Habt ihr den Film Cube gesehen? Ich schon, und ich bezeichne ihn durch seine komsiche, beklemmende Atmosphäre, und die seltsamen Musikeinlagen als einen meiner Lieblingsfilme. Er ist irgendwie einfallsreich, nirgendwo übertrieben "hollywoodmäßig" und die ganze Aufmachung, wenn man sich diesen riesigen Würfelaparat irgendwo bildlich vorstellt faszinierend.
Gestern habe ich mir Cube Zero angesehen, den eigentlich dritten Teil (Hyper-Cube habe ich leider noch nicht gesehen), der aber als Prequel anzusehen ist, und zeitlich somit vor Cube spielt. Was soll ich sagen, es kommt verdammt selten vor, dass Fortsetzungen gut sind, noch seltener, dass der letzte Teil gut ist, aber Cube Zero gefällt mir persönlich sogar noch besser als der erste Teil.
Er ist noch verwirrender, obwohl man das Konzept schon kennt, und ACHTUNG, kleiner Spoiler, nicht weiterlesen, wer sich nichts verderben will ...
...die beiden "Beamten" in ihrem komischen kleinen Raum, der seltsam dunkel ist, tragen mit ihrem anfänglich scheinbar emotionslosen Bemerkungen erheblich zu einem Gefühl bei, wo mir nur "was ist das komisches?" durch den Kopf ging. Sie spielen Schach, wo ich gleich dachte, sie vergleichen das Hineinstecken von Menschen mit dem Eisnetzen von Spielfiguren. Hinterher, als mehr klar wird, dass die eigentlich selbst keine Ahnung haben, was sie tun, und "nur Knöpfe drücken", wird eine sehr schöne Anspielung auf eine Bemerkung aus dem Original gemacht: "Eine Hand weiss nicht, was die andere tut". Eine richtig perfide Anspielung auf Beamte, im Hintergrund erkennt man einen riesigen Schrank voll Akten, und als einer der beiden in eine Schublade reinsieht, fehlt natürlich was.
Hervorzuheben war für mich auch diese Unklarheit, in welcher Zeit man sich befindet. Ein nobler Fahrstuhl fährt hoch, und die beiden bekommen ihr Mittagessen, allerdings in futuristischer Pillenform, auf der anderen Seite haben die beiden aber ein steinaltes Telefon. Hinterher sorgt dieser hinkende Typ mit dem Roboter-Auge und seiner übertrieben gentlemanmäßigen Redeart auch irgendwie für Verwirrung.
Das für mich reizvolle an diesem Film ist, dass man gleichzeitig ein perfides Mordinstrument darstellt, auf der anderen Seite aber mit seltsamen Zwischensequenzen allein gelassen wird, sich an keiner Stelle als Zuschauer, der alles überlickt sehen kann, und sich immer fragt: "Was soll'n das?". Er ist irgendwie ungeordnet, aber es herrscht sozusagen doch eine Ordnung in der Unordnung an Gedanken, die der jenige bei dieser Idee gehabt haben muss. Weder über zeitliches, noch räumliches wird man genau aufgeklärt, selbst die kurzen Szenen draussen in der Realität in einem kleinen Waldstück schaden dieser "Mystik" nicht.
Am Ende sieht man noch, wie der eine Typ eine Gehirnwäsche verpasst bekommt, und letztlich stark an jemanden aus dem ursprünglich ersten Teil der Filme erinnert, wo ich mich jetzt irgendwie frage, ob er ihn womöglich darstellt.
Ab hier kann wieder jeder ohne Gefahr weiterlesen
Jetzt meine Frage, kennt ihr auch Filme, die deswegen so "packend" sind, weil man eben nicht genau sagen kann, wie er ausgeht? Wo Interpretationen in praktisch alle Richtungen offen sind, oder die dermaßen offensichtliches andeuten, aber nicht zeigen, und deswegen einen besonders perfiden Hauch an sich haben? Ähnlich ist da noch The Blair Witch project. Was hat es mir damals Spaß gemacht, Theorien auszutüfteln, warum Jeff verschwindet, wer jetzt in dem Haus Heather neiderschlägt, und welche Parallelen zum zweiten Teil gegeben sind...
Gruß
Time


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