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Thema: Seit 4 Jahren verheiratet, 2 Kinder, unglücklich, einsam

  1. #1
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    Standard Seit 4 Jahren verheiratet, 2 Kinder, unglücklich, einsam

    Hallo. Vielleicht antwortet mir hier jemand auf meine Zeilen...
    Ich bin 33 Jahre alt. Seit 4 Jahren jetzt verheiratet und habe 2 Kinder (3,5 Jahre und 8 Monate). Ich lebe mit meinem Mann in einem netten Haus. Nach außen hin sehen wir so glücklich aus. Alles scheint super bei uns. Mein Mann hat einen super Job. Ich arbeite nicht mehr. Bin für die Kinder zu Hause. In unserer Ehe gab es von Anfang an nur Schwierigkeiten. Mein Mann leidet unter Ängsten. Ängste dass seine Eltern sterben könnten. Das hat er schon sein ganzes Leben lang. Anfangs habe ich ihn noch verstanden, wollte ihm helfen und für ihn da sein wenn er Trost braucht und reden will. Was das Ganze allerdings für Ausmaße annimmt hätte ich mir nicht träumen lassen damals. Seine Ängste zeigten sich immer wieder. Oft war eine richtige Panik dabei. Ein Ausraster in dem er alles vergisst und nur noch an die Eltern denkt. Das ist dann so wenn er sie telefonisch z. B. nicht erreicht oder sie 10 Min. zu spät kommen als vereinbart. Nicht nur das. Er ist depressiv, immer traurig und stellt sich immer wieder dieselbe Frage: Was ist das Leben? Wo gehen wir mal hin. Was ist das Universum etc. Anfangs haben wir noch darüber diskutiert. Im laufe der Jahre (Wir sind jetzt insg. 6 Jahre zusammen) kann ich mit ihm kaum noch darüber reden. Hinzu kommt dass ich mich mit seinen Eltern überhaupt nicht verstehe, was die ganze Situation (mit seiner Angst) noch schlimmer macht. Ich komme mit ihnen nicht klar. Ich habe es lange versucht, für ihn aber es hat einfach nicht sein sollen. Mittlerweile habe ich es aufgegeben mich mit ihnen gut zu verstehen. Für ihn zählen nur seine Eltern. Und das wissen die genau. Die wissen auch dass sie mit unseren Streiterein ihm das Leben so schwer machen. Es ist einfach so frustrierend wenn man als Ehefrau nicht an 1. Stelle kommt. Nicht mal die Kinder tun das. Dann ist da noch die Arbeit. Er arbeitet sehr viel. Ist sehr oft im Ausland. Ich leben quasi mit meinen Kindern allein. Wenn wir streiten, setzt er mich unter Druck und sagt ihm ginge es so schlecht und er bekäme in der Arbeit nichts mehr hin. Wegen mir würde er seinen Job verlieren. In einem ZImmer schlafen wir schon seit 3 Jahren nicht mehr. Das hat angefangen als unser 1. Baby nachts mit im Schlafzimmer geschlafen hat und er morgens ja aufstehen musste wg. der Arbeit. Mit unserem 2. Baby wollten wir wohl unsere beschissene Ehe retten. Was aber nicht geklappt hat. Wir streiten uns beinahe jeden Tag bzw. jeden Abend und JEDES Wochenende. Wir können einfach nicht miteinander. Er nervt mich nur noch und kann mir nichts mehr recht machen. Ich habe so oft an Scheidung gedacht. War mir so oft so sicher dass ich das mit meinen Kinder allein schaffe. Mittlerweile bin ich aber wieder mal davon abgekommen. Er liebt seine Kinder sehr und ich kann ihm das einfach nicht antun.
    Damit bin ich aber nicht glücklich. Eine Scheidung kommt für mich erst mal nicht in Frage wegen der Kinder. Sie lieben und brauchen ihren Vater und er braucht sie. Ich spiele nach Außen hin die perfekte Ehefrau, die perfekte Familie. Innerlich sieht es aber ganz anders aus. Ich bin so unglücklich mit meinem Leben in dieser Ehe. Ich denke dann auch immer: Was sagen die anderen Mütter wenn sie von meiner Trennung erfahren? Bin ich dann nicht mehr dabei? Ich will doch dass es meinen Kindern gut geht und das sie soziale Kontakte und Freunde haben.
    Ich lese sehr viel. Historische Romane. Gerade spinne ich wieder mal rum und schwärme in meiner Fantasie für einen Mann der wohl schon seit 800 Jahren nicht mehr lebt. Einfach eine Affäre haben interessiert mich komischer Weise aber überhaupt nicht. Ach es ist kompliziert.
    Mama33

  2. #2
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    Guten Morgen,

    erstmal Willkommen hier im Forum.

    Eine verfahrene Situation, die Du da beschreibst. Mir fallen beim Lesen ein paar Dinge auf, vielleicht hilft es Dir weiter die Situation aus einer anderen Sicht zu sehen.

    Zum einen drückst Du Deinen Frust darüber aus, dass Du als Ehefrau nicht an 1. Stelle stehst. Da sollte er selbst stehen und keine andere Person.
    Warum habt Ihr ein zweites Kind bekommen? Eine Ehe (die Du selbst als beschissen bezeichnest) rettet man nicht damit.
    Seine Ängst scheinen sehr tief zu sitzen und über ein normales Maß weit hinauszugehen. Hat er schon einmal versucht etwas gegen diese Abhängigkeit zu tun? Denn Du kannst das nicht für ihn machen, es ist etwas was ihn betrifft und sich dann auf Euch auswirkt.
    Ängste können sehr beklemmend sein und es ist nicht immer so einfach sie loszulassen. Schau Deine Angst an, was die anderen Mütter sagen, wenn Ihr Euch scheiden lasst......Du fühlst Dich abhängig von der Meinung anderer, zumindest wirkt Dein Schreiben so. Wichtig ist doch erstmal, ob Du noch Du selbst bist in dieser Situation, denn Kinder merken sehr wohl ob etwas echt ist oder nicht, viel mehr und schneller als die meisten Erwachsenen. Ihnen wirst Du nichts vorspielen können.
    Die Frage ist, ob Ihr zusammen einen Weg finden könnt und wollt, um etwas zu ändern. Dieser wird Euch nicht geschenkt werden und Ihr werdet beide Dinge angehen müssen, die man lieber umgeht, weil es einfacher scheint.
    Zumindest ist das mein Eindruck, zu beachten ist allerdings, dass ich hier nur Deine Sicht gelesen habe und seine nicht kenne.
    Besteht die Möglichkeit (am besten mit Unterstützung eines Therapeuten) ein gemeinsames Gespräch zu führen? Vielleicht darüber, wie in jeder von Euch die Beziehung wahrnimmt und das Verhalten seines Gegenübers?

    LG
    So Ham
    '''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

    ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

    Man sollte die persönliche Hölle des Anderen stets barfuß betreten.

    ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei So Ham für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (15.11.2011),Thessa (15.11.2011)

  4. #3
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    Vielen Dank für die Antworten. Zunächst einmal muss ich sagen, dass mein Mann schon seit Jahren zu einem Psychologen geht. An seinen Ängsten hat das aber nichts geändert. Kurz bevor wir uns kennenlernten kam er aus einer Klinik raus, in der er sich deswegen stationär über mehrere Wochen behandeln lies. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass ich mich, obwohl ich es Jahre lang versucht habe, mit seinen Eltern einfach nicht verstehen bzw. klarkomme. Von Ihnen und von meinem Mann wurde immer ausgegangen, dass wenn er eine Frau hat (ich bin die erste Frau die er je hatte) seine Probleme, seine Ängste verschwinden. Dadurch dass seine Eltern und ich uns einfach nicht grün sind macht er mich für seine Ängste verantwortlich. Dabei hat er diese schon seit der Kindheit. Es ist einfach eine so Verfahrene Situation. Wir drehen uns im Kreis und kommen da nicht raus. Uns mit den Eltern an den Tisch zu setzen und über alles zu reden habe ich so oft versucht. Das wurde aber immer abgeblockt. Sie interessieren sich nur für die Kinder. Ein normales Gespräch kam zwischen ihnen und mir nie zustande. Alles worüber sie mit mir sprechen sind die Kinder. Z. B. habe ich als Barack Obama damals Präsident geworden ist jubelnd seine Mutter angerufen und wollte mit ihr darüber reden und mich freuen. Zur Antwort bekam ich damals nur "ja und dein Präsident ist dein Mann und dein Kind"! Ich bin für meinen Mann und meine Schwiegereltern nur für die Kinder und den Haushalt da. Ich hatte nie das Gefühl wirklich ernst genommen zu werden in dieser Ehe. Es sind auch so viele Dinge passiert, die sich nicht wieder gut machen lassen: Z. B. ist mein Mann als mein 1. Baby gerade 4 Wochen auf der Welt war mit seinem Vater in die USA geflogen, weil er ihn nicht allein fliegen lassen wollte. Mir ging es damals sehr schlecht. Ich hatte eine traumatische Geburt mit meinem Baby und danach die postnatale Depression. Er ist trotzdem geganen obwohl er wusste das es mir schlecht ging.
    Er hat mir auch schon immer prophezeit, dass wenn seine Eltern mal sterben er sich in eine Klinik einweisen müsse. Ich stünde dann alleine mit meinen Kindern da.
    Übrigens als ich erfahren habe dass ich mit dem 2. Kind schwanger war ging es mir richtig schlecht. Ich wusste damals schon nicht wie ich mit 1 Kind allein klar kommen sollte. Mit 2 erst recht nicht. Ich dachte ernsthaft an eine Abtreibung was mir heute unendlich leid tut. Ich liebe meine Tochter sehr.
    So viel erst mal.
    Mama33

  5. #4
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    Etwas fällt mir noch ein:
    Zu seinen Ängsten: Vor kurzem war er wieder im Ausland. Da hatte er weder mich noch seine Eltern am Telefon erreicht und einen Panikanfall gehabt. Er beschuldigte mich ich hätte seine Eltern UMGEBRACHT. Solche Dinge muss ich mir anhören...
    Ich habe darauf hin sofort seine Eltern angerufen sie sollen sich doch bitte sofort bei ihm melden. Sie wussten was er zu mir gesagt hat.
    Das Schlimme ist: Die ganzen Jahre, auch jetzt hier wieder in dieser Situation. Es wird NIE darüber mit mir geredet. Es wird immer so getan als wäre alles in Ordnung, als gäbe es keine Ängste.

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