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Thema: Selbsterheiterung

  1. #1
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    Cool Selbsterheiterung

    Ich habe mich gefragt, wie man Selbstironie einschätzen sollte oder die Aktion, über sich selbst zu lachen.

    Es gibt diverse Situationen, in denen man mit anderen verrückte Dinge erlebt und sich nicht mehr einkriegt. Dazu können peinliche Dinge gehören, die man selbst gestartet hat. Auch das Kabarett, besonders das politische, ist für mich eine Gelegenheit, in der man herzlich über seine eigene Dummheit und die eigenen Marotten lachen kann. Nicht zu vergessen Feiertage oder Familienfeste.
    Mir sind Leute bekannt, die nach einer langen depressiven Phase auf diese zurückblicken und sich leicht erheitert an den Kopf fassen. Sei es wegen Liebeskummer, Ärger auf der Arbeit oder Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation, es ist immer so ein: "Meine Güte, dass ich damals so blöd war..." und es folgen irgendwann Witze auf die eigenen Kosten.

    Wie ist das bei Leuten, die aktuell eine Krise durchmachen?
    Ich habe öfter mal gehört, dass Selbstironie eine Form von verletzendem Verhalten sein soll oder zumindest beobachtet werden sollte.

    Ich sehe das eher als Eigenchaft der Persönlichkeit, wenn jemand gut über sich selbst lachen kann. Wenn Witze über mich gemacht werden, dann stammen die besten definitiv von mir. "Objektiv" gesehen sind sie vielleicht nicht so lustig strukturiert, aber ich lache herzlicher über mich, wenn ich diese Witze mache.
    Mich persönlich stört das überhaupt nicht, bin ja auch manchmal echt unterhaltsam. Allerdings hat Humor an gewissen Stellen eine aufrüttelnde und ernste Botschaft. Sarkasmus und Zynismus sind ja für ihre Bissigkeit bekannt und Ironie irgendwo für die Entwertung.

    Habt ihr Erfahrung damit, wenn Menschen in einer Krisensituation über sich selbst witzeln? Ist das bei euren Bekannten eher durch die Persönlichkeit geprägt oder geht das auf die Situation zurück?



    P.S.: Zum Zweck der Biographiearbeit.
    aufwachen, träumerle...!


  2. #2
    Schreiberling Avatar von Mariposa
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    Hallo Fernsehturm,

    meine langjährigste Freundin, die leider seit 5 oder 6 oder mehr Jahren an Bordeline erkrankt ist, macht Witze über sich....sie lacht sich dabei selbst aus und hat noch 0 Selbstbewusstsein.....ich krieg doch nüscht mehr auf die Reihe....ich kann noch nicht mal mehr autofahren.....und ich kann mir nichts mehr merken.....und dann kommen Beispiele.....aber ich kann darüber nicht lachen....mich verängstigt ihr Gerede total.....ich bin dazu übergegangen, ihr zu sagen, dass sie sich nicht so runtermachen soll.....sie sagt IHRE THERAPEUTIN würde ihr solche Sachen immer sagen (denke dann ist es die falsche)....egal....ich denke wenn sie immer so redet wenn es ihr schlecht geht verinnerlicht sie das alles und es wird immer schlimmer werden.
    Ich selbst hab mich auch mal öfters runtergemacht...hatte dann aber jemand kennengelernt, der das auf mangelndes Selbstwertgefühl zurückführte und mich ständig darauf hingewiesen hat, mich nicht selbst zu kritisieren. Ich hab damit aufgehört. Wahrscheinlich war es richtig.
    Ich bemerke seit dem auch bei anderen sowas und mache sie darauf anfmerksam.....ein gesundes Maß an Selbstkritik ist ok.....wenn man das gar nicht kann hat man auch ein Problem (Selbstüberschätzung).....denke es ist so wie mit Allem: Alles in Maßen, nicht in Massen (mein Motto )
    LG von Mari
    Nimm dir Zeit für deine Freunde, sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde

  3. #3
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    Hallo Fernsehturm
    Ich habe mal im Wörterbuch gesucht:
    1. hinter Ernst versteckter, nicht offen erkennbarer Spott
    - bewusstes und gezieltes (ernstes) Sagen des Gegenteils zur versteckten Kritikübung

    Könnte das "im Vordergrund Spott über sich selbst" sein, um dem anderen versteckt die Beschreibung für dessen unpassables Verhalten zu präsentieren? (So kann er die direkte Beschuldigung und damit verbundene Mechanismen vermeiden. )

    2. <übertr.> Zufall, der etwas Erwartetem widerspricht und wie ein Eingreifen einer höheren Macht erscheint.
    Wenn einem zufällig etwas (Peinlichkeit) widerfährt, das zufällig von jemand anderem beobachtet wurde. Um also einen "Gesichtsverlust" abzuwenden.

    Fällt mir dazu ein. Vielleicht hat jemand eine bessere Interpretation.
    LG Sonnenkraut

  4. #4
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    @ Sonnenkraut: Welchen Begriff genau hast du nachgeschlagen?
    aufwachen, träumerle...!


  5. #5
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    Hallo

    Persönlich finde ich Mariposas letzten Satz einfach treffend: In Maßen!

    Ich selbst habe auch Krisen mitgemacht, und eine Prise Selbstironie hat mir geholfen, mich selbst nicht so ernst zu nehmen, dass ich in Selbstmitleid ertrunken bin.

    Dennoch geht es dabei nicht um Selbstkasteiiung, wo die Selbstironie zum Selbstspott führt, um allen - und sich selbst am meisten - klarzumachen, dass man es nicht wert ist, beachtet zu werden (auch hier wieder: auch nicht von sich selbst)

    Die Frage für mich ist es, zu lernen, wo das eine aufhört und das andere beginnt.

    Nachdenkliche Grüsse

    Shade
    Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage, nicht dafür, was du verstehst

  6. #6
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    Hallo Fernsehturm,
    Ich habe "Ironie" nachgeschlagen. Stimmt, Du hattest :
    dich gefragt, wie man Selbstironie einschätzen sollte oder die Aktion, über sich selbst zu lachen.
    dazu hatte ich das im Fokus:
    Dazu können peinliche Dinge gehören, die man selbst gestartet hat.
    Bei diesem Kontext (selbst gestartet) hatte ich die Wahl zwischen "absichtlich selbst" und "unabsichtlich selbst". Wie genau man jeweils definiert, wäre interessant, damit sind wir wieder bei diesem hier:
    Habt ihr Erfahrung damit, wenn Menschen in einer Krisensituation über sich selbst witzeln?
    und eher in dem Sinne dass man "sich durch die Ironie" emotional distanziert von "sich selbst" oder wie Shade vor mir schreibt:
    mich selbst nicht so ernst zu nehmen,
    Allerdings:
    Es gibt diverse Situationen, in denen man mit anderen verrückte Dinge erlebt und sich nicht mehr einkriegt.
    hat mit mehreren Personen zu tun.
    Das von Dir zitierte:
    Aktion, über sich selbst zu lachen.
    Da fällt mir bei "Aktion" eine "geplante Peinlichkeit" ein, aus dem vorsätzlichen Grund, später darüber zu lachen . Wahrscheinlich habe ich mich mit dem Verstandenen auf etwas zu sehr fixiert. Danke für den Hinweis
    LG Sonnenkraut

  7. #7
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    Zitat Zitat von Sonnenkraut Beitrag anzeigen
    Da fällt mir bei "Aktion" eine "geplante Peinlichkeit" ein, aus dem vorsätzlichen Grund, später darüber zu lachen .
    Mit "Aktion" meinte ich den Prozess. Ich will nicht immer dieselben Wörter benutzen. ^^''
    aufwachen, träumerle...!


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