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Thema: Soziale Kompetenz

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von Brom
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    Standard Soziale Kompetenz

    So nach dem großen Zusammenprallen, hab ich überlegt was man nun konstruktiv unternehmen könnte. Und da ist mir eine Blatt eingefallen, das ich mal in der Therapie bekommen habe.

    Da ging es um Soziale Kompetenz = Die Fähigkeit, zwischen den eigenen Bedürfnissen, und den Anforderungen anderer, gute Kopromisse zu schliesen.

    Beispiele für sozial kompetenter Verhaltensweisen.

    - Nein sagen
    - auf Kritik reagieren
    - Änderungen bei störendem Verhalten verlangen
    - Widerspruch äußern
    - Unterbrechungen im Gespräch unterbinden
    - sich entschuldigen, Schwächen eingestehn
    - Unerwünschte Kontakte beenden
    - Komplimente akzeptieren
    - Auf Kontaktangebote reagieren
    - Gespräche beginnen
    - Gespräche beenden
    - Erwünschte Kontakte arrangieren
    - um Gefallen bitten

    ---------------------------------------------------------

    Man sieht soziale Kompetenz ist eine Sache die betrifft alle Lebenslagen, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das es mir manchmal gut manchmal schlechter gelingt, gerade meine eigenen Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen, oder auch auf die Anforderungen anderer, angemessen zu reagieren.

    Aber warum fällt es so schwer, für sich einzustehn. Ich persönlich musste sagen, das ich mir meiner eigenen Rechte nicht wirklich bewusst war, und in dem Zusammenhang auch in vielen Punkten sehr empfindlich reagiert habe. Zum teil dadurch auch Reaktionen von anderen als "gemein" empfunden habe. Und so meine Rechte zum einen "über" die der anderen gestellt habe, zum anderen aber auch eigene nicht wahrgenommen habe, und mich für diese stark gemacht habe.

    Betrachten wir hier also mal die persönlichen Rechte,

    1. Jeder hat das Recht, das eigene Verhalten und seine Gedanken und Gefühle zu beurteilen und die Verantwortung, für ihre Entstehung und ihre Folgen zu übernehmen.

    2. Jeder hat das Recht, keine Gründe oder Entschuldigungen zur Rechtfertigung seines Verhaltens vorzubringen.

    3. Jeder hat das Recht, ein Urteil zu fällen, wenn er für die Lösung der Probleme anderer verantwortlich ist.

    4. Jeder hat das recht, seine Meinung, jederzeit zu ändern.

    5. Jeder hat das recht, Fehler zu begehen, und die Verantwortung dafür zu übernehmen.

    6. Jeder hat das recht, zu sagen, "ich weiß nicht!"

    7. Jeder hat das Recht, vom guten Willen anderer unabhängig zu sein, bevor er sich mit ihnen befasst.

    8. Jeder hat das Recht, unlogische Entscheidungen zu treffen.

    9. Jeder hat das Recht zu sagen, "das versteh ich nicht."

    10. Jeder hat das Recht zu sagen, "das ist mir gleichgültig."


    Das sind 10 recht einfache Regeln, mit großen Auswirkungen, auf das soziale Leben.


    Ich würde hier gerne etwas über diese Thema weiter diskutieren.


    Lg Brom
    Wenn leuchtend die Gestirne tauchen
    im dunklen Äthermeer empor
    und in geheimnisvollem Hauchen
    die Welt umweht ein Dämmerflor,
    entschwebt der Geist zu wachen Träumen
    ins große heilige Reich der Nacht,
    beschwingt nach unermessnen Räumen
    von tiefer Phantasien Macht.
    Im weichen Zauber solcher Nächte
    scheint sich die Schöpfung zu entfalten,
    und dunkel ahnen wir die Mächte,
    die über unserem Leben walten.

  2. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Brom für den sinnvollen Beitrag:

    Jan1981 (29.12.2010)

  3. #2
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    Hallo Brom,

    danke für das ansprechende Thema!

    Ich habe mit dem Begriff "viel am Hut" - zum einen versuche ich als Mutter, meinen Kindern soziale Kompetenz vorzuleben und anzuerziehen, zum anderen habe ich auch im Job mit Kindern zu tun, mit denen ich gemeinsam am Ausbau ihrer sozialen Kompetenz versuche zu arbeiten.

    Offen gesagt, habe ich noch nie versucht, diesen Begriff in allen Details zu definieren (hat aber sicher damit zu tun, dass dieser Begriff in meinem täglichen Sprachjargon zu finden ist und ich gar nicht mehr viel drüber nachdenke - in diesem Zusammenhang fallen mir spontan übrigens auch noch Begriffe wie "Eigenverantwortung", "Eigenständigkeit", "Wertschätzung" ein....).


    Wenn ich "soziale Kompetenz" jetzt mal aus dem Stegreif definiere, sage ich mal:
    "Soziale Kompetenz bedeutet für mich das Entwickeln von gegenseitiger Wertschätzung, der Eigenverantwortung für das eigene Tun und Handeln und die Integration der eigenen Persönlichkeit in das eigene und das gesellschaftliche Leben, sowie das Respektieren der Persönlichkeiten seiner Mitmenschen."

    Das von meiner Seite aus mal ohne viel nachzudenken......
    Viele Grüße

    "Klee"



  4. #3
    Lib
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    Hi, Brom,
    das:

    Nein sagen
    und das:

    Unerwünschte Kontakte beenden
    haben mich gerade ziemlich ins Nachdenken gebracht. Soziale Kompetenz war für mich bisher immer eine Einbahnstraße und ich hätte sie nie so definiert, wie Du das in Deinem Post zusammen gefasst hast. Ich habe darunter quasi immer verstanden, meine Bedürfnisse hinter den höheren Interessen der Allgemeinheit zurückzustellen und darauf zu achten, niemand anderen zu verletzen. Ich selbst habe bei meiner Definition von Sozialkompetenz keine Rolle gespielt. Als würde das Gebot "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" nach dem Nächsten aufhören.

    Trotzdem habe ich mich immer für sehr sozialkompetent gehalten.
    Offenbar muss ich da doch noch ein bisschen dazu lernen.

    Ich staune und freu mich auf mehr Beiträge zu diesem interessanten Thema.

    LG
    Lib

    Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit:
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    oder Du gehst in die Sonne.


  5. #4
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    Hallo Lib,

    aus meiner Sicht hat soziale Kompetenz auch mit dem Selbstwert zu tun.
    Dazu gehört m.E. "Nein" zu sagen genauso, wie die Fähigkeit, sich distanzieren und abgrenzen zu können - einfach auch, um mit sich im Gleichgewicht zu bleiben.

    Fühle ich mich wiederum "im Gleichgewicht", kann ich das auch auf andere übertragen (in dem Moment gehe ich mit meinen Mitmenschen auch ganz anders um, als wenn ich mich um Ungleichgewicht fühle, weil ich beispielsweise zu allem "Ja und Amen" sage, um Konflikte zu vermeiden oder weil ich mich "unbedingt gebraucht fühlen" muss, obwohl ich "in dem Moment" einfach nicht mehr leistungsfähig bin oder einfach mal meine Ruhe brauche).


    Aber einfach ist das nicht immer.
    Geändert von Klee (28.12.2010 um 15:14 Uhr)
    Viele Grüße

    "Klee"



  6. #5
    Gast784
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    Standard

    das es mir manchmal gut manchmal schlechter gelingt, gerade meine eigenen Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen, oder auch auf die Anforderungen anderer, angemessen zu reagieren
    Hallo Brom,

    geht mir auch so. Und bei mir liegts daran, weil ich oft ne ziemliche Zeit brauche, bis ich auseinander gedröselt habe, was meine Anteile sind, und was die Projektionen des Anderen sind. Ich merke, irgendwas läuft grad schief, aber ich reagiere zu träge auf meine Wahrnehmung bzw traue ihr nicht immer gleich.

    Wenn die Kommunikation knapp an mir vorbei geht, dann irritiert mich das oft viel zu lange, ehe ich sage, das geht nicht an mich, also Konsequenzen. Aber hin und wieder lerne ich dazu und reagiere nicht mehr ganz so schwerfällig

    Lib: liebe Deinen Nächsten wie dich selbst - heisst nicht, dass du selbst hinter dem Nächsten stehst, sondern dass Du Dich genauso lieben sollst, wie den Nächsten. Diesen Umkehrschluss vergessen wir leider öfter.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Jan1981 (29.12.2010)

  8. #6
    Schreibkraft Avatar von Magdolna
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    Daumen hoch

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen

    ... geht mir auch so. Und bei mir liegts daran, weil ich oft ne ziemliche Zeit brauche, bis ich auseinander gedröselt habe, was meine Anteile sind, und was die Projektionen des Anderen sind. Ich merke, irgendwas läuft grad schief, aber ich reagiere zu träge auf meine Wahrnehmung bzw traue ihr nicht immer gleich.
    ...
    Wenn die Kommunikation knapp an mir vorbei geht, dann irritiert mich das oft viel zu lange, ehe ich sage, das geht nicht an mich, also Konsequenzen. Aber hin und wieder lerne ich dazu und reagiere nicht mehr ganz so schwerfällig. )

    Lib: liebe Deinen Nächsten wie dich selbst - heisst nicht, dass du selbst hinter dem Nächsten stehst, sondern dass Du Dich genauso lieben sollst, wie den Nächsten. Diesen Umkehrschluss vergessen wir leider öfter.
    Dem ganzen Beitrag kann ich zustimmen, da reicht nicht nur ein Danke-Button-Klick.

    Fast genau so ist es bei mir. Nur, dass ich manchmal nicht nur „zu träge“ reagiere, sondern hin- und her analysiere, was meine Anteile/Projektionen sind und ich oft nur zu einem „schwebenden“ Ergebnis komme, weiterhin Zweifel habe, ob das auch so stimmt, und mich dann in dieser Denkschleife befinde. (Manchmal/eher selten gibt es aber auch eine Schnell-Frustreaktion meinerseits, die beschämt mich dann durchaus. Ich kann es aber schon besser aushalten, aus einer Emotion heraus einfach mal geschrieben zu haben.) Bin ja lernfähig.

    Gabi, wie meinst du das mit der „Kommunikation, die knapp an“ dir „vorbeigeht“?

    Und neben deiner Aussage zu Lib, finde ich auch André Gides/Kurt Cobains Aussage treffend:

    "It is better to be hated for what you are, than to be loved for what you are not.“

    Danke der TE Brom, cooler Thread.
    "Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen." Pablo R. Picasso

  9. #7
    Gast784
    Gast

    Standard

    Gabi, wie meinst du das mit der „Kommunikation, die knapp an“ dir „vorbeigeht“?
    hallo Magdolna,

    finde ich ja irgendwie tröstlich, dass Du das kennst

    knapp an mir vorbei, das heisst:

    ich frage etwas nach, um eine Sache verstehen zu können, oder meine Anliegen zu kommunizieren, und bekomme darauf entweder keine, eine anklagende oder eine ausweichende Antwort. Im RL war es des öfteren so, dass die Kommunikation entzogen bzw "vertagt" wurde und ich so in eine Warteposition kam. Es dauerte dann immer länger, bis ich mal schnallte, dass derjenige mit mir das nicht klären will. Zumindest nicht auf gleicher Augenhöhe.


    Ich hatte im RL in einer Beziehung mal ein Bild, das es sehr genau trifft: Der Mann redete von Liebe, aber ich hatte immer das Gefühl, er guckt auf eine Fata Morgana, die hinter mir steht. Und ich stehe direkt vor ihm und winke und rufe verzweifelt:" hier bin ich" -und er sieht es nicht. Daher der Ausdruck "knapp an mir vorbei"

    Oder im Forum fällt mir oft auf, dass auf konkrete Fragen keine Antworten kommen oder gar ein kompletter Themawechsel. Aber immer an den Stellen, wo es zur Sache gehen könnte Statt dessen wird immer ins selbe Loch Feuer gegeben. Völlig sinnlos. Aber da hab ich inzwischen gelernt, die Technik zu nutzen

    Nur, dass ich manchmal nicht nur „zu träge“ reagiere, sondern hin- und her analysiere, was meine Anteile/Projektionen sind und ich oft nur zu einem „schwebenden“ Ergebnis komme, weiterhin Zweifel habe, ob das auch so stimmt, und mich dann in dieser Denkschleife befinde.
    Genau das kenne ich auch. Da ich in dieser Denkschleife manipulierbar war ( durch Kommunikationsentzug in der Wahrnehmung verunsichert), lasse ich es so weit jetzt nicht mehr kommen. Wenn ich irritiert bin, muss ich schnell handeln, um Distanz zu bekommen. Also lieber erstmal abgrenzen und nicht mehr verstehen wollen. Und mit guten Freunden darüber reden, um meine Wahrnehmung wieder klar zu kriegen, ist auch eine der ersten Maßnahmen. Denn bei der Manipulation damals bin ich auch in eine Isolation gerutscht. Das war Teil der Taktik.

    Nun, seitdem sind die klaren und abgrenzenden Teile der sozialen Kompetenz bei mir wesentlich besser integriert und als sehr wichtig eingestuft. War vorher auch nicht so und eher mit schlechtem Gewissen besetzt. Mädchenerziehung halt
    Geändert von Gast784 (29.12.2010 um 01:47 Uhr)

  10. #8
    Schreibkraft Avatar von Magdolna
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    Standard

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    hallo Magdolna,

    finde ich ja irgendwie tröstlich, dass Du das kennst

    knapp an mir vorbei, das heisst:

    ich frage etwas nach, um eine Sache verstehen zu können, oder meine Anliegen zu kommunizieren, und bekomme darauf entweder keine, eine anklagende oder eine ausweichende Antwort. Im RL war es des öfteren so, dass die Kommunikation entzogen bzw "vertagt" wurde und ich so in eine Warteposition kam. Es dauerte dann immer länger, bis ich mal schnallte, dass derjenige mit mir das nicht klären will. Zumindest nicht auf gleicher Augenhöhe.
    ....

    Genau das kenne ich auch. Da ich in dieser Denkschleife manipulierbar war ( durch Kommunikationsentzug in der Wahrnehmung verunsichert), lasse ich es so weit jetzt nicht mehr kommen. Wenn ich irritiert bin, muss ich schnell handeln, um Distanz zu bekommen. Also lieber erstmal abgrenzen und nicht mehr verstehen wollen. Und mit guten Freunden darüber reden, um meine Wahrnehmung wieder klar zu werden, ist auch eine der ersten Maßnahmen. Denn bei der Manipulation damals bin ich auch in eine Isolation gerutscht. Das war Teil der Taktik.

    Nun, seitdem sind die klaren und abgrenzenden Teile der sozialen Kompetenz bei mir wesentlich besser integriert und als sehr wichtig eingestuft. War vorher auch nicht so und eher mit schlechtem Gewissen besetzt. Mädchenerziehung halt
    Hallo Gabi/Gaby (Merke es erst jetzt!)

    Nun ist mir klar, wie du das meinst. Und dies kenne ich auch zu gut, aktuell jetzt in einem Mailkontakt, in dem ich mich (endlich) ein Mal abgegrenzt habe. Ich wurde in die „Warteschleife“ gestellt mit dem Satz: „Wir haben Zeit.“ Und da mein Abgrenzen einer vorhergehenden „Generalanklage“ folgte, war ich versucht, das zu bereuen, also in das alte Muster - ja nichts sagen, geht sowieso nach hinten los - zu verfallen. Natürlich liegt es in meiner Verantwortung, vorher Sätze gelassen „überlesen“ zu haben und natürlich ist das Gegenüber dann erst einmal verunsichert, durcheinander, ...

    Und dein Satz: „bis ich mal schnallte, dass derjenige mit mir das nicht klären will. Zumindest nicht auf gleicher Augenhöhe.“ passt hier aber sowas von ... War hilfreiche Denkanregung für mich.

    Und auch das ist sehr treffend und für mich so: Diese Verunsicherung bei Kommunikationsentzug. Und da bin ich dann etliche Tage im Hamsterrad der Kommunikationsschleifen. ... Gräßlich und für mich schwer auszuhalten, da ich dann pausenlos nach Fehlern bei mir suche. (Ja, Mädchenerziehung *zwinker*!)

    Manchmal bemerkte ich auch erst spät manipulative Züge in einiger Kommunikation. „Emotionale Erpressung“ durch Schweigen ist ein wirksames Mittel, mich in die Enge zu treiben.

    Aber, ich kann es jetzt besser aushalten - warten bis es vorüber ist - zurückschweigen.
    Da schreibe ich dann für mich eine keck, ironische Kurzgeschichte. ;o) Dat hilft erstmal.
    "Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen." Pablo R. Picasso

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