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Thema: Sie schleichen sich in mein Leben...

  1. #1
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    Standard Sie schleichen sich in mein Leben...

    Ich habe vor einigen Dingen Angst.
    Ich hatte schon immer vor irgendetwas Angst, aber das hat jeder, denke ich.

    Angefangen bei einer Spinnenphobie, die manchmal ziemlich schlimm ist (nicht nur aaah, wie eklig!, sondern zittern, mir wird heiß, kann nicht klar denken) bis hin zu solchen Ängsten, die man nicht richtig in Worte fassen kann. Ängste, die sich eher im Unterbewusstsein bemerkbar zu machen scheinen.

    Da ist einiges. Vieles wollte ich erst nicht so richtig erkennen, aber ich habe diese Dinge jetzt in die Kategorie "Ängste" gestuft.

    Das eine ist zum Beispiel mein Führerschein. Ich war schon fast fertig, mir haben nur noch 3 Fahrstunden gefehlt, allerdings hatte ich die theoretische Prüfung noch nicht. Mein Fahrlehrer meinte, ich solle mal einen Vortest machen, damit sie mich zur Prüfung anmelden können und von dem Augenblick an bin ich dort nicht mehr erschienen. Hab es immer aufgeschoben, von wegen "jaja, nächste Woche". Meine Eltern und meine Freunde fragen immer wieder, wie es denn mit meinem Führerschein aussähe. In diesen Momenten krieg ich so einen kleinen Panikgedanken und fühl mich wie gelähmt. Manchmal fang ich dann sobald ich allein bin an zu weinen. Und das stürzt mich sofort in ein Loch. (Laut meiner Psychologin, bei der ich jetzt schon ca. 5 mal war, habe ich eine mittelschwere Depression).

    Eine andere Angst ist, dass diese Löcher, in die ich versinke, normal sind. Das meinte mein Vater zu mir: "Das sind Phasen, die hat jeder mal, so gehts jedem Mal, das wird wieder..blabla". Das macht es leider nicht besser, sondern nur schlimmer. Ich habe Angst, dass ich nichts hab, dass das nur eine Phase ist und ich zu schwach, um mit dem "Normalen" klarzukommen und ich da auch nie wieder rauskomme. Ich weis, das ist Schwachsinn, aber der Gedanke verfolgt mich.

    Wieder etwas anderes ist, dass ich sozial zurückgeblieben bin. Ich fühle mich in manchen Dingen sehr "weit", was Verantwortung und Menschenkenntnis und sowas betrifft. Aber ich weis auch, dass einige in meinem Alter viel viel mehr Erfahrung in Sachen Beziehungen, Freundschaft etc. haben. Und mein Problem ist, dass ich es mit der Angst zu tun krieg, wenn ich daran denke, dass ich diese Erfahrungen nie nachholen kann und mich schrecklich blamieren werde. Das macht mich wahnsinnig. Ich fühle mich menschenscheu und vorsichtig.

    Es sind lauter solche Kleinigkeiten, die mir Angst machen und ein Chaos in mir auslösen, das niemand sieht. Es mag so aussehen, als habe ich alles unter Kontrolle, aber innerlich bin ich voller Löcher und fühle mich kaputt und erschöpft. Ich fühle mich ausgesaugt, als sei all die Lebensenergie, die ich mal hatte, einfach aus mir rausgeflossen und wird nun durch eine Leere ersetzt, manchmal mit unendlicher Traurigkeit und Verzweiflung. In letzter Zeit wurde daraus auch manchmal Wut, aber nur "stille Wut", nicht so, dass ich ausraste, sondern es macht mich nur noch verzweifelter...

    Vielleicht geht es ja irgendjemandem so wie mir..ich wollte das nur mal loswerden.

  2. #2
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    Hallo YnnEye,
    kann es sein, dass Du irgendwie Angst vor großen oder kleinen Veränderungen hast?

    Ich war schon fast fertig, mir haben nur noch 3 Fahrstunden gefehlt, allerdings hatte ich die theoretische Prüfung noch nicht. Mein Fahrlehrer meinte, ich solle mal einen Vortest machen, damit sie mich zur Prüfung anmelden können und von dem Augenblick an bin ich dort nicht mehr erschienen. Hab es immer aufgeschoben, von wegen "jaja, nächste Woche".
    Das klingt ja so, als hättest Du im letzten Moment kalte Füße bekommen; ein Führerschein steht ja auch immer für neue Mobilität und Selbstständigkeit, die man vorher nicht hatte.

    Aber ich weis auch, dass einige in meinem Alter viel viel mehr Erfahrung in Sachen Beziehungen, Freundschaft etc. haben. Und mein Problem ist, dass ich es mit der Angst zu tun krieg, wenn ich daran denke, dass ich diese Erfahrungen nie nachholen kann und mich schrecklich blamieren werde.
    Neue Beziehungen und Freundschaften aufzubauen ist ja auch ein großer Schritt in etwas Neues.
    Wie alt bist Du denn?

    Diese Löcher, die Du beschreibst, sind dann vielleicht auch ein Ausdruck dafür, dass Du neuen Lebensabschnitten/Neuerungen allgemein eher skeptisch gegenüberstehst.

    Es sind lauter solche Kleinigkeiten, die mir Angst machen und ein Chaos in mir auslösen, das niemand sieht. Es mag so aussehen, als habe ich alles unter Kontrolle, aber innerlich bin ich voller Löcher und fühle mich kaputt und erschöpft. Ich fühle mich ausgesaugt, als sei all die Lebensenergie, die ich mal hatte, einfach aus mir rausgeflossen und wird nun durch eine Leere ersetzt, manchmal mit unendlicher Traurigkeit und Verzweiflung. In letzter Zeit wurde daraus auch manchmal Wut, aber nur "stille Wut", nicht so, dass ich ausraste, sondern es macht mich nur noch verzweifelter...
    Klingt ja so, als müsstest Du mal ordentlich in Deinem Leben aufräumen, Dich von alten Gewohnheiten trennen und Neues an Dich herankommen lassen. Zeige Deine Wut doch mal allen Menschen, die gerade in Deiner Umgebung sind oder die Schuld an deiner Traurigkeit sind. Sage ihnen, was Dir nicht passt, schreie oder knall mit einer Tür, wenn Dir danach ist. Friss es nur nicht in Dich herein. Vielleicht kannst Du auch einfach mal einen Punching Ball verprügeln?
    Es müssen ja nicht gleich emotionale Exzesse sein, aber Du musst Deine Gefühle auch nach außen tragen, wenn Du gehört werden willst-sonst wissen andere Leute nicht, wie es Dir geht und nehmen keine Rücksicht auf Dich.

    Liebe Grüße und viel Glück
    Regenwurm

  3. #3
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    Ja, du könntest Recht haben!
    Also das mit den Veränderungen war früher so, ich wollte nie, dass sich Dinge verändern, weil sich auch öfter Dinge eben zum Negativen geändert haben. Aber mittlerweile ist es eher so, dass ich mich auch nach Veränderung sehne. Aber so viele kleine Veränderungen, die ich nicht einfach ohne Rücksicht auf meine Familie und Freunde etc einführen kann. Zum Beispiel meinen Alltag würde ich liebend gerne umdrehen, aber manche Dinge beißen sich dann eben mit den Gewohnheiten, die meine Mutter schon immer hat und auch nicht einfach ablegen kann/will. Außerdem kann ich ja nicht erwarten, dass sich alle um mich rum für mich ändern.

    Oft habe ich den Gedanken, dass ich irgendwo einen Neustart anfangen sollte, oder wegziehen, alleine mein Leben so aufbauen, wie ich es gerne hätte.
    Das Wort "aufräumen" bringt es dabei ziemlich auf den Punkt. Ich bin ja bereit alles zu ändern, damit es mir endlich gefällt und ich mich wohlfühle, aber ich habe einfach nicht (mehr) die Kraft dazu. Ich habe zwar Zeit, aber immer wieder kommt dann Druck oder Erschöpfung und ich würde am liebsten sofort wegfahren, alles abbrechen und irgendwo neu anfangen und den Rest vergessen, oder zumindest nicht mehr dran denken und hinter mir lassen.

    Danke für deine Antwort!

  4. #4
    Neuling
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    Hallo YnnEye,
    vielleicht stehen die beiden Punkte, dass Du Dich nach Veränderung sehnst, aber Dich andererseits ausgebremst fühlst, etwas zu verändern, in Konflikt, der Dir die Kraft raubt?
    Wenn Du (noch) nicht alleine wohnen möchtest, kannst Du es doch vielleicht mal mit einer langen Reise versuchen (z.B. Tour durch Asien, Amerika, Europareise), bei der Du dann rausfinden kannst, was Deine Bedürfnisse sind.

    Zum Beispiel meinen Alltag würde ich liebend gerne umdrehen, aber manche Dinge beißen sich dann eben mit den Gewohnheiten, die meine Mutter schon immer hat und auch nicht einfach ablegen kann/will.
    Wäre es denn eine Option, in eine eigene Wohnung zu ziehen?
    Wenn ja, müsstest Du dir einfach einen Ruck geben und sagen: "Ich packe das jetzt an!". Ich kenne das selber, dass einem so eine Kraftlosigkeit im Weg steht. Das kann ein Ausdruck für die Unentschlossenheit und die Unzufriedenheit bei Dir sein.

    Liebe Grüße
    Regenwurm

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