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Thema: Scheidung meiner Eltern + schlechtes Verhältnis zur Mutter

  1. #1
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    Standard seit Scheidung noch schlechteres Verhältnis zur Mutter

    Hallo liebe Psycho-Forumler/innen,
    ich bin neu hier und habe mich hier angemeldet, weil ich Hilfe, Tipps, Rat etc. zur Beziehung mit meiner Mutter brauche. Ich bin 24 und wohne seit 4,5 Jahren allein (bzw. seit 1,5 Jahren mit meinem Freund zusammen) und kam noch nie mit meiner Mutter gut klar –außer als ich noch ein Kind war. Ich wollte am liebsten schon mit 16 ausziehen, was ich mir finanziell aber nicht leisten konnte. Ich fühlte mich ständig unter Druck, erpresst (emotional), falsch und dachte auch dass die Streitigkeiten innerhalb der Familie ich zu verantworten hätte, weil ich nicht so war, wie es meine Mutter von mir erwartete. Es geschahen einige unschöne Dinge über die bis heute nicht offen –seitens meiner Mutter- geredet wurden. Dazu zähle ich vor allem die jahrelange Affäre mit einem Bekannten.
    Als ich mit 20 dann endlich auszog, hoffte ich auf ein besseres Verhältnis zu meinen Eltern und insbesondere zu meiner Mutter. Aber die Situation wurde nicht besser. Wenn ich da war, um Wäsche zu waschen – erwartete meine Mutter, dass ich auch gleich die Wäsche der Familie mit wasche. Oder dass ich Abendbrot mache oder oder oder… Ich war quasi noch Mitglied der Wohngemeinschaft. In meiner Wohnung musste ich auch erst lernen, dass ich einfach Dinge tun kann ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben – immer hatte ich das Gefühl meine Mutter würde mir im Nacken sitzen..
    Jedenfalls verfiel meine Mutter schon in der letzten Zeit als ich noch zu Hause wohnte, in eine Depression. Niemand wusste, was los war… Immer lag sie im Bett. War unzufrieden mit jedem und allen. Verschwieg uns, dass sie in Therapie war. Angeblich hatte sie auch einen Selbstmordversuch hinter sich – sei dann aber aus Angst ins Krankenhaus gefahren.

    Schließlich kam sie dann in eine Kur. Und in der Zeit spürten mein Bruder, mein Vater und ich, dass plötzlich eine Last weg war. Ich war wieder gern zu Hause. Wir konnten über alles Mögliche reden. Als sie über Weihnachten kurz wiederkam von der Kur, spürte man förmlich die Anspannung. Wir waren unsicher, wie wir uns verhalten sollten, damit sie nur nicht böse wird…
    Als sie wieder zur Kur war, fragte mich mein Vater, wie ich das sehe zwecks Trennung usw. Ich meinte, dass es wohl besser wäre. Die Trennung verlief sehr makaber. Per Sms. Mein Vater hatte unterdessen schon eine Neue (mit der er bis heute auch zusammen ist). Als Mutti zurück kam von der Kur, wohnte mein Vater bereits woanders…Es gab keine Aussprache mehr zwischen den Beiden – bis heute nicht…

    Momentan ist es so, dass meine Mutter sich einsam fühlt; von mir verlassen, von meinem Bruder verlassen (er wohnt bei meinem Vater weil es mit Mutter nur Streit gab), redet schlecht über mich, redet bösartig mit mir und wünscht sich Mitleid von mir. Allerdings kann ich ihr kein Mitleid aussprechen – weil sie ihre Affäre totschweigt und alle Schuld meinem Vater bzw. Anderen ausspricht. Sie sieht sich in der Opferrolle und hält auch nur zu Menschen Kontakt, die sie bemitleiden.

    Meine Oma meint, sie könne mich nicht loslassen und sei deshalb so zu mir. Aber das hilft mir auch nicht weiter. Zurzeit mauert sie. Geht nicht mehr an ihr Telefon, wenn ich sie anrufe, antwortet mir auf keine Sms oder E-Mail…Sie schickt mir lediglich Formulare zu bei denen es um finanzielle Dinge geht (BAföG, Kindergeld,…) ohne Vorwarnung. Meiner Meinung nach ist das wieder ein erpresserischer Versuch. Sie schmollt solange bis ich ankomme und mich schuldig fühle und sie um Verzeihung bitte.
    Aber ich will da nicht mehr mitmachen. Ich möchte, dass diese Machtspiele aufhören, sie mich akzeptiert wie ich bin und mich mein Leben leben lässt. Nur weiß ich nicht, wie ich da raus komme und es in positive Bahnen lenke…Habt ihr Ideen dazu?
    Geändert von Grüblerelli (30.07.2009 um 11:48 Uhr)

  2. #2
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    Standard

    Hallo Grüblerelli,

    du hast das Spiel doch durchschaut. Du hast ein Recht darauf, dass deine Mutter ihr Unglück nicht bei dir deponiert. Sie will etwas von dir, was sie dir gar nicht gibt und vielleicht auch nie gegeben hat. Deine Schuldgefühle sind ihre Waffe und sie ruinieren dein Lebensglück und die Energie, die du brauchst um dir ein eigenes Leben aufzubauen. Fragt deine Mutter denn wenn du sie besuchst, wie es dir geht und wie sie dich unterstützen kann? Interessiert sie sich ehrlich für dein Leben, das ja erst am Anfang steht, und nimmt aufrichtig Anteil? Die Leiden deiner Mutter wenn du dich ihr verweigerst, sind Entzugserscheinungen des Machtverlustes über einen einstmals abhängigen Menschen.

    Stelle dir vor, irgend ein anderer Mensch würde dich so unter Druck setzen und dich auf diese Art ausbeuten. Ich denke, du würdest auch sofort auf die Antwort kommen, wie du dann da raus kommst.

    Viele Grüße

    Chris-K
    Geändert von Chris-K (28.08.2009 um 14:12 Uhr)

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