Der Geruch getrockneter Feigen ließ mich aufschrecken. Geschlafen hatte ich nicht, nur ein wenig die Lider ausgeruht. Sie einige Momente aufeinander gelegt um sie der ständigen Reibung durch blinzeln zu entziehen. Ein sonniger Tag glänzt mir entgegen. Er bahnt sich seinen freudigen Weg durch dickes Mauerwerk um mir ein Lächeln zu entlocken. Ein Lächeln das permanent auf meinen Lippen liegt. Joker werde ich bereits genannt. Ein wundervoller Name, der Klang, die Buchstaben, wie sie aneinandergekettet…
Rot wäre die richtige Farbe für mein Zimmer, ich sollte es sofort Rot streichen, oder vielleicht lieber ein Buch lesen. Eines mit vielen Bildern. Ich mag Blumen. Blumen machen mein Leben blumiger., flouristischer, botanischer. Tolle Worte, tolle Worte die meinem Mund da entspringen. Ich singe sie vor mich hin, tanze dazu und höre diese Melodie. Immer begleitet sie mich, wie mein Innerer Soundtrack. Eine ruhige freudige Hintergrundmusik die mein Leben begleitet.
Heute ist ein wundervoller Tag, ich sollte die Zeit nutzen und mich mit Lebensmitteln eindecken.
Lebensmittel, trotz ihrer Einfachheit sind sie es letztendlich, die meinen exotischen Körper am Leben erhalten, die mich in dieser wundervollen, farbenprächtigen Welt bleiben lassen. Sie sind es die …
Zimt ist ein guter Beigeschmack, alleine verwendet dient er für keinerlei Leckerei, doch vermengt mit anderen Utensilien, wie Zucker, wird er zum wahren Genuss. Vielleicht sollte man auch andere Zutaten, die eine Verwandtschaft mit Zimt anstreben vermengen und somit das
Geschmackserlebnis im Allgemeinen völlig reformieren.
Eugen schenkt mir ein Lächeln, auch ich lächle ihm zu. Mein Zimmer ist bereits rot. Schnell hatte ich die arbeit getan, schnell war der Blumenhain inmitten dieser roten Pracht gemalt. Ein wundervoller Anblick.
Langsam verlasse ich den Raum, wandere über die regenbogenfarbenen Straßen unserer Stadt, werde von der gigantischen Menschenmenge angelächelt. Jeder einzelne schenkt mir ein Lächeln, ein Nicken zum Gruß und manche reichen mir sogar die Hand. Ich benötige oft Stunden von meinem Zimmer bis zum Supermarkt. Die Regale sind gefüllt mit Leckerein. Lebkuchen, Marzipan, Schokolade. Nichts anderes und dennoch bin ich Gesund. Die Forscher sind verrückt. Sie denken, die Menschen benötigen Vitamine und Süßigkeiten machen Dick. Vitamine sind doch ebenfalls in Süßigkeiten drin. Genug zum überleben und meine Zähne sind kerngesund. Nun ist der Glanz der Sonne giftgrün. Herrlich wie sich die Farbe und Gestalt der Welt ständig verändert, immer neue Maske aufsetzt um mir zu gefallen. Niemals das Selbe, immer Neu.
Eugen hat mich zum Supermarkt begleitet, er redet mir oft gut zu oder applaudiert wenn ich wieder einmal die richtigen Worte finde.
Er meint, manche Leute würden mich nicht verstehen, wenn ich mal wieder vom Blau der Sonnenstrahlen rede, oder ihnen meine Theorie über die Walnuss als Präsident erläutere. Er meint sie seien Engstirnig und viel zu beschränkt in ihrer Weltanschauung. Ich sag ihm dann
immer, dass sie wohl nicht zuhören wenn er mit ihnen spricht.
Feucht kitzelt mich der Mond heute Abend. Er erfreut sich daran meine Knochen zu durchnässen und sie ganz weich und glitschig zu machen. Auch mir gefällt es, da es mir ermöglicht mich selbst zu sehen. Er streichelt mich, knabbert Waffeln und singt das Lied von “Lady Sunshine und Mr. Moon“. Ein toller Song mit einem Merkwürdigen Text.
Ich verstehe den Hintergrund einfach nicht. Warum sollten sie sich nie zu Gesicht bekommen?
Zugleich ertönt der Soundtrack nun beängstigend. Er vermittelt eine Bedrohung und tatsächlich rast im selben Moment ein Ufo nur um Haaresbreite an mir vorbei. Zur Entschuldigung winken mir blau gepunktete Hände aus einer kleinen Luke entgegen und ein erschrecktes “ENTSCHULDIGUNG!“ ertönt auf klingonisch, mit metallischer Stimme.
Ich vermute dieser Irre hat zu oft auf Haiti gelebt, zumindest hat er eine Haitianische Frau mit Zöpfen, das hab ich klar an den Punkten erkannt.
Nun bin ich bereit. ich gehe zu Bett. Wieder ein wundervoller Tag vorbei. Die Sonne winkt mir entgegen, gibt dem Mond einen duftenden Kuss und gesellt sich dann zu mir, in die flauschigen Laken einer Satindecke.


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