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Thema: Reizüberflutung, oder auch "Mir platzt der Kopf"

  1. #1
    Neuling
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    Standard Reizüberflutung, oder auch "Mir platzt der Kopf"

    Hi.
    Ich habe ein Problem, und zwar, dass ich massiv unter Reizüberflutung leide.
    "Mir platzt der Kopf" bzw "Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht" sprichwörtlich gesehen.

    Das geht so weit, dass ich wirklich körperliche Symthome habe: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Erschöpfung, Müdigkeit.
    Außerdem Konzentrationsprobleme.

    Seit ich in die Großstadt gezogen bin, ist das richtig schlimm geworden.

    Dazu kommt noch eine relativ fordernde und "schnelle" Arbeit. Bzw eine Arbeit mit relativ vielen "Reizeinflüssen".
    Meetings, Schulungen, "Großraumbüro". Arbeit auf mehreren PC's und auf dem Papier (Konzeptpapier, Notizzettel, Unterlagen) gleichzeitig. Eventuell nebenbei auch noch Reparaturen machen. Usw.

    Dann ist die Zahl der Arbeitsstunden nicht gerade gering. Und oftmals muss man sich zuhause noch mit der Arbeit auseinandersetzen.
    Bestes Beispiel: Neue Sachen mal in Ruhe durchgehen, und zuhause ohne Zeitdruck und ohne stressende Leute im Rücken mal auszuprobieren.
    Auf dem Wissen, was man irgendwann mal gelernt hat, und auf der Arbeit so mitnimmt, kann man sich in der heutigen Zeit auch nicht mehr ausruhen.

    Bei dem harten Konkurrenzkampf in der heutigen Zeit muss man schon selber was tun.

    Mich zuhause mit der Materie auch noch selber auseinanderzusetzen, empfinde ich im Übrigen nicht als lästige Pflicht, das mache ich auch aus Eigeninteresse und Spaß daran. Aber es kostet halt auch viel Zeit, und man muss seinen Kopf dabei schon sehr anstrengen. Das Fitness-Studio, was ich für die körperliche Ausdauer brauche, kostet da schon mehr Überwindung (Siehe unten)

    Wenn dann noch "Private Verpflichtungen" wie Einkaufen, Essen, Haushalt, Körperpflege, Fitness, und Soziale Kontakte knüpfen/pflegen dazu kommen, wird das zeitlich schon sehr knapp. Wenn man dann noch ein bisschen seinen Hobbys nachgehen will, geht das dann schon voll von der Schlafenszeit ab.

    Nächte mit 8 Stunden Schlafdauer sind kaum machbar. 7 Stunden sind schon Luxus. 7 Stunden wären grade so machbar, wenn man die letzten "Kontraproduktiven Hobbys" aufgeben würde.
    Ansonsten gehts unter der Woche ehr in Richtung 5-6 Stunden pro Nacht.


    Dazu kommt, dass ich eigentlich vom Land komme. Ich pendele für die Arbeit momentan wöchentlich im dick dreistelligen Bereich.
    In einem Monat kommen mehr als 2000 km nur für Pendelfahrten zwischen Arbeitsort und alter Heimat zustande!
    Das sind nur die Heimatfahrten, auf dem kürzesten Weg zu Mutti. Was ich sonst noch so fahre, ist da gar nicht eingerechnet.
    Diese elendig langen Fahrstrecken rauben mir dann den letzten Nerv. Habe da eigentlich gar keinen Bock mehr drauf, mache es meiner Mutter, Schwester usw zuliebe noch.

    Die Innenstadtfahrten in der Großstadt unter der Woche sind aber mindestens genauso ätzend, da "brummt" mir auch oft sprichwörtlich der Schädel.

    Aber was soll man machen.
    Das ist halt momentan gesellschaftlich so gewollt/üblich.
    Wie viele Leute pendeln durch die halbe BRD, wegen einem Job?
    Warum wachsen die Ballungszentren, und auf dem Land wird alles weniger?
    Wie viele machen Überstunden bis zum Abwinken? Für wie viele ist nach "Feierabend" noch lange nicht "Schluss"? Wie viele Leute haben kurze Nächte?
    Das ist halt das "Moderne Leben".
    Da muss man sich dran gewöhnen.

    Aussteigen kommt nicht in Frage. Ich kenne die "Andere" Seite auch schon. Arbeitslos und wohnen aufem Kuhkaff ohne Perspektive, das habe ich schon durch.


    Viel genannt wird immer: "Ausgleich schaffen". D.H. irgendwelche Auszeiten im Tagesablauf einfügen. Aber wo? Wie? Das Zeitbudget ist so schon extrem knapp. Die letzten Hobbyaktivitäten über Bord werfen, die mehr oder weniger "Kontraproduktiv" sind?
    Ok, Sport sollte man beibehalten. "Anspruchsvolle" Hobbys wie Modellbau, Computerspielen usw müsste man abschaffen, um Zeit zum Chillen zu bekommen. Sind auch nicht ganz anspruchslose Hobbys, irgendwas, wo man nicht bei denken muss, wäre ansich besser.
    Aber ob das der "Königsweg" ist? Ein bisschen Spaß muss ja auch noch sein.
    Nur noch "Für die Arbeit und die Pflichten" zu leben, das kanns ja auch nicht sein.

    Sport ist für mich übrigens kein "Spaß", sondern ich empfinde das Fitness-Studio als "Lästige Pflicht", um körperlich fit zu werden/zu bleiben.
    Und körperliche Fitness ist für meinen Job in gewisser Weise auch wichtig.
    Es ist ja nicht nur "Vor der Kiste im Büro" sitzen.
    Man muss ja auch mal körperlich was machen, zu Kunden rausfahren, und da Hardwareprobleme ausfindig machen / reparieren. Alles geht per Fernwartung auch noch nicht.
    Außerdem müssen bei Kunden Rechner und Server "Geschleppt" und installiert werden.

    Der Job gefällt mir, deswegen bin ich auch bereit, mich 2 mal die Woche fürs Fitness-Studio aufzuraffen. Und nicht gleich außer Puste zu sein, wenn mal ein PC vom Auto ins Büro muss. Macht sich einfach besser im Job.



    Ich muss Methoden finden, mit dieser "Reizüberflutung" irgendwie fertig zu werden.
    Ich hoffe ja, dass man sich daran irgendwie gewöhnen kann, oder es sogar durch aktives "Training" irgendwie verbessern kann.
    Welche Methoden würdet ihr mir empfehlen?



    LG und Frohe Weihnachten.
    Geändert von Marsupilami (22.12.2011 um 21:37 Uhr)

  2. #2
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    hab dir ne pn geschickt

  3. #3
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    Danke für den Link. Da trifft schon vieles auf mich zu, von dem was da steht.


    Muss halt schauen, dass ich mich irgendwie umstrukturiere, so dass das alles irgendwie klappt.
    Und das ohne Hobbys wegen Zeitmangel aufzugeben.
    Zeitmangel ist ein Problem, ich bin so eng bestückt, da noch irgendwo Chillphasen reinzuquetschen wird schwer.

    Aussteigen kommt gar nicht in Frage, zu gravierend wären die Nachteile. Das muss durch Umstrukturierung und Taining / Selbstbeherrschung gehen.

    Den Rotstift würde ich persönlich ja erst mal bei den Heimatfahrten ansetzen.
    Wäre Blöde für meine Mutter usw.
    Und es fehlt jemand, der diverse anfallende Arbeiten erledigt. Die werden ja teilweise aufgespart, bis ich am Wochenende heim komme.
    Ansonsten müssten die dafür Firmen nehmen.

    Aber wenn ich die Heimatfahrten streiche, und nur noch deutlich seltener fahre, würde ich pro Woche schonmal 48 Stunden und mehr gewinnen und eine der größeren Belastungen ablegen.
    Wenn ich dann die Hobbys oder die private Weiterbildung usw aufs Wochenende schiebe, hätte ich unter der Woche auch Zeit zum Chillen.
    Mehr als genug. Wären ja 2 Tage Zeitgewinn pro Woche, mehr Zeit kann ich nirgens freimachen.

    Aber dann ist das Problem mit der Familie.
    Wenn ich denen sage, dass ich diese Strapazen mit der Pendlerei nicht mehr auf mich nehmen will, und mehr Zeit für mich brauche, werden sie kein Verständnis dafür haben. Vor allem wenn ich sage, ich will mich mehr ausruhen und fahre deswegen nicht, werden sie ganz schön meckern, und mich als Faulpelz ansehen. So von wegen was gibts in deinem alter auszuruhen.
    Wenn ich sage, ich ziehe ganz weg und komme nur noch alle paar Wochen mal hin, wird man mir vorwerfen: dass ich mich nur davon stehlen will, dass ich ein undankbarer egoist wäre der die alten einfach sitzen lässt usw.
    Geändert von Marsupilami (23.12.2011 um 00:58 Uhr)

  4. #4
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    mehr ausruhen...

    ja, als ich deinen Text gelesen habe, kam mir das sehr bekannt vor..
    mir ging es früher genauso... ich hatte auch kaum noch Zeit für persönliche Sachen... es blieb selbst zum Schlafen zu wenig Zeit.. ich habe mich regelrecht kaputt gemacht, mich enorm unter Druck gesetzt, weil ich auch alles erfüllen wollte... es waren zwar normal 8 stunden arbeit, aber hinzu kam 3 stunden fahrt pro tag und dann sich später also zu Hause noch weiter mit der Arbeit zu beschäftigen. für mich blieb die auszeit, also freizeit die ich hatte mitm bahn fahren.. und das war dann auch nicht so toll, einmal quer durch berlin, viele gereizte leute, hektik, keine ruhe und gar keine Zeit mehr für persönliche Aktivitäten.
    so hatte ich mir das dann natürlich nicht vorgestellt... ich hab mich dabei so kaputt gemacht und es ging aucheine weile gut, aber als ich dann einen schnupfen/grippe bekam, ich war zu kaputt um zum arzt zu gehen (und es ist sehr schlimm mit fetten angeschwollenen augen, wenn man dann noch so in watte gepackt ist, kaum hört, weil alles so angeschwollen ist, dann ist es sehr schlimm 1 1/2 stunden im wartezimmer zu sitzen, das ist mehr als folter und quälerei) und das hatte so ne richtige kette nach sich gezogen, es lief aufeinmal alles schief
    man muss sich ruhepunkte setzen und man muss sich auch überlegen bis wohin und wo nicht weiter.. man ist ja schließlich keine maschine
    Geändert von honeymoon (23.12.2011 um 02:12 Uhr)

    Das Glück - Kein Reiter wird's erjagen, es ist nicht dort und ist nicht hier.
    Lern überwinden, lern entsagen, und ungeahnt erblüht es dir.

    Theodor Fontane

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