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Thema: Selbstliebe wächst-Fremdliebe geht verloren oder umgekehrt....?????

  1. #1
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Standard Selbstliebe wächst-Fremdliebe geht verloren oder umgekehrt....?????

    Zitat Zitat von gabiannarele
    Ich bin allerdings seit kurzem in einer ganz neuen Fragestellung, die mir zeigt, dass ich anscheinend am Beginn eines neuen Lebensabschnittes stehe:

    warum verliere ich jetzt, wo ich meine Selbstliebe gefunden habe, die Liebe für die Menschen im Allgemeinen? Sie interessieren mich nicht mehr, ich brauche sie nicht mehr, sie brauchen mich nicht mehr. Ich tausche mich hier zwar noch aus, aber ich merke, dass auch dies dem Ende zu geht.

    Ich folgere daraus: auch Selbstliebe ist keine feste Instanz, sondern ständigen Bewegungen und Entwicklungen unterworfen. So wie eben alles, was lebt...
    Hallo Ihr Lieben,

    ich bin schon seit einem Jahr auf der Suche meinen Selbsthass in Selbstliebe zu wandeln. Und habe festgestellt, das auch ich, je mehr ich mich gernhabe, irgendwie nicht mehr soviel Zeit aufbringe für andere und ihnen meine Liebe unendlich entgegenbringe.
    Irgendwie kommt es mir vor wie eine Liebe, die in Selbstliebe und Fremdliebe aufgeteilt ist. Wie in einer Waage wird es ausgelohtet und was das eine wächst nimmt es dem anderen den Raum.

    Was denkt ihr darüber??

    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hi Knuddel,

    Ich frage mich wirklich, ob ich deswegen paranoid werde oder ob ich eher eine realistische Einschätzung zu meiner Umwelt kriege.Ich sehe zunehmend Dinge, die ich eigentlich lieber nicht sehen will.

    Ich empfinde die Welt um mich herum als hochgradig krank und gestört. Wird sie nun immer kränker und will ich mich daher immer mehr davon distanzieren, je mehr ich mich selbst liebe, oder bin ich diejenige, die krank wird?

    Vll hat es damit zu tun, dass man - je mehr man zu einer Selbstliebe findet - auch in der Beziehung zu anderen mehr zu einem Wollen als zu einem Brauchen kommt. Und ich habe den Eindruck, dass immer weniger Leute den Unterschied zwischen wollen und brauchen kennen. Denn auch was ich hier teilweise lese, hinterlässt bei mir den Eindruck, dass das eigene Unglück oft mit Zähnen und Klauen verteidigt wird, nur um weiterhin keine Selbst-Verantwortung (schöner gesagt: Selbst-Fürsorge) annehmen zu müssen. lieber sollen die Anderen sich um Einen kümmern. Lieber die Illusion von Liebe und Zuwendung von Außen, als mal selbst in den Spiegel zu gucken. Lieber Fordern und Konsumieren, als Erarbeiten. Konsum ist die Lebenshaltung unserer Zeit, nicht nur bei Waren!

    Selbstliebe ist wie echte Liebe zu einem Menschen nix bequemes, auf dem man sich ausruhen kann. Sie verlangt Arbeit, sie hat schmerzhafte Momente, aber eröffnet auch ungeahnte Potentiale. Sie ist eben ein Kind der Lebendigkeit. Und Lebendig sein ist etwas, was unsere risikoscheue dekadente Gesellschaft zunehmend vermeidet und weshalb die Einschränkung unserer Möglichkeiten immer mehr zugelassen wird.

    Allein wie ich nur hier im Forum die letzten Monate erlebt habe, wie positive Themen, konstruktive Vorschläge und Themen, die manchem Kraft geben (z.B. Religion) massiv torpetiert und ins lächerliche gezogen werden, dass da die Gemüter wesentlich heißer laufen, als bei Themen über Selbstmord u.ä., hat mich zu einer Haltung geführt, dass ich mich immer weniger für Menschen interssiere. Die Kraft "Runterzuziehen" wird in der Masse immer stärker sein, als die Kraft "Hochzupushen", einfach darum, weil sie der Bequemlichkeit entgegenkommt und fest in unserer Kultur, vll auch im Menschen an sich verankert ist. Eine Masse hochzupushen, dazu müsste man sie wohl für ein gemeinsames Ziel einschwören, z.B. Fußballweltmeister zu werden u.ä.

    Das heisst nicht, dass ich Menschen grunsätzlich jetzt zynisch betrachte. Dann müsste ich meine eigene Selbstliebe in Frage stellen. Ich weiss, dass ich ein Herz habe, aber ich weiss auch, dass diejenigen, die es genauer wissen wollen, die wirklich etwas in ihrem Leben verändern wollen, den für sie passenden Menschen finden werden. Menschen, die ich mit meiner Liebe und meiner Unterstützung erreichen konnte, sind eigentlich meist irgendwie über mich drübergestolpert bzw. ich über meine Wegbegleiter. Man sollte mehr dem vertrauen, was einem zu-fällt

    Knuddel, vll verlieren wir unsere Fremdliebe ja gar nicht wirklich, sondern vll gehen wir nur anders damit um. Vll war die Zuwendung, die wir bisher verschwenderisch ausgeteilt haben nur eine Vorstufe zu dem, was sich jetzt tief in unser Herz senkt und sich da zu erkennen gibt, wo es angebracht und nützlich ist.

    LG Gaby
    Geändert von Gast784 (30.12.2007 um 09:31 Uhr)

  3. #3
    Verleger Avatar von Waris
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    Zitat Gabi: "Ich empfinde die Welt um mich herum als hochgradig krank und gestört."

    Ich empfinde es ganz genauso. Auch, dass Religion ins lächerliche gezogen und angegriffen wird, empfinde ich als sehr bedrückend. Das ist nicht nur in diesem Forum so, auch in vielen andern und überhaupt im RL wird Religion als abnormal angesehen.

    Für mich ist es ganz klar: Je mehr ich mich selbst liebe, umso weniger bin ich auf andere angewiesen. Deshalb verschenke ich meine Liebe nicht mehr wahrlos an Menschen, die es eigentlich nicht verdient haben. Man sucht dann eben die Schuld für das Versagen der andern nicht mehr bei sich. Und die Liebe zu Mitmenschen bröckelt. Die rosa Brille fällt.

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    Zitat Zitat von Waris Beitrag anzeigen
    Deshalb verschenke ich meine Liebe nicht mehr wahrlos an Menschen, die es eigentlich nicht verdient haben. .
    Ich glaube inzwischen sogar, dass die Liebe selbst sich ihren Weg sucht und dort zeigt, wo sie angenommen werden kann. Ich muss eigentlich gar nix tun. Je gleichgültiger( alles ist gleich-gültig) ich meinen Mitmenschen gegenüber werde um so schneller bin ich wieder präsent, wenn es angemessen, erwünscht oder nötig ist. Dann ist es mir auch egal, ob sie es verdient haben oder nicht.

    LG Gaby

  5. #5
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    Je mehr man mit sich selbst zufrieden ist, desto weniger braucht man andere Menschen. Was heutzutage "Liebe" genannt wird, kann der primitive Fortpflanzungstrieb sein oder aber das Festklammern an irgendwem, weil man selbst zu schwach ist, sein eigenes Leben allein zu regeln. Deswegen kann es durchaus sein, dass man bei vollster Zufriedenheit selbstverliebt wird. Warum auch nicht?

    "Auch, dass Religion ins lächerliche gezogen und angegriffen wird, empfinde ich als sehr bedrückend. Das ist nicht nur in diesem Forum so, auch in vielen andern und überhaupt im RL wird Religion als abnormal angesehen." - Irgendwelche Ungläubigen gehen mit ihrer möchtegern-rebellischen Art den Gläubigen auf den Zeiger, gläubige Moralaposteln wiederum denen. Das ist ein Zusammenspiel, eher eine Spirale, die beide Seiten immer stärker distanziert und runter zieht, der normale Mensch lacht über beide.
    Geändert von Time (30.12.2007 um 13:31 Uhr)

  6. #6
    Gast1006
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    Hallo,

    ein interessantes und vielschichtiges Thema .....

    Mir stellt sich hier die Frage ob "Sinnhaftigkeit, Tiefe und Wissen" immer positiv und produktiv sein müssen .... oder ob es für gewisse Themen und Menschen nicht besser ist ....einfach fröhlich und frei zu Leben anstelle auch noch "das letzte Haar in der Suppe" oder das kleinste schwarze Zipfelchen unter dem Fingernagel zu kennen und zu analysieren und auf sich selber (zwangs-) zuprojektieren !

    Wenn ich hier viele Beiträge lese, dann habe ich das Gefühl, dass schon ein Schnupfen mit einem gewissen Unwohlsein .....eine Depression sein muss !!

    Unter dem Strich wünsche ich, dass man nicht Selbst- und Fremdliebe denkt, spricht und diskutiert - sondern sie einfach lebt und geniesst - einfach lieben !

    Liebe Grüsse
    Patrick

  7. #7
    Verleger Avatar von :knuddel:
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    Unter dem Strich wünsche ich, dass man nicht Selbst- und Fremdliebe denkt, spricht und diskutiert - sondern sie einfach lebt und geniesst - einfach lieben !

    Genau das Kümmerer ist ein grosser Schritt, der mir viel Angst macht. Ich taste mich in Gedanken daran, wie ich mich an meine Ängste rantaste und es Aushalten lerne und es dann ein lebenswertes Leben wird.

    Wie lebt man einfach?? Wenn man es immer nur unter Knechtschaft und Anweisungen von Aussen gelebt hat??
    Einfach lieben, hört sich sehr schön an. Ich kann sie verteilen und andere damit überschütten und ihnen Gefühle dazu bringen. Nur für mich ist es garnicht so einfach. Ich lerne in Gedanken das Nehmen erst....Sogar die Liebe an mich kann ich nicht einfach so nehmen.....mir fehlt das Vertrauen in die Liebe, die mir entgegengebracht wird.

    Jetzt weiss ich was Liebe ist und wie sie sich anfühlt, aber es macht noch Angst, das das Schöne wieder umschlägt. Ich investiere zur Zeit viel Zeit und Liebe in mich und merke, das ich die Liebe von anderen aufsaugen kann. Aber abgeben möchte ich im Moment nichts davon.....da bin ich sehr gierig geworden und möchte nachholen und volltanken.
    Ein neues Leben kann man nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!!!!!!!!!!!!

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