Ich weiss wirklich nicht mehr weiter. Würde mich sehr freuen, wenn das jemand liest, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert weil ich schon möglichst umfassend meine Situation beschreiben will. Ich erwarte auch keine aufbauenden Worte oder so, aber ... ich weiss nicht, ich hoffe irgendwie auf mein persönliches "Wunder".
Kurz zu meinen Daten: Männlich, 27, Master-Student, Single, allein-wohnend (von Eltern finanziert)
Ich fang mal irgendwie an:
Vor einem Jahr ungefähr war ich bei einer Psychotherapeutin (Verhaltenspsychologin). Grund war, weil mir die Jahre davor ungefähr im Laufe der Oberstufe in der Schule zunehmend übel wurde in bestimmten Situation. Ganz besonders in Gegenwart von Frauen/bei Dates usw. Bei meiner damaligen Freundin hab ich regelmäßig erbrochen vor unseren Treffen. Die "Beziehung" hat nicht lang gehalten, ich war auch einfach nicht ich selbst. Total verunsichert. Sie ist mit ihrem dann Ex in den Urlaub gefahren und hat sich einfach nicht mehr gemeldet (jaja, Frauen können mies sein). Aber die Geschichte meiner Verunsicherungen beginnt eigentlich schon viel früher. Ich war ein extrem stilles und anhängliches Baby/Kleinkind. Im Kindergarten war ich am liebsten allein und hab taggeträumt und recht schnell das lesen gelernt (Bücher geben mir sehr viel Befriedigung). Meine Eltern haben mich zu früh bekommen, sie waren zu jung und unreif. Meine damalige Psycholgin nannte sie "inkompetente Eltern", wie es wohl in der Fachsprache heisst. Sie kommen auch selber aus eher "kalten" Familien in der auch mütterlicherseits Depression verbreitet ist (auch Selbstmord). In dem Streben nach eigener gesellschaftlicher Anerkennung musste immer möglichst alles nach außen hin toll sein, aber "echte" Freundschaft und Gespräche gab es nicht. Ich wurde auch bestraft wenn ich mein Sport nicht gut war. Meine Eltern sind nicht schlecht. Sie kümmern sich um mich wenn ich Hilfe brauch. Aber mein Vater eher wie ein "Mentor" und Prediger, meine Mutter eher wie eine Krankenschwester. Heutzutage wo ich 27 bin, ist das alles nicht mehr so wichtig. Ich rede von meiner Jugend und Kindheit um ein wenig den Hintergrund zu erläutern. In meiner frühen Jugend hab cih gestottert, mir Haare rausgezogen bis ich kahle Stellen hatte, Fingernägel gekaut und konnte niemanden in die Augen schauen. Hab in der Schule stets provoziert und andere Kinder in meiner Position als Klassencown nieder gemacht (etwas wofür ich bis heute starke Schuldgefühle habe). Besonders mein Vater hat sich für mich geschämt. Würde er niemals zugeben, aber ich habs gespürt. Geholfen hat mir niemand. Es wurde besser als ich einen festen Freundeskreis fand, wir viel gesoffen und gekifft haben, ich nur noch draussen unterwegs war. Als ich dann wöhrend der Abizeit aufgehört hab mit dem Kiffen (und eineige Jahre später im Laufe des Studiums das Trinken stark reduziert hab) kamen "alte" Probleme wieder hoch. Und so langsam befinde ich mich in der Gegenwart.
Die Psychologin konnte mir nicht wirklich helfen. Okay, es war schön mir mal alles von der Seele zu reden und diverse Dinge mal zu erzählen (die ich hier jetzt nicht erzähle an dieser Stelle). Aber es hatte mehr eine befreiende Wirkung. Das wars. Möchte nicht arrogant klingen, aber das ganze wirkte fast schon wie eine Farce. Ich kam mir ihr gegenüber etwas beleidigt vor; sie konnte mir nichts sagen, was nicht jeder Hobbypsychologe nach 3 Wochen sagen könnte. Letztendlich war halt die Zauberformel: Werde Selbstbewusster, dann wird dir auch nicht mehr übel in bestimmten sozialen Situationen.
Aber hier ist mein Hauptproblem. "Selbstbewusstsein" ist eben keine Sache die man hat oder eben nicht hat. Ich mag mein Leben, ich mag auch mich (im großen und ganzen jedenfalls), ich hab Ziele und Pläne. Abgesehen davon, dass ich etwas einsam bin und gern eine Freundin hätte die mich liebt, ist alles in Ordnung. Und das mit der Freundin wird auch schon. Hatte ja schon ein paar Beziehungen und viele Frauen mögen mich. Bin halt nur irgendwie... ja, so eigen?! keine ahnung, innerlich eben aus irgendeinen Grund trotzdem so verunsichert.
Gestern beispielsweise bei einer Party spricht mich eine Frau an, ich antworte ihr und merke dabei wie ich nach rechts unten schaue. Als ich hochgucke, dreht sie sich wieder weg. Total verunsichert. Dabei bin ich anderen Menschen gegenüber wiederum auch manchmal sehr sicher und schaue sie direkt an. Es kommt auf die Tagesform und auf die Person an. Ein auf und ab.
In letzter Zeit - komischerweise in dieser Zeit, wo ich mehr das Gefühl hab "zu mir selbst" zu finden, oder es zumindest zu hoffen; wo ich mich wirklich spürbar weiter entwickel in meinem Master-Studium durch mehr Vorträge und mehr Expertise - häufen sich meine leichte Stotterei (mir bleibt dann plötzlich die Luft im Halse stecken), Herzraserei, Übelkeit...
ich hab auch schon diverse Bücher gelesen und auch die - jetzt ist mir der Name entfallen, sry^^, diese Atem-methode wo man durch den Bauch atmet - etwas angelernt (zugegebenermaßen nicht sehr regelmäßig durchgezogen). Aber unerm Strich find ich einfach nicht den richtigen Zugang.
Es wird schlimmer. Ich will nicht stottern, ich will den Menschen in die Augen gucken. Mir soll nicht übel werden vor einem Vortrag oder wenn mich eine schöne Frau anspricht. Es NERVT mich langsam. Es begleitet mich seit Jahren und ich hab Bücher gewälzt, war bei einer Verhaltenspsychologin, stürze mich ins Leben (ich suche ja auch die Situationen. Habe ja den Master gemacht, besuche darüber hinaus einen Sprachkurs, mache Vorträge, treffe mich mit "neuen" Menschen auch wenn ich da eigentlich keien Lust drauf hab).
Irgendwie hab ich anscheinend eine Sozialphobie, kann schon sein, dass meine damalige Psychologin recht hatte. Aber irgendwie würden die meisten Menschen das nicht unterschreiben. Und oftmals bin ich ja auch wirklich das genaue Gegenteil, sogar der Mittelpunkt einer Runde mitsamt Unterhaltungsgarantie. Mangelndes Selbstwertgefühl? Kann sein, ich sehe immer sehr neidisch auf die Körper gutaussehender Männer, aber andererseits finde ich mich halt auch nicht hässlich und ziehe mich auch vor Frauen die ich das erste mal bei mir habe aus. Mangelndes Selbstewusstsein? Kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Ich mag mein Leben und ich bin überzeugt davon, dass ich Qualitäten habe.
Andererseits habe ich so oft ein schlechtes Gewissen wegen allem, so eine Art diffuse Schuld. Und ich fühle mich so oft so "bewertet" und beurteilt und denke, alle würden nur über mich nachdenken/auf mich achten. Neige dazu immer einen guten Eindruck vermitteln zu wollen. Das spricht wiederum gegen ein Selbstbewusstsein. Habe auch so einen "Tick" unbedingt ein "guter Mensch" sein zu wollen, vielleicht bzw wahrscheinlich aus schlechtem Gewissen heraus. Spende und versuche zu helfen wo ich kann und vor allem immer fair zu sein. Will einfach ein guter Mensch sein. Dann merke ich manchmal das ein Besuch beim Tierheim beispielsweise mich stolz macht und cih schäme mich dafür, dass ich stolz darauf bin und ich frage mich ob ich es tue weil ich wirklich so bin oder weil ich "Punkte im Himmel" sammeln will?!
Ach ich weiss einfach gar nichts mehr.
Was soll ich verdammt nochmal noch tun???
Ich kann doch nicht zu nem Stotterseminar, Anti-Übelkeits-Nervositätsseminar, am besten noch parallel ein Anti-Minderwertigkeitsgefühl-Seminar und dann noch nen "Wie baue ich mein Selbstbewusstsein nebenbei auf"-Zusatzkurs -.-
Zum Glück sind Stottern und Übelkeit und alles nicht alles-beherrschend und allgegenwärtig. Es kommt und geht. Aber es ist Bestandteil meines Lebens und es schränkt mich ein.
Es isoliert mich auch zum Teil, besonders gegenüber Frauen. Aber auch bezüglich eventueller Zukunftspläne. Zum Beispiel meide ich Job-Pläne, in denen ich viel Vorträge halten müsste.
Ich weiss, es gibt nicht DIE Antwort. Wahrscheinlich gibst keine Antwort. Aber... es kann doch nicht sein, dass ich so hilfslos dem gegenüber bin?!
Was kann ich noch tun?
Vielen Dank fürs lesen!
PS: Entschuldigt bitte diverse Tipp- und Rechtschreibfehler. Hab ein wenig Kopfweh![]()


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). Aber die Geschichte meiner Verunsicherungen beginnt eigentlich schon viel früher. Ich war ein extrem stilles und anhängliches Baby/Kleinkind. Im Kindergarten war ich am liebsten allein und hab taggeträumt und recht schnell das lesen gelernt (Bücher geben mir sehr viel Befriedigung). Meine Eltern haben mich zu früh bekommen, sie waren zu jung und unreif. Meine damalige Psycholgin nannte sie "inkompetente Eltern", wie es wohl in der Fachsprache heisst. Sie kommen auch selber aus eher "kalten" Familien in der auch mütterlicherseits Depression verbreitet ist (auch Selbstmord). In dem Streben nach eigener gesellschaftlicher Anerkennung musste immer möglichst alles nach außen hin toll sein, aber "echte" Freundschaft und Gespräche gab es nicht. Ich wurde auch bestraft wenn ich mein Sport nicht gut war. Meine Eltern sind nicht schlecht. Sie kümmern sich um mich wenn ich Hilfe brauch. Aber mein Vater eher wie ein "Mentor" und Prediger, meine Mutter eher wie eine Krankenschwester. Heutzutage wo ich 27 bin, ist das alles nicht mehr so wichtig. Ich rede von meiner Jugend und Kindheit um ein wenig den Hintergrund zu erläutern. In meiner frühen Jugend hab cih gestottert, mir Haare rausgezogen bis ich kahle Stellen hatte, Fingernägel gekaut und konnte niemanden in die Augen schauen. Hab in der Schule stets provoziert und andere Kinder in meiner Position als Klassencown nieder gemacht (etwas wofür ich bis heute starke Schuldgefühle habe). Besonders mein Vater hat sich für mich geschämt. Würde er niemals zugeben, aber ich habs gespürt. Geholfen hat mir niemand. Es wurde besser als ich einen festen Freundeskreis fand, wir viel gesoffen und gekifft haben, ich nur noch draussen unterwegs war. Als ich dann wöhrend der Abizeit aufgehört hab mit dem Kiffen (und eineige Jahre später im Laufe des Studiums das Trinken stark reduziert hab) kamen "alte" Probleme wieder hoch. Und so langsam befinde ich mich in der Gegenwart.
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