psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 9

Thema: Schwer von Begriff?

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    21.10.2011
    Beiträge
    5
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Schwer von Begriff?

    Ich glaub, ich bin zu naiv für diese Welt. Ich glaube fast alles, was man mir sagt! Also wenn an mir mit ernster Stimme irgendwas vom pferd erzählt, fällt mit meist nur mit großer Verspätung auf, dass da irgendwas nicht stimmt, und bis dahin lachen schon alle. =))

    Und manchmal versteh ich nicht, was alle so witzig finden. Neulich Abend war ich mit zwei Arbeitskolleginnen einen trinken, wir haben allgemein rumgescherzt, und dann kamen zwei Anmerkungen der beiden Damen über mich, die ich beide nicht gerafft hab. Bei der zweiten hab ich dann nachgefragt, worüber sie denn kichern, und dann war die Antwort halt ein: "Na darüber...!", und als ich dann sagte: "Ach so, über euren witz, na der muss ja lustig gewesen sein!", kam ein etwas spöttelndes "oooch komm..." (so à ach komm, nicht beleidigt sein).

    Also, die beiden haben sich definitiv nichts Böses gedacht und es kann auch echt gut sein, dass sie wirklich enfach nur irgendwas gesagt haben, was keinen Sinn machte, und dann fanden sie lustig, dass ich so angestrengt versucht hab, es zu verstehen. Es sind ja auch zwei gute Freundinnen von mir.

    Aber mal im ernst! Irgendwie würde es mir nie in den Sinn kommen, über andere so zu spötteln (sag ich jetzt mal), und ihnen dann nicht zu erklären, worum es ging, wenn sie sich wundern. Ich würde das als unhöflich empfinden. Irgendwie fehlt mir diese Art von Humor! Nicht, dass ich nicht gerne mal kleine Seitenhiebe verteile oder über kleine Seitenhiebe lachen kann. Aber nach dieser Erfahrung war ich echt kurz etwas baff.

    Vielleicht nehme ich einige Dinge zu ernst? oder wie seht ihr das?

  2. #2
    Schreiberling
    Registriert seit
    12.10.2011
    Beiträge
    491
    Danke
    79
    83 mal in 71 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Sanne82
    Ich glaub, ich bin zu naiv für diese Welt.
    Ich glaube fast alles, was man mir sagt!
    Das sind "Glaubenssätze". Auch Religionen beginnen mit ihren Gebeten so: "Ich glaube..." . Hast Du daran schon mal gedacht?
    Kannst Du mal herzhaft darüber lachen, wenn ich jetzt sagen würde "Du bist also ein gläubiger Mensch?"
    Jeder Mensch hat aber andere Sätze.
    Bitte schreibe jetzt mal zwei Sätze, die Du dann anstelle dieser beiden "Bekenntnisse" setzt. Etwas, was Du kannst z.B. Positiv formuliert!!!!
    1.
    2.
    (so einfach änderst Du Deinen "Glauben über Dich"!

    Natürlich sollte das geübt werden. Du hast über Jahre diese Sätze aufgesagt. Dann kannst Du doch die nächsten Jahre andere Sätze trainieren nicht wahr?!
    Über den anderen Teil unterhalten wir uns später.
    Gruß Sonnenkraut

  3. #3
    Schreiberling
    Registriert seit
    23.07.2010
    Beiträge
    431
    Danke
    54
    49 mal in 44 Beiträgen bedankt

    Standard

    Dafür gibt es so viele mögliche Erklärungen, dass du lange nach einer Antwort suchen würdest und das kostet Energie. Es gibt recht viele Phänomene, bei denen Leute langsamer verstehen oder wortwörtlich. Vielleicht bist du auch nicht in einem sehr kritischen Umfeld aufgewachsen und hast einige Sachen dadurch nicht lernen können. Ich habe meiner Mutter immer alles geglaubt, weil ich ein braves Kind sein wollte. Die Folge ist, dass ich immer hin und her gerissen bin, wenn sie mir etwas erzählt. Da hilft nichts anderes als nachholen, befürchte ich. Bleib einfach wachsam und skeptisch! Ansonsten hast du, wie Sonnenkraut schon angedeutet hat, dafür andere Stärken entwickeln müssen, wenn es bei den anderen Sachen nicht so stark läuft.

    Wenn du bei anderen diese Erfahrungen machst und sie nicht ganz verstehen, warum du nicht mehr mitkommst, hilft Aufklärung. Eine meiner besten Freundinnen versteht viele Dinge nicht, aber sagt das auch und kam damit immerhin weiter als Leute, die nur grimmig hinein geguckt haben.
    aufwachen, träumerle...!


  4. #4
    Neuling
    Registriert seit
    21.10.2011
    Beiträge
    5
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Sonnenkraut und Fernsehturm,
    vielen Dank für eure Antworten!

    Sonnenkraut: Also, ich glaube schon, dass ich im sozialen Bereich auch so meine Talente habe, und dass ich manchmal was nicht mitbekomme beraubt mich jetzt auch nicht gänzlich meines Selbstwertgefühls! Ich grüble halt mehr darüber nach, ob das schlimm ist, wenn ich Ironie-Authist bin und bleibe,weil mir dazu leider nichts anderes einfällt als es dann in dem Moment mit Humor zu nehmen und drüber zu lachen.

    Fernsehtrum, stimmt, ich komme aus einem ziemlich kritischen Umfeld, bei uns zu Hause herrschten immer gewisse Ansprüche an Benimm und übrigens auch an Intellekt, und ich hatte stets das Gefühl, diese Ansprüche von uns 5 Kindern am wenigsten zu erfüllen. Jetzt bin ich 29, sehe vieles in einem anderen Licht und finde viele dieser Ansprüche meiner Eltern albern und lasse sie heute nicht mehr für mich gelten - einige davon waren wahrscheinlich auch noch nicht mal so ernst gemeint von meinen Eltern, ich war halt auch ein Kind, was Erwartungen erfüllen wollte, und hab mir den Schuh viel zu sehr angezogen (tu ich heute von Zeit zu Zeit immer noch).
    Ich wünschte, ich könnte auf einen Knopf drücken und dann automatisch immer "wachsam und skeptisch" sein! =DD Ich fürchte, dafür bin ich nicht gebaut! Ich will auch irgendwie gar kein skeptischer Mensch sein. Am liebsten würd ich immer allen alles glauben. =) Mach ich mich dadurch zum Affen?

  5. #5
    Neuling
    Registriert seit
    17.04.2011
    Beiträge
    12
    Danke
    3
    Bedankte sich ein mal in einem Post.

    Standard

    Warum solltest du dich deshalb zum Affen machen? Das positive zu denken ( das dein Gegenüber eben nicht lügt) ist doch nur lobenswert. Was ist falsch daran, nicht darüber zu lachen, wenn über jemanden gespottet wird? Ich sehe da nichts schlimmes, was dir jetzt ernsthaft sorgen machen müsste. Natürlich sollte man nicht alles glauben, was man erzählt, aber dies tust du sicherlich nicht. Oder denkst du nicht vorher nach, ob das, was dein Gegenüber dir erzählt auch der Wahrheit entsprechen kann?

    Ich bin selber eine Person, die nicht über andere lästern oder lachen möchte. Nur weil das Umfeld dies gerne tut und darüber lacht, musst du dies nicht auch tun. Sei du selbst und denke einfach über einige Aussagen etwas genauer nach (: Ich sehe jetzt nicht wirklich ein Problem bei dir, eine geringe konzentrationsschwäche vielleicht? (ich stelle ungerne vermutungen auf) Sonst würdest du die dinge auch direkt verstehen, denn wie du hier schreibst und dich ausdrückst, bist du alles andere als schwer vom begriff.

    Gruß

    anon
    Geändert von anon (28.10.2011 um 12:10 Uhr)

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei anon für den sinnvollen Beitrag:

    Fernsehturm (29.10.2011)

  7. #6
    Schreiberling
    Registriert seit
    12.10.2011
    Beiträge
    491
    Danke
    79
    83 mal in 71 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo sanne82
    Ich möchte noch mal sagen:
    Ich grüble halt mehr darüber nach, ob das schlimm ist, wenn ich Ironie-Authist bin und bleibe
    Das ist schon wieder so eine fest Zuschreibung, die ich nicht so mit Dir teilen möchte.
    Ich wünschte, ich könnte auf einen Knopf drücken und dann automatisch immer "wachsam und skeptisch" sein!
    Ich befürchte fast, dass Du genau das - (begrenzt) im Sinne dieser Zuschreibungen - (wiederholt) tust.
    Könnte da ein wenig Wahrheit dran sein?
    ...bist du alles andere als schwer vom begriff.
    Da möchte ich <anon> unbedingt zustimmen!
    Gruß Sonnenkraut

  8. #7
    Neuling
    Registriert seit
    21.10.2011
    Beiträge
    5
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat:
    Ich wünschte, ich könnte auf einen Knopf drücken und dann automatisch immer "wachsam und skeptisch" sein!
    Ich befürchte fast, dass Du genau das - (begrenzt) im Sinne dieser Zuschreibungen - (wiederholt) tust.
    Könnte da ein wenig Wahrheit dran sein?
    Hallo Sonnenkraut! Ich verstehe diese Stelle nicht so ganz. Was tue ich wiederholt? Auf einen Knopf drücken und wachsam sein?

    Anon, danke für die Bestätigung! Manchmal, wenn ich zu lange über etwas nachgrübele, weiß ich nicht mehr, ob ich in Ordnung bin und die Welt spinnt oder andersrum. Aber ich glaube inzwischen, ich werde meine alte Schiene weiterfahren: Was soll's, dann raff ich's eben manchmal nicht, aber die Welt wäre bestimmt langweilig, wenn alle immer alles durchschauen würden.
    Übrigens glaube ich auch, dass ich eine Konzentrationsschwäche habe. Als Teenager hatte ich das perfekte Gedächtnis/die perfekte Aufmerksamkeit, aber seit ein paar Jahren geht's bergab. Ich habe gehört, es gibt Übungen, die helfen können, solche Schwächen zu verbessern? Vielleicht werde ich mich da mal umhören.

  9. #8
    Schreiberling
    Registriert seit
    12.10.2011
    Beiträge
    491
    Danke
    79
    83 mal in 71 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Sanne
    ..ob das schlimm ist, wenn ich Ironie-Authist bin und bleibe
    Ganz vereinfacht verstehe ich hier:
    Ich bin und bleibe Ironie Authist!!!! (das habe ich für mich jetzt als ironisch gemeinte Aussage aufgefasst)
    Du kannst alles sein, was Du sein willst.
    Auf einen Knopf drücken und wachsam sein?
    Wenn Dir jemand sagt "du bist...so und so, du bist...dies und das.", dann registrierst Du das (bewusst oder unbewusst automatisch).
    Schon als Kind kommt man mit diesem "Etikettierungen" in Kontakt. Man verinnerlicht nach meinem Verständnis mit der Zeit diese Aussagen. Das lautet dann so:
    "Ich bin..." (nennen wir es mal: "Ich bin - Knopf")
    Wenn nun jemand sagt: "Du bist..."
    Da bist Du sofort "wachsam und skeptisch". (Du hinterfragst automatisch, ob Deine Erfahrungen und Überzeugungen damit übereinstimmen).
    Also wenn man mir mit ernster Stimme irgendwas vom pferd erzählt,...
    Interpretierst Du die "ernste Stimme" vielleicht mit "es ist so!". (Die ernste Stimme wäre hier der "Knopf" wie Du eine Information automatisch interpretierst). -also wahrscheinlich gelernt! (dann kannst Du es wieder ver-lernen oder um-lernen)
    Ich weiß nicht so recht, ob mir das mit diesem wackligen Aufbau hinreichend gelungen ist.
    Vielleicht könnte das bitte jemand noch etwas verständlicher darstellen.
    Gruß Sonnenkraut

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Schwer zu deffinierende Probelme.
    Von Peter Pit im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 12.07.2011, 20:57
  2. Es ist schwer so zu sein wie man ist
    Von lilalaune99 im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 27.10.2010, 17:17
  3. Wie schwer krank ? (Depressionen)
    Von janu im Forum Depression
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 16.02.2010, 06:15
  4. Abschied - warum so schwer?
    Von Nörchen im Forum Depression
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 09.09.2009, 12:18
  5. Begriff "IDIOT"
    Von helmes63 im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 08.02.2008, 12:52

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!