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Thema: Selbstausbeutung, Überforderung, Ausnutzung

  1. #1
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    Standard Selbstausbeutung, Überforderung, Ausnutzung

    Selbstausbeutung, Überforderung, Ausnutzung, Christine Patschull (M.A.)

    Liebe Leute,

    ich bin seit 8 Jahren in sozialtherapeutischer Behandlung und stelle fest, dass die Herren und Damen in diesem Umfeld wesentlich 'relaxter' und mehr 'laid back' sind als ich.
    Dinge, die ich früher nebenbei und 'ganz schnell' erledigte, werden dort in Jahren abgearbeitet. Und trotzdem: Die Ärzte haben ein wesntlich besseres/ höheres Selbstwertgefühl. - Ich wurde u.a. darauf aufmerksam gemacht, dass mein eigenes Selbstwertgefühl beschädigt und 'much too low' sei.-

    Man stellte also im Allgemeinen fest, dass hier in Niederrsachsen wesentlich weniger und laxer gearbeitet wird als z.B. in Berlin oder Potsdam.
    Die Menschen betonen, dass sie ja "ein ganzes Leben lang arbeiten" müssten, sich nicht überfordern, ausnutzen oder eben 'ausbeuten' lssen könnten. Ich frage mich jetzt, ob ich immer und ständig zu viel von mir gefordert habe und meinen Ansprüchen nicht gerecht geworden bin deshalb?

    Heute wird viel weniger gearbeitet als in den 90ern.
    Habe ich also zuviel mit mir machen lassen, es immer wieder allen recht machen wollen, zu wenig (persönliche) Grenzen gezogen, zu viel Probleme mit mir selbst abgemacht, statt sie im Kollegenkreis zu thematisieren?

    Und: Ist der - übrigens typisch deutsche - Anspruch an 'Arbeit' - "ich habe ein Recht darauf zu arbeiten" - überzogen, wenn man bedenkt, was für eine Knochenarbeit die Menschen jahrhundertelang geleistet haben?
    Welchen Stellenwert hat 'Arbeit' heute? Für den Selbstwert und den Status? Ich habe den Eindruck, in Niedersachsen regt sich niemand darüpber auf, wenn jemand joblos ist - gerade junge Frauen/Damen .
    In Potsdam/ Berlin dagen gehörte die Arbeit zum Menschen wie das Essen.
    Es wurde während des Studiums geheiratet und Familie gegründet, damit man nach Abschluss 'fit für den Beruf' war. Heute heiratet niemand mehr; schon gar nicht aus Karrieregründen... .
    Wie aber macht man das heute -die berufliche Balance? Fängt man z.B. um 10 Uhr an und arbeitet dann für 6 Stunden?

    Mein Biorythmus sagt, 4 Stunden sind genug - und ich stecke viel, zuviel Ideal(e) in die Arbeit.
    "Früher war ich sehr naiv - heute bin ich misstrauisch." o.ä. ...Inklusive der Tatsache, dass das zur Krankheit gehört..
    und trotzdem: Ist es besser (für's Selbstwertgefühl), wieder unter den sog. 'kleinen Leuten' zu sein? Aber heisst das für die Arbeit nicht 'Maloche'? usw. usf. Wie macht Ihr das?

    Alles Liebe,
    Christine
    Geändert von Christine (04.09.2010 um 13:29 Uhr)

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    und trotzdem: Ist es besser (für's Selbstwertgefühl), wieder unter den sog. 'kleinen Leuten' zu sein? Aber heisst das für die Arbeit nicht 'Maloche'? usw. usf. Wie macht Ihr das?
    hallo Christine,

    da ich mit genau dem Thema seit gestern mal wieder ziemlich beschäftigt bin, weil ich mit 2 entgegengesetzten Lebenswirklichkeiten im Freundeskreis konfrontiert war, kann ich im moment nur sagen, dass diese Diskussion für mich fast schon abgehoben klingt.

    Warum? Weil ich es selbst so erlebe und um mich rum oft noch viel extremer mitkriege, dass sehr viele Menschen heute nicht mehr das existenzielle Minimum haben, welches Voraussetzung dafür ist, dass man sich mit der psychologischen Seite des Arbeitslebens (Selbstwert, Selbstentfaltung etc) noch groß beschäftigen könnte. Die spielt einfach keine Rolle mehr.

    Es gibt heute nicht wenige Menschen, die unter der Woche ihren Vollzeitjob haben und am WE noch nen Nebenjob machen und praktisch keinen freien Tag mehr haben. Nicht für die großen ausgefallenenen kostspieligen Wünsche, sondern schlicht und einfach, um sich ihren Lebensstandard der "kleinen Leute" halten zu können und/oder um ihre Familien durchzukriegen.

    Darum halte ich den Satz:
    Heute wird viel weniger gearbeitet als in den 90ern.
    für Quatsch. Es verschärfen sich allerdings immer mehr die Gegensätze, und zwar in allen Lebensbereichen.

    Wie schon angedeutet: ich habs im eigenen Freundeskreis, dass über die Arbeitswelt und Geld sich die Welten teilen. Und das ist es, was mir Sorge macht - dass dafür anscheinend das Bewusstsein schwindet, dass es noch ganz andere Wirklichkeiten als die eigene gibt.

    Was bedeutet das eigentlich, dass Du sozialtherapeutische Behandlung machst?

    8 Jahre in der selben Therapie zu hängen, läuft da nicht was gründlich schief?

    PS: was bedeutet eigentlich das M.A. in Klammer hinter Deinem Namen, mal ganz doof gefragt?
    Geändert von Gast784 (04.09.2010 um 15:07 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Christine,

    kann es sein, dass Deine bisherigen Threads eigentlich alle zusammenghören? Das gleiche Grundthema, nur aus immer wieder neuen Teilperspektiven gesehen und beschrieben?

    Sieh mal da nach: http://www.psychologieforum.de/72699-post6.html

    Sorry, dies hier klingt so nach einem Nebenkriegsschauplatz ... und noch dazu viel zu abgehoben theoretisierend.
    Wo liegen denn, Deiner eigenen Meinung nach, die gemeinsamen Strukturen?
    Dieses Thema hier ist ja schön und gut. Nur, wie es der Ami so schön sagt: where is the beef?

    Was wird da eigentlich in Deiner "sozialtherapeutischen Behandlung" gemacht? Auf was konzentriert sie sich, welche Lebensbereiche umfasst sie?
    Was wird da überhaupt wie therapiert?


    lg

  4. #4
    Lib
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    ?

    Why should I use a dictionary to take part in this discussion?

    Sorry, was musst Du Dir eigentlich beweisen, Frau M.A.? (@Gaby=Magister Artium, ist ein akademischer Titel)

    Aus dem Benutzen von Fremdsprachen und dem Nennen erworbener Abschlüsse wächst noch kein Selbstwertgefühl...

    Und warum gab es keine gescheite Antwort für die beiden, die ihre Zeit für Dich aufgewendet haben?

    Das alles fragt sich
    Lib

    Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit:
    Entweder Du machst Licht, dort wo Du bist,
    oder Du gehst in die Sonne.


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