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Thema: Seit ich meine systemischen Belastungen losgeworden bin

  1. #1
    Neuling Avatar von Sophie Kautny
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    Standard Seit ich meine systemischen Belastungen losgeworden bin

    Vor einigen Wochen war ich beim Familienstellen (Hellingers "geistiges Familienstellen") und bin dabei die heftigste systemische Last meiner Familie "losgeworden". Natürlich werden die Wirkungen dieses Stellens noch 2 Jahre andauern. Aber schon jetzt fühle ich mich wie ausgewechselt. Alle Depressionen sind wie weggeblasen. Ich fühle mich so lebendig, lebensfroh und zuversichtlich.
    Ich befinde mich derzeit auf Jobsuche im Bereich Sozialpädagogik und gestern hat mir ein Arbeitgeber schon auf Basis eines Telefonats einen Vorstellungstermin angeboten. Ich war so aufgeregt, dass ich kaum schlafen konnte und fand mich irgendwann in meinem Bett sitzend und "Ebony & Ivory" singend wieder. Dabei habe ich noch versucht, die Stimmen von Paul McCartney und Stevie Wonder genau nachzuahmen. Ich fand sogar, dass mir das nicht schlecht gelungen ist und war ganz überrascht, dass ich das noch so genau in Erinnerung habe - nach fast 20 Jahren...

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Sophie,

    kannst Du das näher erläutern, was Du mit "geistiges Familienstellen" meinst? Ich hab davon gehört, dass Hellinger das Systemaufstellen zum geistigen Aufstellen weiterentwickelt hat. Wie das aber in der Praxis aussieht, kann ich mir nicht vorstellen.

    Ich selbst mache auch immer wieder mal Systemaufstellungen mit und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Sei nicht enttäuscht, falls Du demnächst einen Einbruch von Ernüchterung hast und die erste Euphorie weg ist. Deshalb arbeitet es in der Tiefe trotzdem weiter. Bei mir läuft auch viel an Verarbeitung über Träume.

    Ich habe zwar auch schon Aufstellungen nach Hellinger gemacht, aber mir ist diese patriachalische Ordnung zu rigide und für meine Generation und jünger nicht mehr ganz passend. Aber das muss jeder selber rausfinden, was passt und gut tut.

    Hast Du kompetente Ansprechpartner zur Nachbereitung? Finde ich extrem wichtig, Es ist, meiner Erfahrung nach, nämlich nicht damit getan, den Knoten zu lösen. Es braucht auch ein Handwerkzeug mit dem Neuen umzugehen, und nicht wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen. Wie ist ein Leben so plötzlich ohne Depressionen? Man verhält sich anders, füllt den Tag anders, redet anders, plant anders, lernt andere Menschen kennen, usw. Bist Du dafür vorbereitet?

    Es ist ähnlich, wie wenn man die Wirbelsäule eingerenkt kriegt. Das Bewegungsmuster ändert sich. Die Muskeln jedoch sind darauf noch nicht eingestellt und müssen trainiert werden, um die neue Haltung stabilisieren zu können.
    Geändert von Gast784 (24.06.2010 um 16:02 Uhr)

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    ups, ich sehe gerade in Deinem Profil, dass Du Psychologin bist? Dann frag ich mich natürlich, wie die Dinge im Zusammenhang stehen. Ist das eine Art Eigenwerbung oder hast Du tatsächlich Deine eigenen Kenntnisse um die Methode erweitert und wie gehst Du dann mit Deinem konventionellen Hintergrundwissen damit um? Willst Du selber damit jetzt beruflich arbeiten?

  4. #4
    Neuling Avatar von Sophie Kautny
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    Standard geistiges Familienstellen

    Hallo Gabiannarele,

    danke für Deine Antworten!

    So viele Fragen ;-) Zunächst mal zu Deiner letzten: Ich bin zwar Psychologin, arbeite aber nicht als Therapeutin und was Familienstellen angeht war ich bisher nur Teilnehmerin. Ich habe auch keine Ausbildung obwohl ich nicht ausschließen will, dass ich das irgendwann mache. Das Thema läßt mich nicht los... Arbeite momentan im sozialpädagogischen Bereich.

    So gut kenne ich mich mit dem "geistigen Familienstellen" auch nicht aus. Habe aber mal ein Seminar von Sophie Hellinger besucht und meine letzte Aufstellung war auch bei einer "geistigen" Aufstellerin. Unterschiede sind z. B., dass nicht mehr der Klient, sondern der Aufsteller die Stellvertreter aussucht und dass in das Geschehen dann viel weniger eingegriffen wird. Außerdem wird dem Ganzen unheimlich viel Zeit gelassen, sich zu entwickeln und zu einem guten Bild zu finden. Die Seminare sollen außerdem auch denen, die nicht aufstellen oder Stellvertreterin sind, sehr viel bringen - einfach, weil sie dabei sind. Daher - glaube ich - "geistiges" Stellen.

    Warst Du denn schonmal bei einem Hellinger-Seminar dabei (Bert oder Sophie?). Wird bei den anderen Aufstellungen nicht auch geschaut, ob die Ordnungen eingehalten werden und ob eine Änderung vielleicht Erleichterung für alle schafft? Es geht ja m. E. niemals um eine rigide Einhaltung der Ordnungen. Man schaut bloß, ob die Einhaltung im System Erleichterung schafft, was es meist tut.

    Was die Nachbereitung angeht: Ich bin jetzt nicht mehr in therapeutischer Behandlung und habe auch nicht das Gefühl, dass ich das brauche. Ich weiß, dass das Ganze Zeit braucht, um in der Seele anzukommen und freue mich schon darauf, wenn auch andere Symptome sich verabschieden. Z. B. kann ich nicht schlafen, wenn ich woanders bin oder jemand zu Besuch ist. Und beim letzten Mal (vor einer Woche), als eine gute Freundin hier war, konnte ich das erste Mal seit sicher 10 Jahren gut schlafen. Da kommt echt Freude auf!!!

    Und ich bin weiterhin meist einfach gut drauf, positiv, fröhlich, produktiv etc.

    Liebe Grüße,
    Sophie

  5. #5
    Gast784
    Gast

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    Hallo Sophie,

    ich war bei den Hellingers selbst nicht dabei. Wir haben aber nach deren Methode für den Eigenprozess in meiner Tanztherapieausbildung gestellt.

    Dinge wie "die Frau soll (ortsbezogen) immer dem Mann folgen" oder dass Kinder ihre Eltern zu ehren haben ( und was ist umgekehrt?), finde ich nicht nur sprachlich überholt, sondern teilweise auch fatal. Das meine ich mit rigide.

    Es gibt natürlich immer Ordnungen, aber bei der Frau, zu der ich nun hin und wieder gehe, erlebe ich die nicht so dogmatisch. Und die Sätze sind auch freier und passen daher besser. Für mich jedenfalls.

    Wie rigide das ganze gehandhabt wird, hängt sicher viel vom Aufsteller ab. Und die Ausbildungen darin sind ja leider auch sehr unterschiedlich in Qualität und Länge. Was ich außerordentlich bedauere.

    Inwiefern wird dieser systemische Ansatz überhaupt in einem psychologischem Studium vermittelt? *schonimmermalfragenwollte*

    Diese Stabilität und Ausgeglichenheit hat mich bisher seit meinem letzten Stellen im April auch noch nicht verlassen *Freu* Trotzdem ist nicht alles automatisch nach so einem Stellen rosig. Das weisst Du ja auch und ich füge es nur als Ergänzung hinzu, für die User, die damit noch nie was dazu hatten. Aber ich kann anders damit umgehen, und ich denke, darauf kommt es an.
    Es ändern sich manche äußere Umstände dann manchmal wie von Zauberhand. Aber das ist wohl eher das Resultat der "Spiegelgesetze".

    Bei mir war es eine Begegnung vor etlichen Monaten, die mich ziemlich ins Schleudern brachte und ich im Zuge der Bewältigung wieder mit dieser Arbeit nach langer Zeit in Kontakt kam. Witzigerweise geschah das berühmte "man-begegnet-sich-immer-zweimal-im-leben" jetzt vor ein paar Wochen, also seit es mir so richtig gut geht. Und die Rollen und Kräfteverhältnisse sind jetzt komplett neu verteilt und ich bin soooo leicht und weit weg von dem allen..
    Geändert von Gast784 (25.06.2010 um 15:06 Uhr)

  6. #6
    Neuling Avatar von Sophie Kautny
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    Standard Psychologie-Studium

    Hi Gabiannarele,

    im Studium habe ich davon noch nichts gehört, das ist schon 12 Jahre her.

    Bin durch Bekannte dahin gekommen, die mir immer mal wieder gesagt haben, ich solls doch mal mit dem Familienstellen versuchen. Ich habe es lange für den totalen Humbug gehalten. Wenn man nur erzählt bekommt, was da so läuft, muss man das ja fast zwangsläufig, wenn man in der heutigen rationalen Gesellschaft aufgewachsen ist. Als ich dann das erste Mal da war (bei Dietrich Weth) bin ich schier aus den Latschen gefallen. Ich war so beglückt, weil ich mich das erste Mal im Leben mit wirklich wesentlichen Dingen beschäftigt habe. Und ich fand auch, dass mir so jemand Aufrichtiges wie Dietrich Weth in meinem Leben bisher gefehlt hat.

    Die Ordnungen habe ich erst nach und nach mitbekommen, für mich waren sie aber eher eine Offenbarung, als dass ich sie rigide fand. Z. B. hatte ich früher eine Psychoanalyse gemacht und die hatte meine Strebungen weg von meinen Eltern noch verstärkt (wie übrigens auch eine VT, die ich mal angefangen habe). Mit dem Ergebnis, dass mir immer mehr der Boden unter den Füssen fehlte. Durch das Familienstellen kann ich jetzt meine Eltern wieder voll und ganz "nehmen" und ich bin soviel stabiler geworden, das hätte ich nie für möglich gehalten. Nicht dass meine Eltern einfach wären etc. aber durch das FS habe ich einen ganz neuen, erwachsenen und positiven Draht zu ihnen gefunden.

    Dazu, dass der Mann nicht der Frau folgen soll, es umgekehrt aber geht, habe ich einige Aufstellungen gesehen, wo das die Lösung war, d. h. der Mann war der Frau gefolgt und alle waren total unglücklich und eine Trennung stand ins Haus. Die Lösung war, dass man den Mann in seine Heimat stellt und die Frau dazu und dann ging es allen besser.

    Was für eine interessante "man sieht sich immer 2x-Begegnung" hast Du denn gehabt? (Neugier ;-)

    Liebe Grüße
    Sophie

  7. #7
    Gast784
    Gast

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    hihi Sophie,

    mehr plaudere ich da nicht ausm Nähkästchen, vll mal per pn

    Ich finds interessant, dass Du als "konventionell Ausgebildete" so für das Systemaufstellen sprichst (total erfreut bin), weil das leider immer noch häufig als unseriös hingestellt wird. Nur - das steht und fällt mit den Aufstellern. Aber das geht mir auch bei VT mit Deinen diplomierten Kolleschen so (sry ). Da ist auch nicht alles Zucker, nur weils die Kasse bezahlt.

    Als Körperarbeiterin ist das Stellen natürlich voll auf meiner Linie. Ich find alles besser, wo man durch die Dinge hindurch geht, anstatt nur über sie spricht. Denke, Du verstehst...
    Geändert von Gast784 (26.06.2010 um 12:10 Uhr)

  8. #8
    Neuling Avatar von Sophie Kautny
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    Standard

    Hi Gaby,

    was heißt denn

    vll mal per pn

    ?

    Ich finds interessant, dass Du als "konventionell Ausgebildete" so für das Systemaufstellen sprichst (total erfreut bin), weil das leider immer noch häufig als unseriös hingestellt wird. Nur - das steht und fällt mit den Aufstellern. Aber das geht mir auch bei VT mit Deinen diplomierten Kolleschen so (sry ). Da ist auch nicht alles Zucker, nur weils die Kasse bezahlt.

    Ja klar, dass ist immer so. Ganz wichtig beim Aufstellen, sich jemanden empfehlen zu lassen und den auch erstmal zu begutachten, bevor man sich in seine Hände begibt. Aber bei allen anderen Therapeuten auch;-)

    Lies mal meine Diskussionen bei der Interessengemeinschaft "systemisches Familienstellen".

    Soso, eine Körperarbeitern... Was denn genau?

    Liebe Grüße,
    Sophie

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