Hallo, ich spreche hier einfach mal ein Problem an, wovon noch niemand etwas weiss.
Ich weiss gar nicht, wie ich anfangen soll, aber ich versuch es einfach mal...
Das Ganze fing eigentlich schon in meiner Kindheit an.
Als ich damals in die erste Klasse kam, wurde ich bereits von meinen Mitschülern ausgegrenzt. Die Gründe waren mir unbekannt, bis ich später herausfand, dass es daran lag, dass mein Bruder sich gerne geprügelt hat und ich mit den jüngeren Geschwistern dieser Personen in eine Klasse kam. Wie dem auch sei: Ich wurde wie eine Aussätzige behandelt und es fiel mir auch sehr schwer Freundschaften zu schliessen. Die einzige gute Freundin, die ich hatte, ist bei einem Autounfall gestorben. Ich habe meine Eltern erzählt, dass es mir auf der Schule nicht gutgeht, doch sie haben mich nicht ernstgenommen.
Nach einiger Zeit kam ich auf eine andere Schule. Ich habe es nicht geschafft, Freundschaften zu schliessen, weil ich einfach Angst davor hatte mit Leuten zu reden, weil ich in der Vergangenheit immer von vornerein abgewiesen wurde.
Diese 2 Jahre waren ganz ok. Mir ging es soweit ganz gut, bis dann die Einteilung für die verschiedenen Schulzweige kam.
Ich landete durch meiner Faulheit auf die Hauptschule und wie es das Schicksal so wollte, waren viele Leute aus der Grundschule dabei, die mich noch nicht vergessen hatten. Diesmal hatte ich meine Eltern ausdrücklich um Hilfe gebeten, doch sie meinten, dass ich mich den Problemen stellen und nicht davonlaufen solle. Erneute 3 Jahre, die für mich die Hölle bedeuteten.
Neben Beleidigungen wurde ich bespuckt, geschlagen und es hat niemanden interessiert. Die Lehrer haben sich auch nicht dafür interessiert, Hilfestellung zu geben. Als ich einmal im Deutschunterricht so lange stehen bleiben wollte, bis mir die Person, die mir ein paar Stifte und andere Dinge geklaut hatte, Diese wieder zurückgibt, sagte die Lehrerin doch allen Ernstes "Ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank". Dazu kam noch, dass ich wusste wer es war und auch den Namen genannt habe. Doch nichts wurde unternommen.
Jahre später habe ich von jemanden erfahren, dass einige Lehrer dort sich sogar über mich lustig gemacht haben sollen.
In dieser Zeit mit ca. 13-14 Jahren begann mein Selbsthass zu wachsen. Ich hasste mich für einfach alles, was ich falsch machte. Ich warf mir so vieles vor und hasste mich dafür, dass ich nicht einfach immer zu Hause geblieben bin. Meine Eltern hätten dann früher oder später etwas unternehmen sollen.
Ich hasste mich selbst dafür, wenn ich beim Einkaufen der Kassiererin kein Wort über die Lippen bringen konnte, weil ich einfach Angst vor den Kontakt mir Menschen jeglicher Art hatte.
Ich lernte aber auch Leute aus anderen Schulen kennen, aus denen meine Freunde wurden. Ich beneidete sie um ihr Leben, weil sie keine Probleme hatten. Nach einiger Zeit fragte ich mich, warum so viele Leute mich hassen.
Ich sag immer normal aus, war gepflegt und hatte ein normales Erscheinungsbild. Ich wurde immer ruhiger, doch fing ich immer mehr an, mich zu hassen. Als ich dann mal meinen Schlüssel gesucht habe, entwickelte ich so eine Wut mir gegenüber, dass ich mich selbst geschlagen habe.
Nach dieser Zeit besuchte ich noch mehrere Schulen ( Berufsschule, hab dann noch mein Fachabi gemacht ). Dort wurde ich auch ganz normal behandelt, aber ich konnte einfach nicht auf Leute zugehen.
Trotzdem hatte ich das Gefühl endlich "normal" zu sein.
Doch bis heute habe ich immernoch einen großen Hass gegenüber all diesen Leuten, die mir die Kindheit und die Jungend versaut haben. Ich wünsche diesen Leuten immernoch, dass ihnen schlechtes passiert, ohne, dass ich dies eigentlich will. Meinen Eltern gegenüber empfinde ich eine große Enttäuschung, weil sie mir damals nicht geholfen haben und jetzt für meinen kleinen Neffen, der jetzt bei ihnen lebt alles erdenkliche zu tun, damit es ihm gut geht. Warum haben sie das nicht bei mir gemacht? Vielleicht ist es ein schlechtes Gewissen....
Vor einigen Jahren lernte ich meinen Mann kennen, mit dem ich bereits 5 Jahre verheiratet bin. Er hat mir viel Kraft gegeben, doch nach 2 Jahren hatte ich auch immer merh das Gefühl, dass er mir diese Kraft wieder nimmt, indem er sich überall in den Mittelpunkt stellte, mir sagte, dass er alles besser könne und mich das ein oder andere Mal sogar als dumm bezeichnete. Ich wehrte mich dagegen, sprach mich mit ihm aus, und alles schien gut zu laufen.
Doch meinen Selbsthass für meine Fehler konnte ich immernoch nicht besiegen.
Ich fing immer öfter an, mich selbst zu schlagen. Einmal hatte ich deswegen eine Verletzung am Auge und musste damit zum Augenarzt. Ich habe gesagt, dass ich beim Tennis ein Ball ans Auge gepfeffert bekommen habe.
Die Verletzung war nicht weiter schlimm und meine Ausrede war glaubwürdig.
Danach schlug ich mich ca 2 Jahre lang nicht mehr.
Doch vor 1 1/2 Jahren musste mein Mann aus beruflichen Gründen in einen Ort ziehen, der 5 Stunden von zu Hause entfernt ist. Ich bin natürlich mitgekommen. Kurze Zeit später hab ich mein Fernstudium erfolgreich abgeschlossen. Doch gibt es hier keine Arbeitsplätze in dem Bereich, den ich gelernt habe.
Nun steh ich hier, habe mit 25 sämtliche Schulbildungen, jedoch immernoch keine abgeschlossene Berufsausbildung. Wenn ich mich ausserhalb bewerben möchte, sagt mein Mann, dass unsere Beziehung darunter leiden würde.
Von diesem Zeitpunkt an sehe ich mich als sinnlos. Ich frage mich, wer mich überhaupt braucht. In dem letzten halben Jahr fing ich wieder an mich selbst zu schlagen und es wird in letzter Zeit immer mehr.
Zudem habe ich Heimweh, möchte nach Hause und wenn ich allein bin fange ich oft an zu weinen. Meinen Eltern geht es sehr schlecht und ich würde ihnen
gerne helfen. Nur verdiene ich immernoch kein Geld.
Wenn ich mal ein Vorstellungsgespräch habe, dann wird es meistens nichts, da ich einfach viel zu ruhig und unsicher auftrete.
Bereits beim Bewerbungschreiben habe ich Angst für den Fall, dass ein Vorstellungsgespräch folgen könnte. Ich denke immer, dass ich ungewöhnlich auf die Leute wirke.
Wenn ich einmal anfange zu reden, dann ergibt es keinen Sinn oder es ist irgendwie durcheinander.
Dann erzählt mein Mann mir auch noch, dass ich mich in letzer Zeit optisch gehen lasse, was dazu führt, dass ich mich immer abstossender finde.
Ich falle in ein immer tieferes Loch. Mittlerweile sagt mein Mann sogar, dass er das Gefühl hat, dass etwas mit mir nicht stimmt.
Er weiss von meinen Problemen aus der Vergangenheit. Wenn ich ihm sage, dass mich viele Dinge immernoch belasten sagt er, dass das Schwachsinn wäre.
Momentan weiss ich einfach nicht mehr weiter.
Ich möchte gerne selbstbewusst sein, an meine Fähigkeiten glauben und einen Job finden. Ich möchte mich in meinem Körper wohlfühlen und einfach mal länger als nur einen Tag glücklich sein.
Mein Mann hat schonmal einen Kinderwunsch angesprochen. Ich fühle mich noch zu unreif dazu ( mit 25 Jahren! ). Ich will nicht, dass ein Kind eine Mutter hat, die sich selbst schlägt, sich zurückzieht, Angst vor Menschen hat und sich bei jeder Kleinigkeit überfordert fühlt und dazu auch noch genervt reagiert. Ich hatte noch nie einen Vollzeitjob, bin viel zu unselbstständig und kann sicherlich niemanden ein Vorbild sein.
Wenn es so weitergeht, sehe ich mich irgendwann ganz allein, ohne Mann, Kinder oder Familie.
Ich muss mich entschuldigen, dass ich soviel geschrieben habe und kann verstehen, dass einem die Lust zum Lesen hier vergeht. Ich wollte mir den Kummer von der Seele reden und dabei ganz anonym bleiben....


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, hab mich aber dann noch gut erschrocken, was mein Kopf "ohne meine Zustimmung" so alles anstellt
)


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