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Thema: Sich alles zu Herzen nehmen

  1. #1
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    Unglücklich Sich alles zu Herzen nehmen

    Hallo alle zusammen!

    Ich weiß jetzt gar nicht, wo ich anfangen soll...
    Also ich mache im Moment ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Personalabteilung eines Krankenhauses. Mit den Leuten da habe ich eigentlich kein Problem, die Arbeit an sich ist aber einfach nur langweilig. Nur ganz selten bekomme ich mal Aufgaben, die etwas anspruchsvoller sind. Ich teile mir mein Büro zusammen mit einer Auszubildenden und die soll ja eigentlich mehr lernen als ich und deswegen bekommt sie meistens die anspruchsvolleren Aufgaben. Ich freue mich schon fast da drüber, wenn sie nicht da ist, weil sie mir dann auch nicht meine Aufgaben wegschnappen kann. Das hört sich jetzt zwar schlimm an, aber wir zicken uns jetzt deswegen nicht an oder so. Ich hab halt einfach das Gefühl, dass sie da genauso drüber denkt.
    Und jetzt zu meinem eigentlichen Problem: Ich nehme mir alles zu Herzen und mache mir über alles Gedanken.
    Heute zum Beispiel bin ich um halb zwölf gegangen. Ich habe in der Woche länger gearbeitet und hatte meine Stunden somit voll, ich war sogar noch drüber. Außerdem haben wir Gleitzeit und da ich, wie gesagt, keine besonders wichtigen Aufgaben habe, dachte ich mir, wird wohl nichts bei sein, eine halbe Stunde vor den anderen zu gehen. Zumal ich das auch schon öfter gemacht hab und da war alles in Ordnung.
    Ich hab dann eben meine Sachen gepackt und dann noch kurz auf dem Weg nach draußen ins Vorzimmer vom Chef geschaut, wo die Sekretärin sitzt. Ich mag sie eigentlich von allen mit am meisten, deswegen bin ich eben noch kurz zu ihr, um ihr ein schönes Wochenende zu wünschen und sie daran zu erinnern, dass ich Montag frei habe.
    (Das war ganz offiziell mit Antrag und allem)
    Ich hab dann eben kurz reingeschaut und da stand dann noch eine andere Kollegin bei ihr. Auch kein Problem.
    Ich hab kurz gesagt:"So, dann bis Montag"
    Und sie sagte dann zu mir: " Was, jetzt schon? Mit wem besprichst du das denn immer alles?"
    Ich hab geantwortet:" Der Chef hat den Urlaub genehmigt."
    Sie:"Und mit dem früher gehen hast du ihn nicht gefragt?"
    Ich:"Nein, ich hab das auch schon öfter so gemacht."
    Dann hat die andere Kollegin, die bei ihr stand, auch gesagt, dass ich in der Woche länger da war und ich sonst zu viele Überstunden machen würde.
    Die Sekretärin meinte dann nur noch:" Ja, das ändern wir aber mal, dass du dann auch bis zwölf bleibst."

    Jetzt denkt ihr wahrscheinlich, was daran so schlimm sein soll...
    Aber ich nehme mir sowas einfach immer sehr zu Herzen. Sie hat das auch gar nicht böse gemeint oder so, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber ich mache mir einfach immer um alles Gedanken. Ich kann auch nach der Arbeit immer nicht richtig abschalten, weil ich immer über den Tag nachdenke. Das fängt echt schon bei Kleinigkeiten an, z.B. wenn ich jemanden etwas frage und er oder sie dann nur kurz und knapp antwortet. Das machen die dann auch nur, weil die keine Zeit für ausführliche Gespräche haben. So würde mein Verstand mir das sagen. Aber ich frage mich dann immer ob die mich nicht leiden können oder ob ich sie nerve etc.
    Ich mache mir dann immer so ein Druck, obwohl ich weiß, dass das eigentlich unnötig ist, weil ich nur noch bis Ende Juli da bin und eventuell sogar schon vorzeitig gehe werde. Danach sehe ich die dann alle wahrscheinlich auch nie wieder.

    Dann kommt noch dazu, dass ich keine Kritik vertrage. Das war auch schon früher so, wenn ich Reitstunde hatte flossen bei mir regelmäßig Tränen, weil ich damit überhaupt nicht umgehen kann. Da wurde mir dann einfach gesagt, was ich falsch mache und wie ich´s besser mach könnte. Der Ton ist da eben manchmal etwas lauter, aber ich fühle mich dann immer persönlich angegriffen.

    Dann gibt es auf der Arbeit auch die Situation, dass ich dann im Vorzimmer sitze, wenn die Sekretärin nicht da ist. Ist zwar echt selten, kommt aber vor. Das einzige, was ich da mache ist ans Telefon gehen. Ich bin dann aber immer richtig aufgeregt und bekomme schon zittrige Hände. Auch jetzt, wenn ich nur daran denke, dass ich da bald mal eine ganze Woche sitzen soll. Ich glaube, das könnte auch daran liegen, dass der Chef dann meistens zuhören kann, da die Tür immer auf ist. Und ich weiß ja auch nicht, wer da immer so anruft. Ich hab richtige Angst davor, andererseits freue ich mich, dass ich mal ein wenig Abwechselung habe und eine anspruchsvollere Aufgabe bekomme.

    Das tat schon mal echt gut, das alles aufzuschreiben.

    Eigentlich könnte ich noch viel mehr schreiben, aber das mache ich dann das nächste mal, weil der Text hier ja schon recht lang ist.

    Ich hoffe euch fällt etwas dazu ein... Was ich machen könnte, um einfach mal etwas lockerer zu werden und meine Nervosität in den Griff zu kriegen.

    Schon mal danke im Vorraus und liebe Grüße

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Standard

    Hallo Kirschen,

    mir ging es so ähnlich in meiner Ausbildungszeit. Danach habe ich auch ein FSJ gemacht Dort fühlte ich mich dann jedoch wohl und erlangte mehr Selbstvertrauen, wohl weil mein Engagement wertgeschätzt wurde.

    Ich kann mir bis heute noch nicht wirklich erklären, warum diese Angst vor Kritik oder Abwertung in dieser Zeit so groß war. Irgendwie fühlte ich mich immer verkehrt oder aufällig anders.... und von anderen bestraft dafür.

    Mittlerweile ist diese Angst aber fast weg, auch meine Schüchternheit habe ich überwunden. Das ging nicht von heut auf morgen, viele Begegnungen, Gespräche und Erfahrungen haben mir geholfen. Keiner kann sich mal grad so ein gänzlich anderes Denken in den Kopf pflanzen, das erfordert doch etwas Anstrengung, Zeit und Ausdauer.

    Wie auch immer du zu diesen Gedanken gekommen bist, so lese ich doch heraus, daß dir bisher wohl nicht viel Anerkennung und Lob entgegengebracht wurde. Mir tut es oft gut, wenn ich mich selbst lobe, auch für noch so kleine Dinge. Überhaupt, kommt es mir mittlerweile eher drauf an, alles mit Freude zu tun.

    Mit Kritik angemessen umzugehen, habe ich dadurch erlernt, daß mir bewußt wurde, daß ich mich und meine Fähigkeiten oftmals nur weiterentwickeln kann, wenn andere mir sozusagen den Spiegel vorhalten. Es dauert aber seine Zeit, bis jemand standhaft geworden ist,- heißt zu dir selbst, deiner Meinung stehen kannst. Jetzt bist du in der Lernphase und sammelst erst mal Informationen. Bald wirst du wissen worauf es ankommt und was du einfach überhören kannst/darfst... mußt (?).

    Mir war und ist auch heute noch, ein harmonisches Miteinander/Umfeld wichtig... manchmal so arg, daß mich frage, ob es Streiterein und Konflikte wirklich geben muß...

    Oftmals überhöre ich absichtlich den strengen oder tadelnden Ton und lenke das Gespräch noch in eine angenehme Richtung, bevor ich mich von diesem Menschen verabschiede. Vor allem, weil ich weiß, daß die letzten Worte und die daraus entstandenen Gefühle für ne Weile bleiben.

    Wenn du so ungute Gefühle nicht mit nach Hause nehmen möchtest, könntest du versuchen das vor Ort mit der entsprechenden Person zu klären. Denn irgendwo ist es ja ein Mißverständnis, oder? Ich selbst habe gelernt dem anderen zu sagen, wie Gesagtes bei mir angekommen ist und wie ich mich jetzt damit fühle. Oftmals ist das von dem Gegenüber gar nicht beabsichtigt gewesen und ihm/ihr auch gar nicht bewußt. Keiner kann in dich reinschauen und sehen, was eine Bemerkung in dir auslöst.

    Hier in diesem Forum kannst du dazu/zu dir stehen, evtl teilst du auch den Menschen in deinem Umfeld mit, mit was für Gedanken du dich plagst. Mußt das ja nicht tot ernst erzählen, ein wirklich schlimmes Problem ist es ja auch nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, das geht ganz gut mit ein bißchen Humor, dann wiegt das Problem auch nicht mehr so schwer. Und deine Mitmenschen können dir dann helfen, Wege aufzuzeigen, wie du Kritik u.a. nicht mehr auf deine Person beziehst, sondern nur auf das eine oder andere Verhalten von dir.

    Bietet sich ja ideal an bei einem FSJ, solche Fähigkeiten zu erlernen und zu üben. Dann hast du wirklich was Sinnvolles gelernt (zu tun ), etwas was dir dein weiteres Vorankommen sehr erleichtern kann.

    Alles Gute
    monkey

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