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Thema: Selbstsabotage, Schweinehund und der Rest der Gang

  1. #9
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    Ach das begleitet mich schon mein leben lang.

    Ich weiß nicht ob es davon kommt, aber ich erzähl mal was sich so bei mir eingeprägt hat bzw beschäftigt.

    Von mir wurde noch nie viel erwartet, wenn ich gute Noten geschrieben haben, hat es kein interessiert. Waren die Noten schlecht gab's mecker.
    Als ich gesagt habe, ich will Abi machen, wurde mir gesagt ich solle doch lieber eine Ausbildung machen.

    Ich bekomme von meinen eltern immer alles 5 mal erklärt, selbst wenn ich zig mal sage, dass ich es weiß.

    Ich fühle mich oft bevormundet und nicht ernst genommen.

    Ich suche mir meist Aufgaben im leben die einfach für mich sind, quasi großer Fisch im kleinen Teich.

    Und ich habe immer das Gefühl, egal wieviel ich geschafft habe, es ist nicht genug.

    Und ja, ich habe einen sehr hohen Anspruch an mich und denke mir immer, dass ich es hätte besser machen können.

    Ich bin perfektionistisch, ich schreib eine Seite Skript notfalls auch 5 mal. Bis sie mir gefällt.

    Schlimm, oder?

  2. #10
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    Schlimm? Ich glaube gar nicht mal so selten. Wahrscheinlich hast du die groben Zusammenhänge und Gründe bereits recht gut erkannt. Die Frage ist nur, ob du deiner Vergangenheit noch so viel Macht über dich geben willst. Mein Rat: Schaue nach vorn und verhalte dich so, wie es dir dein erwachsener, gesunder Menschenverstand rät.

  3. #11
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    Von mir wurde noch nie viel erwartet, wenn ich gute Noten geschrieben haben, hat es kein interessiert. Waren die Noten schlecht gab's mecker.
    Da verbirgt sich aber dennoch eine Erwartung dahinter: die, dass Du "gut" zu sein und "Erfolg" zu haben hast
    Nur dann gibt es die (menschliche) Anerkennung für Dich, die jeder braucht ...

    Übersteigerter Perfektionismus schein da wohl sehr häufig die Folge zu sein - man legt selbst die Maßstäbe an sich an, die einem aufgeprägt wurden und empfindet sie irgendwann einmal als die eigenen.
    Man hat ja nichts anderes kennengelernt, also scheint das dann ja "die Norm" zu sein, der man zu entsprechen hat.

    Du bringst da entsprechend passende "Bilder"

    "Schlimm" ist es insofern nicht, als dass es da Wege aus diesem Kreislauf heraus gibt.
    Wie schwer oder "leicht" sie zu gehen sind hängt von so einigen Faktoren ab - das ist bei jedem unterschiedlich.

    Sich von der Vergangenheit lösen: sicher, letztendlich geht es genau darum. Wieviel Macht sie hat und ob es reicht, dann "einfach" nur noch nach vorne zu denken ... na ja. Mag bei einigen funktionieren (dann scheint sie auch nicht wirklich mächtig gewesen zu sein).
    Wenn es aber ein Lebens- und Denkmuster ist, das sich tief eingeprägt hat und das ganze Fühlen bestimmt ...

    Wie sieht es mit Deinem Selbstwertgefühl aus?
    Kannst Du Dir selbst sagen (und es dann auch fühlen): "ich bin ein Mensch und bin daher als Mensch wertvoll - egal was andere von mir verlangen oder erwarten: es reicht, wenn ich etwas so gut mache, wie es mir möglich ist und meinen Bedürfnissen entspricht"?
    Oder fühlst Du Dich nur dann wertvoll, wenn Dir von außen bestätigt wird, dass Du "gut" bist/warst, keine Fehler gemacht und alle Erwartungen erfüllt hast?

    Eine Prägung kann man aufarbeiten und ihr so die Macht nehmen


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

  4. #12
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    Es kann sicher nicht schaden eine "Prägung" aufzuarbeiten. Da du wahrscheinlich schon genug Semester verloren hast, würde ich das aber nicht vor den Klausuren, sondern studiumsbegleitend tun (falls es dir notwendig erscheint)

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