psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Schuldschieberei

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    18.12.2010
    Beiträge
    36
    Danke
    0
    8 mal in 6 Beiträgen bedankt

    Standard Schuldschieberei

    Gibt es dafür in der Psychologie einen Begriff?

    Es gibt so viele Menschen - wirklich mehr als man denkt, welche immer andere für etwas verantwortlich machen, was sie eigentlich selbst in sich tragen.

    Ein Beispiel.

    Der Vater und auch der Exmann meiner Freundin bezeichneten sie als psychisch labil, schizophren, depressiv... Da sie daraufhin ihren Sohn geschnappt hat und von Zuhause weggerannt ist, hat sich die gesammte Familie hinter ihrem Rücken versammelt. Man wollte ihr einen Platz in einer Klinik "reservieren."

    Sie war vollends verzweifelt. Weinte auch sehr viel. Jedoch gab sie nicht auf. Suchte Hilfe. Übers Internet. Fand mich.

    Ihr Exmann genieße wohl öffentlich ein gutes Ansehen. Fleißig. Beständig. Höflich. Niemand würde ihm je eine psychische Erkrankung diagnostizieren. Ebenso wenig ihrem Vater.

    Was beide jedoch nicht können, ist still sitzen. Sie müssen den ganzen Tag arbeiten oder, wenn das nicht geht, sich anderweitig beschäftigen, zum Beispiel mit Fernsehen, Lesen.

    Beide ertragen also folglich Stille nicht.

    Weil sie dann wieder zum Vorschein kommt.

    Sie.

    Innere Leere. Ein schwarzes bodenloses Loch. Einsamkeit. Unerträglich.

    Nur wenn man umgeben von Stille ist, erkennt man sein wahres Ich.
    Wenn es nichts mehr gibt, was einen ablenkt, wenn man nicht davonläuft.

    Also - was machen nun diese beiden "Männer"?

    Sie füllen diese innere Leere komplett mit dem gesamten Leben, den Taten und dem Verhalten meiner Freundin. Sie machen sie somit für alles Verantwortlich. Für alles.

    Beobachten sie. Reden über sie. Das ist gut für sie. Das schlecht. Immer die Augen auf sie gerichtet.

    "Sie weint! - Sie ist psychisch krank! Sie muss zum Psychologen! Sie ist schlecht für ihr Kind!" Letzten Endes wird sie sogar angeschrien.

    Das war dann definitiv zu viel für mein Verständnis. Legte ihr Worte in den Mund, um zurückzuschießen.

    "Sie bezeichnen dich also als schizophren? Sie schreien dich an? Obwohl beide sicher diesen Spruch kennen: Wer schreit hat unrecht? Sie haben also selbst ein vollkommen falsches Selbstbild. Sind selbst psychisch krank. Vielleicht sogar schizophren. Machen dich aber dafür verantwortlich. Benutzen dich als Mülleimer für ihre eigene Uzufriedenheit. Dir dann noch eine Depression vorzuwerfen, das ist der Gipfel der Frechheit"

    Sie sagte es ihnen. Sie rasteten vollkommen aus. Nur blieb sie jetzt aber vollkommen ruhig. Sie wusste jetzt, dass sie eigentlich die Kranken sind und nahm sie nicht mehr ernst. Die Folge ist Angst. Beide haben nun Angst vor ihr.

    Doch damit nicht genug. Nun brauchen beide einen anderen Schuldigen. Einen neuen Mülleimer.

    Das bin ich. Sie wollen nun irgendwelche gerichtlichen Verfügungen gegen mich erwirken. Ich hätte die Familie zerstört. Ich wäre eine Gefahr für ihr Kind.

    Sollen sie kommen. Ich warte. Ohne jegliche Angst.

    In zwei Wochen ziehe ich zu ihr. Mal sehen, was dann geschieht...

    Nein, alles was ein Mensch benötigt, ist Vertrauen. Man muss es ihm nur schenken.

    Doch dazu muss man es selbst in sich tragen.

    Diese ruhige, stille Kraft.

    Martin

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    Schuldschieberei

    Gibt es dafür in der Psychologie einen Begriff?
    Projektion oder Kompensation.

    Suchte Hilfe. Übers Internet. Fand mich
    heisst das, dass Du das ganze nur von ihrer Seite her gehört hast?

    Vll solltest Du Dich dann eher mal mit dem Begriff Manipulation befassen...

    Wenn sie erwachsen ist, hat auch sie ihren Anteil an der Situation. Warum löst sie sich nicht, warum lässt Du Dich statt dessen auch noch da reinziehen und stellst Dich für dieses Irrenhaus zur Verfügung?

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    raskowitz (26.01.2011)

  4. #3
    Neuling
    Registriert seit
    29.01.2011
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo!
    Das gleiche Problem habe bzw.hatte ich auch. Nach vier Jahren Partnerschaft habe ich jetzt die Notbremse gezogen und habe mich getrennt.

    Wie schon gesagt, lass dich nicht in dieses Irrenhaus mit reinziehen. Höhre auch die andere Seite.

    Wenn du nicht zerbrechen willst, gehe deine eigenen Wege und suche dir eine Andere.

    Klingt zwar jetzt bescheuert aber anders wirst du dein neues jetziges Problem nicht lösen.

    MfG

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!