Ich habe vor einigen Dingen Angst.
Ich hatte schon immer vor irgendetwas Angst, aber das hat jeder, denke ich.
Angefangen bei einer Spinnenphobie, die manchmal ziemlich schlimm ist (nicht nur aaah, wie eklig!, sondern zittern, mir wird heiß, kann nicht klar denken) bis hin zu solchen Ängsten, die man nicht richtig in Worte fassen kann. Ängste, die sich eher im Unterbewusstsein bemerkbar zu machen scheinen.
Da ist einiges. Vieles wollte ich erst nicht so richtig erkennen, aber ich habe diese Dinge jetzt in die Kategorie "Ängste" gestuft.
Das eine ist zum Beispiel mein Führerschein. Ich war schon fast fertig, mir haben nur noch 3 Fahrstunden gefehlt, allerdings hatte ich die theoretische Prüfung noch nicht. Mein Fahrlehrer meinte, ich solle mal einen Vortest machen, damit sie mich zur Prüfung anmelden können und von dem Augenblick an bin ich dort nicht mehr erschienen. Hab es immer aufgeschoben, von wegen "jaja, nächste Woche". Meine Eltern und meine Freunde fragen immer wieder, wie es denn mit meinem Führerschein aussähe. In diesen Momenten krieg ich so einen kleinen Panikgedanken und fühl mich wie gelähmt. Manchmal fang ich dann sobald ich allein bin an zu weinen. Und das stürzt mich sofort in ein Loch. (Laut meiner Psychologin, bei der ich jetzt schon ca. 5 mal war, habe ich eine mittelschwere Depression).
Eine andere Angst ist, dass diese Löcher, in die ich versinke, normal sind. Das meinte mein Vater zu mir: "Das sind Phasen, die hat jeder mal, so gehts jedem Mal, das wird wieder..blabla". Das macht es leider nicht besser, sondern nur schlimmer. Ich habe Angst, dass ich nichts hab, dass das nur eine Phase ist und ich zu schwach, um mit dem "Normalen" klarzukommen und ich da auch nie wieder rauskomme. Ich weis, das ist Schwachsinn, aber der Gedanke verfolgt mich.
Wieder etwas anderes ist, dass ich sozial zurückgeblieben bin. Ich fühle mich in manchen Dingen sehr "weit", was Verantwortung und Menschenkenntnis und sowas betrifft. Aber ich weis auch, dass einige in meinem Alter viel viel mehr Erfahrung in Sachen Beziehungen, Freundschaft etc. haben. Und mein Problem ist, dass ich es mit der Angst zu tun krieg, wenn ich daran denke, dass ich diese Erfahrungen nie nachholen kann und mich schrecklich blamieren werde. Das macht mich wahnsinnig. Ich fühle mich menschenscheu und vorsichtig.
Es sind lauter solche Kleinigkeiten, die mir Angst machen und ein Chaos in mir auslösen, das niemand sieht. Es mag so aussehen, als habe ich alles unter Kontrolle, aber innerlich bin ich voller Löcher und fühle mich kaputt und erschöpft. Ich fühle mich ausgesaugt, als sei all die Lebensenergie, die ich mal hatte, einfach aus mir rausgeflossen und wird nun durch eine Leere ersetzt, manchmal mit unendlicher Traurigkeit und Verzweiflung. In letzter Zeit wurde daraus auch manchmal Wut, aber nur "stille Wut", nicht so, dass ich ausraste, sondern es macht mich nur noch verzweifelter...
Vielleicht geht es ja irgendjemandem so wie mir..ich wollte das nur mal loswerden.


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