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Thema: Religionspsychose

  1. #17
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    Zitat Zitat von A Day In The Life Beitrag anzeigen
    Hallo. Ich wollte euch bloß mal von meinem psychotischen Ausbruch erzählen. Das war Anfang Juni eine Zeit voller Wahn, Panikattacken und realer, sehr realer Paranoia.

    Während der Zeit habe ich auch viel mit mir selbst gesprochen, in Gedanken, und das nahm ich dann als Dialog mit meinem persönlichen Gott wahr. So kam etwas Spirituelles in mir hervor, was ich mir jahrelang nicht eingestehen wollte. Habe mir auch ein Buch zum Thema gekauft - "Der unbewußte Gott - Psychotherapie und Religion". Ich habe auch das Gefühl, dass in jedem etwas sehr Spirituelles schlummert.

    Und so kamen wirklich religiöse, wahnartige Ahnungen in mein Leben, die unheimlich wahr schienen. Fantasien vom Weltende zum Beispiel. Oder ich dachte, ich sei eine Wiedergeburt von Johannes, dem Täufer. Oder Jesus. Bekannte wurden plötzlich teuflisch, ich dachte, alle außer mir in meiner Familie seien vom Teufel besessen.
    Solche Geschichten waren das. Dazu kamen Halluzinationen im Augenwinkel (kennt jemand so etwas?) und Angst vor Poltergeistern.

    Ich wollte nur mal einen kleinen Überblick bieten -- ich plane, das auch irgendwann mal als Buch umzusetzen, weil das im Nachhinein eine umwälzende Zeit war.

    Über die Paranoia kann ich jetzt z.B. wieder etwas lachen, aber vieles prägt mich jetzt auch noch als "wieder psychisch Gesunder".
    So hat sich mein Weltbild ist jetzt definitiv spirituell ausgerichtet. Diese Krise hat ziemlich viel angestoßen. Ich habe sehr viele Deja-Vus, und glaube an frühere Leben und Wiedergeburt. Alles wirkt wie ein Traum, und selbst in der ganzen Sch... die ich im Leben durchmachen musste, sehe ich jetzt einen Sinn, wenn auch auf chaotische Weise.

    Ist vielleicht schwer nachzuvollziehen - meine Familie hat mich auch nicht verstanden und tut es immer noch nicht.
    Kurze private Frage:
    Konsum von Cannabis?

  2. #18
    Schreibkraft Avatar von A Day In The Life
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    Vor der Psychose nur Passivkonsum. Bei Potential kann es auch durch Alkohol ausgelöst werden.
    Geändert von A Day In The Life (01.05.2010 um 15:29 Uhr)
    "Ich stamme aus meiner Kindheit wie aus einem Land."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  3. #19
    Schreibkraft Avatar von Leo Navis
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    Zitat Zitat von A Day In The Life Beitrag anzeigen
    Tut ja auch nichts zur Sache, ob man es Satan nennt oder das triebhafte Es, ist ja wirklich egal. Hauptsache man setzt sich damit auseinander und wird ein besserer Mensch. Ich respektiere alle Glaubens- und Nichtglaubensformen.
    Das ist ja das krasse: Ich wurde kurzzeitig ein 'guter Mensch'. Ich log nicht, tat nichts, was irgendwie 'schlecht' sein könnte, verbot mir sogar, zu fluchen, aß nur noch gesund, lief den halben Tag durch die Gegend, entschuldigte mich tausend Mal, selbst wenn ich aus meiner Sicht gar nichts falsch gemacht habe; und die Umwelt? Nichts! Man sei 'etwas komisch' geworden, aber mehr auch nicht. Die merken überhaupt nichts, wenn sich in ihrer Mitte ein Mensch befindet, der sich komplett von alle dem, was die Menschen 'Sünde' nennen, gelöst hat.

    Und letzten Endes wird man fast der gleiche Mensch, der man immer war. So zumindest in meinem Fall. Ich habe mich in die Psychose rein entwickelt und aus der Psychose wieder heraus, und hinten und vorne steht das gleiche Resultat, mit leichten Differenzen in der Weltsicht, aber immer noch - und das nervt mich - genauso faul und unzuverlässig. Und man kann überhaupt nichts dagegen tun!

    'ne Psychose ist echt schon fies.

    'Demütigung beschleicht die Stolzen oft.' - Goethe

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