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Thema: Quälende Angst

  1. #1
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    Standard Quälende Angst

    Ich bin beim suchen im Internet noch auf kein vergleichbares Phänomen gestossen. Ich habe extreme Ängste, das (oder weil?) alles vorbestimmt(determiniert) ist. Mein Verstand folgt einem logischen Schluss: Alles, einschliesslich wir Menschen, besteht aus Materie, aus kleinsten Teilchen. Materie unterliegt den kausalen Gesetzen der Natur. Also bin auch ich durch nichts weiter als durch das Prinzip Ursache/Wirkung eindeutig bestimmt und damit auch was ich in der Zukunft passieren wird. Also kann ich gar nicht selbst entscheiden oder es ist egal was ich entscheide, da die Zukunft ja schon feststeht?
    Es ist für mich sehr problematisch, dass ich kaum noch ander Sichtweisen zu dieser Frage einnehmen kann, aber eheblich unter Ängsten leide. Hat fast die Qualität von Todesangst. Verzweiflung ist da eine ganz natürliche Folge..

    Hat jemand von solch einer (Angst-)problematik schon einmal gehört oder vielleicht auch ähnliches erlebt?

    Freue mich und bin gespannt auf Antworten!

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    mixmax, Ich weiss jetzt schon, dass Dir meine Antwort nicht gefallen wird.

    Du lebst sehr wahrscheinlich viel zu sehr im Kopf und daher sehr abgespalten von Dir selbst und der Welt.
    Die Frage ist, willst Du Dich weiter mit diesen Fragen weiter gedanklich beschäftigen und in Angst leben, oder willst Du die Angst los werden?

    Bei letzterem wäre es sehr wahrscheinlich hilfrech, wenn Du Dich damit beschäftigst, mehr in Deinen Körper zu kommen, um wieder ein Gefühl des Ganzseins, der Lebendigkeit und des Eingebundenseins in die Welt zu bekommen.

    Also eher nach Körperarbeit, kreativem Schaffen, oder den therapeutischen Varianten davon (Körper- und Kreativtherapien) gucken.
    Die "Antwort" auf solch intellektuellen - sry - Brainf.uck, der immer auch die Folge gewisser Einseitigkeiten ist und daher zu Krankheitsbildern führen kann, liegt meist im ganzheitlichen Erleben.

    Übrigens wirst Du erst in einem ganzheitlichen Erleben überhaupt annähernd erfassen, was Ursache und Wirkung, bzw Wechselwirkungen, überhaupt bedeuten
    Geändert von Gast784 (26.03.2011 um 08:08 Uhr)

  3. #3
    Gast4461
    Gast

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    Hallo mixmax,

    Ich hatte mal sowas ähnliches. Es waren Gedanken, die mir furchtbare Angst gemacht haben. Ich war nie ein gläubiger Mensch, und es stand für mich eigentlich fest, dass es keinen Gott gibt. Jedoch beschäftigte ich mich dann sehr mit dem Begriff Gott und wurde mehr und mehr in meinem Glauben gefestigt, dass es ihn nicht gibt, und dass da kein Leben nach dem Tode ist und dass das Leben keinen Sinn hat. Diese Gedanken, die für mich immer so banal und selbstverständlich gewesen sind, jagten mir eine unheimliche Angst, ja Todesangst ein, ich habe Gott für seine Nichtexistenz verflucht.

    Was ich damit sagen will ist, deine Gedanken sind nicht das Problem, es ist deine Angst! Das ist auch der Grund wieso du für keine anderen Sichtweisen offen bist. Die Angst engt dich ein, schränkt dich ein, du bist gar nicht in der Lage dazu darüber rational nachzudenken. Sowei Gaby schon zutreffend schrieb, du bist in deinem Kopf, abgespalten, abgenabelt von der Welt um dich herum.

    Wie ich davon losgekommen bin? Nicht verdrängen. Darüber ruhig nachdenken. Schreien, Weinen, Fluchen, die Verzeiflung und Wut und Verwirrung herauslassen. Mit anderen Menschen darüber reden wenn man ein wenig offner dafür ist, um dann doch andere Sichtweisen zu bekommen. Mit der Zeit wird es besser werden.

    Alles liebe,
    Elerina

  4. #4
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    Vielen Dank für eure Antworten! Das mein Nachdenken "Brainf.ck" weiss ich ich auch. Ich zerfleische mich regelrecht damit. Das ich total von mir selbst weg bin vermute ich auch schon länger, irgendetwas dissoziatives vielleicht? Ich habe ein entsprechendes traumatisches Erlebniss, welches so etwas erklären könnte. Gefühle richtig rauslassen kann ich seit 20 Jahren schon nicht mehr, spüre nicht viel. Ein Grund für mich hier zu schreiben ist auch um mit anderen Menschen darüber zu sprechen. In meinem Alltag habe ich niemanden dafür. Wegen meinen Ängsten war ich 2 mal in der Psychiatrie, ich hatte es einfach nicht mehr ausgehalten. Das hatte mir beide male eigentlich nicht geholfen und die Ärzte waren auch relativ ratlos. Vor einem Monat habe ich mich bei einer verhaltenstherapeutischen Ambulanz vorgestellt und bin nun auf der Warteliste. Nach Schilderung meiner Probleme wurde mir gesagt man könne mir auf jeden Fall helfen, solche Krankheitsbilder seien nichts ungewöhnliches. Vielleicht hilfts ja wirklich.

  5. #5
    Gast4461
    Gast

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    Tippe auf Depersonalisation, oder Derealisierung, oder beides. Wäre bei einer Angstneurose oder Posttraumatischer Belastungsstörung ganz normal. Aber du scheinst das ja schon viel zu lange mit dir herumzuschleppen! Umso besser dass du dich jetzt um eine Verhaltenstherapie bemühst, ist auf jeden Fall der richtige Weg!
    Was mir auch gut geholfen hat war mich soweit wie möglich über die Störung zu informieren über Bücher und das Internet. Wenn man sich die Symptome physiologisch erklären kann, verlieren sie ihren Schrecken.

    LG,
    Elerina

  6. #6
    Gast784
    Gast

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    Du schreibst selbst, dass dieses traumatische Erlebnis evtl die Ursache sein könnte. Angststörungen aufgrund eines Traumas sind keine ungewöhnlichen Symptome. Nur sollte man das dann nicht völlig losgelöst davon sehen. Du solltest dieses Trauma auf jedenfall beim nächsten therapeutischen Anlauf erwähnen, soweit Dir das eben möglich ist. Evtl auch Traumatherapie?

    Wie Elerina auch schon schrieb, hilft Information auch schon sehr viel. Es gibt inzwischen gute Bücher über Trauma, deren Entstehung und Lösungsmöglichkeiten. Zum Glück wurde da in den letzten Jahren viel an Erkenntnissen gewonnen, nicht zuletzt dank der Hirnforschung.

  7. #7
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    Vor elf Jahren fing der ganze Mist mit den Ängsten und den damit verbundenen Änsgten an. Damals hatte ich vor dem schlafen gehen gekifft und beim einschlafen danach eine heftige Panikattacke. Plötzlich war eine permanente Angst da. Eine Woche später kamen die beschriebenen Gedankenspiele dazu und entwickelten ihre eigene Dynamik zusammen mit der Angst. In der Folge bin ich bis 2007 Tavor- und Drogenabhängig gewesen. Das Medikament blockte die Ängste zuverlässig und die Drogen machten gute Gefühle. Bald darauf hörte auch meine daran gekoppeltes Nachdenken auf. Anfang 2008, ich war gerade 20 Stunden in meiner ersten Gesprächstherapie, ging der ganze Mist wieder los. Ich hatte mich damals an ein Traumatisches erlebniss aus meiner Kindheit erinnert und das erste mal im Leben es jemandem Erzählt. Ich saß zitternd vor meinem Therapeuten und hatte mir für den Fall es nicht ausprechen zu können einen Zettel vorbereiten auf den ich die Geschichte aufgeschrieben hatte. Ich hätte ihm dann einfach den Zettel geben können ohne es auszusprechen. Es ging dann rapide abwärts, ich war 3 Monate später in der Psychiatrie. Für ganze 4 Monate. Die ersten fünf Wochen lag ich nur im Bett, zusammengekauert vor Angst. Mir wurde eine erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis diagnostiziert, was meine Verzweiflung noch dramatisch verstärkte. Nach 3 Monaten vollstationären aufenthalts war ich den letzten Monat auf der Tagesstation der gleichen Klinik. Nach meinen Schilderungen und sichtung der Akten bei der dortigen Aufnahme wurde die bisherige Diangnose zugunsten einer Angststörung gekippt. Keiner der Ärzte verstand was die Kollegen drei Monate vorher mit mir angestellt hatten. Über mich selbst konnte ich in den unzähligen Wochen nicht sprechen, nur über meine Symptome. Im Herbst 2008 bin ich entlassen worden. Seitedem geht es mir bis heute dreckig. Ich habe es nicht auf die Reihe bekommen mich um eine Therapie zu kümmern oder zu Arbeiten oder irgendetwas konstruktives zu machen. Ich bin innerlich wie erstarrt, handlungsunfähig. Ich denke mir manchmal, das müssen doch depressionen sein? Wie auch immer, um eine Therapie habe ich ja jetzt gekümmert. Muss warten bis ein Platz frei wird...

  8. #8
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo mixmax,

    ich erlaube mir, meine Gedanke zu deinen Beiträgen zu äußern.

    Auffällig finde ich, daß du versuchst deinen Beschwerden einen Namen zu geben. Ändert das etwas? Wie das in der medizinischen Welt genannt wird? Gut, man könnte sage, anhand eines Befundes oder Benennung der Störung kann zielgerichtet behandelt werden. Doch mir kam es grad so vor, als hättest du gern irgend eine Art von psychischer Störung. Soll jetzt nicht beleidigend klingen. Doch warum richtest du deine Konzentration nicht darauf, gesunde Verhaltensweisen an dir zu erkennen und zu fördern? Stattdessen beschäftigst dich damit welchen Namen deine "Krankheit" denn haben könnte und weiter nach Symptomen zu suchen.... Wenn jemand krank sein möchte, dann kann ihm auch kein Arzt helfen. Aber evtl ist das ja die Störung... Manchmal kommt mir das Internet desswegen als nicht grade förderlich vor. Jeder kann sich die gewünschten Informationen beschaffen und sie in seine Illusion einbauen. Evtl überläßt du das mit der Diagnose den Ärzten und suchst dir die Symptome nicht aus dem Netz.

    Meiner Meinung nach ist jede Benennung eine Beschränkung. Willst du wirklich solch einen Stempel von den Ärzten aufgedrückt bekommen? Du bist doch mehr als eine Diagnose, oder?

    Evtl liege ich auch total falsch, dann entschuldige bitte. Das war nur der Eindruck den ich beim Lesen gewonnen habe. Sich mit einer Krankheit identifizieren zu wollen kann ich einfach nicht nachvollziehen.

    Grüße
    monkey

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei monkey für den sinnvollen Beitrag:

    Rhett66 (29.03.2011)

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