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Thema: Schlafwandeln durch die Welt

  1. #1
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    Standard Schlafwandeln durch die Welt

    Hallo allerseits. Es ist schon einige Zeit her, als ich das letzte mal geschrieben habe. Ich hoffe die Vielzahl an Threads die ich erstellte sind keine Belastung oder Störend.

    Vorweg: Ich habe mittlerweile mit einer Therapie angefangen, stehe aber irgendwo vor dem selben Problem wie ich es schon bei meinen Threads hatte. Es fällt mir äußerst schwer diese vage und dennoch starke Unstimmigkeit in mir zu umschreiben.

    Da es mir unmöglich ist diese Unstimmigkeit zu beschreiben, beschreibe ich mal meine Situation und hoffe, dass diese Hilfreich für die Beantwortung der Fragen sind.

    Neben meiner Familie und einem Freund, der leider weggezogen ist und mit dem ich ausschließlich Kontakt über das Internet pflege (aber auch nur vielleicht 1 mal im Monat), bin ich ziemlich alleine. Ich bin (so mein Eindruck) recht angesehen in meiner Klasse und verstehe mich mit allen sehr gut, aber Freundschaft ist das wohl noch nicht. Ich entwickele stetig mehr Empathie, bzw. es fällt mir immer leichter die Gefühle von anderen zu erkennen und darauf zu reagieren. Das finde ich schön und tragisch zu gleich, da ich nun auch den Schmerz und die Angst von Anderen besser spüre. Mein Therapeut sagte mir, dass ich irgendwo gespalten bin zwischen selbstsicher und selbst-unsicher. Er sagte auch, dass ich wohl gerade einen geistigen Entwicklungsschub habe. Beides kann ich aus meiner Sicht bestätigen. In der Zeit von der 5.-10. Klasse (vielleicht auch in der Grundschule schon), habe ich begonnen weit hinter mein Potential zurückzufallen (aufgrund meiner Mitschüler, Lehrer, Situation, etc.). Und nun löst sich der Knoten mehr und mehr und immer schneller und ich habe das Gefühl, ich könnte Platzen...
    Hinzu kommt ein anhaltendes Gefühl, ein anhaltender Wunsch nach Freunden und nach Liebe.
    Und obwohl ich so fühle, scheine ich nur zu Schlafwandeln. Ich spüre den Drang alles zu unternehmen und nichts zu unternehmen. Ich habe viel Selbstvertrauen und fast gar keines. Ich habe (langsam pulsierend) mal "zu viel" Lebensenergie für meine kleine Seele (aber ohne manisch zu werden) und mal "zu wenig" (aber ohne Depressiv oder Hoffnungslos zu werden). Ich habe den Drang nach innerer Freiheit und fühle mich eingeengt. Einen Drang nach Liebe und zu lieben und scheine mich selbst nicht "voll und ganz" zu lieben.

    Was muss ich tun, um mich selbst (mehr) zu lieben? Was muss ich tun, um mein Selbstvertrauen zu steigern und was, damit die andere Hälfte selbst-unsicherheit auch endlich verschwindet? Wie durchdringt man Ängste? Wie verlerne ich "falsche" Denkmuster (bzw. Handlungsweisen) und lerne neue? Wie lerne ich auf mein Herz zu hören? Wie werde ich lockerer bzw. wie lockert man seine übertriebenen inneren Kontrollmechanismen? Wie werde ich offener und freier?
    Wie wache ich endlich auf und lebe?

    (Ich wäre auch für Buchempfehlungen oder Links dankbar.)

    MfG
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  2. #2
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi Empty

    Zitat Zitat von Empty Beitrag anzeigen
    Ich spüre den Drang alles zu unternehmen und nichts zu unternehmen. Ich habe viel Selbstvertrauen und fast gar keines. Ich habe (langsam pulsierend) mal "zu viel" Lebensenergie für meine kleine Seele (aber ohne manisch zu werden) und mal "zu wenig" (aber ohne Depressiv oder Hoffnungslos zu werden). Ich habe den Drang nach innerer Freiheit und fühle mich eingeengt. Einen Drang nach Liebe und zu lieben und scheine mich selbst nicht "voll und ganz" zu lieben.
    Von dem, was du beschreibst, tönt vieles ziemlich normal. Mal hast du riesen Bock, was zu unternehmen und dann hast du wieder keinen Bock. Bei Dingen, wo du gut bist, hast du wohl viel Selbstvertrauen und bei unbekannten und neuen Dingen hast du gar kein Selbstvertrauen. Auch der Wechsel zwischen Angetriebensein und Müdigkeit finde ich normal. Bei solchen Sachen geht es "bloss" darum, sowas zu akzeptieren lernen, weil so das Leben funktioniert. Das Bedürfnis nach Lieben und zu lieben ist wohl das normalste auf der Welt

    Was würdest du anders machen, wenn du innerlich frei wärst? Anders gefragt, was bedeutet innere Freiheit für dich?

    Wie kommst du drauf, dass du dich scheinbar nicht "voll und ganz" lieben kannst? Was wäre anders, wenn du dich "voll und ganz" lieben könntest?
    Liebe Grüsse, Martin

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  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei martinspin für den sinnvollen Beitrag:

    Empty (03.02.2012)

  4. #3
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    Ersteinmal vielen Dank martinspin.

    Zitat Zitat von martinspin Beitrag anzeigen
    Mal hast du riesen Bock, was zu unternehmen und dann hast du wieder keinen Bock.
    Nur das wenn ich "Bock habe" ein starker Drang entsteht (riesige Lust dies und das mal auszuprobieren - viel Energie) und ich dennoch nicht in Bewegung komme und wenn ich "keinen Bock habe", dann langweile ich mich enorm. Äußerlich unterscheiden sich beide Zustände fast gar nicht.
    Zum Beispiel entsteht in mir jedes mal, wenn ich Musik höre, der Drang, selber Musik zu machen (d.h. es mir beizubringen bzw. Unterricht zu nehmen).
    (Speziell dabei entsteht aber auch sehr oft der Gedanke: "Was wenn du es nicht 'komplett' durchziehst? Das alles kostet schließlich Geld! Wo willst du das als Erwachsener denn lernen, Unterricht ist fast immer nur für Kinder!?")

    Was würdest du anders machen, wenn du innerlich frei wärst? Anders gefragt, was bedeutet innere Freiheit für dich?
    Es würde für mich bedeuten meine inneren Kontrollen (und Zensoren) mehr abzuschwächen; mich innerlich zu zentrieren, sodass Kritik/Ablehnung, Stress und ähnliches mich nicht so leicht aus der Bahn werfen; "Ego-los" zu werden (auch im Sinne von: Nicht so leicht eine Kränkung des selbigen zu erfahren); den Mut zu gewinnen auch (öffentlich & nicht anonym) gegen den Strom zu schwimmen und "mein Ding durchzuziehen" (was paradoxerweise wohl als exzentrisch gilt).
    Oder ganz einfach: Carpe Diem!
    Momentan bin ich geistig (noch) ziemlich unfrei und inhibiert. Wenn mich jemand persönlich kritisiert (oder gar angreift - was aber zum Glück nicht mehr vorkommt) ist mein Ego recht schnell verletzt, genauso wie wenn jemand (oder ich selbst) eigentlich harmlose Witze auf meine Kosten macht. Ich habe außerdem Probleme alte Gewohnheiten aufzugeben. Oder Gefühle auszudrücken (wobei mir das wohl schon etwas besser gelingen will).

    Wie kommst du drauf, dass du dich scheinbar nicht "voll und ganz" lieben kannst? Was wäre anders, wenn du dich "voll und ganz" lieben könntest?
    Dieser Gedanke kommt daher, da es mir oft an Selbstvertrauen fehlt und ich mir selbst momentan nicht unbedingt der beste Freund bin. Mal angenommen "Selbst-Liebe" heißt, sich so zu lieben, wie man einen anderen Lieben würde; sich selbst ein Freund zu sein, so wie man anderen ein Freund wäre. Die praktische Folgerung daraus wäre dann doch, dass man sich selbst, so als wäre man sein bester Freund, etwas gutes tut (z.B. mal ins Kino einlädt).
    Ein Mangel an Selbst-Liebe heißt für mich, sich Einsam zu fühlen und anderen Menschen gegenüber anhänglich zu werden. Besonders letzteres merke ich des öfteren bei mir, aber auch die Einsamkeit ist mir nicht fremd. Es heißt für mich aber auch (und es trifft beides auf mich zu), persönliche Kritik oder Ablehnung nicht richtig "ausstehen" zu können und gelegentliche Gefühle der Minderwertigkeit.
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