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Thema: Soljankas Tagebuch

  1. #1
    Gast3392
    Gast

    Standard Soljankas Tagebuch

    Seitdem ich hier im Forum bin merke ich, wie ich mich jeden Tag ein Stück mehr verändere.

    Mein Startthema hier im Forum war 'Der Klotz im Kopf' und seitdem hat sich vieles geändert. Nachdem ich auch mit meinen Freunden, Mann usw gesprochen hatte (über das Thema "Wer bin ich eigentlich? Und warum habe ich immer solche Angst?") ist mir bewusst geworden, dass ich das alles, ja wie solls auch anders sein, aus meiner Kindheit mir mir herumgeschleppt habe. Durch den Alkoholkonsum meines Vaters und die Unbeholfenheit meiner Mutter habe ich stets versucht lieb Kind zu spielen, um ja keinen Ärger in der Familie zu provozieren. Und das habe ich mit in die Gegenwart übertragen. Das offene Herz, mit dem ich jeden betrachtete und die Lasten der Anderen, die ich mir auflud, brachten das Fass schließlich zum Überlaufen. Angstzustände, nicht jedem gefallen zu können, Abhängigkeit von der Gunst des Anderen, das Bedürfnis, dass mich jeder lieb haben sollte, waren nur einige Konsequenzen meines Handelns. Ich wußte, dass ich für mich persönlich etwas anderes wollte, dass ich ein anderer Mensch war, aber das habe ich unterdrückt. Bis es nun vor gut einem Monat heraus kam und meine "heile" Welt völlig zerstörte. Ein Sturm kam auf, ein Umbruch stand bevor und er ließ sich nicht mehr aufhalten. Ich konnte nicht mehr so sein wie ich war... Eine harte Zeit, weil ich nun zu der Person stehen musste, die ich war, egal, ob ich andere verliere...

    In den letzten Tagen war es als wären stetig Schleier von mir abgefallen, die etwas verhüllt haben, ohne die ich plötzlich besser sehen könnte. Und mit einem male war die Nervosität weg, die innere Stimme, die mich immer zurück hielt ich selbst zu sein, alles... Dinge, über die ich wahrscheinlich Nächte gegrübelt habe, wurden mir egal... Und es ist schön. Diese innere Ruhe. Mit einem Male traue ich mir Dinge zu, die ich vorher nie gewagt hätte. Zum Beispiel mich auf eine höhere Position bewerben, anderen die Meinung sagen, mich abgrenzen. Ich habe das Gefühl, dass ich die Dinge aus einer neuen Richtung betrachten kann. Ich kann mich von der weinerlichen, von Angst geplagten Person abgrenzen. Einfach so. Als stünde ich neben ihr und fragte sie, warum sie wegen einer bestimmten Sache herumheult oder Angst hat. Es klingt völlig gaga, aber so ist es momentan bei mir... Der innere Schweinehund ist auch tot, der mich zuzüglich von Sachen, die ich eigentlich gern tun wollte, abhielt. ER BELLT NICHT MEHR! Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich im Leben alles machen kann, egal, was andere denken. Ohne mich verstecken zu müssen, ohne weg zu laufen...

    Was hat sich verändert? Ich sehe viele Menschen nur noch als Durchgangsverkehr. Ganz einfach. Ich habe mich von ihnen unabhängig gemacht. Mein Herz von ihnen genommen. Einen Punkt gesetzt, an dem ich einfach aufhöre. Und ich habe es diesen Menschen gesagt. Ich höre auf meinen Bauch. Denn der hat ab und an auch mal recht. Ich habe mich von Situationen und Institutionen (Arbeitsplatz) unabhängig gemacht. Emotional. Was habe ich gelernt? Lebenserfahrung tut weh. Man kann nicht jeden mögen und es muss nicht jeder mich mögen. Ich darf 'Nein' sagen, ich darf 'ich will nicht' sagen und ich muss gar nichts! Ich muss nicht immer konstruktiv sein, ich kann auch mal schreien und mit der Faust auf den Tisch hauen. Ich habe immer versucht ruhig zu bleiben und die Situation für mich zu drehen. Aber das muss ich nicht. Und ich will auch nicht mehr...

    Ich bin gespannt und freue mich darauf, welche Veränderungen in der nächsten Zeit auf mich zukommen... Und noch viel gespannter bin ich darauf, wie meine Umwelt reagiert. Meinen Freundeskreis habe ich jedenfalls schon mal vorgewarnt...

  2. #2
    Gast3392
    Gast

    Standard

    Heute war wieder ein schlechter Tag. Panik und Angstattacken. Ich kann meinen Beruf nicht weiter ausüben. Es sträubt sich einfach alles in mir... Deshalb habe ich jetzt alles zusammengepackt und werde das Schiff verlassen. Meine Chefin nimmt mal wieder nicht am Telefon ab oder drückt mich weg. Ruft jedenfalls nicht zurück. Wenn sie bis morgen nicht zurückgerufen hat, spreche ich ihr die Kündigung einfach auf den AB.

    Ich habe das Gefühl, dass ich einen Cut brauche. Einen Schnitt im Leben, denn so gehts nicht weiter... Immer diese Angst... Manchmal bin ich wirklich hoch motiviert, aber sobald ein Problem auftritt Panik. Ich tue viele Dinge, die ich eigentlich gar nicht will. Ich sollte vielleicht mal einfach nur an mich denken und das restliche Leben dementsprechend gestalten... Was haben wir heute wieder gelernt? Es gibt Schritte, die dir keiner abnimmt und Lebenserfahrung tut weh...

    Naja, von einem Klotz trenne ich mich ja nun. Ein großer Schritt für mich. Aber mein Bauch sagt, dass er in die richtige Richtung geht. Ich muss mich beruflich nicht unter Wert verkaufen. Und da ich ja anscheinend für "normale" Sachbearbeiter-Stellen zu überqualifiziert bin, bewerbe ich mich gleich als Boss... Filialleiter usw. Mal sehen, was draus wird. Mehr als Nein sagen können auch die nicht.

    Was haben wir noch gelernt? Man sollte bei seinen Freunden wirklich elitär sein. Männer habens da manchmal einfacher. Frauen denken zu viel. Männer schnuppern, is gut, is kumpel. Frauen beäugen, diskutieren sich um Kopf und Kragen, streiten und machen sich das Leben selbst schwer... Alles wird 35 Millionen mal überdacht, aus 100 Perspektiven beleuchtet und jede Eventualität abgewägt. Das Ende vom Lied ist, dass sie im Nachhinein genauso schlau sind wie vorher. Wie gesagt: Mann schnuppert, is gut, mach ich.

    Einmal fragte mich eine Bekannte, dass das Verhalten der Männer doch nicht nur an dem hängen kann, was sie zwischen den Beinen hängen haben. Nur weil sie einen P**** haben denken sie weniger? Ja sag ich, stell dir vor, du hättest einen unten drin... Denkst du dann noch? Sie lachte und verneinte... Naja, nur eine vage Theorie, warum Männer weniger Stress mit anderen Menschen haben... Ist auch mehr ein Scherz... Sorry guys...

    Tja, was mach ich jetzt mit meinen tausend Sorgen?


    Eliminieren...

    Vielleicht sollten wir die Welt einfach mehr Mario Barth nehmen...

  3. #3
    Gast3392
    Gast

    Standard

    oh wei... das war eine aufregende woche...

    am dienstag morgen habe ich unter panikattacken meinen job gekündigt. ich wollte zwar die unterlagen zur firma schicken, aber habe mich zusammengerissen und sie persönlich dorthin gefahren. ich habe mich dann von den mir wichtigen personen verabschiedet und bin gegangen. es war wohl der schlimmste und schwerste moment für mich seit jahren. mich so dermaßen zu überwinden... aber im endeffekt habe ich ein gefühl gehabt, dass mir einfach sagte, dass ich das richtige getan habe...

    mittwoch habe ich dann die arbeit an mir selbst in angriff genommen. ich habe mich erstmal analysiert, um festzustellen, was eigentlich mein problem ist und darauf hin habe ich mir literatur bestellt. ich habe angefangen zu laufen, um stress und angst abzubauen und es hilft teilweise...

    donnerstag kamen meine bücher... ich habe angefangen zu lesen, die übungen zu machen und mich konkreter zu analysieren. festzustellen, wo wirklich der schuh drückt tut weh... ich muss lernen gefühle umzulenken. situationen neu zu interpretieren, denn bis jetzt war jede situation negativ, und ich muss lernen mit meiner sozialen phobie umzugehen. dazu kommt noch, dass ich ein selbstwertgefühl aufbauen muss... wow, sowas nenn ich mal totalbaustelle. aber ich habe den willen und den mut mich zu ändern... und ich werde das schaffen.

    heute: das wissen um meine angst und deren auswirkung macht mir angst... und traurig... wie kann man im leben nur so viel verpassen und sich einschränken lassen? von wem? von sich selbst! gibts sowas? ja... aber ich werde mich heute wieder dransetzen und weitermachen! ich will keine angst mehr haben, zumindest nicht in situationen, die nicht lebensbedrohlich sind... mein kopf weiß, dass er alles erreichen kann, was er nur will, dass ich eine liebenswerte und tolle person bin, aber mein bauch will das nicht (noch nicht) einsehen...

  4. #4
    Gast3392
    Gast

    Standard

    so langsam wandelt sich meine panik und angst in nervosität um... ist immerhin besser, als das andere gefühl... ich gehe mit anderen gesichtspunkten in eine kommunikation hinein und überdenke ruhig fünf mal, wie ich auf situationen reagieren soll...

    heute war es wieder sehr schwer für mich... ich musste mich zwei meiner ängste stellen und ich habe es getan. wenn die dinge bereinigt sind, fühlt man sich zwar ein erleichtert aber es gibt immer diesen bittersüßen nachgeschmack... aber was soll ich anderes tun? ich muss mich meiner angst stellen...

    ich hatte doch sonntag tatsächlich ein vorstellungsgespräch für einen neuen job... ja sonntag... man was war ich nervös! halleluja! aber ich habe mich in die situation geschmissen und das ende vom lied war, dass ich am mittwoch einen probearbeitstag habe...

    ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die neue tätigkeit... vor allem aber werde ich den neuen job anders anpacken... so wie ich es jetzt gelernt habe... und ich denke, dass dann auch irgendwann dieses eklige nervöse gefühl verschwindet...

  5. #5
    Gast3392
    Gast

    Standard

    ist schon ein wenig her, seitdem ich hier war...

    es hat sich einiges geändert... ich habe darüber nachgedacht, ob ich im leben angst haben will oder glücklich sein...

    ich will das leben geniessen...

    und das werde ich jetzt auch...


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