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Thema: Soziale Phobie...?

  1. #1
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    Standard Soziale Phobie...?

    Hallo eerstmal an alle!
    Also ich hab da ein Problem das langsam aber sicher echt schlimm wird...
    Ich bin jetzt 22 und verbau mir wegen meiner Ängste alles. Ich habe die Schule mit 15 unterbrochen, da ich über ein halbes Jahr in der Jugendpsychiatrie war, weil ich geritzt habe, totale Panik hatte in die Schule zu gehen etc. Ich war als Kind dabei als meine Mutter an einem Herzinfakt gestorben ist, danach war ich meist alleine zu Hause (Tag und Nacht) da mein Vater im Ausland gearbeitet hat und in der Schule hatte ich Probleme mit meinen Mitschülern. Zwei Jahre nach meinem Schulabbruch habe ich meinen Schulabschluss auf der Volkshochschule nachgeholt mit einem sehr guten Notendurchschnitt, sollte eigentlich super sein für Bewerbungen... wenn da nicht das Problem mit der Angst wäre....
    Ich hatte eine Ausbildung angefangen, drei Monate nach eigentlichem Ausbildungsbeginn, hatte daraufhin prompt Probleme in der Berufsschule- da ich später eingestiegen bin als die anderen war ich natürlich die Neue und die anderen hatten sich ja schon angefreundet... und bei bestimmten Fächern hatte ich auch Schwierigkeiten einzusteigen... tja und auf der Arbeit hat es ebenfalls Probleme mit dem Senior- und Juniorchef gegeben... 1. Niemand in der Firma hatte einen Ausbilderschein 2. Niemand hatte Zeit mir etwas beizubringen woraufhin ich immer mit Aufräumarbeiten abgespeist wurde 3. der Seniorchef war arbeitssüchtig (keine Übertreibung er hat fast nur auf der Arbeit geschlafen...) , stur, unfreundlich... sprich alles was man machte war falsch... Das Ende von Lied war das mir gesagt wurde sie wollen die Ausbildung nicht fortsetzen, ich könne aber weiterhin dort arbeiten bis ich etwas neues habe... zwei Monate später wurde ich dann gekündigt und konnte ganz gehen, wo wir wieder in der Gegenwart sind- bin nun arbeitslos/ausbildungssuchend.

    So das war nun die grobe bisherige Laufbahn, jetzt zum eigentlichen Problem:

    Ich hatte schon immer ein Problem damit mit "fremden" Menschen Kontakt zu haben, gerade wenn es regelmäßig ist, wie es nunmal beim Job oder in der Schule ist. Ich weiß das es eigentlich Schwachsinn ist aber das bringt mir leider auch nix. Ich habe Angst mich zu bewerben. Ich habe teilweise schon Angst zu telefonieren oder das Haus zu verlassen und sei es nur zum einkaufen, Müll rausbringen o.ä.! Zumindest wenn ich alleine bin, wenn jemand dabei ist gehts meistens... Ich versuche mich echt mich zusammen zu reißen, und es klappt auch manchmal, doch meistens gehts einfach nicht! Ich versuche das alles zu verbergen, es bekommt auch keiner wirklich mit, doch ich fühle mich mittlerweile sowas von ausgelaugt und bin permanent müde.
    Manchmal schnürt mir die Angst richtig die Kehle zu sodass mir das Atmen schwer fällt, mir wird übel, ich bekomme Herzrasen usw.
    Ich träume das ich so sehr schreie und weine das ich nicht mehr atmen kann und wache dann heulend auf...
    Ich schaffs noch nicht mal mich vernünftig um meine Angelegenheiten zu kümmern...
    Und damit setze ich mich auch total selber unter Druck da ich genau jetzt unbedingt eine Arbeit bräuchte damit ich mich und meinen Freund (der in einer Umschulung ist) unterhalten kann... da mein Gehalt ja jetzt wegfällt stehen wir aktuell voll im Minus...

    So, besser kann ich das gerade nicht beschreiben. Wäre super wenn jemand Tipps für mich hätte was ich vielleicht machen könnte... (ja ich weiß in Therapie vielleicht?)

    liebe Grüße

  2. #2
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    hallo, ich habe ebenfalls schon einen beitrag zum thema sozialer phobie verfasst und kann dir sagen, dass ich abgesehen von deinen lebenslauf (was mir sehr leid tut) im groben nachvollziehen kann wie es mit der sozialen angst ist.
    ich versuche mich schon seit jahren von der außenwelt abzukapseln und eigentlich ist es nur die routine (ausbildung, schule) die mich noch rausbringt. das problem ist nur je mehr du dich abkapselst, desto unbeholfener wirst du.

    es ist wirklich besser mit jemanden darüber zu reden, um zu erkennen wie unbegründet/sinnlos die angst doch eigentlich ist. wenn dein freund offen für probleme ist, würde ich auf jeden fall versuchen mich darüber zu unterhalten um die angst auch mal aus einer anderen perspektive zu sehen.

    vollkommen in deine lage kann ich mich dann leider doch nicht versetzen und ich hoffe, dass dieser (auch wenn sehr kleine) tipp dir vorerst hilft.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Fiskmok für den sinnvollen Beitrag:

    SilentForest (05.05.2011)

  4. #3
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    Hallo Fiskmok! Also ich hab bereits darüber gesprochen (schon damals als ich noch in Therapie in der Psychiatrie war, da ich das Problem ja schon sehr lange mit mir rumschleppe) und auch wenigstens ansatzweise mit meinem Freund. Aber für jemanden der sowas nicht kennt ist es nur schwer nachvollziehbar. Ich hab ihm auch nicht gesagt wie schlimm es tatsächlich ist und er meinte er fühle sich auch unsicher wenn er z.B. neue Leute kennen lernt, aber das trifft es ja nicht so ganz.
    Das Problem ist ja noch nicht mal unbedingt neue Leute kennen zu lernen, solange es in der Freizeit ist geht es ja. Da muss man die Leute ja auch nicht unbedingt wieder treffen wenn man nicht will, man hat genug Freiraum. Bei Schule/Ausbildung/Beruf ist das anders, man ist verpflichtet immer wieder dorthin zu gehen. Genau das ist es was bei mir problematisch ist. Man ist in so nem Kreislauf, man ist mehr oder weniger gezwungen mit den Leuten zusammen zu arbeiten, denn man kann ja nicht sagen "hey ich komm heute nicht, weil ich ein Problem mit dem Kontakt zu euch habe" oder so... keine Ahnung ist total schwer.
    Als ich in der Ausbildung war hab ich echt mein Bestes gegeben und mich gezwungen trotzdem hinzugehen, aber die Quittung dafür hab ich dann auch bekommen, indem ich richtige Heulanfälle bekommen habe, mein Freund dachte schon ich würde mit ihm Schluss machen, weil auch liebestechnisch nix mehr ging! Bin abends nach Hause gekommen und hatte sowas von Depris und wollte am liebsten nur noch heulen oder mir die Seele ausm Leib schreien oder wieder anfangen zu ritzen... letzteres hab ich natürlich nicht gemacht wegen meinem Freund... aber der Drang war da.
    Ich will ihn auch nicht hängen lassen, deswegen tut es mir auch richtig Leid das ich nix auf die Reihe kriege... ich weiß zwar was ich machen sollte- mir nen Job suchen wie jeder andere "normale" Mensch- aber dann bin ich schon wieder in diesem ****** Kreislauf drinnen...

  5. #4
    Schreibkraft Avatar von Pure
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    Hallo SilentForest,

    beim lesen deiner Beiträge fällt mir ein, dass du als Kind schon sehr auf dich alleine gestellt warst (Vater im Ausland, Mutter gestorben). Dadurch hast du dich sicher eingeengt und mit wenigen Freiheiten (auch wenn du die objektiv gehabt hättest) gefühlt. Wiedersprech mir ruhig, wenn diese Vermutung falsch ist.

    Daher kann ich mir vorstellen, dass es dir wichtig ist dir Freiheiten zu schaffen. Und wie du selbst beschreibst, kannst du dies nicht bei Arbeitskollegen auf Arbeit machen. Da bist du "gezwungen" dich mit ihnen zu unterhalten etc.
    Dass du dich wieder ritzen willst am liebsten, zeigt natürlich, dass auf dir extrem viel Druck liegt. Den gilt es zunächst mal ab zu bauen. Da würde ich dir Sport (ja, da musst du auch raus dann ) empfehlen. Dich mal richtig auspowern und dann ne schöne Dusche hinterher. Das kann echt wunder bewirken in deinem Befinden. Nebenbei hast du beim Sport (wenn es nicht grad ein mannschaftsport ist) deine Freiheit.

    Und ich wette, wenn es dir erstmal besser geht, dann wird auch die Angst langsam weniger werden.

    Trotzdem rate ich dir, falls es sich nicht bessert mal in eine Erstberatung bei einem Psychologen/Psychater zu gehen. Vielleicht findet ihr da auch noch was gutes raus, was dir hilft!

    (Zum finanziellem Aspekt: Du hast doch Anspruch auf Hartz4. Ich weiss, dass es nciht toll ist vom Staat zu leben (ich tu es ja selbst grad notgedrungen), aber als Überbrückung ist es allemal besser als seinen Kontostand ins Minus rutschen zu lassen.)

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Pure für den sinnvollen Beitrag:

    SilentForest (05.05.2011)

  7. #5
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    Zitat Zitat von Pure Beitrag anzeigen
    Hallo SilentForest,

    beim lesen deiner Beiträge fällt mir ein, dass du als Kind schon sehr auf dich alleine gestellt warst (Vater im Ausland, Mutter gestorben). Dadurch hast du dich sicher eingeengt und mit wenigen Freiheiten (auch wenn du die objektiv gehabt hättest) gefühlt. Wiedersprech mir ruhig, wenn diese Vermutung falsch ist.

    Daher kann ich mir vorstellen, dass es dir wichtig ist dir Freiheiten zu schaffen. Und wie du selbst beschreibst, kannst du dies nicht bei Arbeitskollegen auf Arbeit machen. Da bist du "gezwungen" dich mit ihnen zu unterhalten etc.
    Dass du dich wieder ritzen willst am liebsten, zeigt natürlich, dass auf dir extrem viel Druck liegt. Den gilt es zunächst mal ab zu bauen. Da würde ich dir Sport (ja, da musst du auch raus dann ) empfehlen. Dich mal richtig auspowern und dann ne schöne Dusche hinterher. Das kann echt wunder bewirken in deinem Befinden. Nebenbei hast du beim Sport (wenn es nicht grad ein mannschaftsport ist) deine Freiheit.

    Und ich wette, wenn es dir erstmal besser geht, dann wird auch die Angst langsam weniger werden.

    Trotzdem rate ich dir, falls es sich nicht bessert mal in eine Erstberatung bei einem Psychologen/Psychater zu gehen. Vielleicht findet ihr da auch noch was gutes raus, was dir hilft!

    (Zum finanziellem Aspekt: Du hast doch Anspruch auf Hartz4. Ich weiss, dass es nciht toll ist vom Staat zu leben (ich tu es ja selbst grad notgedrungen), aber als Überbrückung ist es allemal besser als seinen Kontostand ins Minus rutschen zu lassen.)
    Hi Pure! Einerseits hast du Recht, andererseits nicht. Einerseits hatte ich mehr Freiheiten als jedes andere Kind in meinem Alter, andererseits auch nicht. Da niemand da war um mich zu kontrollieren habe ich zum Beispiel sehr oft die Schule geschwänzt, weswegen es auch einmal Probleme mit dem Jugendamt gab. Ich habe so gut es ging den Haushalt allein geschmissen und mehr oder weniger die "Mutterrolle" übernommen. Allerdings hatte ich damals Probleme mit Kindern in meinem Alter (nachdem meine Mutter gestorben war als ich 8 war). Als ich mit 15 in Behandlung war begründete mein Psychologe dies damit, das ich vom Kopf her älter war als die anderen da ich mich mit anderen Problemen rumzuschlagen hatte. Zudem kam dann noch ne ganze Menge anderer familiärer Probleme und Geldsorgen, da mein Vater für meinen Bruder eine Bürgschaft übernommen hatte und mit seiner Firma Pleite ging. (Meine Geschwister sind älter als ich und waren zu dem Zeitpunkt längst ausgezogen)
    So hatte ich viel Freizeit. Da wir ziemlich abgeschnitten wohnten und es keine öffentlichen Verkehrsmittel gab außer den Schulbus und mich ja auch niemand abholen oder fahren konnte, hatte ich jedoch nicht die Möglichkeit wirklich etwas zu unternehmen, ob mit anderen Kindern oder so. Diesbezüglich war die Freizeit auch ziemlich beengend. Ich hatte zwar "Freundinnen" in der Schule denen ich mich auch anvertraut hatte, jedoch bekamen wir Streit und sie benutzten die Dinge die ich ihnen erzählt hatte gegen mich und machten mich richtig fertig. Ich wechselte die Schule- vom Gymnasium auf die Realschule, dort hatte ich wieder das selbe Problem. Da fing ich auch das erste Mal mit dem ritzen an. Seitdem bin ich auch vorsichtig geworden, was ich anderen Leuten und sei es meinem Freund, über mich erzähle.
    Privat kann ich mehr oder weniger ich selbst sein, sobald es aber um Schule oder Arbeit geht bin ich ein total anderer Mensch- introvertiert, schüchtern, ängstlich... zudem kommen die depressiven Schübe immer noch hoch, je mehr Druck desto schlimmer werden sie.
    Sport habe ich bereits versucht, doch es hilft leider nicht.
    Medikamente habe ich früher bekommen, Truxal, verschiedene Antidepressiva usw. aber das hat auch nichts gebracht.

  8. #6
    Neuling Avatar von MandyOhneZahn
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    Zitat Zitat von Pure Beitrag anzeigen
    (Zum finanziellem Aspekt: Du hast doch Anspruch auf Hartz4. Ich weiss, dass es nciht toll ist vom Staat zu leben (ich tu es ja selbst grad notgedrungen), aber als Überbrückung ist es allemal besser als seinen Kontostand ins Minus rutschen zu lassen.)
    würde ich auch auf jeden fall mal probieren, wobei das ziemlich stressig werden kann.
    bei mir war es ein ziemliches hin und her, weil meine eltern noch unterhaltspflichtig sind (war zu dem zeitpunkt, ich glaube, auch 22 oder 23), meine mutter aber nicht zahlen kann und mein vater nicht will. und wieso ich dann nicht zuhause wohnen würde (was bei dir aber wohl kein thema sein wird) und dass ich halt arbeiten gehen soll. man bekommt beim amt teilweise furchtbare angebote und auflagen, zb musste ich mich bei mc donalds bewerben... und wenn du pech hast, sitzt dir n gefühlskalter bürokrat gegenüber...
    musst nur drauf achten, wenn dein freund (wieder) mehr verdient, wo die grenze ist, dass er dich mit finanzieren muss, da ihr in einer eheähnlichen gemeinschaft lebt.

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    SilentForest (05.05.2011)

  10. #7
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    Sorry ganz vergessen: mit Hartz4 bin ich natürlich schon dran notgedrungener Maßen! Aber das soll ja auch kein Dauerzustand werden...

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