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Thema: Scheidung der Eltern

  1. #1
    Neuling
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    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard Scheidung der Eltern

    Hallo zusammen,

    ich heiße Chris, bin 20 Jahre alt und lebe noch zu Hause.
    Außerdem habe ich eine Schwester, die 17 Jahre alt ist.

    Gestern habe ich durch Zufall ein Gespräch meiner Eltern mitbekommen, in dem sie sich über Trennung unterhielten und wie sie finanzielle und materielle Dinge aufteilen wollen.

    Das hat mich stark getroffen und raubt mir den Schlaf.
    Ich habe vorher nie so wirklich gezeigt, dass Familie für mich wichtig ist.
    Dennoch ist es für mich ein ganz wichtiger Punkt ,der mir sehr viel halt gibt, unbewusst.

    Meine Eltern sind 25 Jahre verheiratet und haben sich eigentlich auseinander gelebt.
    Aber mit meinen teilweise naiven Augen wollte ich das nicht sehen.
    So richtig ihre Probleme besprochen haben sie leider auch nicht.

    Am Anfang hatte ich einfach eine unglaubliche Wut in mir, habe Gründe bei beiden gesucht und mich für heilig Abend ausgeklinkt.
    In meiner Wut habe ich beiden auch ziemlich gemeine Dinge an den Kopf geknallt, die mir, nachdem ich sie ausgesprochen hatte, ziemlich leidtaten...
    Im Anschluss kam meine Mutter auch aufgelöst in mein Zimmer und hat mit mir die Sache relativ sachlich besprochen und mich gebeten heilig Abend dabei zu sein.
    Außerdem hat sie mich gebeten, nicht im Streit auseinander zu gehen.
    Ich hab mich schon wahnsinnig darauf gefreut, dass alle am Tisch sitzen, gemeinsam essen und wir alle Zeit der Welt an heilig Abend haben.......

    Der aktuelle Stand ist, dass meine Mutter erst mal bei uns wohnen bleibt, wir Weihnachten gemeinsam verbringen, so wie die Jahre davor und sie sich Anfang 2012 eine eigene Wohnung sucht.
    Meine Schwester würde dann mit ihr ausziehen, kann sich aber nicht mit den Gedanken anfreunden, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen. Freundeskreis etc.

    Mein Vater steht der Sache relativ hilflos gegenüber und versucht mich immer in belanglose Gespräche zu verwickeln, obwohl ich gar nicht mehr reden mag und kann, außer mit meiner Freundin.
    Es kommen Fragen wie: "Und schon drüber nachgedacht, wo du Leben möchtest?" oder "Na mal gucken wie das wird ohne sie."
    Ich antworte meistens mit: "Es interessiert mich nicht, lasst mich in Ruhe."
    Meine Schwester sucht auch ab und zu das Gespräch mit mir, aber so richtige Antworten kommen mir einfach nicht über die Lippen.
    Es ist irgendwie eine innerliche Sperre vorhanden, mit einem gewaltigem Kloß im Hals.
    Meinte Mutter meinte vor Monaten mal, ich wäre ein gefühlsmäßiger Eisblock, der leider bei der aktuellen Situation schmilzt und ich einen ständigen inneren Dialog führe.
    Oft analysier ich jedes einzelne gesprochene Wort in Gedanken.

    Irgendwie war alles so perfekt. Ich wurde vom Ausbildungsbetrieb unbefr. übernommen, trete 2012 meine erste Position als Leitungskraft an und habe mir vor Kurzem ein schickes neues Auto gekauft.
    Eltern, Familie waren alle sehr happy und stolz.
    Und nun?
    Der Schlag in die Fr****.

    Auch wenn ich es meiner Familie fast nie gezeigt habe das ich sie gerne um mich habe, war es jedes Mal ein schönes Gefühl alle bei Feiern am Tisch sitzen zu sehen.
    Keiner der zur Schicht muss oder so.
    Im Hinterkopf zu haben, dass man ein funktionierendes zu Hause hat war immer sehr beruhigend.
    Ich mache mir Gedanken, wenn die Schwester zur später Stunde noch nicht zu Hause ist oder der Vater bei Eis und Schnee zur Schicht gefahren ist. Umgekehrt natürlich genauso.

    Irgendwie möchte ich hier wohnen bleiben, in meiner gewohnten Umgebung.
    Auf der anderen Seite würde ich ja dann ständig in alten Erinnerungen leben, bzw. oft daran erinnert werden, wie es früher einmal war.
    Eine eigene Wohnung könnte ich mir ohne Probleme nehmen, aber dann wäre mein Vater natürlich ganz alleine und das kann ich ihm eigentlich nicht antun und möchte es auch nicht.
    Es muss doch auch einer für ihn da sein.

    Naja mit meiner Freundin habe ich auch schon viel geredet, mir viele Ratschläge angehört.

    Ich weiß, universal Lösungen gibt es leider nicht, die kann einem glaube ich keiner geben.
    Ich möchte einfach nur nicht, dass es mich innerlich weiter auffrisst und meine Arbeit nicht davon beeinflusst wird.
    Zu mal wir in der Familie schon etliche Fälle von Depression haben.
    Mutter, Tante, Onkel, Couseng (16J.). Ich will einfach nicht auch noch in so ein Loch fallen.
    Ich bin einfach nur auf Eure Antworten gespannt.
    Irgendwie habe ich auch schon mit dem Gedanken gespielt, mir Hilfe bei Beratungsstellen vor Ort zu holen.
    Es zerfrisst mich irgendwie, ständig höre ich: "Alles ok, du klingst so ernst." Oder "Du siehst nicht gut aus, alles ok?."
    Und dann muss ich ganz gewaltig eine innerliche Faust machen.


    Danke für Eure Antworten im Voraus.

    EDIT: Wir sollen es auch noch geheim halten gegenüber Familie und Freunden.
    Geändert von chris1234 (18.12.2011 um 20:39 Uhr)

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Hallo Chris,

    und das vor Weihnachten, habe ich gerade so gedacht.

    Aber das Leben nimmt leider keine Rücksicht, zu welcher Zeit es uns solche Belastungen aufbürdet.

    Es fällt mir nicht leicht, und trotzdem sage ich: Rette deine Haut. Ihre Scheidung und Trennung ist Sache deiner (eurer) Eltern. Sie sind alt genug, um diese Dinge zwischen sich und ohne euch zu regeln.

    Regelt eure Dinge, deine Schwester und Du. Seht zu, dass ihr in den Scheidungswirren nicht mehr Schaden nehmt als unbedingt nötig. Ich weiß nicht, wie die Unterhaltsfrage dann für euch zu regeln ist. Aber wie ich vermute, seid ihr beide, deine Schwester und Du, noch unterhaltsberechtigt.

    Das solltet vorab gemeinsam mit euren Eltern klären. Falls es da Probleme gibt, sucht euch einen Anwalt. Deine Schwester wird auf jeden Fall noch durch das Jugendamt vertreten. Auf jeden Fall erhaltet ihr Prozesskosten-Hilfe und müsst weder Gerichts- noch Anwaltkosten zahlen. Entsprechende Anträge können dein, bzw. eure Anwälte bei Gericht einreichen.

    Vielleicht habt ihr auch die Möglichkeit, wenn ihr das wollt, zunächst mal gemeinsam in eine Art betreutes Wohnen für Jugendliche zu gehen. Da hilft euch das Jugendamt.

    Für eure Eltern ist die Situation bestimmt auch nicht einfach. Denk dran: Sie sind und bleiben eure Eltern, egal, wie die Sache endet. Deshalb: Versucht, den Kontakt zu beiden (!!!) zu halten. Aber mischt euch nicht ein, bezieht nicht Stellung für Vater oder Mutter.

    Über kurz oder lang wären deine Schwester und Du sowieso aufgebrochen. Jetzt wirft euch das Leben etwas früher aus dem Nest.

    Ihr schafft das. Bestimmt. Und, wo ihr Hilfe braucht, da holt sie euch.

    Ich wünsche euch trotzdem eine gute Zeit,

    Paperback

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Hallo Chris,

    und das vor Weihnachten, habe ich gerade so gedacht.

    Aber das Leben nimmt leider keine Rücksicht, zu welcher Zeit es uns solche Belastungen aufbürdet.

    Es fällt mir nicht leicht, und trotzdem sage ich: Rette deine Haut. Ihre Scheidung und Trennung ist Sache deiner (eurer) Eltern. Sie sind alt genug, um diese Dinge zwischen sich und ohne euch zu regeln.

    Regelt eure Dinge, deine Schwester und Du. Seht zu, dass ihr in den Scheidungswirren nicht mehr Schaden nehmt als unbedingt nötig. Ich weiß nicht, wie die Unterhaltsfrage dann für euch zu regeln ist. Aber wie ich vermute, seid ihr beide, deine Schwester und Du, noch unterhaltsberechtigt.

    Das solltet vorab gemeinsam mit euren Eltern klären. Falls es da Probleme gibt, sucht euch einen Anwalt. Deine Schwester wird auf jeden Fall noch durch das Jugendamt vertreten. Auf jeden Fall erhaltet ihr Prozesskosten-Hilfe und müsst weder Gerichts- noch Anwaltkosten zahlen. Entsprechende Anträge können dein, bzw. eure Anwälte bei Gericht einreichen.

    Vielleicht habt ihr auch die Möglichkeit, wenn ihr das wollt, zunächst mal gemeinsam in eine Art betreutes Wohnen für Jugendliche zu gehen. Da hilft euch das Jugendamt.

    Für eure Eltern ist die Situation bestimmt auch nicht einfach. Denk dran: Sie sind und bleiben eure Eltern, egal, wie die Sache endet. Deshalb: Versucht, den Kontakt zu beiden (!!!) zu halten. Aber mischt euch nicht ein, bezieht nicht Stellung für Vater oder Mutter.

    Über kurz oder lang wären deine Schwester und Du sowieso aufgebrochen. Jetzt wirft euch das Leben etwas früher aus dem Nest.

    Ihr schafft das. Bestimmt. Und, wo ihr Hilfe braucht, da holt sie euch.

    Ich wünsche euch trotzdem eine gute Zeit,

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