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Thema: Religion als Krankheit?

  1. #1
    TTS
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    Standard Religion als Krankheit?

    Vor knapp 10 Jahren ist mein Schwager Babtist geworden. Anfangs war alles normal, er ging zur Kirche, sang dort, betete und was man dort sonst noch alles macht. Heute ist er total besessen von der babtistischen Kirche. Er fängt an in Zügen zu predigen, bei jeglicher Konservation zitiert er aus der Bibel und und und. Er wirkt erschöpft, magert ab und hat schon ernsthafte Probleme im Job - sein Chef deutete schon an, ihn bald nicht mehr tragen zu können.

    Er ist ein erwachsender Mann, aber er scheint wirklich psychologisch krank zu sein, so zumindest unsere Meinung. Wie kann man so jemanden zurück in sein realistisches Leben holen?

    Ich habe mal davon gelesen, dass man von Sekten besessene Leute nur entführen lassen kann, wo sie dann von Spezialisten solange bearbeitet werden, bis sie normal sind. Aber das kann ja keine Lösung sein, weil vorallem nicht legal. Auch haben wir schon daran gedacht, ihn zu einem Psycholgen zu schicken, jedoch wird er nicht freiwillig dort hingehen.

    Wir sind inzwischen echt ratlos und würden ihn gerne wieder normal sehen...

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Es git tatsächlich einige psychiatrische Krankheitsbilder, wo der Religionswahn eine Rolle spielt. Es ist natürlich aus der Ferne heraus schwer zu sagen, ob es bei Deinem Schwager übertriebene Religiosität ist, oder schon krankhaft. Was sagt denn seine Frau dazu?
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. #3
    TTS
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    Meine Frau ist nur noch genervt, da man mit ihm fast keine normalen Gespräche mehr führen kann. Er zitiert bei so fast jedem Thema aus der Bibel. Hinzu kommt, dass er fast sein ganzes Geld der Kirche geben möchte, was jedoch manchmal zum Glück von meiner Schwiegermutter verhindert werden kann.

    Vor seiner bibeltreuen Zeit war er stolzer Soldat, ging viel Tanzen und hat Ab und Zu auch mal Alkohol getrunken. Wenn heutzutage Familienfeiern sind, bleibt er vor dem Haus oder geht Spazieren, weil auch Alkohol getrunken wird.

  4. #4
    Gast784
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    hallo TTS,

    klingt für mich danach, als würde er eigene innere Konflikte mit der Religion zudeckeln und müsste daher alles nach aussen projezieren, was er für sich selbst nicht bewältigt hat. Darum tritt er als Moralapostel und Missionar auf.

    Mich erinnert das an eine Szene aus dem Film "wie im Himmel", wo auch der Dorfpfarrer aufgrund seines eigenen Unvermögens die Gemeinde und vor allem seine Frau tyrannisiert und sie ihn dann schließlich verlässt, nicht ohne ihm dermaßen die Meinung zu geigen, dass man als Zuschauer am liebsten Beifall klatschen will. Weil sie genau diese Doppelmoral da ans Licht bringt.

    Einer, der sich den eigenen Themen nicht stellen will und statt dessen eine Leidenschaft entwickelt für etwas, mit dem er die zudeckeln kann, egal ob Alk oder Religion, den wird man nicht ändern können. Der ändert sich bestenfalls selbst, wenn er einen entspr. Leidensdruck hat, weil ihn z.b. die liebsten verlassen haben. So hart es klingt. Aber alles andere wird nicht fruchten.

    Wahrscheinlich nichtmal das, weil er ja mit seinem Religionswahn, im Gegensatz zu nem Alkoholiker, ein "angesehenes" Mitglied der Gesellschaft ist und vll werden seine Bestrebungen dann noch schlimmer. Aber die Angehörigen müssen dann nicht mehr drunter leiden, wenn sie sich abgewendet haben. Dann ist es sein Bier.

  5. Die folgenden 5 Benutzer bedankten sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Anna55 (01.07.2010),Natz (29.05.2010),Osterinsel (30.05.2010),TTS (30.05.2010)

  6. #5
    TTS
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    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    Einer, der sich den eigenen Themen nicht stellen will und statt dessen eine Leidenschaft entwickelt für etwas, mit dem er die zudeckeln kann, egal ob Alk oder Religion, den wird man nicht ändern können. Der ändert sich bestenfalls selbst, wenn er einen entspr. Leidensdruck hat, weil ihn z.b. die liebsten verlassen haben. So hart es klingt. Aber alles andere wird nicht fruchten.
    So sehe ich das ja auch. Es ist nur schwer zu ertragen, nur zuschauen zu können und zu sehen, wie er sein Leben religiös kaputt lebt, seine Chancen verbaut und uns damit nervt, keine ordentliche Gespräche mit ihm führen zu können und nur aus der Bibel zitiert zu bekommen.

  7. #6
    Schreibkraft Avatar von Osterinsel
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    Hallo TTS,

    hat denn schon mal jemand mit seinem Pfarrer darüber gesprochen? Was der dazu sagt, (oder der Rest der Gemeinde) daß eines seiner Schäfchen die Sache so übertreibt?

    Ansonsten würde ich mich vielleicht mal ernsthaft über das Thema "Einweisung" informieren (so hart das jetzt auch klingt), denn spätestens bei Eigen- und Fremdgefährdung wäre sowas schon angesagt! Und das Geld der Familie (oder ist es nur sein eigenes und die Familie sonst finanziell unabhängig?) wegzugeben würde ich möglicherweise schon als Fremdgefährdung einstufen, schließlich könnten da durchaus einige Existenzen mit auf dem Spiel stehen. Und ihm geht es ja wohl auch schlecht, und möglicherweise verliert er seinen Job (Eigengefährdung).

    Deine Frage war ja, was ihr tun könnt, deshalb hab ich den Pfarrer mit ins Spiel gebracht, weil der ja eine religiöse Autorität verkörpert, auf die dein Schwager vielleicht hören würde, falls noch etwas Zurechnungsfähigkeit da ist. Fallls der Pfarrer das Verhalten nicht unterstützt, natürlich.
    Hab keine Ahnung von Baptisten und wie die so drauf sind...

    Aber sonst könnt ihr glaub ich bei dieser starken Ausprägung nicht viel tun, außer euch selbst zu schützen... das Fatale am (fanatischen) Glauben ist ja, daß man ihm argumentativ nicht so gut beikommen kann...


    Liebe Grüße von der Osterinsel!
    Geändert von Osterinsel (30.05.2010 um 23:59 Uhr)
    "Life is intrinsically, well, boring and dangerous at the same time. At any given moment the floor may open up. Of course, it almost never does; that’s what makes it so boring.” ~Edward Gorey

  8. #7
    Verleger Avatar von Waris
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    Liebe Osterinsel, sorry, aber das ist definitiv kein Grund für eine Einweisung! Eigen- oder Fremdgefährdung ist so sicher nicht gemeint. Willst du ernsthaft jemanden zwangseinweisen lassen, weil er sein Geld den falschen Leuten gibt oder seinen Job verliert? Eigen- oder Fremdgefährdung gilt für Leib und Leben von sich selbst, andern oder für höher gestellte Rechtsgüter von andern. Wir leben in einem Rechtsstaat und da geht es Gott sei Dank nicht so schnell mit Zwangseinweisung. Wie oft ich on letzter Zeit hier dieses Wort gelesen habe...Leute, überlegt bitte einmal ganz genau, was das bedeutet!!!
    Sorry, OT: Zum Thema:
    Lieber Threadsteller,
    ich kann dich sehr gut verstehen und ich denke, deine Sorge ist berechtigt. Ich stimme Gaby zu, es ist eine Verarbeitung eigener Probleme, die aus dem Ruder gelaufen ist. Genauso war es bei einem weibl. Mitglied meiner Familie. Das ganze ging so aus, dass keiner mehr in der Familie miteinander redet. Alle weiblichen Mitgleider wurden plötzlich als Huren angesehen. Es artete in einen Wahn aus und alle andern Menschen, die diese Religion nicht ausübten waren schlecht.
    So schwer dies auch zu akzeptieren ist: Er ist ein erwachsener Mensch und dies ist sein Weg!
    Ich wünsche dir und deiner Frau, die Kraft es zu akzeptieren.
    Vielleicht sieht er irgendwann, dass es ihm nicht gut tut und auch nicht gottgewollt ist. Dann könnt ihr für ihn da sein.


    LG Waris
    Wenn Sie mich suchen, ich halte mich in der Nähe des Wahnsinns auf, genauer gesagt auf der schmalen Linie zwischen Wahnsinn und Panik, gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie.

    Ich bin frei und ich l(i)ebe es!!!

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Waris für den sinnvollen Beitrag:

    TTS (01.06.2010)

  10. #8
    TTS
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    Meine Schwiegermutter hat schon mit dem Pfarrer gesprochen, jedoch erfolglos. Er sieht meinen Schwager bzw. seinen Glauben ebenfalls als zu extrem an, freut sich aber seiner Gemeindezugehörigkeit. Ich glaube, er drückt 10% seines Gehalts an die Kirche ab.

    Ich weiß auch nicht viel von den Baptisten. Aber was ich über mein Schwager so mitbekomme, sind Baptisten für mich eine Sekte. Er ist nun knapp 30 und hat noch nie eine Freundin gehabt, weil selbst die eingefleischten Baptistinnen ihn für nicht mehr normal halten.

    Danke für alle Antworten! Uns bleibt wohl wirklich nur zuschauen, wie er sein Leben für Gott aufgibt. Wenn es nicht so weh tun würde, nur zusehen zu können...

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