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Thema: Schüchternheit und viele andere Probleme

  1. #1
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    Standard Schüchternheit und viele andere Probleme

    Hallo,

    erst einmal etwas kurz zu meiner Person. Ich bin 19 Jahre alt und bin leider Schwerbehindert. Es sind zwar nur 50% (geringste Stufe für einen Schwerbehinderten Ausweis), jedoch komme ich und kam ich damit mein Leben lang nicht klar. Ich wollte gerne schon immer einmal normal sein und auf eine normale Schule gehen. Am besten fange ich mit der Erzählung bei der Grundschule an. Es wäre sehr nett, wenn sich jemand die Zeit nimmt, sich das, was ich hier schreibe durchzulesen.

    Ich bin auf eine ganz normale Grundschule gegangen. Schon damals war ich schüchtern (den Grund kenne ich leider nicht). Jedoch hatte ich so 4-5 Freunde aus der Klasse, mit denen ich mich auch oft nach der Schule traf. Alles war gut und mein Leben machte spaß. Jedoch meinten die Lehrer und auch meine Eltern, dass es besser für mich währe nach der Grundschule auf eine Körperbehinderten Schule zuwechseln, aufgrund dessen, weil ich nicht so richtig immer mitkam in der Klasse. Ich war aber eigentlich ein mittelmäßig guter Schüler.

    Nun wurde ich also auf eine Hauptschule für Körperbehinderte geschickt. Dort war ich anfangs extrem schüchtern und zurückhaltend. Ich glaube, dass ich da ersteinmal beim Anblick wo ich gelandet bin einen Schock bekommen habe. Ich fand dort auch 2-3 Freunde, die jedoch anders waren als ich und anders als Jugendliche in meinem Alter, das merkte ich sehr schnell. Ich fühlte mich nie wohl an der Schule, doch traute mich auch nicht dies meinen Eltern zu erzählen. Am Ende der Schulzeit auf dieser Schule wurde gesagt, dass es besser wäre weiterhin auf eine Körperbehnderten Schule zu gehen. Da meine Eltern meinten, ich würde an einer normalen Schule untergehen. Dabei sage ich mir selbst: Es könnte schon sein, dass das passiert aber wäre ich von anfang an weiterhin auf eine normale Schule gegangen, ginge es mir bestimmt besser und ich wäre auch nicht untergegangen. Ich habe auch das Gefühl, dass ich dank diesem Schulwechsel noch schüchterner geworden bin.

    Ich kam nun auf eine weiterführende kaufmännische Berufsfachschule für Behinderte um meinen Realschulabschluss zu machen. Auf dieser Schule bin ich im Moment immer noch und habe auch recht gute Noten und werde voraussichtlich die Schule gegen Sommer 2012 verlassen. Auf dieser Schule spiegelt sich genau das gleiche Bild mit den Freunden wieder wie auf der anderen Schule. Außerdem bin ich immer noch schüchtern und gehe auf ein Internat für Körperbehinderte. Ich suche schon seit Jahren den Kontakt mit anderen Jugendlichen über das Internet via Teamspeak (Unterhaltung mit dem Microphone). Dort bin ich auch keines wegs schüchtern beim sprechen und verstehe mich sehr gut mit den Leuten. Doch wenn ich dann wieder Montags ins Internat muss, bin ich wieder in einer anderen Welt und extrem Schüchtern.

    Im Moment bin ich auf der Suche nach einer Ausbildung oder als Alternative gehe ich vlt. auf eine Fachoberschule für Menschen ohne Körperbehinderung also eine ganz normale Schule. Dort will ich auch hin. Meine Eltern meinen es ist vlt. doch Zeit und ich währe alt genug und könnte auf eine normale Schule gehen. Da sage ich zu mir in meinem Inneren jetzt bin ich aber extrem schüchtern geworden und das alles nur weil ich nicht auf eine normale Schule gegangen bin. Ich frage mich immer öfters im Moment Warum Warum nur Warum ich? Ich hatte schon oft Selbstmord Gedanken und habe auch schon versucht mich zu erwürgen. Das alles habe ich meinen Eltern nie erzählt, da ich mich auch nicht traue sie anzusprechen. Wenn ich diese Sätze jetzt alle schreibe tut das verdammt weh in meinem Herzen. Zu einer Behandlung möächte ich auch nicht gehen, da dass ja meine Eltern mitbekommen würden. Darum schreibe ich dies hier jetzt in dieses Forum als letzte Hoffnung. Ich hoffe wirklich, dass mir hier weitergeholfen werden kann, denn sonst sehe ich wirklich bald keinen Sinn mehr in meinem Leben.

  2. #2
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    Hallo Hitman,

    willkommen im Forum.

    Ist es für dich ok zu sagen, welche körperliche Behinderung du hast. Im Kopf scheinst du mir sehr klar zu sein.

    LG Dieter

  3. #3
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    Ich habe eine geringgradige spastische Diparese (Bewegungsstärung), welche sich jedoch nicht bermerkbar macht. Erst wenn es darum geht extrem Sport zu reiben sprich also 400 Meter laufen, bin ich danach außer Puste. Zuedem habe ich noch eine Skoliose (schiefe Wirbelsäule). Außerdem einen Herzfehler. Man sieht mir jedoch meine Behinderung nicht an, da sie wirklich sehr gering ist. Auslöser der Spastischen Diparese war ein Sauerstoffmangel bei der Geburt.

  4. #4
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    Mit dem Sauerstoffmangel bei der Geburt hast du wirklich Pech gehabt. Das tut mir aufrichtig leid. Deine Eltern haben sich dann sicher sehr viele Sorgen um dich gemacht und dich wohl leider überbehütet - gut gemeint aber nicht gut gemacht. Ein normales Gymnasium wäre wahrscheinlich besser für dich gewesen.

    Um deine Lebensgeschichte auch emotional aufzuarbeiten solltest du eine Therapie machen. In dir wartet sehr viel Trauer, Verzweiflung und Wut darauf durchlebt und verarbeitet zu werden. Ich glaube, dass du danach ein normales und glückliches Leben führen kannst.

    Die 50 % stören dich emotional, gehen dir gegen die Ehre - sieh es aber praktisch, sie können dir auch viele Vorteile verschaffen. Hauptsache du selbst empfindest dich nicht als behindert. Ich persönlich halte dich überhaupt nicht für behindert.

    Alle Gute

    Dieter

  5. #5
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    Wie soll ich denn eine Therapie anfangen, ohne dass meine Eltern das ganze mitbekommen? Ich wohne ja immerhin noch zu Hause. Das nötgie Geld für diese Therapie habe ich auch nicht.

  6. #6
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    Du bist volljährig, die Ärzte haben Schweigepflicht und deine Eltern haben kein Recht mehr darauf, über jeden deiner Schritte informiert zu sein. Im Zweifelsfall halte ich hier eine kleine Notlüge für erlaubt.

    Im tiefsten Inneren, sind auch deine Eltern froh, wenn du gesund bist und auf eigenen Beinen stehst - auch wenn ihnen diese Umstellung schwer fällt.

    Die Therapie wird von der Krankenkasse bezahlt. Bei guten Therapeuten wirst du aber mit Wartezeiten rechnen müssen. Melde dich im Zweifelsfall bei mehrern an. Es gibt da sehr große Qualitätsunterschiede. Frage im Vorhinein, welcher Therapierichtung er anhängt. Am besten mehreren. Ein gutes Zeichen ist es sicher auch, wenn er Tabletten nur im Notfall einsetzt.

  7. #7
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    Aufgrund meiner Schüchternheit habe ich aber glaube ich auch Angst alleine zum Arzt (betrifft nur Psychotherapeuten) zu gehen und nicht den Mumm ihm das alles zu erzählen. Ich würde es gerne alles meinen Eltern erzählen, nur habe ich keine Ahnung wie ich dies anstellen soll und ich habe auch keine Ahnung wie sie reagieren würden.

  8. #8
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    Aus verschiedenen Gründen halte ich deine Eltern nicht für die richtigen Ansprechpartner. Den Mut zum Arzt zu gehen muß du schon aufbringen. Halte ich nebenbei für die harmlosere Alternative im Vergleich zu Selbstmord.

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