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Thema: Selbstzertörung?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Selbstzertörung?

    Hallo, ich spreche hier einfach mal ein Problem an, wovon noch niemand etwas weiss.
    Ich weiss gar nicht, wie ich anfangen soll, aber ich versuch es einfach mal...

    Das Ganze fing eigentlich schon in meiner Kindheit an.
    Als ich damals in die erste Klasse kam, wurde ich bereits von meinen Mitschülern ausgegrenzt. Die Gründe waren mir unbekannt, bis ich später herausfand, dass es daran lag, dass mein Bruder sich gerne geprügelt hat und ich mit den jüngeren Geschwistern dieser Personen in eine Klasse kam. Wie dem auch sei: Ich wurde wie eine Aussätzige behandelt und es fiel mir auch sehr schwer Freundschaften zu schliessen. Die einzige gute Freundin, die ich hatte, ist bei einem Autounfall gestorben. Ich habe meine Eltern erzählt, dass es mir auf der Schule nicht gutgeht, doch sie haben mich nicht ernstgenommen.
    Nach einiger Zeit kam ich auf eine andere Schule. Ich habe es nicht geschafft, Freundschaften zu schliessen, weil ich einfach Angst davor hatte mit Leuten zu reden, weil ich in der Vergangenheit immer von vornerein abgewiesen wurde.
    Diese 2 Jahre waren ganz ok. Mir ging es soweit ganz gut, bis dann die Einteilung für die verschiedenen Schulzweige kam.
    Ich landete durch meiner Faulheit auf die Hauptschule und wie es das Schicksal so wollte, waren viele Leute aus der Grundschule dabei, die mich noch nicht vergessen hatten. Diesmal hatte ich meine Eltern ausdrücklich um Hilfe gebeten, doch sie meinten, dass ich mich den Problemen stellen und nicht davonlaufen solle. Erneute 3 Jahre, die für mich die Hölle bedeuteten.
    Neben Beleidigungen wurde ich bespuckt, geschlagen und es hat niemanden interessiert. Die Lehrer haben sich auch nicht dafür interessiert, Hilfestellung zu geben. Als ich einmal im Deutschunterricht so lange stehen bleiben wollte, bis mir die Person, die mir ein paar Stifte und andere Dinge geklaut hatte, Diese wieder zurückgibt, sagte die Lehrerin doch allen Ernstes "Ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank". Dazu kam noch, dass ich wusste wer es war und auch den Namen genannt habe. Doch nichts wurde unternommen.
    Jahre später habe ich von jemanden erfahren, dass einige Lehrer dort sich sogar über mich lustig gemacht haben sollen.

    In dieser Zeit mit ca. 13-14 Jahren begann mein Selbsthass zu wachsen. Ich hasste mich für einfach alles, was ich falsch machte. Ich warf mir so vieles vor und hasste mich dafür, dass ich nicht einfach immer zu Hause geblieben bin. Meine Eltern hätten dann früher oder später etwas unternehmen sollen.
    Ich hasste mich selbst dafür, wenn ich beim Einkaufen der Kassiererin kein Wort über die Lippen bringen konnte, weil ich einfach Angst vor den Kontakt mir Menschen jeglicher Art hatte.

    Ich lernte aber auch Leute aus anderen Schulen kennen, aus denen meine Freunde wurden. Ich beneidete sie um ihr Leben, weil sie keine Probleme hatten. Nach einiger Zeit fragte ich mich, warum so viele Leute mich hassen.
    Ich sag immer normal aus, war gepflegt und hatte ein normales Erscheinungsbild. Ich wurde immer ruhiger, doch fing ich immer mehr an, mich zu hassen. Als ich dann mal meinen Schlüssel gesucht habe, entwickelte ich so eine Wut mir gegenüber, dass ich mich selbst geschlagen habe.

    Nach dieser Zeit besuchte ich noch mehrere Schulen ( Berufsschule, hab dann noch mein Fachabi gemacht ). Dort wurde ich auch ganz normal behandelt, aber ich konnte einfach nicht auf Leute zugehen.
    Trotzdem hatte ich das Gefühl endlich "normal" zu sein.

    Doch bis heute habe ich immernoch einen großen Hass gegenüber all diesen Leuten, die mir die Kindheit und die Jungend versaut haben. Ich wünsche diesen Leuten immernoch, dass ihnen schlechtes passiert, ohne, dass ich dies eigentlich will. Meinen Eltern gegenüber empfinde ich eine große Enttäuschung, weil sie mir damals nicht geholfen haben und jetzt für meinen kleinen Neffen, der jetzt bei ihnen lebt alles erdenkliche zu tun, damit es ihm gut geht. Warum haben sie das nicht bei mir gemacht? Vielleicht ist es ein schlechtes Gewissen....

    Vor einigen Jahren lernte ich meinen Mann kennen, mit dem ich bereits 5 Jahre verheiratet bin. Er hat mir viel Kraft gegeben, doch nach 2 Jahren hatte ich auch immer merh das Gefühl, dass er mir diese Kraft wieder nimmt, indem er sich überall in den Mittelpunkt stellte, mir sagte, dass er alles besser könne und mich das ein oder andere Mal sogar als dumm bezeichnete. Ich wehrte mich dagegen, sprach mich mit ihm aus, und alles schien gut zu laufen.
    Doch meinen Selbsthass für meine Fehler konnte ich immernoch nicht besiegen.
    Ich fing immer öfter an, mich selbst zu schlagen. Einmal hatte ich deswegen eine Verletzung am Auge und musste damit zum Augenarzt. Ich habe gesagt, dass ich beim Tennis ein Ball ans Auge gepfeffert bekommen habe.
    Die Verletzung war nicht weiter schlimm und meine Ausrede war glaubwürdig.
    Danach schlug ich mich ca 2 Jahre lang nicht mehr.
    Doch vor 1 1/2 Jahren musste mein Mann aus beruflichen Gründen in einen Ort ziehen, der 5 Stunden von zu Hause entfernt ist. Ich bin natürlich mitgekommen. Kurze Zeit später hab ich mein Fernstudium erfolgreich abgeschlossen. Doch gibt es hier keine Arbeitsplätze in dem Bereich, den ich gelernt habe.
    Nun steh ich hier, habe mit 25 sämtliche Schulbildungen, jedoch immernoch keine abgeschlossene Berufsausbildung. Wenn ich mich ausserhalb bewerben möchte, sagt mein Mann, dass unsere Beziehung darunter leiden würde.
    Von diesem Zeitpunkt an sehe ich mich als sinnlos. Ich frage mich, wer mich überhaupt braucht. In dem letzten halben Jahr fing ich wieder an mich selbst zu schlagen und es wird in letzter Zeit immer mehr.
    Zudem habe ich Heimweh, möchte nach Hause und wenn ich allein bin fange ich oft an zu weinen. Meinen Eltern geht es sehr schlecht und ich würde ihnen
    gerne helfen. Nur verdiene ich immernoch kein Geld.
    Wenn ich mal ein Vorstellungsgespräch habe, dann wird es meistens nichts, da ich einfach viel zu ruhig und unsicher auftrete.
    Bereits beim Bewerbungschreiben habe ich Angst für den Fall, dass ein Vorstellungsgespräch folgen könnte. Ich denke immer, dass ich ungewöhnlich auf die Leute wirke.
    Wenn ich einmal anfange zu reden, dann ergibt es keinen Sinn oder es ist irgendwie durcheinander.
    Dann erzählt mein Mann mir auch noch, dass ich mich in letzer Zeit optisch gehen lasse, was dazu führt, dass ich mich immer abstossender finde.
    Ich falle in ein immer tieferes Loch. Mittlerweile sagt mein Mann sogar, dass er das Gefühl hat, dass etwas mit mir nicht stimmt.
    Er weiss von meinen Problemen aus der Vergangenheit. Wenn ich ihm sage, dass mich viele Dinge immernoch belasten sagt er, dass das Schwachsinn wäre.
    Momentan weiss ich einfach nicht mehr weiter.
    Ich möchte gerne selbstbewusst sein, an meine Fähigkeiten glauben und einen Job finden. Ich möchte mich in meinem Körper wohlfühlen und einfach mal länger als nur einen Tag glücklich sein.
    Mein Mann hat schonmal einen Kinderwunsch angesprochen. Ich fühle mich noch zu unreif dazu ( mit 25 Jahren! ). Ich will nicht, dass ein Kind eine Mutter hat, die sich selbst schlägt, sich zurückzieht, Angst vor Menschen hat und sich bei jeder Kleinigkeit überfordert fühlt und dazu auch noch genervt reagiert. Ich hatte noch nie einen Vollzeitjob, bin viel zu unselbstständig und kann sicherlich niemanden ein Vorbild sein.
    Wenn es so weitergeht, sehe ich mich irgendwann ganz allein, ohne Mann, Kinder oder Familie.

    Ich muss mich entschuldigen, dass ich soviel geschrieben habe und kann verstehen, dass einem die Lust zum Lesen hier vergeht. Ich wollte mir den Kummer von der Seele reden und dabei ganz anonym bleiben....

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von SelfRighteous
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    Standard

    Hallo northern_light,

    kein Mensch vieler Worte, wie?

    Zunächst lass dir mal gesagt sein, dass DU alles richtig gemacht hast.
    Ich hab in der Grundschule nicht den Mut gehabt meinen Eltern zu sagen, dass ich in der Schule Prügel kassiere,
    ein Fehler, für den ich lange gebraucht habe mir selbst zu verzeihen.
    Sei froh, dass du diesen überspringen konntest.
    Der Fehler lag dann letztendlich bei deinen Eltern (wenn ich das mal so frech sagen darf).
    Wobei sie wiederum wahrscheinlich nicht gewusst haben, damit umzugehen.
    Und, wie es bei Menschen daraufhin üblich ist, geben sie dir das Problem zurück, in der Hoffnung du würdest es von alleine beheben können.
    Oder sie haken es als Schwachsinn ab, in der Hoffnung du würdest bald darüber hinwegkommen (siehe deinen Mann, ich denke nicht dass er es wirklich für Schwachsinn hält, wenn du behauptest er hätte dich früher aufgebaut).

    Das mit dem Problem zurückgeben ist übrigens für ein Kind eine ganz schön k*ckfreche Zumutung.
    Ist ja schließlich deren Aufgabe, dich zu beschützen.
    Du bist nicht grundlos enttäuscht, und du solltest dir darüber im klaren sein, dass du ihnen erst verzeihen kannst wenn du diese Enttäuschung als pure Wut wahrgenommen hast.
    So lange man nicht wütend geworden ist, ist kein Grund zum Verzeihen da.
    Du selbst siehst es als abgehakt, dein Unterbewusstsein trägt es deinen Eltern immer noch nach, entwickelt sich in diesem Punkt nicht weiter und beharrt stur darauf, dass deine Eltern immer noch für dich Verantwortlich sind.
    Schließlich haben sie für dich ja dann immer noch Teilschuld daran, dass es dir so schlecht geht.

    Da du ja wiederum von Natur aus den Instinkt hast, deine Eltern zu schützen, kannst du ihnen nicht böse sein.
    Einige lösen es dann so, dass sie Pausenlos andere niedermachen oder sich an alle möglichen Personen rächen.
    Andere haben gelernt, dass Gewalt keine Lösung ist (haben allerdings auch leider keine wirksame Alternative geboten bekommen) und machen es so wie du.
    Sie geben sich selbst die Schuld.
    Nicht bewusst natürlich, dass ist ja das ätzende an der ganzen Sache.
    Man selbst hat nur das Gefühl man müsse sich für irgendwas bestrafen.
    Das macht es auch so verdammt schwer erreichbar.
    Der Kopf dreht viel zu oft sein eigenes Ding, und es kostet verdammt viel Kraft und Zeit ihn zu manipulieren.

    Diese Kraft und Zeit solltest du dir nehmen.
    Wie wäre es mit einer Therapie?
    Ich bin ja kein Fachmann, hab dich nicht vor mir sitzen und kann dich dementsprechend schlecht dazu bringen, dein Unterbewusstsein zu erreichen und "bloßzustellen".
    (Klingt blöd, ich weiß. Hab früher auch mal darüber gelacht , hab mich aber dann noch gut erschrocken, was mein Kopf "ohne meine Zustimmung" so alles anstellt )

    Übrigens, dass mit dem von-niemanden-gebraucht-werden solltest du auf jeden fall aufgreifen.
    Ich denke jedenfalls nicht, dass dein Mann Angst davor haben würde, dass eure Beziehung unter einen Umzug deinerseits leidet, wenn er dich nicht braucht.
    Auch wenn du es in deinem Zustand als Schikane empfinden könntest (soll kein Vorwurf sein, ist einfach eigene Erfahrung).

    Ich weiß nicht ob ich das jetzt alles hätte schreiben sollen.
    Ich für meinen Teil, hab früher Hinweise wie diese ganz sanft überhört
    Vielleicht macht es bei dir ja schneller >klick<.

    Mehr kann ich dir leider nicht mitgeben.
    Man muss auf das meiste selber kommen, damit man es akzeptiert.
    Kommt es von außen, wehrt der "Schutz für die Seele" ab.
    (Übrigens ein Grund, weshalb man oft das Gefühl bekommt, die Psychologen helfen einem ja gar nicht^^)

    Ah, jetz hab ich auch einen langen Beitrag verfasst.
    Ergänzt sich ja^^

    Hoffe ich hab mich nicht allzu ungeschickt ausgedrückt, wenn ja, dann einfach Bescheid sagen.

    Gruss
    SelfRighteous
    Lache nicht über jemanden, der einen Schritt zurück macht.
    Er könnte Anlauf nehmen...

  3. #3
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo northern_light

    ( bist ja sozusagen eine Verwandte von mir

    Übrigens, dass mit dem von-niemanden-gebraucht-werden solltest du auf jeden fall aufgreifen.
    Ein Mensch braucht dich mit Sicherheit und dieser Mensch bist du. Du brauchst deine ganze Fürsorge, denn du fühlst dich als ein sehr verletztes einsames Menschenkind, das hilflos ist und nicht weiß wie es mit sich selber umgehen soll. Aber du bist sehr wohl fähig für dich zu sorgen, nur läßt man/du dich nicht.

    Wenn zu dir jemand kommen würde und dir deine Geschichte erzählen würde, wie würdest du ihm helfen wollen und können? Was würdest du ihm raten? Und genau die Hilfe die du anderen anbieten würdest, mußt du dir selber geben.

    Du bist nicht dumm. Du kannst sehr viel, du bist nur zu bescheiden um es für dich als wertvoll anzuerkennen. Was dir etwas abgeht ist Mut und Selbstvertrauen. Niemand auf der Welt kann für dich tun, was du selbst tun mußt. Du solltest dein Leben selbst in die Hand nehmen. Egal was in der Kindheit gelaufen ist. Es ist Vergangenheit. Du bist kein Kind mehr sondern erwachsen und für dich selber verantwortlich.
    Klar, dass man in einer Partnerschaft Kompromisse eingehen muß. Wenn diese aber zu einseitig sind, dann wird man sehr oft unzufrieden und oft weiß man gar nicht warum. Das gilt für dich genauso wie für deinen Mann.

    Viele Ehen sind eher Abhänigkeitsverhältnisse als wirkliche Partnerschaften. Denn in einer Partnerschaft sind beide gleichberechtigte Partner. Mit gleichen Rechten, aber auch gleichen Pflichten. Menschen die sich auf gleicher Ebene begegnen und nicht auf der Kind-Eltern-Ebene.

    Vor einigen Jahren lernte ich meinen Mann kennen, mit dem ich bereits 5 Jahre verheiratet bin.
    Ich könnte mir vorstellen, dass du von einem Abhänigkeitsverhältnis ( Eltern ) ins nächste ( Heirat ) gekommen bist. Und du noch nie wirklich auf eigenen Beinen gestanden hast. Es wurde immer für dich gesorgt und "eigentlich" möchtest du jetzt endlich nur unabhängig sein. Wirklich?? Dein Mann behindert dich dabei eher in seiner Fürsorge, als dass er dir hilft und das aus gutem Grund: Er braucht dich! In gewisser Weise ist er sicher auch abhänig von dir. Und solange du von ihm abhänig bist, solange hat er eine gewisse Sicherheit, dass du ihm nicht abhanden kommst.
    Wenn ich mich ausserhalb bewerben möchte, sagt mein Mann, dass unsere Beziehung darunter leiden würde.
    Das macht er unbewußt, so unbewußt wie du dich scheinbar nicht aus dieser Abhängigkeit lösen möchtest. Du hast tausend Ausflüchte, warum du keine Arbeit bekommst. Willst du sie denn wirklich? Oder tust du alles dafür, dass du keine bekommst? Es ist doch eigentlich ganz bequem so wie es ist. Wenn nur diese Unzufriedenheit nicht wäre.

    Schuld sind immer die anderen??? Dein Bruder soll Schuld sein, dass du keine Freunde gefunden hast? Deine Eltern sollen schuld sein, dass du dich in der Schule nicht wohlgefühlt hast? Die Lehrer sollen schuld sein, weil es ihnen egal war. Machst du es dir da nicht ein bischen einfach?? Es lag mit Sicherheit auch an dir und deinem Verhalten. Was hast du getan bzw. unterlassen um deine Situation zu verbessern? Eine wirklich ehrliche Antwort dir selbst darauf hilft dir wahrscheinlich mal deinen Anteil an deiner Vergangenheit zu sehen. Klar du warst ein Kind, aber nicht hilflos wie ein Baby.
    Ich landete durch meiner Faulheit....
    Wärst du nicht so faul (sorry, deine Worte ) gewesen, hättest du dir sicher einige unangenehme, scheinbar unnötige Weg erspart.

    Eltern sind schon dazu da, um für einen zu sorgen, aber sie sind nicht dazu da, alle Steine aus dem Weg zu räumen, so dass der Sohn oder die Tochter ein leichtes Leben haben. Kinder müssen lernen für sich selber zu sorgen, sonst werden sie nicht wirklich erwachsen. Hilfen kann man erwarten, aber Hilfen zur Selbsthilfe. Und ab und an sind Eltern auch nur hilflose Menschen, die selber nicht für jedes Problem eine Lösung parat haben. Hast du denn die Hilfen die dir geboten wurden auch angenommen? Oder für "nicht geeignet" abgelehnt, weil sie nicht dem entsprachen was du dir vorgestellt hast?
    ...dass ich mich den Problemen stellen und nicht davonlaufen solle.
    Kinder sind oftmals taub für Ratschläge der Eltern, wissen alles besser. Dann müssen sie halt ihre Erfahrungen selbst machen, so schmerzhaft die dann auch sein mögen.

    Du fühlst dich nicht wohl dort wo du lebst, aber tust auch alles dafür, dass du dich wohlfühlen könntest? Oder tust du alles dafür, dass es dir dort wo du bist nicht gefällt, du kein Arbeit bekommst, keinen Anschluß findest? Tust du alles dafür, dass es dir schlecht geht und suchst du wie früher die Schuld bei anderen oder den Umständen? Bist du taub für die Vorschläge deines Mannes, weil sie nicht das sind was du hören willst? Schuld sind mal wieder die anderen und du bist das hilflose Opfer, den anderen Menschen und Umständen wie immer hilflos ausgeliefert??? Oh nein.

    Du bist nicht hilflos, sondern eher in deiner Bequemlichkeit gefangen.
    und in einer falschen Denkweise.

    Ich beneidete sie um ihr Leben, weil sie keine Probleme hatten. Nach einiger Zeit fragte ich mich, warum so viele Leute mich hassen.
    Jeder Mensch hat seine Probleme, vielleicht andere als du. Du hattest die Vorstellung, das andere dich hassen, weil du dich selbst gehasst hast. Selbst wenn sie dich nicht gehasst hätten, hättest du es nicht geglaubt oder alles dafür getan, dass sie es getan hätten. Wenn du inzwischen nicht gelernt hast dich zu lieben, dann wirst du dieses Muster immer noch praktizieren. Selbsthass erzeugt Fremdhass. Eigenliebe erzeugt Fremdliebe.

    Dann erzählt mein Mann mir auch noch, dass ich mich in letzer Zeit optisch gehen lasse, was dazu führt, dass ich mich immer abstossender finde.
    auch das passt dazu. Stimmt es oder stimmt es nicht? Läßt du dich gehen oder nicht? Und tust du nicht genau das, was du tun willst, damit es wieder zu deinem Bild von dir passt? Hat er eine schöne Frau nicht verdient, weil du ihm die Schuld gibst, dass du dich beruflich nicht entfalten kannst? Oder hast du dich selbst schon aufgegeben? Oder ist es ein Aufschrei: "Seht her was aus mir geworden ist, kümmere dich um mich." Wieder eine Paralelle zur Kindheit?:
    Meine Eltern hätten dann früher oder später etwas unternehmen sollen.
    Hass, immer nur Hass. Hass ist sehr zerstörerisch und Hass bringt dich in deinem Leben nicht weiter, eher wirst du stillstehen und den Hass nähren so gut du kannst. Und irgentwann bist du total verbittert. Glücklich sein heißt zufrieden sein, zufrieden hat etwas mit innerem Freiden zu tun. Hass ist alles andere als das.

    Es gibt keine Schuld weder von dir noch von anderen. Leben passiert und wir sollen daraus lernen. Nicht mehr und nicht weniger. Auch wenn wir den Sinn nicht gleich entdecken können so steckt hinter allem einer. Wenn all das nicht passiert wäre, wärest du nicht der Mensch der du heute bist. Und denke bei diesem Satz an deine Stärken und nicht an deine Schwächen, (die durchaus auch ihre Berechtigung haben.)

    Du hast Fachabi,!!! du hast ein Fernstudium.!!!! Ich kann mir nicht vorstellen, dass schwache, (dumme)Menschen so was schaffen.

    indem er sich überall in den Mittelpunkt stellte, mir sagte, dass er alles besser könne und mich das ein oder andere Mal sogar als dumm bezeichnete.
    Bei so einer ehrgeizigen, intelligenten Frau muß Mann sich ganz schön anstrengen um sein Selbstwertgefühl und seine männliche Überlegenheit zu behalten. Kann es ein, dass er dich klein macht um selbst größer zu sein?

    Er weiss von meinen Problemen aus der Vergangenheit. Wenn ich ihm sage, dass mich viele Dinge immernoch belasten sagt er, dass das Schwachsinn wäre.
    Für ( manche )Männer ist vieles schwachsinnig, was sie nicht sofort mit einem "gesunden Menschenverstand" erklären können.

    Ich will nicht, dass ein Kind eine Mutter hat, die sich selbst schlägt, sich zurückzieht, Angst vor Menschen hat und sich bei jeder Kleinigkeit überfordert fühlt und dazu auch noch genervt reagiert..
    Dann wird es Zeit, dass du etwas dagegen tust. Alleine vom "von der Seele reden" wird es leider nicht besser. Hör auf dich selber nieder zu machen und nimm dein Leben selbst in die Hand auch gegen den Widerstand deines Mannes, denn wenn du nichts tust wird er dich eher verlieren, als wenn er dir "erlaubt" deinen eigenen Weg mit ihm zu gehen.

    Wenn du jetzt noch kein Kind willst brauchst du auch keine "Ausrede". Es ist schließlich deine Entscheidung.

    Es hat mir Spass gemacht dir zu antworten. Und ich hoffe, dass aus dem kleinen flackernden Nordlicht ein starkes wird. Mach mal endlich die Ölzufuhr auf. Und zum Schluß noch einen Spruch:

    Es ist besser ein kleines Licht zu entzünden als über die Dunkelheit zu klagen. ( weiß gerade nicht von wem das ist.)
    Geändert von Wunderlampe (29.02.2008 um 16:00 Uhr) Grund: Ergänzung

  4. #4
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo

    Noch ein Gedanke von mir:

    Fühlen wie lebendig begraben. Gefangen im eigenen Grab.
    Unfähig sich zu befreien, weil man erwartet, dass diejenigen die Schaufel in die Hand nehmen, denen man unterstellt, sie hätten uns ins Grab gebracht.
    Nicht bereit für die Erkenntnis, dass man sich selbst mit in die Lage gebracht hat.
    Wut, dass andere nicht tun, was wir von ihnen erwarten.
    Angst, dass man sich tiefer reinbuddelt, wenn man nicht die richtige Schaufel nimmt. Angst, dass man das nicht ertragen kann, was man sieht, wenn man aus seinem Grab aussteigt. Angst die zu verlieren, die mit uns im Grab liegen.
    Sich selber zu zerstören um zu spüren, dass man noch lebt.

    Am Ende hat man viel Kraft für nichts verbraucht.
    Kraft, die man nutzen kann um sich selber zu befreien, indem man selbst die Schaufel in die Hand nimmt und darauf vertraut, dass man in die richtige Richtung gräbt und dass es da draußen viel schöner ist als hier drin.

    Diese Kraft wünsch ich dir.

  5. #5
    Gast784
    Gast

    Standard

    dazu fällt mir ein berühmtes Zitat von Nelson Mandela ein:

    Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein,
    unsere größte Angst ist, unbegrenzt mächtig zu sein.
    Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigen uns am meisten....



    ist zugegenermaßen nicht wirklich zu verstehen, wenn man voll drin hockt in der Angst. Aber es ist was wahres dran, und ich finde es schon ganz gut, es im Hinterstübchen spazieren zu tragen...

    LG Gaby

  6. #6
    Neuling
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    Standard

    Hallo Norther Lite,

    ich muss Dir mal ein großes Kompliment aussprechen! Dafür dass du es in deiner Schulzeit so schwer hattest, hast du dein Leben offensichtlich sehr gut gemeistert und auch sehr viel erreicht. Darüber solltest du dir im Klaren sein und darauf kannst du echt stolz sein. Mir sind die Dinge meist zugefallen, wofür ich sehr dankbar bin, aber wenn man sich durchgebissen hat, ist der Erfolg doch gleich doppelt so toll. Lass bloß den Kopf nicht hängen

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