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Thema: Religiöse Institutionen/Sekten

  1. #1
    Gast5147
    Gast

    Standard Religiöse Institutionen/Sekten

    Guten Tag an alle,

    mich würde folgende Sache interessieren:
    Wurdet ihr religiös erzogen?
    Wurdet ihr vielleicht sogar fanatisch religiös erzogen? "Fanatisch" im Sinne von: Angleichung von Verhalten, Denken, Empfinden in bezug auf die Kirche.
    Gibt es unter euch welche, die sich aufgrund einer religiösen Manipulation von dieser Institution lösten und damit Konsequenzen tragen mussten (Unverständnis; Freundeverlust; Schuldgefühle etc.)?

    Und: Würdet ihr, wenn das bei euch der Fall ist, sagen, es hätte euch stark geprägt?

    LG

    Madness

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Also, ich wurde religiös (christlich) erzogen, aber nicht übertreiben streng.
    Ich persönlich glaube an Gott, und ich schöpfe Kraft daraus. Für mich gibt es Orte, an denen spüre ich eine besondere Kraft, ich weis net wie ichs ausdrücken soll, jedenfalls ist es so. Manche werden das jetzt vielleicht als Einbildung abtun, für mich ist das ein Beweis, daß es Gott gibt.
    Gruß
    Andy

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Rhett66
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    Hallo Madness,
    warum interessiert Dich das?

    Ja, ich wurde religiös erzogen, nicht fanatisch, aber sehr konservativ. Mit Sachen wie: keinen Fernseher haben, keine moderne Musik hören, nicht in's Kino gehen, so gut wie keinen Kontakt zu anderen Kindern ungläubiger Eltern pflegen usw. Moralfragen natürlich auch ganz wichtig. Keinen Gottesdienst versäumen, auch wenn die Gemeinde, zu der wir gehörten, nicht am Ort war, sondern nur per Bummelzug in 50 km Entfernung erreichbar war. Abgrenzung auch von allen Christen, die nicht zu unserer Gemeinde gehörten, also Katholiken sowieso, Lutheraner, Freikirchen usw. Daß unsere Gemeinde stark sektenhafte Charakterzüge hatte, konnte ich als Kind noch nicht verstehen.

    Von religiöser Manipulation würde ich trotzdem nicht sprechen. Als Kind ist man manipulierbar, klar. Aber als Kind fühlt man trotzdem schon recht deutlich, was echt ist und was nicht. Die Menschen, die mir ihren Glauben und ihre Zwangsvorstellungen vermittelt haben, haben selbst absolut daran geglaubt - davon bin ich überzeugt.

    Aber egal wie wir aufwachsen. Ich bin der Meinung, daß jeder früher oder später dazu verpflichtet ist, seine Erziehung zu hinterfragen und Stück für Stück zu prüfen, was man davon behalten will und was man für sich selbst nicht mehr braucht oder nicht mehr will. Mit ungefähr 16 habe ich das getan, so differenziert wie man das in dem Alter halt kann. Und dann immer wieder. Und dann versucht, so zu leben, ohne dabei immer total konsequent zu sein. Was ich auch jetzt nicht immer bin.

    Freundesverlust, Schuldgefühle ... ja, habe ich am deutlichsten nach meiner Scheidung (bzw. der vorhergehenden Trennung) erlebt. Da konnte ich mich in meinen früheren Heimatgemeinden praktisch nicht mehr sehen lassen. Es wurde sogar ein Rundbrief gegen mich verfaßt, der in Nachbargemeinden bekannt gemacht wurde. Aber ich habe in dieser Zeit andere Freunde gefunden, teils mit ähnlichem Hintergrund, und von denen sehr viel Halt und Unterstützung erfahren. Und einige meine alten Freunde sind mir auch verblieben.

    Ob mich das alles stark geprägt hat? Was, wenn nicht das!? Doch lehne ich es ab, mich auf Prägung oder Erziehung zu berufen. Ich bin heute erwachsen, habe meinen eigenen Kopf, meine eigene Verantwortung und meinen eigenen Glauben. So wie meine Eltern mir nach bestem Wissen mitgegeben haben, was sie für richtig und wichtig hielten, so gebe ich heute an meinen Sohn weiter, was ich für richtig und wichtig halte und versuche, selbst meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Doch was wirklich richtig und wichtig ist, das entscheidet am Ende Gott.

    Gruß Rhett

  4. #4
    Gast5147
    Gast

    Standard

    Hallo Andy,

    ja, heute schöpfe ich auch Kraft aus meinem Glauben, so sollte es ja auch sein ... sonst, finde ich, ist das Ziel eines Glaubens verfehlt. Für mich bedeutet Glauben Freude und nicht irgendeine Empfindung von Unglück oder Zwang, was beides oft vermittelt wird, wenn er falsch gehandhabt wird.

    Hallo Rhett,

    mich interessiert das, weil mich das Thema Religion/Glaube generell interessiert und ich ähnlich christlich erzogen wurde wie Du.
    Das mit der Isolation anderen Religionsgruppen gegenüber kenne ich auch.
    Und besonders das kann ich definitiv unterschreiben:

    "Aber egal wie wir aufwachsen. Ich bin der Meinung, daß jeder früher oder später dazu verpflichtet ist, seine Erziehung zu hinterfragen und Stück für Stück zu prüfen, was man davon behalten will und was man für sich selbst nicht mehr braucht oder nicht mehr will. Mit ungefähr 16 habe ich das getan, so differenziert wie man das in dem Alter halt kann."

    Ganz ähnlich war es bei mir! Am Schluss sind wir nun einmal selbst verantwortlich, welchen Weg wir gehen; ebenso bin ich auch davon überzeugt, dass jene, die mich so erzogen haben, es nur gut meinten und "glaubten" (), es sei das Beste für eine Erziehung.

    LG

    P.S.: Vielen Dank für eure Antworten

  5. #5
    Gast5559
    Gast

    Standard

    Hallo Madness!

    Deine Frage hier ist ja schon älter, seltsam, plötzlich lebt sie wieder auf ...

    Ich selbst hab eine ganz normale religiöse Nicht-Erziehung genossen. Man war halt getauft, hatte Religionsunterricht und ging irgendwann in den Katechumenen- und dann in den Konfirmandenunterricht, so wars eben, fertig.

    Ein gewisser Zwang bestand für den Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes, das fand ich ätzend. Meine Eltern bezogen keine Stellung zum Glauben, ziemlich irritierend für mich. Es gab noch weitere Dinge in dem Zusammenhang, die mich mit Rätseln und Fragen zurückließen. Dann vergaß ich all das für etliche Jahre, es verschwand regelrecht in der Versenkung. Gläubige Menschen waren für mich ein Phänomen, sie hatten etwas, das ich auch ganz gern gehabt hätte, aber da war nicht dranzukommen.

    Als sich mein Leben verdüsterte, begann ich intensiv zu suchen. Ich fand zunächst die Esoterik. Das war es aber nicht, was ich finden wollte, merkte ich irgendwann sehr deutlich. Über einen bestimmten Menschen aus meinem Umfeld wurde ich schließlich aufmerksam auf eine bestimmte Gemeinde. Und damit gings bei mir los, ich war bereits eine gestandene Frau - und fand zum Glauben, echt und aus dem Herzen.

    Ich weiß nicht, wie es für mich gekommen wäre, hätte meine religiöse Erziehung anders ausgesehen. Für mich war es gut und richtig, meinen Weg selbst zu finden. Zwang in jeder Richtung mag ich nicht, er weckt bei mir Widerstände, hätte mich wohl eher entfremdet. Ich empfinde es heute so, dass Gott die ganze Zeit geduldig gewartet hat auf mich.
    Geändert von Gast5559 (14.09.2010 um 12:12 Uhr)

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast5559 für den sinnvollen Beitrag:


  7. #6
    Neuling
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    Standard Religöse Erziehung

    Hallo,

    eine gute Frage, die Du da stellst. Dazu kann ich sagen, das ich durchaus religiös erzogen wurde. Bin schon immer religiös gewesen in meinem Herzen. Denn: Gott war immer bei mir.
    Der Herr ist auch durchaus mein Arzt. Immer, wenn ich Kummer oder Sorgen habe, rede ich mit dem Herrn. Letztes Jahr habe ich mich sogar taufen lassen (Erwachsenentaufe).
    Es war der größte Moment in meinem Leben, mein Leben ganz Jesus hinzugeben.
    Das würde ich jedem von Euch raten.
    mit freundlichem Gruß
    mausie

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