Hallo Ihrs!
Ich denke, dass beginnt ja schon in unserer Kindheit... worauf liegt denn das Augenmerk vor allem? Auf dem was wir falsch gemacht haben... ob das nun zuhause ist oder in der Schule... anstatt, dass man sich auf das konzentriert, was man gut macht und kann und dort noch besser wird, ist man gezwungen, sich auf das zu konzentrieren, was man nicht kann...
Beispiel: jemand ist gut in Mathe aber schlecht in Sprachen... worauf liegt nun das Augenmerk? er muss in Sprachen Nachhilfe nehmen etc. und pulvert dort so viel Energie rein, dass für Mathe fast nichts mehr bleibt...
oder: ein Kind kann toll malen, aber nicht singen... wie oft wird es hören: "Du singst falsch" verglichen mit "Du malst toll"... zweiteres wird zur Selbstverständlichkeit und geht damit irgendwie unter, während ersteres sicher jedes Mal erwähnt wird wenn es singt... und auch dort könnte man loben, wenn es gewisse Töne trifft anstatt nur diese hervorzuheben, die nicht getroffen wurden...
Das ist die Gesellschaft in der wir leben... gewisse Dinge müssen erfüllt werden, um anerkannt zu werden, es reicht lange nicht, nur in einer Sache gut zu sein... ich denke auch, dass deshalb so viele Kinder kein Selbstvertrauen haben, weil sie immer nur hören, was sie alles falsch machen und nicht, was sie alles richtig machen...
Gott sei Dank ist dies bereits ein wenig im Wandel begriffen, ob das nun Montessori Pädagogik ist oder Waldorf oder einfach nur, dass sich die Menschen in der heutigen Zeit bereits mehr mit den psychologischen Folgen dessen auseinandersetzen, was Worte auslösen können...
und so zerbrechen wir uns auch oft den Kopf über vermeintliche Peinlichkeiten, die die anderen schon längst vergessen haben... in dem Moment, in dem so etwas passiert, hilft oft die Frage: "Wie werde ich in 2 Wochen darüber denken? Wird das dann immer noch so wichtig sein, oder längst vergessen?"
Ich denke, es tut uns viel besser, wenn wir mal die positiven Seiten an uns beleuchten und uns dafür loben, auf die negativen werden wir ja eh ständig hingewiesen... denn im Endeffekt entscheide ich, wie ich bin, ich muss mit mir zufrieden sein, meine Voraussetzungen sind ja ganz andere als die der anderen, es macht keinen Sinn mich mit fremdem Maß zu messen oder mich mit anderen zu vergleichen... und Gabiannarele hat schon recht wenn sie fragt: Wer zieht tatsächlich Nutzen aus der ganzen Selbst-Unzufriedenheit?
Mein Tipp: Mehr Konzentration auf das Positive, eine gesunde Portion Egoismus und ganz viel Selbstliebe - der kritische Blick ist das einzige, an den wir nicht bewusst denken müssen, der wurde uns allen so gut anerzogen, dass er ganz von alleine kommt!
Kyeema