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Thema: Sinn- und zwecklose und lähmende Gedanken

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Sinn- und zwecklose und lähmende Gedanken

    Hallo zusammen

    Das ist mein erster Eintrag hier, nachdem ich mich hier registriert habe, weil ich kurz vor dem Verrücktwerden bin. Ich bin zwanzig Jahre alt und seit letzten Sonntag mit meiner Mutter, deren Freund und meinem Bruder und deren Freundin in Italien im Urlaub, also in einer eigentlich schönen Situation.

    Mein Problem: Seitdem ich hier bin, leide ich unter zwanghaften und mich verunsichernden und lähmenden Gedanken. Ich kann z.B. am Pool liegend nicht ohne diese Gedanken denkend mein Buch aus dem Rucksack nehmen. Ständig schieben sie sich dazwischen. Und die Gedanken haben keinen sinn- oder zweckvollen Inhalt (es ist eine Art Alleshinterfragen) und auch wenn ich mich auf sie konzentriere, ist es mehr ein Gewirr als etwas anderes, fassbareres. Mit den Gedanken einher, geht ein leeres, unsicheres und nervöses Gefühl, eine Art Druck in der Brust- und Magengegend.

    Ich weiß nicht, was ich dagegen tun soll. Einen Grund für diese Symptome kann ich beim besten Willen nicht finden, denn ich wäre eigentlich rundum glücklich und zufrieden bzw. war es. Zu einem Spezialisten will und kann ich nicht gehen - dazu fehlt mir das nötige Geld.

    Weiß von Euch jemand, womit ich es hier zu tun habe und was ich dagegen unternehmen kann?

    Herzliche Grüße und danke
    Damen
    Geändert von Damen (16.07.2010 um 07:33 Uhr)

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo Damen,

    ob Deine Gedanken wirklich sinn- und zwecklos sind ist eine ganz persönliche Interpretation von Deiner Seite. Zu 99,9 % haben diese
    Gedanken auch einen Ursprung. Nachst ruht unser Gehirn nicht etwa sondern ist mit wichtigen Aufräumarbeiten beschäftigt. Nach dem Aufwachen ist der günstigste Moment fehlende Infos abzufragen. Irgendwo
    muss ein Abwärtstrend erkennbar sein den Du bisher unbewusst verdrängst. Hier solltest Du unmittelbar nachhaken, mit allem Unwesentlichen drehst Du Dich nur im Kreis und befindest Dich auf der Flucht.
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von glasheuler Beitrag anzeigen
    Irgendwo
    muss ein Abwärtstrend erkennbar sein den Du bisher unbewusst verdrängst. Hier solltest Du unmittelbar nachhaken, mit allem Unwesentlichen drehst Du Dich nur im Kreis und befindest Dich auf der Flucht.
    Und wenn ich diesen "Abwärtstrend" gefunden habe? Ändern, oder wenn nicht änderbar, akzeptieren? Außerdem glaube ich nicht, davor zu flüchten. Ich verstehe genug von der Psyche um zu wissen, dass es dadurch meistens schlimmer wird. Ich kann nur nichts damit anfangen, wenn ich zumindest versuche, mich was auch immer zu stellen. Es ist wie ein dunkler Schatten oder ein Hirnpoltergeist ;-) oder sowas, das mich ständig und unaufhörlich bei allem belästigt und beeinträchtigt. Ich habe auch schon versucht, diesen Schatten oder Geist wie einen Mückenstich zu behandeln: Es ist da und juckt, aber je mehr man daran kratzt, desto mehr juckt es. Nur: in diesem Fall juckt es eben gewaltig.

  4. #4
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard .

    Ich bleibe dabei : Du bist wahrscheinlich nah dran die Ursache zu finden,
    sprich Deiner quälenden Gedanken auf die Spur zu kommen.

    Du hast natürlich recht, mit einer kleinen Einschränkung : Du hast
    nämlich unrecht ! Das Finden der Ursache kommt keiner Ohnmacht gleich
    der man sich tatenlos ergeben muss, unabänderlich ist nur der Tod.
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  5. #5
    Neuling
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    Standard

    Zitat Zitat von glasheuler Beitrag anzeigen
    Das Finden der Ursache kommt keiner Ohnmacht gleich der man sich tatenlos ergeben muss, unabänderlich ist nur der Tod.
    Ich werde mich nachher am Strand also mit meinem iPhone und dem Noticeapp damit auseinandersetzen, notieren, welches die Symptome sind und deren möglichen Ursachen. Ich bin ein sehr logisch denkender Mensch (weswegen ich diese unlogischen Gedanken hasse) und muss deswegen vielleicht auch logisch vorgehen, obwohl die Psyche ja leider alles andere als logisch bzw. auf ihre eigene Art und Weise logisch ist. Bloß: Was fange ich damit dann an?

    P.S.: Meine Psyche mag die Psyche nicht ;-), aber es ist erheiternd, dass hier loszuwerden.

  6. #6
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Eine Änderung kann nur

    über eine Abwandlung Deiner Gedankengänge kommen. Du sezierst jeden
    Gedankengang bis ins kleinste und bist hinterher mit dem Produkt Deiner
    Gedanken zutiefst unglücklich. Das schlimmste Leid ist bekanntlich immer
    das was man sich selbst antut. Eine Änderung kann nur aus Deinem innersten herauskommen.

    Wenn Du nachher am Strand sitzt kannst Du der Brandung nachschauen-
    Die Wellen kommen und gehen, schon seit Jahrtausenden das gleiche
    Naturspiel. Vielleicht hilft es Dir Deinen Gleichmut wiederzufinden.
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  7. #7
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    @damen: ich weiss nicht genau, was du dir hier erhoffst, im endeffekt koennen wir alle nur raten, wo deine gedanken denn herkommen koennten. aber wenn sie dich so sehr beschaeftigen, solltest du ihnen die aufmerksamkeit zukommen lassen, die sie fordern, soweit es fuer dich tragbar ist. du hast ja selbst gesagt, dass du nicht bloed bist, vielleicht hast du glueck und dir faellt irgendein muster auf.
    evtl. verschwindet auch alles wieder, wenn du zurueck bist, gibt ja schließlich auch sowas wie "heimweh fuer erwachsene" mit weit groeßerer tragweite, als es uns aus der kindheit bekannt ist. obs auf dich zutrifft, kann ich, wie oben schon erwaehnt, nicht sagen, musst du beobachten.


    bye nemi
    whatever you lose, you'll find it again, but what you throw away you never get back...

  8. #8
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    So, bin wieder zurück am Pool. Alleine! Und damit glaube ich, dem Problem langsam auf den Grund zu kommen. Wenn ich nämlich alleine bin, also weg von meiner (zusammengewürfelten) Familie, geht es mir etwas besser. Ich fühle mich dann auch weniger ausgeliefert und mehr wieder autonom und selbstständig und -bestimmend, obwohl mir eigentlich niemand vorschreibt, was ich zu tun und zu lassen habe. Früher war das oft und intensiv anders und vielleicht ist ja das, was ich jetzt erlebe, eine Art von Nachglühen davon. Trotzdem ist diese Erklärung aber noch nicht befriedigend für mich. Und sollte das die Erklärung sein, würde sie mich auch traurig machen, weil sie bestätigen würde, was ich schon oft vermutet habe: dass ich ein Einzelgänger bin und alleine am glücklichsten bin; und weiter: dass ich vielleicht nicht wieder glücklichen Urlaub mit meiner Familie erleben kann. Gerade fällt mir außerdem noch etwas ein: Ich hege seit einem bestimmten Erlebnis mit dem Freund meiner Mutter einen tiefen Groll gegen ihn. Das ist jetzt schon etwa fünf Jahre her. Ich blieb damals ohne meiner Mutter etwas zu sagen, über Nacht bei meinem damaligen Freund (ich bin schwul) in Zürich und tags darauf, gab's zu Hause (etwa 110km von Zürich entfernt) natürlich Auseinandersetzungen bzw. meine Mutter hatte wie immer geweint und mir damit ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich wehrte mich mit irgendwelchen faulen Ausreden. Und dann fing ihr Freund, der damals erst seit kurzer Zeit bei uns eingezogen war, an, mich anzubrüllen und mir "Befehle zu erteilen". Das - und das hätte er nie tun dürfen, denn das fällt meiner Meinung nach absolut nicht in den Aufgabenbereich eines solch positionierten Menschen - habe ich ihm nie verzeiht. Hinzu kommen ein davor über drei Jahre ebenso herrischer, launischer und meist böswilliger Lehrer und eine ähnlich schlimme Firma in Zürich, bei der ich eine Lehre angefangen und abgebrochen habe und der Staat mit seiner Armee (wo ich glücklicherweise nicht hinmusste). Meine Autonomie, Selbstbestimmung und Authentizität gingen also hinreichend zugrunde.
    Geändert von Damen (16.07.2010 um 13:56 Uhr)

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