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Thema: Ruhelosigkeit als psychologisches Phänomen?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Ruhelosigkeit als psychologisches Phänomen?

    Hallo,

    meine Großmutter (mütterlicherseits; ihr Name bleibt natürlich geheim) ist des öfteren bei uns zu Besuch. Wenn sie da ist, sucht sie sich ständig irgendwelche Tätigkeiten im Haushalt. Selbst wenn es nichts mehr zu tun gibt, findet sie immer noch irgend eine sinnlose Sache, mit der sie sich beschäftigen kann. Sie ist ständig am werkeln und saubermachen. Wenn sie da ist, sehe ich sie nie einfach mal entspannen und ein Buch lesen etc., was alte Menschen sich durchaus gönnen dürfen, sondern immer nur am "Arbeiten".

    Das paradoxe daran ist, dass sie nicht einmal dann aufhört, wenn man sie darum bittet aufzuhören. Selbst wenn mein Vater sie spät abends bittet, endlich aufzuhören, sagt sie: "Nur dies noch." Zehn Minuten später bittet er sie erneut. "Nur das noch." So spielt sich das fort bis mein Vater zornig wird.

    Wie soll man mit so einem Charakterzug umgehen?

    Was könnten die Ursachen für diesen Drang sein, sich im Hause der Tochter ständig engagieren zu müssen? Ist in diesem Fall schon von einer psychischen Störung auszugehen?

    Danke

    Christian

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Standard

    Machen lassen, einfach machen lassen. Sie braucht das, sonst fühlt sie sich überflüssig. Es wäre ungerecht, sie deswegen zurechtzuweisen oder ihr gar eine Störung daraus zu interpretieren. Sie will nur helfen, sie kann eben nicht anders.

    Es ist sowieso keine gute Sache Diagnosen über Dritte einzuholen.

  3. #3
    Schreiberling
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    Blinzeln

    Meine beiden Großmütter sind so. Meine Mutter fängt auch schon an. Und ich befürchte, bei mir geht's auch schon los. Wenn man von kleinauf den Auftrag bekommen hat, in der Familie mitzuhelfen, sich einzubringen, sich nützlich zu machen, dann verinnerlicht man dieses Muster wohl. Mit brachialer Gewalt dagegen ankämpfen, würde die Person wohl sehr persönlich nehmen. Für manche heißt das gleich: "Wir wollen dich nicht mehr in unserer Nähe haben.". Vor diesem Satz fürchtet man sich extrem, aber es sein zu lassen, kommt einen dann auch zu nachlässig vor. Man will ja schließlich, dass es der Familie gut geht. Bei meiner Oma kommt oft noch das Problem dazu, dass sie sich am Ideal einer Mutter und Großmutter orientiert. Das heißt auch, die Meinungen der Gesellschaft beeinflussen auch noch einmal.

    Was macht denn deine Oma so den ganzen Tag? Wohnt sie mit jemanden, den sie kennt?
    Ich versuche die Leute immer mit jemandem zusammen zu bringen. Durch Events oder Vorschläge für ein gemeinsames Ausgehen. Klappte bisher noch nicht, auch wegen der falschen Bescheidenheit, dennoch ist es insgesamt ruhiger geworden. Ich schätze, das kommt eher durch die wenige Kommunikation. Mittlwereile merken sie, wenn sie mir auf die Nerven gehen.

    Ich glaube, solange ihr nicht allzu unfreundlich mit ihr seid und ihr alternative Vorschläge macht, kann das nicht zu sehr schaden. Auch würde ich die Leistungen anerkennen, aber höflich ablehnen, z.B. "Ist nett gemeint, aber das ist jetzt nicht nötig. Lass uns doch lieber zusammen ... machen.". Abgesehen davon ist sie ja immer noch Mutter und wahrscheinlich nur sehr pflichtbewusst. Eine Störung muss das echt nicht sein. Vollblutmamas übertreiben gerne...
    aufwachen, träumerle...!


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