Guten Tag alle,
ich möchte meine Situation nur grob umreißen, da es sonst zu lang werden würde und bitte Euch alle, falls Fragen aufkommen, diese zu stellen, dann gehe ich gern ins Detail.
Auf gehts:
Mein Partner (m/49) und ich (w/45) lernten uns vor 21 Jahren kennen und lieben, wir haben einen gemeinsamen 12jährigen Sohn. Er ist ein Einzelkind.
Wir sind nicht verheiratet.
Vor 4,5 Jahren (unser Sohn war Sieben) trennten wir uns (es ging von mir aus, u.a. wegen Gleichgültigkeit in der Beziehung - kein Schlagen, Fremdgehen oder Dergleichen!), wir blieben jedoch mit Rücksicht auf das Kind weiterhin gemeinsam unter einem Dach wohnen.
Mein Ex-Partner hat die ersten Monate sehr gelitten, mittlerweile haben wir uns aber mehr oder weniger zusammengerauft, und leben wie Geschwister zusammen, ich möchte fast sagen, dass wir noch so etwas Ähnliches wie Freunde sind.
Wir trafen vor 4,5 Jahren im Zuge der Trennung die Vereinbarung, unseren Sohn gemeinsam durch "das Gröbste", also durch die Pubertät zu begleiten, damit er möglichst wenig Schaden durch die Trennung der Eltern bekommt. Wir hofften, damit "das Beste" für unser Kind zu tun.
Denn wir wollten nicht so enden, wie viel Paare, bei denen sich Kind und Vater nur aller 14 Tage mal am Wochenende sehen. Diese Schmerzen sollten weder unser Sohn noch sein Vater erleben müssen.
Unser Sohn ist sehr harmoniebdürftig, und hängt sehr an uns Beiden. Daher glaubten bzw. glauben wir, dass ihn eine räumliche Trennung der Eltern zerreißen würde.
Mein Ex-Partner hat seit ca. drei Jahren eine nette Freundin, die er 2-3 mal die Woche sieht, die aber im Nebenort wohnt. Sie weiß von Kind und mir und hat sich mit der Situation arrangiert.
Ich selbst habe seit knapp drei Jahren einen Freund, der jedoch weit entfernt wohnt (wir sehen uns nur selten, wir skypen und telefonieren viel). Auch er hat viel Verständnis, würde aber gern "richtig" mit mir zusammensein, verständlicherweise.
Unser Sohn weiß nicht, dass Papa und Mama kein Paar mehr sind, inwieweit er es ahnt, wissen wir nicht. Er weiß auch nichts von unseren neuen Partnern. Das wissen außer 2 guten Freunden Niemand, weil wir nich möchten, dass es durch Dritte an unseren Sohn herangetragen wird.
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass mein Ex-Partner und Vater und unseres Sohnes ein äußerst verantwortungsbewusster Mensch und vor allem Vater ist, den ich nach wie vor sehr schätze und der alles für seinen Sohn tun würde, auch sein eigenes, privates Glück hintenanstellen.
Als wir vor über vier Jahren diese Vereinbarung trafen, war uns beiden nicht bewusst, welch emotionale Belastungsprobe dies einmal werden könnte.
Speziell ich ertrage die Situation immer weniger und möchte mein Leben ändern. Und natürlich möchte ich auch mit meinem (weit entfernten) Freund zusammensein.
Mich lässt jedoch immer wieder mein Gewissen zurückschrecken.
Zum Einen würde ich den Vater des Sohnes verletzen, wenn ich ausziehen würde, der Hauptgrund ist jedoch, dass ich sehr Angst habe, unserem Sohn zu schaden, ihn zu zerreißen. gerade weil ich weiß, wie sehr er an uns Beiden hängt.
Dazusagen möchte ich, dass ich nicht weit weg ziehen würde, in den gleichen Ort oder den Nebenort, unser Sohn soll sein Umfeld (Schule, Freunde) behalten.
Mir schwebt ein Modell vor, dass unser Sohn 1 Woche bei mir und 1 Woche bei seinem Vater lebt. Dieses Modell kann sich mein Ex-Partner nicht recht vorstellen, er hat aber auch keine Lösung außer der, dass der Junge bei Einem von uns bleibt und der Andere ihn nur am Wochenede sieht. Das möchte ich aber wiederum nicht.
Nun wurde es doch länger, als gedacht, daher einige Fragen an Euch:
1.
Was ist besser für das Kind, so Weitermachen wie bisher, oder klare Verhältnisse?
Wichtig ist, dass wir Beide keinen Krieg wollen, sondern dass alles, was wir tun (egal, ob Zusammenbleiben oder Trennen) im Interesse unseres Kindes sachlich und friedvoll über die Bühne geht!
2.
Kann ein Modell wie das, was mir vorschwebt, funtkionieren: Das Kind wohnt 1 Woche da und 1 Woche da?
Der "Kleine" hat quasi zwei Zuhauses, zwei Nester, und auch zwei Ansprechpartner? Wir sind Beide seine gleichwertigen Eltern und daran soll sich Nichts ändern. Wir sind als Eltern nach wie vor ein Team und wollen es auch bleiben!
Ich bin so hin und her gerissen. Ich möchte meiner Mutter-Verantwortung gerecht werden, aber auch nicht für die nächsten Jahre so weitermachen irgendwie.
Hinzu kommt, dass unser Sohn nicht nur mit der Trennung zurechtkommen müsste, sondern auch damit, dass in meine neue Wohnung, in der auch er mitwohnen würde zeitweise, mein neuer Freund mit einzieht.
Eine Anmerkung habe ich noch:
Ich kenne die Argumente, dass eine "richtige" Trennung u.U. "besser fürs Kind" wäre, aber davon bin ich nicht überzeugt, denn ein Kind leidet fast immer unter der Trennung seiner Eltern und der Satz: "Ist doch besser fürs Kind!" soll m.E. nach nur das eigene Gewissen beruhigen.
Danke fürs Lesen!
Viele Grüße,
Heißkalt
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Es ist immer schei.., wenn die Eltern auseinandergehen, aber das, was ihr macht, ist Betrug. Das Kind ist ja nicht mehr in den Windeln, sondern kommt gerade in die Pubertät, also in eine Zeit, wo seine geschlechtliche Entwicklung und die damit verbundene soziale Rolle ansteht, sowie die Basis für sein Beziehungsverhalten als Mann gelegt wird.

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