Hallo, bin neu hier und sag schon mal Danke vorab fürs lesen...
Vor einem Monat hat sich mein Freund getrennt. Wir haben uns drei Monate zuvor kennengelernt, nach einem Monat waren wir zusammen und verbrachten eine wundervolle Zeit. Ich weiß, dass er mich unbedingt näher kennenlernen wollte, dass er sehr verliebt war und auch viel getan hat (viele Dates gingen von ihm aus, er hat mir sehr viele SMS geschrieben, er hat jeden Tag angerufen,...) Es war mir nichts unangenehm, hab mich sehr darüber gefreut (war ja auch wahnsinnig verliebt), hatte aber auch kein Problem, wenn er sich mal lieber mit Kumpels treffen wollte und sich nicht gemeldet hat. Zumal ich ja auch mein Leben habe (Freundinnen, Hobbies,...). Aus beruflichen Gründen haben wir uns nur alle 1 1/2 Wochen gesehen, darunter hat er sehr gelitten.
Seine letzte Beziehung war 2 Jahre vor mir, dabei wurde er sehr verletzt. Danach war er eben solo, bis wir uns kennengelernt haben. Ich war auch sehr lange solo und hatte keine guten Erfahrungen gemacht, daher wollte ich es eher langsam angehen lassen. Jeder sollte seine Freiräume haben! In dieser Zeit hat er mir auch mal gesagt, dass er immer bestimmte Vorstellungen von seiner Freundin hat und ich diese übertroffen hätte. Als er mich kennengelernt hat, wusste er, ich sollte die "letzte" Frau in seinem Leben sein.
Irgendwann hat ER mich angesprochen, ob ich denn mal Kinder haben und heiraten wollte. Ich hab gesagt, heiraten müsse nicht sein, Kinder ja, aber nicht heute und nicht morgen. Allerdings auch nicht erst in zehn Jahren, da ich schon Ende 30 bin (er ist Anfang 30). Darauf hin ging eine riesen Debatte los. Er will unbedingt Familie und Kinder, will dass dann aber doch nicht, weil alle Beziehungen (auch die seiner Eltern) auseinander gingen und er nicht mal mit Kindern ohne Frau dastehen will. Nun ja, ich will ja auch nicht alleinerziehend sein,wenns nicht sein muss... Ich hab ihm aber auch gesagt - nachdem ich gemerkt habe, dass diese Diskussion ins Endlose führt - dass wir uns doch nicht über ungelegte Eier Gedanken machen sollten. Erst mal das Hier und Jetzt genießen, dann sehen wir weiter.
Noch ein paar Mal brachte er wieder dieses Thema auf den Tisch, was ich dann aber mehr oder weniger abgeblockt habe, weil mir klar war, dass wir in dieser Hinsicht (noch) nicht weiterkommen.
Circa zwei Wochen später haben wir SMS geschrieben und ich habe dabei gemerkt, ihm gehts nicht gut. Hab ihm dann angerufen und gefragt, was los ist. Da sagte er mir, er hält das nicht aus, dass wir uns so wenig sehen, das macht ihn fertig, daher gehts ihm grad schlecht. Da ich in der Arbeit war, konnte ich nicht zu ihm. Allerdings haben wir dann den nächsten Abend miteinander verbracht, der sehr schön gewesen ist.
Und nicht mal eine Woche später kam er zu mir, um mir mitzuteilen, dass es ihm gerade nicht gut geht. Der Erfolgsdruck unserer Beziehung würde ihm den Hals zuschnüren (?). Ich hab ihn gefragt, welcher Druck denn?? Konnte er nicht wirklich beantworten. Es folgte ein langes Gespräch, wo er eigentlich hin und her gerissen war. Er will eine dauerhafte Beziehung, wenn er dran denkt, ich sei eben die "letzte" Frau, schnürt es ihm den Hals zu, er will sich trennen, kann es sich aber ohne mich nicht vorstellen,... So ging es die ganze Zeit, er hat sogar geweint, dann ist er gefahren...
Ein paar Tage später bin ich dann zu ihm. Hab gesagt, hör zu, wenn du nicht mit mir zusammen sein willst, ich werde dich nicht halten. Wenn du gehen willst, dann geh. Hab dann auch noch was ganz schlimmes über seinen Vater gesagt (der seine Frau wegen einer anderen verlassen hat). Das ist mir echt nur rausgerutscht, aber ich konnte es ja nicht mehr rückgängig machen. Darauf hin hat er gesagt, es sei jetzt besser, wenn ich gehe...
Bin ich dann auch. Allerdings hab ich ihm noch eine SMS geschrieben, dass mir das echt Leid tut, was ich gesagt habe und mich dafür entschuldigt. Mir war klar, es ist jetzt vorbei. Wäre ja auch okay gewesen. Und dann kam ein paar Stunden später wieder eine SMS von ihm, ob er noch vorbeikommen könnte!!
Er kam dann, ziemlich verheulte Augen, und dem folgte ein sehr, sehr langes Gespräch. Es kam nochmal seine alte Beziehung zur Sprache, der IST-Zustand bei seinen getrennten Eltern,... Er hat dabei immer in den Boden gestarrt und die Tränen liefen bei ihm. Irgendwann hab ich gesagt, kann es vielleicht sein, dass du dir schon eine Familie wünscht, diesen Wunsch aber aus Angst verdrängt hast, jetzt hast du in mir vielleicht jemanden kennengelernt, wo es evtl. funktionieren könnte und du nun Angst bekommst? Da hat er mich angeschaut und gesagt, er hätte jahrelang viele Probleme verdrängt und nun komme ich und lege den Finger mitten in die Wunde.
Es hätte sich noch nie jemand so sehr mit ihm auseinander gesetzt und noch nie hätte jemand so tief in seine Seele geschaut wie ich.
Ich habe ihm wieder gesagt, hör zu, ich hab dich sehr, sehr lieb. Doch wenn du gehen willst, dann werde ich dich nicht halten.
Er wollte sich nicht trennen, hat mich gefragt, ob ich ihm helfen würde, seine Probleme zu lösen. Ja, als deine Freundin, aber nicht als deine "Therapeutin".
Die nächsten Wochen waren okay, es lag etwas zwischen uns, doch hat er immer den Kontakt zu mir gesucht. Allerdings sind wir nicht mehr wie vorher Arm in Arm eingeschlafen und er war auch etwas distanzierter als vorher. Doch so nach und nach näherten wir uns wieder an. Ich habe mich zwar etwas zurückgenommen, um ihm das Gefühl zu geben nicht zu trennen, allerdings hätte ich ihn früher oder später schon gefragt, wie es ihm denn nun geht.
An einem Abend sind wir dann zusammmen ausgegangen und es war schön wie lange nicht mehr. Er hat den ganzen Abend meine Nähe gesucht, mich umarmt und ich (und auch alle unsere Freunde) hatten das Gefühl, er sei schwer verliebt.
Und wieder ein paar Tage später dann die Trennung. Er kam zu mir, sagt, ihm ginge es grad wieder nicht so gut. Und nun hab ich gesagt, okay, so kann ich nicht weiter machen, da ist es dann wohl besser, wenn wir uns trennen. Dem hat er auch nicht wiedersprochen. Hat seine Sachen genommen und ist gegangen.
Er hat nochmal mit einer Freundin von mir Kontakt aufgenommen, wollte klarstellen, dass er mich nie verletzen wollte, aber er könne nicht mit mir zusammen sein. Wenn ich bei ihm bin, geht es ihm gut, dann ist er auch sehr verliebt, ist er aber alleine, fehlt ihm das Gefühl von "Schmetterlingen im Bauch" und von "Vermissen". Und das zeigt ihm, dass er eben nicht mit mir zusammen sein kann.
Wir haben nun auch seit dieser Zeit Funkstille (darauf hab ich dann bestanden).
Nun weiß ich, dass es wohl so bleiben wird, ich gehe davon aus, er meldet sich nie wieder. Momentan gehts mir natürlich nicht gut, aber mit der Zeit wird es nicht mehr so weh tun, ich weiß.
Nur die Frage, die ich habe: WARUM reagiert jemand so?? Wenn er merkt, dass er mich nicht liebt, was ja durchaus passieren kann, er hätte so viele Möglichkeiten gehabt, sich schon viel früher zu trennen? Warum tut er sich und mir das ganze hin und her dann an?? Kann es sein, dass er vielleicht echt Angst vor mehr hat?
Ich hab ihn mal gefragt, er muss doch wissen, ob er mich lieb hat oder nur als Freundin mag. Nein, er kenne den Unterschied nicht. Hat er den vielleicht nie kennengelernt? Wird so jemand jemals glücklich werden??
Vielen, vielen Dank, dass ihr den sooooo langen Text gelesen habt! Freu mich auf eure Antworten!!


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: Liebe ist altersunabhängig, auch wenn das für Junge schwer zu akzeptieren ist 
. Und - noch schlimmer - es soll sogar Frauen geben, die auch ohne Mutterschaft recht glücklich und zufrieden sind, auch wenn sie grundsätzlich offen für Kinder sind. Es gibt tatsächlich noch anderes im Leben einer Frau, als Kinder kriegen
Und zum Glück gibts auch noch Frauen, die zwar nichts gegen ne Schwangerschaft hätten, aber dafür sicher nicht jeden Jodler in Kauf nehmen wollen *schweißabwisch*.




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