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26.08.2010, 22:42
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#1 (permalink)
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Gast
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Schizophrenie
Was ist eigentlich "schizophrenie"
gelesen habe ich im Artikel "http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/news/psychische-stoerung_aid_114116.html" dass die Symptome Wahnvorstellungen und Halluzinationen sind.
Meine Frage ist; Wo genau ist da die Grenze?
Was genau sind Wahnvorstellungen? Muss ich mir darunter vorstellen, dass man irgendwelche Dinge sieht die nicht da sind? Mit "irgendwelchen Dinge" meine ich echte Dinge, die man anfassen kann. Kann aber eine Wahnvorstellung auch sein, dass wenn man zum Beispiel auf einem Fahrrad sitzt und man weiß dass die Klingel funktioniert und auf einmal funktioniert sie nicht mehr und man vermutet dass jemand dich ärgern wollte und sich dabei ganz sicher ist, weil man das zum Beispiel selbst vor einer Woche bei jemanden gemacht hat.
Sagen wir mal es war in diesem Fall Zufall. Was ist in diesem Fall. Ist es auch eine Wahnvorstellung? Ist man nun Schizophren?
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30.08.2010, 01:41
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#2 (permalink)
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Gast
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möchte mal das thema erweitern... und zwar handelt es sich hier um die paranoide schizophrenie..
Mein freund nimmt tabletten um die krankheit quasi in schach zu halten.. aber ich habe immer das gefühl dass er sie nicht wirklich annimmt.. er klingt so schon recht abgestumpft wenn es darum geht.. so ala "ich knall mir mal die tabletten"
und ich muss auch sagen, dass ich es sonst auch nicht so ernst genommen habe.. und so dachte: "ach das ist doch alles psycho-quark"
nur habe ich jetzt gelesen dass es ja auf jeden fall wichtig ist sich mit seiner krankheit zu beschäftigen, weil es nur so eine heilungswahrscheinlichkeit gibt. das hat er auch getan, also auch schon vor meiner zeit.. er nimmt nämlich schon sehr lange die tabletten und habe ich auch gelesen dass es ja auch eben therapieformen gibt, wie zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie... und die besagt ja eigentlich dass man die tabletten nur anfangs zu beginn der therapie nehmen sollte und dann wieder langsam absetzen sollte während der therapie, weil sonst die rückfallquote wohl recht hoch ist... Er ist ja in therapie, und er möchte eigentlich gesund sein... aber mich beschleicht manchmal das gefühl, dass er manchmal nicht besonders einsichtig ist.. er will und will alles tun aber macht es dann nicht, er belastet mich damit auch nicht, so is nich... wie habe ich das zu werten, wie habe ich damit umzugehen? also so aus seinen aussagen scheint doch die behandlung total versagt zu haben oder? oder kann man die krankheit denn wirklich behandeln? kann man wirklich geheilt werden oder ist das etwas, das man quasi unterdrückt... also irgendwas lässt mich nämlich daran zweifeln weiß auch nich
irgendwie macht das nicht so richtig sinn.. ich möchte ihm ja helfen, nur ich weiß nicht wie.. ich mache ihm so viele vorschläge was er tun kann, denn ich glaube da an ihm, dass er eigentlich gesund ist...nur möchte er nicht annehmen meine hilfe... gibt es wirklich hilfe, kann ich dem irgendwie entgegenkommen? wie kann ich es ihm leichter machen? Mache ich es falsch?
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09.09.2010, 22:39
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#3 (permalink)
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Gast
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Ja ob es da wirklich Hilfe gibt, ist sehr fraglich. 
Ich spreche aus eigenen erfahrungen, war mal beinahe 10 Jahren mit jemandem zusammen, der das gleiche hatte. Es ist damals schwer eskaliert, ich bin am ende noch bedroht worden, sodas ich in ein Frauenhaus flüchten mußte.
Er weigerte sich auch immer wieder zeitweise seine Tabletten zu nehmen und ließ sie dann auch heimlich weg.
Es war eine sehr Nerven aufreibende Zeit, er wollte von mir auch nichts annehmen dies bezügl. Wir Heirateten auch und bekamen ein Kind zusammen.
Als sein verhalten dann noch auffälliger wurde und ich deshalb um unsere sicherheit bangen mußte, floh ich dann mit einer Ausrede aus der Wohnung und kam nie mehr wieder zurück, anderst währe ich ihn niemals losgeworden.
Ich denke nicht, das soetwas heilbahr ist, noch heute höre ich von leuten, die meinen damaligen kennen, das er immer noch so ist.
Das ganze ist jetzt seit der Trennung von ihm auch schon wieder 10 Jahre her.
Man kann mit dieser Krankheit in einer Beziehung nur einigermaßen gut leben, wenn derjenige regelmäßig seine Tabletten weiter nimmt, vorausgesetzt sie wirken auch richtig und er selbst von alleine an sich arbeitet.
Lg von Silvesterkid3112!
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13.09.2010, 14:02
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#4 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 9
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Schizophrenie ist eine Krankheit die in Schüben verläuft. Während eines Krankheitsschubs haben die Betroffenen in der Regel keine Krankheitseinsicht. Sie fühlen sich normal gesund und erleben ihren Wahn als Real und können nicht glauben das andere es nicht so sehen.
Je jünger ein Erkrankter bei Ausbruch der Krankheit war desto ungünstiger kann es für den Verlauf der Krankheit sein. Es spielen natürlich noch mehr Faktoren eine Rolle. Es kann sein das Erkrankte viele Jahre keinen Schub haben.
Es ist mit Sicherheit nicht leicht mit einem Erkranktem zusammen zu leben. Medikamentöse und andere Therapien sind aber absolut erforderlich. Schon um Eigen und Fremdgefährdung möglichst klein zu halten.
Liebe Grüße
bluemerle
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19.10.2010, 13:19
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#5 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 18.10.2010
Beiträge: 5
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Schizophrenie bricht im jungen Erwachsenenalter aus und verläuft in Schüben, dieser dauert einige Zeit, klingt dann ab. Mit jedem Schub besteht die Gefahr, dass sich der Mensch immer mehr verändert. Der Residualzustand bezeichnet das, was "noch übrig bleibt", wenn die schizophrene Phase vorbei ist. Wenn jemand mehrere schizophrene Phasen durchgemacht hat, wird er nicht mehr so, wie er mal war, es bleibt "etwas zurück".
Angst und Misstrauen sind vorherrschende Gefühle. Die medikamentöse Therapie ist in der akuten Phase am wichtigsten.
Die Ursache der Schizophrenie ist noch ungeklärt. Man weiß aber, dass Medikamente auch Halluzinationen auslösen, ob sie diese Krankheit auch auslösen, darüber ist man sich noch uneinig.
Viele stellen sich darunter vor, dass ein an Schizophrenie Erkrankter sich z.B. für Napoleon hält.
Das Kernsymtom der Schizophrenie ist die Störung des Denkens. Wahnvorstellungen u. Halluzinationen sind die "Grundlagen" der Schizophrenie. Schizophrenie ist die Krankheit, die man gemeinhin als Wahnsinn bezeichnet. Das Verhalten und die Sprache dieser Menschen erscheint dem "Normalen" auf seltsame Weise verdreht. Die Patienten leiden meist sehr unter den Symptomen, werden von Ängsten heimgesucht, hören Stimmen, haben Halluzinationen und sind trotzdem fast immer selbst unfähig zu erkennen, dass es sich um eine Kranheit handelt. Es fehlt die Krankheitseinsicht, was typisch für Schizphrenie und ihre Problematik ist. Die Betroffenen glauben z. B., dass eine unbekannte Macht sie beeinflusst, ihre Gedanken lesen kann oder dass man sie töten will. Oder sie haben dass Gefühl, dass alle über sie reden--> Beziehungswahn, in Steigerung ganz intensiv, permanent vorhanden. Alles was gesagt wird, wird auf einen selbst bezogen.
Sie leiden unter Konzentrationsstörung, haben Denkstörungen --> können sich nichts merken, man bezeichnet das als "Gedankenentzug", was typisch für eine schizophrene Phase ist. Auch kann es sein, dass sie sich wie "eine leere Hülle" fühlen, ---> Störung des "Ich-Erlebens". Gefährlich wird es, wenn die Betroffenen Stimmen hören. Z.B. kann es dann zu Fremdgefährdungen kommen, wenn diese Stimmen ihnen befehlen, z.B. einen Menschen zu töten - oder auch sich selbst. Die Suizidgefahr ist ernst zu nehmen bei Wahnvorstelllungen/Halluzinationen. Wahnvorstellungen sind Denkstörungen, die durch Argumentieren nicht zu korrigieren sind.Aus psychoanalytischer Sicht bietet der Wahn die Möglichkeit, quälende Selbstvorwürfe und Selbstanklagen nach außen in die Umwelt zu verlagern. Wahnvorstellungen können Begleitsymtome unterschiedlicher psychiatrischer Erkrankungen sein.
"Mitspielen" im Wahnsystem, bestätigen von Wahninhalten, streiten, widersprechen oder mit Argumenten widerlegen, sind Verhaltensweisen, die dazu führen können, dass man selbst in das Wahnsystem eingebaut wird. Dann heißt es, dass man auf Abstand zu dem Betroffenen gehen muss, derjenige muss aus der Pflege/Betreuung des Betroffenen herausgenommen werden. Grund ist das Misstrauen des Erkrankten.
Ängste und Ansichten des Betroffenen müssen akzeptiert werden, Betreuende müssen aber beider Wahrheit bleiben. Wichtig sind, klare Absprachen zu treffen und diese unbedingt einzuhalten. Wertschätzung, aufrichtiges ehrliches reden, positives Loben können Vertrauen aufbauen.
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19.10.2010, 14:03
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#6 (permalink)
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Schreiberling
Registriert seit: 10.10.2010
Ort: Unweit des Flusses, aber nicht nahe am Wasser.
Beiträge: 328
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Hallo kavala2r.
Schizophrenie ist eine psychotische Erkrankung. Es gibt drei Arten von Psychosen, neben der Schizophrenie, noch die uni- und bipolaren Psychosen die in depressiven und/oder manischen Schüben verlaufen können (aber lange nicht jede Depression oder Hypomanie ist eine Psychose!) und es gibt Mischformen, die dann schizo-affektive Psychosen genannt werden.
Schozophrenien betreffen primär das Denken, die uni- und bipolaren mehr den Antrieb und die Affekte, die schizo-affektiven liegen in der Mitte.
Du fragstest nach der Grenzlinie und ich möchte diese ganz allgemein auf alle Psychosen erweitern. Es ist schon so, dass die klassischen Formen wahnhaft oder verrückt erscheinen können, man spürt genau das dann auch, wenn man mit solchen Menschen zusammen ist.
Wer offen halluziniert, sich für Marie oder Napoleon hält, wahnhafte Größenideen hat – ohne Geld zu haben mal eben einen Porsche kauft um schnell zur Bundeskanzlerin zu fahren und ihr Ideen zur Rettung von Deutschland zu unterbreiten, da die sich sicher dafür intertessieren wird – Verfolgungsgefühle, dass sich Nachrichtensprecher und CIA gegen einen verbündet haben, oder man Schuld für Geschehnisse auf sich nimmt, für die man nach allgemeinem Ermessen gar nicht schuldig sein kann, Kriege, Erdbeben, Währungscrash, aber auch Todesfälle im Umfeld, wer also diese Verhaltensweisen zeigt, ist leicht zu erkennen.
Das sind relativ offensichtliche Formen, doch die Grenze verläuft subtiler und beschreibt den Realitätsverlust. Der liegt häufig bei atypischen Psychosen vor und ist dadurch definiert, dass sich der Bereffende nicht in allgemeine Erwartungen der Gesellschaft (das was normalerweise sein sollte) empathisch einfühlen kann.
Das heißt, es kommt nicht unbedingt darauf an, was man tut:
Wer nackt im Regen tanzt und weiß, dass den meisten das verrückt vorkommt, ist also nicht psychotisch. Wer aus irgendwelchen Gründen bei traurigen Ereignissen immer lächelt und darauf angesprochen sagt: „Ja, das ist ein Problem, was ich habe, die Leute müssen ja meinen, ich sei ein Sadist.“, der ist auch nicht psychotisch.
Spricht man jedoch jemanden auf ungewöhnliches Verhalten an und der kann überhaupt nicht verstehen, was einem am eigenen Verhalten komisch vorkommt.
Ein Therapeut wird von einer Klientin in der ersten Stunde zu Beginn der Sitzung in den Arm genommen und geküsst, darauf angesprochen sagt sie: „Ach seien sie doch kein Trauerkloß.“ das wäre ein Hinweis auf eine atypische Psychose.
Also nicht die „Schwere“ der „Verfehlung“ ist das Indiz, sondern die Fähigkeit zu kapieren, dass anderen das merkwürdig erscheint und wie die normalen Erwartungen wären.
Weiterhin ist typisch, dass psychotische Menschen, wenn man sich mit ihrem Verhalten konfrontiert sich desorganisieren und psychisch in sich zusammenfallen, d.h. die Symptome verstärken sich.
Hilft Dir das weiter?
Gruß,
Carsten
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19.10.2010, 14:54
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#7 (permalink)
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Schreibkraft
Registriert seit: 22.10.2008
Beiträge: 168
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Moin,
Ich selbst habe damals die Diagnose 'paranoid halluzinatorische rezidivierende Psychose' bekommen. Mein Psychotherapeut geht zwar mittlerweile davon aus, dass das ganze eher eine 'stinknormale' Drogenpsychose sei, die nicht wieder komme, nähme ich keine Drogen mehr, aber naja.
Zitat:
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Was genau sind Wahnvorstellungen?
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Ich hatte Sündenwahn, Liebeswahn, Verfolgungswahn und Größenwahn.
Größenwahn dürfte klar sein; ich sah mich als Messias. Sündenwahn bedeutet, dass Du Dich 'versündigen' kannst und dies auch ständig tust, und dann durch beispielsweise völliges Schweigen für Deine Sünden büßt. Du hast also gelogen, und dementsprechend musst Du stundenlang schweigen, bis Dein Kopf Dir sagt: Jetzt isses genug. Oder Du hast was falsches gegessen - beispielsweise Schweinefleisch - und musst dementsprechend erst mal nichts anderes essen als Wasser und Brot - in meinem Fall noch Reis.
Verfolungswahn dürfte klar sein; ich hatte die Vorstellung, böse Menschen verfolgten mich und wollten mich umbringen. Eine Freundin von mir hat den Wahn, dass irgendwelche Schatten draußen sie umbringen wollten oder irgendwelche bösen Menschen in ihre Wohnung eindrigen wollten.
Liebeswahn ist eigentlich das interessanteste. Du bist Dir zu 100% sicher, dass eine Person für Dich bestimmt ist, obwohl diese Person 1. keine Ahnung davon hat und 2. diese Vorstellung meist nicht teilt. Du bist der felsenfesten Überzeugung, Du liebtest die Person und die Person liebte Dich.
Zitat:
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gibt es wirklich hilfe, kann ich dem irgendwie entgegenkommen?
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In meinem Falle war es so, dass ich erstmal Monatelang daran glaubte, dass die Psychose der eigentliche Sinn meines Lebens sei und es eine Unverschämtheit sei, dass ich so abrupt daraus herausgenommen wurde. Bekanntlich hat einer von 100 diese Krankheit, die man als Schiziophrener selbst häufig genug gar nicht als Krankheit sieht. Man sucht tausend Gründe, warum die Schizophrenie sinnvoll sei und warum man in einen neuen Schub entlassen werden sollte.
Hier ist es wichtig, dem Erkrankten - oder Erleuchteten, je nach welcher Sichtweise man das sieht - beizustehen, selbst wenn es so scheint, als sei er völlig uneinsichtig. Wichtig ist zu erkennen, dass der Erkrankte nichts dafür kann, dass er in diese Lage hineingeschlichttert ist. Selbst bei Drogenpsychosen, da es eine wahnsinnig hohe Komorbidität zwischen Sucht und Psychose gibt.
Bleib einfach bei ihm, steh ihm bei. Mehr kannst Du nicht tun. Man kann Schizophrene, die nicht von selbst darüber reden, nicht dazu zwingen, und man kann ihnen auch nicht anders wie irgendwie helfen; nur bei ihnen bleiben, ihnen zeigen, dass in der 'normalen' Welt soziale Kontakte auf sie warten und ihnen beistehen; das ist wichtig.
Zitat:
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Man kann mit dieser Krankheit in einer Beziehung nur einigermaßen gut leben, wenn derjenige regelmäßig seine Tabletten weiter nimmt, vorausgesetzt sie wirken auch richtig und er selbst von alleine an sich arbeitet.
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Hierbei ist allerdings unbedingt sozialer Rückhalt notwendig. Wenn die Person ob ihrer eigenen Uneinsichtigkeit von Verwandten und Freunden 'fallengelassen' wird, so kann man sie schon für das normale Leben 'vergessen', weil sie dann vor lauter Stress und sozialer Vereinsamung wahrscheinlich in einen neuen Schub flüchten wird.
Nur um noch mal ein Beispiel zu geben, was ein Schizophrener so in seinem Kopf drin hat: Ich bin dem Satan begegnet, eine ganze Zeit hat sich jeder Gedanke auf den nächsten gereimt, meine Stimmungen haben sich teilweise von einer Sekunde auf die nächste von 'sehr gut' auf 'sehr schlecht' geändert - oder halt andersrum. Ich bin jeden Tag um halb 5 aufgestanden, also sobald der erste Lichtstrahl durch mein Fenster kam, weil ich glaubte, sonst könnte ich mich versündigen.
Die meisten Schizophrenen schämen sich für ihre Wahninhalte und wollen nicht darüber sprechen. Oder sie sprechen nur mit anderen Schizophrenen über ihre Wahninhalte.
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'Demütigung beschleicht die Stolzen oft.' - Goethe
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Folgender Benutzer sagt Danke zu Leo Navis für den nützlichen Beitrag:
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19.10.2010, 20:18
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#8 (permalink)
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Nachwuchs Autor
Registriert seit: 30.04.2010
Beiträge: 641
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Schizophrenie ist eine Stoffwechselstörung des Gehirns, nachdem was ich so weiß. Bei evtl. Psychotherapien ist immer Vorsicht geboten. Kognitive Verhaltenstherapie würde ich nie empfehlen. Denn was sollte die bringen? Der Schizophrene hat mitunter ein wildes Denken und Handeln, das nicht darauf beruht, dass er falsch denkt, sondern dass er die Fähigkeit verloren hat, reale Dinge von irrealen zu unterscheiden.
Die Prognose für solche Leute ist schlecht. Wer von denen noch Glück im Unglück hat, der hat wenigstens schubfreie Phasen. Wenn es wieder beginnt, dann wird der Alltag mitunter sehr kompliziert. Wird ein Taxe bestellt, fährt sie vor, dann wird mitunter nicht eingestiegen, weil die dunkel lackierte Taxe keine Taxe mehr ist, sondern ein "Totenwagen". Oder bei der Polizei wird angerufen, weil sich überall "Gasgeruch" ausgebreitet haben soll. Über den Bahnhofsvorplatz kann auch nicht mehr gegangen werden, weil die Beine immer wegknicken. Also muss geschleppt werden u.sw. In der U-Bahn haben plötzlich alle Fahrgäste Tränen in den Augen usw.
Immer mehr jüngere Leute tauchen in den Kliniken auf wegen ihrer drogeninduzierten Psychosen. Einige haben von denen noch Glück, haben nur vorübergehende Wahrnehmungsstörungen. Dann gibt es noch Menschen, die für die Freigabe von Drogen dieser Art eintreten. Ich weiß nicht, ob das die Fraktion der Drogenhändler ist oder welche, die selbst schon nicht mehr ganz dicht sind.
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