen. Bei deinen Erfahrungen mit dem Ignorieren, dem keine Aufmerksamkeit schenken, es in den "Griff bekommen" steht für mich mehr eine sozusagen Anti-Haltung auf die Reaktionen des Körpers im Vordergrund. (Stelle das mal zur Diskussion.)

    Ich habe da andere Erfahrungen: Die des Ernstnehmens dieser psychosomatischen Beschwerden und somatoformen Störungen. Für letztere ist ein Wechselspiel biologischer, seelischer und sozialer Faktoren als Auslöser angenommen. Für mich hieß das zu schauen, wo mögliche Ursachen liegen könnten und "wohlwollend" mit diesen körperlichen Symptomen umzugehen. Einfach mal abklopfen, ob da etwas "dahinter steckt".

    Sprache verrät da einiges. Warum bin ich "sprachlos" (Bei mir: Laryngitis!), mag ich nichts mehr hören (Ohrgeräusche), was mag ich nicht mehr "sehen" (Bei mir: Verstellen der Sehschärfe!) und vielleicht noch (etwas scherzhaft), welche "Hexe" hat mich angeschossen.

    Also ist mein Ansatz, meinen Körper ernst zu nehmen, denn irgendwie "zwingt" er mir das ja auf und ich schaue dann, warum er mich zur "Ruhe" zwingt. Was natürlich für mich nicht heißt, mich diesen meinen Ursachenforschungen als Dogma zu ergeben.

    Dieses "Sich-im-Griff-haben" war auch eine zeitlang mein "verräterischster" Lieblingsspruch. Stelle man sich das mal bildhaft vor: Dann ist das doch nichts anderes als "Gewalt" gegen sich selbst, Ausdruck einer starren Haltung und Unflexibilität. Wie gesagt, das sind meine Erfahrungen und ich möchte sie hier gerne zur Diskussion stellen.

    Mich hat das Für-den-Körper sehr viel weiter gebracht als diese o.g. Abwehr-/Verdrängungshaltung (Anti-Haltung).

    Nichts für ungut.

    LG Magdolna
    "Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen." Pablo R. Picasso

  6. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Magdolna für den sinnvollen Beitrag:

    Brom (26.12.2010),Mr.Froussard (29.12.2010)

  7. #6
    Neuling Avatar von Mr.Froussard
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    Hallo Magdolna,

    bei mir ist es etwas schwieriger.

    Die Symptome mit denen es anfing waren ein taubes Gefühl im Kopf. Später Nervösität. Noch später ein Gefühl von Bluthochdruck und als alles immer schlimmer wurde: konnte es nahezu jede unangenehme Empfindung sein die plötzlich wie "festgefroren" war. (z.B. Kälteempfinden, Ängstlichkeit, schlechte Laune, ein Druckgefühl im Bauch etc.)



    Besonders schwierig ist es dadurch, dass ich teilweise Nachts nicht schlafen kann, da ich mich inzwischen sehr stark in diese Missempfindungen hineinsteigere.

    Teilweise gelingt es mir für einige Tage vollständig symptomfrei zu werden. (dann bin ich meistens fest davon überzeugt wieder in wenigen Tagen vollständig gesund zu sein)

    Aber an manchen Tagen habe ich schreckliche Angst nie wieder gesund zu werden.





    Aber vielleicht kann mir Deine Methode weiterhelfen.

    Wofür könnten meine Symptome stehen? Und wie werde ich wieder normal?

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