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Thema: Schlechtes Gewissen, weil ich "fremdgegangen" bin.

  1. #1
    Neuling
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    Standard Schlechtes Gewissen, weil ich "fremdgegangen" bin.

    Hallo alle zusammen,

    Ich weiß im Moment nicht wohin mit meinem schlechten Gewissen, denn ich habe einen riesigen Fehler begangen. Der Text könnte etwas lang werden also Danke an alle, die sich die Zeit nehmen ihn zu lesen.

    Seit 2 Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen ( meine erste richtige, längere Beziehung ) und es läuft wunderbar. Klar gibt es auch Punkte, die mich stören, wie z.B. dass wir eine Fernbeziehung führen ( die mit 70 km Entfernung jedoch noch annehmbar ist ). Ich möchte am liebsten mit meinem Freund verschmelzen, vermisse ihn schon, wenn er Sonntags seine Taschen packt. Dass dies ein Problem bei mir ist, hat mir auch schon meine Psychotherapeutin deutlich gemacht.

    Vor kurzem habe ich einen Mann kennengerlernt, der mich optisch zwar überhaupt nicht anspricht, aber mit dem ich mich sehr gut verstanden habe. Dazu muss ich sagen, dass ich eine sehr sensible Person bin, die normalerweise nicht so schnell so intensiven Kontakt knüpfen kann, wegen stark ausgeprägter Minderwertigkeitskomplexe. Aus diesem Grund habe ich den Drang, einfach jedem gefallen zu wollen und sei dieser Jemand noch so abstoßend. Bei diesem Mann stieß ich direkt auf Bewunderung und er zeigte schnell offen Interesse an mir. Mir gefiel das, ich habe mir dabei nichts weiter gedacht und wir sahen uns weiterhin 1-2 Mal in der Woche, weil wir an diesen Tagen aus beruflichen Gründen zusammengekommen sind.

    Die Situation war dadurch auch geschützt, Menschen waren um uns herum und man konnte nicht zu intim werden. Was mir sehr recht war. Trotzdem versuchte er immer wieder, mich anzufassen ( eine kurze Umarmung z.B. ) oder mich zu einem "Spaziergang" während der Pausen einzuladen. Auch wenn ich eigentlich gerade keine Lust hatte, sagte ich ihm immer zu. Ich habe mich nicht getraut ihm Kontra zu geben, aus Angst, er könnte mich verurteilen.

    So ging es dann weiter. Bis er offen nach einem privaten Treffen gefragt hat. Ich habe nach Ausreden gesucht, ihm indirekt zugesagt und gehofft, dass er diese Idee wieder verwirft. Ich war zu freundlich und konnte nicht nein sagen, obwohl ich in diesem Moment einfach gerne schreiend weggelaufen wäre. Ich erzählte ihm in meiner Verzweiflung absichtlich von meinem Freund, dass alles sehr gut zwischen uns laufe und er der Mann fürs Leben ist. Allerdings schien ihn diese Information nicht abzuschrecken.

    Mir wurd es irgendwann zu viel, Anrufe folgten und Sms'en schrieb er mir, darin hieß es, dass er mich toll findet usw. An sich ja genau das, was ich bei jedem Menschen so gerne erreichen möchte. Aber zu diesem Zeitpunkt war ich nur noch verzweifet. Dann kam der innere Konflikt: Das Arbeitsverhältnis lief so gut, ich fühlte mich so unbeschwert wie lange nicht mehr ( ich habe mich zuvor fast über 1 Jahr wegen Depressionen komplett zurück gezogen ) und wollte das nicht aufgeben. Hätte ich ihm jedoch abgesagt, hätte er keine neuen Aufträge mehr für mich gehabt ( Werbetexte ), da er mehr oder weniger der Chef ist und die Leute herholt.

    Es folgte ein Abend, an dem ich zu tief ins Glas geschaut habe ( ich habe sonst keine Probleme mit Alkohol! ). Völlig angetrunken erhielt ich wieder mal einen Anruf und er bat erneut um ein Treffen. Ich sagte ihm zu. Er hat auch gemerkt, dass ich getrunken habe und holte mich ab. Ich stieg schon mit einem schlechten Gefühl ein, wollte nach den ersten Metern wieder nach Hause... Dann waren wir bei ihm und er wurde ziemlich schnell sehr direkt. Er küsste mich, führte oder vielmehr drückte mich ins Schlafzimmer und wollte mit mir schlafen. Ich habe mich nicht gewehrt, konnte die Situation nicht wirklich fassen, habe mich für einen kurzen Moment fallen lassen und dann kam der große Schreck. Bevor irgendetwas passiert war, wollte ich die ganze Sache beenden. Das sagte ich ihm auch. Er zeigte Verständnis, murmelte etwas von "Ja ist okay" und machte trotzdem so weiter... Ehe er sich irgendwie weiter in mir bewegen konnte, stieß ich ihn weg und stand ruckartig auf. Er verstand und machte keine Anstalten mich aufzuhalten. Er fuhr mich nach Hause und verabschiedete sich.

    In einer SMS wollte er wissen, wie ich nun denken würde. Ich schrieb ihm, dass ich den Abend gestern am liebsten vergessen wollen würde und ich bitte keine weiteren Anrufe von ihm erhalten möchte. Er war einverstanden, wenn auch nicht unbedingt gerne. Mein Freund rief mich an, er war so gut gelaunt und ich fühlte mich so schlecht... Wenn ich meinem Freund diese Geschichte beichte, ist es vorbei. Da hat er auch bei seinen Ex-Freundinnen kurzen Prozess gemacht. Auch wenn ich am Ende den richtigen Sex abwenden konnte, bin ich ihm trotzdem in seine Wohnung gefolgt... ich hätte doch nein sagen können! Und ich wollte nicht mal etwas von diesem Mann... das ist mir zuvor noch nie passiert und das war immer ein absolutes Tabu.

    Was mache ich denn jetzt nur??? Ich weiß nicht wohing mit dieser Traurigkeit, dieser Verzweiflung... Wie soll ich mit meinem Freund umgehen? Ich will ihn nicht verlieren, er ist doch meine Liebe...
    Ruhig sein - dem Strom der Zeit die Richtung geben.

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Es war Deinerseits kein wirkliches gewolltes Fremdgehen. Dem Freund also nichts erzählen, und das schlechte Gewissen voll aushalten. Wein Dich aus, verarbeite es allein. Lern draus, ignorier Leute die Du nicht magst.

    Sei froh daß es noch glimpflich abgegangen ist. Dem Mann ist aber auch keine Schuld zu geben, Du hast ihm halt ständig signalisiert daß Du etwas willst. Das ist auch für den Anderen nicht schön, da hast Du noch Glück daß er relativ ruhig geblieben ist. Ganz schlechte Idee, zu Leuten freundlich sein die man nicht ausstehen kann.

  3. #3
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hattest Du ungeschützten Sex? Du schreibst nichts von einem Kondom...
    Du weißt, dass auch vor dem Höhepunkt die Gefahr besteht, sich mit auf diesem Wege übertragbaren Krankheiten anzustecken.

    Wenn Du ungeschützt mit diesem Mann geschlafen hast, musst Du selbstverständlich Deinen Partner einweihen, es sei denn, mit ihm praktizierst Du immer Safer-Sex.
    Andernfalls riskierst Du ggf. seine Gesundheit.

  4. #4
    Nachwuchs Autor
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    Hallo Summerbreeze,

    sorry, aber aufgrund Deines Textes nehme ich Dir nicht ab, dass Du es nicht gewollt hast. Ganz im Gegenteil, Du hast zuvor noch einiges dazu beigetragen und zwar, weil Du die Bestätigung gesucht hast. Hättest Du all das nicht gewollt, dann wären davor schon einige Sachen anders gelaufen.
    Du bist in Dir sehr ambivalent und dem solltest Du Dich stellen, sonst kann Dir sowas wieder passieren. Zumindest empfinde ich es so aufgrund Deiner Beschreibung.
    Das was Du anführst lese ich wie eine Entschuldigung / Erklärung, der es bei einer solchen Sache aber nicht bedarf, hättest Du es nicht auch gewollt. Wie gesagt, Du hast da eine sehr ambivalente Haltung und da wäre es sinnvoll mal genauer hinzuschauen.

    LG
    Thessa

  5. #5
    Sandsturm
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    Der Typ hat in Dir das perfekte Opfer gefunden und Du solltest ihn anzeigen, das war Vergewaltigung und dann würde ich Dir raten Therapie zu machen und an Deinem Selbstwert zu arbeiten, sonst wirst Du immer wieder Opfer von solchen Psychopathen sein.

  6. #6
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi summerbreeze

    Sorry, ich hab eine ziemlich andere Meinung von der Geschichte. Eigentlich geht es darum, dass du nicht glücklich in deiner Beziehung bist. Verschmelzen hin oder her, du verdrängst die negative Seiten deiner Fernbeziehung. Dass du dich ausgerechnet auf einen Typ einlässt, der dir schon rein optisch nicht gefällt, spricht für mich Bände.

    Du möchtest doch sicher keine Wochenendbeziehung. Du willst einen Mann mit Haut und Haaren lieben. Da ist es immer noch besser, einen zu nehmen, der dir zwar nicht gefällt, der jedoch für dich da ist und dich umwirbt.

    Dein aktueller Freund ist ziemlich hart gestrickt und er passt irgendwie in dein Beuteschema. Er ist ein Mann, der dir klar seinen Tarif bekannt gibt und den du wegen der Fernbeziehung trotzdem nicht zu fürchten brauchst.

    Also, überlege dir, was du wirklich willst

    Liebe Grüsse
    Martin
    Liebe Grüsse, Martin

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  7. #7
    Neuling
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    Danke für die vielen Antworten!

    @martinspin: Ich vebringe meine ganze Zeit damit, nur auf das nächste Wochenende zu warten, weil dann wieder etwas in meinem Leben passiert, denn mein Freund kommt zu mir. ( Kontakte zu Freunden und Kommilitonen sind schon seit über einem Jahr abgebrochen ). Für mich ist es dann ein Highlight, wenn unter der Woche mal etwas passiert und dann auch noch positives Feedback eingeht. Wenn ich die negativen Seiten der Fernbeziehung einfach verdränge, wie soll ich dann mit ihnen umgehen? Unglücklich bin ich vielleicht über die Umstände der Beziehung, aber ich bin mit meinem Freund glücklich. Ich würde mich nie trennen wollen, aber an der Situtation der Fernbeziehung ist wohl auch in ferner Zukunft nichts zu ändern. Ich könnte nie nur halbherzig mit einem Mann zusammen sein, bei dem ich nicht 100% das Gefühl habe, ihn zu lieben oder nur sehr zu mögen. Das würde über kurz oder lang wieder in die Brüche gehen, so wie es vor meinem jetzigen, festen Freund immer die Regel gewesen ist. Deswegen setze ich so viel in diese Beziehung, weil der Mann "stimmt", nur eben der Ort nicht.

    @Sandsturm: An meinem Selbstwert versuche ich schon seit einem 3/4 Jahr in einer Therapie zu arbeiten. Nur immer wieder stoße ich auch an meine Grenzen, wie man sieht :-( Danke für Deine Antwort!

    @Thessa: Ich habe mich sehr gut mit ihm verstanden, als wir eben unter Leuten waren und die Situation nicht zu intim werden konnte. ( Rumalbern, interessante Gespräche ) Aber sobald er mir körperlich zu nahe kam, habe ich schon eine gewisse Abneigung ihm gegenüber verspürt. Den generellen Kontakt zu ihm habe ich schon gewollt, auf einer ganz harmlosen Ebene. Kannst du mir vielleicht erläutern, was genau du mit der Ambivalenz bei mir meinst? Also, beziehst du das nun nur auf mein Liebesleben und wie, meinst du, könnte ich mich dem konrekt stellen?

    @Physalis: Ungeschützten Sex hatten wir keinen. In dem Fall hätte ich meinem Freund die Sache nie verheimlicht. Wir haben allerdings auch nur Safer-Sex.

    @Erwin: Es war nicht so, dass ich ihn überhaupt nicht ausstehen konnte. Er war mir auf freundschaftlicher Basis wirklich total sympathisch. Nur wollte ich einfach nicht mehr, schon gar nicht die körperliche Nähe zu ihm. Im Nachhinein bin ich auch "froh" darüber, dass nicht noch mehr passiert ist. Danke für deine Antwort!

    Liebe Grüße an Alle,

    Summerbreeze
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  8. #8
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    sei fair sag's ihm,
    wenn er schluss macht weißte wenigstens
    was dich beim nächsten freund erwartet,
    wenn's noch mal machst,...

    und wenn du es nicht auch gewollt hättest, dann wärst gar net
    mit gegangen *schiebs net auf den "ALK"
    kannst auch besoffen nein sagen.*
    oder willst lieber lügen es in dich hineinfressen
    und drauf warten das er's irgendwann selbst rausfindet?

    Kommt etwas hart rüber Sorry,...

    ps. ich weiß meine schreibweise ist *******,
    geringe bildung halt schenkt euch eure kommis dazu, danke,...

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